Kategorie: Allgemein

Das Angenehme dieser Welt …

  Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen, Die Jugendstunden sind, wie lang! wie lang! verflossen, April und Mai und Julius sind ferne, Ich bin nichts mehr, ich lebe nicht mehr gerne!       *** Weiterführend → Ulrich Bergmann hat…

Eichblattverletztlichkeit

  forcierte Steigerung der pathognomischen & gestischen Kommunikation = gekruemmte > verwehte Gestalten emblematische Figuren des sozialen Elends   zwischen Emotionsrhetorik & Geschichtslosigkeit + dem Mœglichkeitssinn in einer Gegenwart aus Sachzwængen & Deutungsmonopolen in der klaustrophobischen Piefigkeit treudeutscher Provinz  …

Wahrhaft Kolossal

  Aufgenommen am 13. März 1971 war »Colosseum Live« war das letzte Album der Band. Vier Jahrzehnte lang bleibt »Colosseum Live« eine bahnbrechende Veröffentlichung der Band, eine erlesene Kombination aus Rock, Jazz und Blues. Nun ist sie wiederveröffentlicht worden. 1968…

Du machst es, wie du eine Fliege killst: mit links

  „Bach hatte zwanzig Kinder. Tagsüber hat er auf Pferde gewettet, nachts hat er gefickt und am Vormittag gesoffen. Komponiert hat er zwischendurch …sagte ich als sie von mir wissen wollte wann ich eigentlich meine Gedichte schreibe.“   Henry Charles…

Lyrik

  Ich bin ein Mensch, der sich – weil er die Begabung dazu hat – mit dem Aussprechen und Sehen von Poesie beschäftigt, der in Dichtung ein Instrument erblickt, um auf unterschiedlichen Ebenen von der Wahrheit, die er erfährt, zu…

Die Tartarenlegende

  „Hätte es die Tataren nicht gegeben, ich wäre heute nicht mehr am Leben. Es waren die Nomaden von der Krim, die in dem Niemandsland zwischen der deutschen und der russischen Front lebten. Sie waren mir schon vertraut, denn ich…

Unterhaltung

  Früh war er ins Bett gegangen, weit vor zwölf. Hatte vermutet, dass er etwas nachzuholen hätte, den Schlaf, der die letzten Tage und Wochen nicht sein gewesen war. Er hatte noch kurz vorher einen Anruf einer lieben Person bekommen.…

Immer geradeaus

  *** Immer geradeaus, Künstlerbuch von Haimo Hieronymus, 1994. Weiterführend → Zum Thema Künstlerbucher lesen Sie bitte auch den Essay und den Artikel von J.C. Albers. Vertiefend auch das Kollegengespräch mit Haimo Hieronymus.

Herr Nipp stellt sich vor

Tatsächlich schreibt er manchmal Texte, immer wenn ihm danach ist. Sie sind nicht groß, auch stilistisch ist sicher einiges daran zu bemängeln, zumindest einer seiner Freunde sagt ihm klar und lakonisch, er mache schließlich keine Kunst. Er ist auch niemals…

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hast mir die Gesichter zerschmettert alles zerschmettert jetzt mein Gesicht zerreiß den Holzmenschen das Hohle in mir er trägt bloss die Gewänder der Toten oder *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum…

etwas Rücksicht

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Phænotyp

    ein Hirnhund versucht im Assoziationsgewebe mit expressionistischer Ausdrucksmusik ein Fragment von Welt zu versprachlichen bis es seine Wirklichkeit preisgibt…   der Baumeister modelliert mit Neonlicht einen Stadtteil versucht die immaterielle Aura des Verdrængten zu illiminieren & das Gefangensein…

Musterbeispiele der Neuen Sachlichkeit

Ein guter Photograph ist ein bildnerischer Gestalter. Die Photos von Marta Astfalck-Vietz zeichnen sich durch große Experimentierfreude und eine ebenso eigenwillige wie detailgenaue Inszenierung aus. Dabei richtete sie selbst die Szene und das Licht ein und war auch oft selbst…

TRÄUME

zittert überm fleisch der staub ist die haut ein leuchten das milde licht zerbrennt blaugelb geneigt zur nacht im samtenen stoff wie wachs richtet der kopf nach oben sich und spannt die stirn vom leib gestreckt sinken die füße zum…

Mein Sterbelied

  Die Nacht ist weich von Rosensanftmut; Komm, gib mir deine beiden Hände her, Mein Herz pocht spät Und durch mein Blut Wandert die letzte Nacht und geht Und naht so weit und ewig wie ein Meer.   Und hast…

Eine Erinnerung an Manès Sperber

  Er war für mich der Inbegriff eines durchgeistigten, analytisch-deduktiv scharf denkenden Intellektuellen. Ich sehe ihn noch wie lebendig vor mir. Seine schlanke, hohe Gestalt, das weiße glatte Haar, sein schmales, asketisch wirkendes Gesicht, seine straffen Bewegungen, knapp, zielgerichtet im…

Start me up

  Auf dem Bett, die Füße werden ungeduldig, unbefriedigend gerieben, ohne eigentlich zu wissen warum. Er schaute auf, um sich der Uhrzeit zu vergewissern. Tatsächlich schon spät. Langsam zog er die fast schwarzen Socken von den Füßen und legte sie…

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repräsentierst als Milchstraßenkind den Mond noch wird zurückgehalten unter dem Himmel die Schnur die ein Gott dir hinab sandte aber die Zeit *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der…

Paarasylieren

Weiterführend → Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Furchensprung

  Wahrnehmungen im Feinstofflichen = schwerelos schwebt der Gœtterbote durch die Luefte & verlæsst die zurueckliegende Gegenwart der Windstoss Zephirs beruehrt kaum mehr den befluegelten Fuss   Gefuehlshœhen, Schmerzenstæler, Leerstellen Merkur streckt seinen athletischen Kœrper gen Himmel… die spiralige Bewegung…

Reality Radio

Radio ist sehr gegen meine Neigung. Ich kann und will nicht unter mein Niveau. Gottfried Benn   Radio Schauerland hat seinen großen Tag. Im Rahmen einer Live–Sendung, die nicht zufällig an die Oscar–Verleihung erinnert, werden die Preise für die besten…

SZENE

  während ich vor dem spiegel die haarsträhnen noch ordne leg ich das messer die narbe die naht in die haut mir schon verzerren die augen mein bild das aufgrellt wie ein phantom seh ich das fleisch da hockt bereit…

Transzendenz

  das Gegenüber ablenken von seinem Sein Zustand lösen gegen die Realität aufleben lassen Realität umlenken über ihre Wahrnehmung als Versprechen an das Gegenüber     *** Gedichte von Herrn Nipp, KUNO 1989 – 1993 Weiterführend →  Poesie zählt für KUNO…

Kalendergedicht

    Ich suchte den Kalender auf, er lud mich ein, ein Fremder.   Wir tranken Wein, wir drehten auf, ich Zahl und er Verschwender.   Wir strichen alle Daten aus, ich Wahl und er ein Sender.   Er trug…

Heil Hitler! Grüß Gott!

  Der liebe Gott Gott-Vater Gott-Sohn Gott-Heiliger-Geist die Dreieinigkeit Gottes die Dreifaltigkeit Gottes der gerechte Gott der zürnende Gott der strafende Gott der gütige Gott der barmherzige Gott der mit Dornen gekrönte Gott der Gott der für uns am Kreuze…

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  Klarstellung Allein ist wieder vom Platz aufgestanden als Einsam und bleibt in der Atemspur hängen: All *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch das…

Herz\un/gewissheiten

  Lippsticklover am Weltnabel der Wollust jenem Venusberg > auf keiner Landkarte zu finden   Du wunderbar weltdæmonisches Weib zwischen Verzweiflung & seligstem Glueck mit der perfekten Balance zwischen irrsinniger Intensitæt & unterkuehlter Distanz   im Gletschergluehen spiegeln Deine Augen…

Leben in Möglichkeitsfloskeln II

Meine Sicht steht mir ins Gesicht geschrieben.   Weiterfühend → Lesen Sie auch den Nachruf über Peter Meilchens Lebenswerk und den Essay 50 Jahre Krumscheid / Meilchen über die Retrospektive im Kunstverein Linz.  

The Father of Invention

Wir begegnen hier dem Vater von Punk und Postmoderne in Personalunion. Hans-Jürgen Schaal Der Nonkonformist Frank Zappa erfand das Konzept-Album, das Rock-Doppelalbum, den Jazz-Rock und er spitzte die Popmusik als Gesellschaft-Satire auf ein surrealistisches Welttheater zu. Heute starb der letzte…

Draußen

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Endbild

    Bruchlandung entschleunigt am Schneckenrand des Gehäuses. Die Abendangst wandert durch alle Organe. Ein Pflänzchen veratmet zum Überleben die Luft. Schmerzdämpfend die schwere Wärme der Katze. Bühnenweltweit am Widertisch offen wellt sich gestammeltes Schreiben. Kein Bleiben am Tischtraum im…

Sie kam nach Wien, nahm ein Zimmer in Simmering, suchte eine Arbeit bei Billa und fand einen Postpunk

  Sie kam in die Stadt, diese Stadt, irgendeine Stadt und keine andere, zufällig und mit Absicht. Hauptsache Hightech, Science Fiction und sonstiger Wahnsinn, innen ein goldlackierter Kern, Zuckergebäckstotem mit unverständlicher mythologischer Botschaft aus der Zeit des domestizierten Imperiums, der…

Gefuehlsarchæologe

  kalte Glut auf den Lippen den Geschmack erkalteter Asche auf der Zung‘   præzise Inventur vager Gefuehle: das Meer = die See der Sprache erotische Grapheme treffen auf sinnliche Lesearchipele   im Sediment deuten Spuren flussaufwærts in Quellenkunde verengen…

LAGE

spring ich ins licht ist es ein spiegel bin ich geblendet weiß vom schein der scherben stürzen golden die blätter und mondäugig die worte mir ins gesicht tanzen die splitter seh ich hinterm glas geronnen die entfallne seele leuchten als…

Revolutionen sind die Lokomotiven der Weltgeschichte

  Marx sagt, die Revolutionen sind die Lokomotiven der Weltgeschichte. Aber vielleicht ist dem gänzlich anders. Vielleicht sind die Revolutionen der Griff des in diesem Zug reisenden Menschengeschlechts nach der Notbremse. *** KUNO erinnert an Walter Benjamin. Er ist ein…

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keiner kann der Sonne ins Gesicht blicken dennoch: ich trag Papiergewänder und spring wenn das Feuer bin wahlweise Türkisschlange oder Killerfledermaus wenn Federn schwängern seit du (schleuderst Strahlen in alle Richtungen steckst in meinen Ästen) *** Weiterführend → Ein Porträt…

Nachtlied

  Des Unbewegten Odem. Ein Tiergesicht Erstarrt vor Bläue, ihrer Heiligkeit. Gewaltig ist das Schweigen im Stein; Die Maske eines nächtlichen Vogels. Sanfter Dreiklang Verklingt in einem. Elai! dein Antlitz Beugt sich sprachlos über bläuliche Wasser. O! ihr stillen Spiegel…

Schmetterlingsjagd

  Gelegentlicher Sommerreisen unbeschadet, bezogen wir, ehe ich zur Schule ging, alljährlich Sommerwohnungen in der Umgebung. An sie erinnerte noch lange an der Wand meines Knabenzimmers der geräumige Kasten mit den Anfängen einer Schmetterlingssammlung, deren älteste Exemplare in dem Garten…

Leben in Möglichkeitsfloskeln XXVIII

  Das einmal Gedachte läßt sich nicht mehr ins Dunkel zurückstoßen; es zu leugnen wäre pure Ignoranz – wie die Zerstörung einer Fotografie sie ja nicht überwindet, sondern nur zum Dokument der eigenen Hilflosigkeit gerät.       Weiterführend → Lesen…

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Sprache wechseln: geboren werden und Menschenfelder wenn die Fischeraugen sprechen wir hauchen sobald du rüberläufst oder *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch…

jetzt schroiben in Aktion

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Personality–Show

  der Atem gefriert in der Luft   aufgeworfene Lippen formen keine Worte mehr   die Zæhne zerspringen beim Læcheln   der Schweiss gerinnt zu kleinen Eiszapfen   das Bærenfell taugt lediglich als Bettvorleger   Gænsehaut trægt sich zu Markte…

AUSFLUG

wälz ich im schlaf die tagverspannte haut  erheb ich mich und ordne das papier  in meinem schrank find ich meine seele zerfallen in der spur der larven und käfer kommt der staub meiner gedanken zu leben wieder steig ich die…

VON DEN LAMMESHEIDER MÄDGEN

  So manche maid in Lammesheid die blieb mir unvergessen Nur Annegret war’n tulpenbeet die nägel abgefressen stattdessen Beim maifest war der Junggeburth der prinz bis er besoffen wurd Dann war er prinz im göbelspurt Was Theas lippen saufen Da…

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Stadt diese Stockung von Dingen Gipfel die Arme der Birken wenn Laub Lippe ist Herbstkuss *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch das…

Den Aufgeborsten

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Erinnerung an Friedrich Heer

  Jeder Intellektuelle kannte schon in den Sechzigerjahren den Friedrich Heer, den Provokateur, diesen ungewöhnlichen Menschen. Ich erinnere mich an das erste Zusammentreffen mit ihm bei einer Veranstaltung zum Thema Holocaust im Hörsaal 1 des Neuen Institutsgebäudes der Universität Wien…

Hirnknoten

  nach dem Paukenschlag des ersten Blicks erklingt in einer Partitur der Triebe die Brillanz gefuehlter Koloraturen   in den Steilwænden der Verzueckung folgt auf den Scherz der Abenteuerlichkeit die Arie des Gluecksverlangens   der hasenlæufige Schritt der Hormone das…

AUFFORDERUNG

bewahrt mich vor meinem bilde nicht gleiten die finger hinab in mir unter die schiefe zunge gepreßt erstickt der schrei gärt alles verdrängte zur kehle wieder kommt es zurück wenn weglos ich steh sag nicht erneut mund es gäbe kein…

Kleine burgenländische Prosa

  Am Werden umgestürzte Stämme ins Gebiet meiner Lage & weiter hinter den Hügeln die feine Gabelung wieder eine völlig andere Umgebung am Ufer versammelt sachte nach neuer Belebung Körbe Gewebe Rundung Wild im Geäst mir entfernt hinter dem Vorhang…

Als wir uns verlobt mein kind

    Als wir uns verlobt mein kind ging das gold auf leisen sohlen legte sich der Indewind* schlafen in die kohlen   Als wir uns geküßt mein schatz schlich die wolke sich von dannen legte sich der roggenschwatz leise…

Wacht

  Die Nacht wiegt auf den Lidern Müdigkeit flackt und neckt Der Feind verschmiegt Die Pfeife schmurgt Verloren Und Alle Räume Frösteln Schrumpfig Klein.     *** Am 1. September 1915 ist August Stramm bei Horodec östlich Kobryn, in einem sinnlosen Krieg…

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wie wir nichts sind verglichen mit dem Wind könnten wir doch mutiger sein denn auch der Tod will das nicht haben wie wir uns zu falschen Körpern brennen Träume scheren Hoffnungen erhängen gebrochen ist der Mond noch nicht geh also…

Zungenbrechen

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Tyrannei der Geschwætzigkeit

  durch den Klang teppich Deiner Worte fuehle ich mich mit konsequenter Lust bereit bis ins Innere vorzudringen… eingesogen in die Weichheit der Fasern / Fæden & Phrasierungen durch das Unverspiegelte entsteht unsere Næhe   doch der Chor der Claqueure…

KREISLAUF

die haut zernarbt vom licht verbirgt die brust und schorf um schorf entwachs ins dunkel ich faß hand fuß und gesicht die wangen selbst und fingerkuppen mir vertraut nicht mehr der mund bleibt offen starr wollt ich den tag noch…

LEGIONEN

  Der Tyrann zeigte dem Dichter seine Armeen Panzer und Raketen   die unzähligen Soldaten die er mit einem Befehl in Bewegung setzen konnte   Wo sind denn deine Legionen? fragte er höhnisch   Wenn du mich nicht fürchtest antwortete…

zuschauer

stuhlreihen unbesetzt und doch thront das  phantom neben mir sitzt hilflos mein zweites ich blicke suchen geländer am abhang wäscht regen erbarmungslos höhlen ins weiche gestein irgendwo rotten sie sich immer aus nur kinder sterben noch mit staunenden augen noch…

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hineinsterben in eine Landschaft sich das Denken endlich ausreißen gaukelt uns Trost vor das Licht sich in Engel keilen mit zerschmetterten Lippen wenn Adern bloss endlich zersprängen *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten…

Vergröbertes

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

ERFAHRUNG

ohne das äußere zeichen glaubt es ja doch niemand wenn nicht die haut gelb wird und unter den augen dunkel und das gesicht bleich wenn nicht die hände zittern und groteske fehler machen und die füße versagen wenn nicht der…

Die Gesetze

  Die Gesetze, nach welchen die Welt entstand und die Weltsysteme kreisen, sind in einem Bächlein geschmolzenen Schnees in voller Wirksamkeit zu sehen.     *** Henry David Thoreau gilt als Schriftsteller auch in formaler Hinsicht als eine der markantesten…

Der Jäger Gracchus

  Zwei Knaben saßen auf der Quaimauer und spielten Würfel. Ein Mann las eine Zeitung auf den Stufen eines Denkmals im Schatten des säbelschwingenden Helden. Ein Mädchen am Brunnen füllte Wasser in ihre Bütte. Ein Obstverkäufer lag neben seiner Ware…

Karl Philipp Moritz • Revisited

Vor 200 Jahren starb Karl Philipp Moritz. Jutta Ludwig über die Landschaft als Landkarte der Erinnerung in der Selbstbiographie des 18. Jahrhunderts am Beispiel von Karl Philipp Moritz‘ Anton Reiser   ‚Literarische Anthropologie‘ meint heute mehr als die Verbindung von Literatur…

abend der partisanen | kebec

Wir sind begeistert von Quebec, aber Edward will es nicht malen, also fahren wir morgen weiter. (Josephine „Jo“ Verstille Hopper, geb. Nivison, in einem Brief vom 24. Juni 1933)   abend der partisanen die nachbarn schlafen mit faltern lautlos stößt…

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und wenn als Wunde eine Erinnerung aufspringt: Berggesicht mich in deine Blicke werfen: Wipfel träumt eine Landschaft noch in der Ferne *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage…

Fassung suchende Materie

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Kreisverkehr

    ich bin Dir nicht bœse dass Du nicht mehr mit mir redest weil ich ALLES Wissenswerte ueber Ihn erfahre   nur verunsichert es mich dass Du vorgibst Sie zu kennen & mit edlen Flammen alte Glanzlichter zuendest  …

Treff der Titanen

Redaktionelle Vorbemerkung: Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine Realsatire aus dem Jahr 1993 heraus, die er für den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. Statt eines Vorworts…

„Schwanzlutscher“

Mit dreißig Jahren Verzögerung wirkten die Beatniks auf den deutschsprachigen Social Beat, eine literarische Underground-Bewegung der 1990er Jahre, die auch von Autoren wie Charles Bukowski, Jörg Fauser oder Thomas Kling beeinflusst war, der selbst an Poetry-Slams teilgenommen hat. Viele Social-Beat-Aktivisten…

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küssende Luft wer hat den Mond angezündet nachts sieht noch mit leuchtenden Augen die Phantasie *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch das…

Krise, anagrammatisch

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

5 oder die Elemente

Live-Hörspiel mit Marion Haberstroh und Kai Mönnich, uraufgeführt  im Gutenberg-Museum zu Mainz Mit Live-Hörspiel verbindet man immer noch Orson Welles CBS-Live-Thriller Krieg der Welten. Die Ansprüche an das heutige Hörspiel schienen lange Zeit unabhängig vom Genre in Anspruch und Produktionsweise…

MMPM

Titelblatt der Minipressen-Messe Zeitung von 1993. Gedruckt und auch vertrieben in einer unglaublichen Auflagenhöhe von 500.000 Exemplaren. Durch gut bezahlte Anzeigen unter anderem vom Eichborn-Verlag, dem Mainzer Hermann Schmidt-Verlag und der Arno Schmidt-Stiftung wurden die Druckkosten finanziert. Die wunderschönen und…

Erklærungsmuster

fuer unsere Freunde, die Typomanen   Hack\Ordnung auf der Schreib/Maschine = Buch\Starben Zahlen & Zeichen bohren sich durch das getrænkte Farb band in das Werk\ Druck/Papier mit Kenn\Worten & einem kristallklaren Erfassungsprofil:   offene Textfragmente & bruechig formulierte Zeitbefragungsspiele schwankend…

Eine Erinnerung an Alfred Gesswein

  Der Alfred ist schon lange tot. Aber ich erinnere mich noch sehr gut an ihn und an Gemeinsames. Wir sind immer im Rahmen von Podium-Veranstaltungen zusammengetroffen, seit etwa 1980. Und wir sind nachher oft in einem Restaurant oder Wirtshaus…

Ana

  es gibt keine richtigen und keine falschen wortefür etwas das unaussprechlich istes gibt kein richtiges und falsches verhaltenfür das was unbegreiflich bleibt ANA ist tot die einen zeigen schmerzindem sie weinen und schreiendie anderen zeigen verlustindemsie keine worte finden…

Zeichnung auf Karton

  Weiterführend → Eine  Würdigung von Jürgen Diehl finden Sie hier. Hören Sie auch die Hommage an Jürgen Diehl auf MetaPhon.

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ein Lied ist eine Traurigkeit spitzbübisch die Morgenlichter wenn eine Stille als Luft die andere umzieht: Rahmen des Winds *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie…

Gassenhauer

  Alles ist wie frueher & nichts ist wie es war es ist nicht so wie es zu sein scheint aber es ist auch nicht anders   Alles wird gut gewesen sein nichts bleibt, was war kommt & geht auch…

Headbanger & Bambule

Ein weiteres KRASH-Produkt ist die Gossenheft-Reihe, noch eine wunderbare Fälschung: „Die Leute denken, es ist Jerry Cotton, und merken dann, daß man ihnen Literatur angedreht hat.” (Aktuelle Stunde, WDR) ­ darunter merkwürdige Kompilationen wie Quarktaschen & Pißstengel oder Headbanger &…

o.t.

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Kleine Notizen V

  Einen Rucksack lang auf dem Sonnenbrand zu tragen hat auch seine Reize.       *** Weiterführend → Bestand die Modernität des Aphorismus bisher in der Operativität, so entspricht diese literarische Form im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Denkgenauigkeit…

Eine Erinnerung an Viktor Matejka

  Wir gingen auf einem langen roten Teppich die vielen Stufen hinauf zum Festsaal im Wiener Rathaus. Irgendeine Festivität fand dort statt und der ehemalige (kommunistische) Kulturstadtrat Dr. Viktor Matejka war dazu eingeladen. Wie so oft rief er mich an…

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manchmal reißt Papier Löcher schneidet Wasser komm mach mir Angst und gib mir meine Fragen wieder zurück *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben…

Auf die Geburt eines Kindes

  Wie wird des Himmels Vater schauen Mit Freude das erwachsne Kind, Gehend auf blumenreichen Auen, Mit andern, welche lieb ihm sind. Indessen freue dich des Lebens, Aus einer guten Seele kommt Die Schönheit herrlichen Bestrebens, Göttlicher Grund dir mehr…

Mit dem Mund denken

    Wir leiden unter einer Deformation des Wohlstands & einer unerfuellten Sehnsucht nach dem grossen Sinn & Unsinn des Lebens   haben das deutliche Gefuehl einer unerreichbaren Wirklichkeit & schweigen lauthals an einander vorbei…   die ungezuegelte Zung‘ tastet…

Mondsüchtig

Es gibt Künstler, die verkörpern in ihrem Werk die Vergänglichkeit allen menschlichen Strebens. Der in Düsseldorf lebende Dirk Weißhuhn gehört zu ihnen. Als Zeichner versteht er sich darauf, den menschlichen Körper in eine symbolische Ordnung zu überführen, ohne die obszönen…