Monat: August 2011

Einsicht

  Mit der Einsicht steigt die Zuversicht.       Weiterführend → Die von Farben und Tönen bestimmte ungebundene und rhythmische Lyrik machte Dauthendey zu einem der bedeutendsten Vertreter des Impressionismus in Deutschland. Seine Werke sind bestimmt von der Liebe…

Alles ist möglich

  Möglich so auch die halb volle Tasse. Möglich der Becher noch warm von der Milch.   *** Ein Ausblick auf die Reihe: Gedankenstriche von Joanna Lisiak. Weiterführend → Die Werkstatt des kreativen Denkens betrachtet Holger Benkel in einem Rezensionessay.…

Lebenslang in der Fremde

  Seit fünfundzwanzig Jahren lebt die persische Dichterin Nahid Bagheri-Goldschmied in der Fremde, in Österreich, im Exil. Geboren am 22.6.1957 in Teheran als Tochter eines Unternehmers verließ sie nach dem Studium der persischen und arabischen Sprache und der damit verbundenen…

Weltanschauungskatze

  An der physikalischen Weltanschauungskatze hänge ich, da die Quantenmechanik viel mit meiner Lebensanschauung zu tun hat, sowohl die Wahrscheinlichkeitsrechnung mit ihrer Mixtur aus Zufall und Notwendigkeit (Jacques Monod) als auch die Austauschbarkeit oder das gleichzeitige Vorhandensein von Materie und Idee…

Ein verbrecher oder ein degenerierter

  Der moderne mensch, der sich tätowiert, ist ein verbrecher oder ein degenerierter. Es gibt gefängnisse, in denen achtzig prozent der häftlinge tätowierungen aufweisen. Die tätowierten, die nicht in haft sind, sind latente verbrecher oder degenerierte aristokraten. wenn ein tätowierter…

Copien

  Nicht selten begegnet man Copien bedeutender Menschen; und den Meisten gefallen, wie bei Gemälden, so auch hier, die Copien besser als die Originale.     *** Friedrich Nietzsche ist ein Meister des Cynismus. Oft leisten seine Texte viel mehr:…

Unser armer Individualismus

  Im Unterschied zu den Nordamerikanern und fast allen Europäern identifiziert sich der Argentinier nicht mit dem Staat.     *** Der in der Schwebe gelassene Sinn, die Produktion von Ambiguität – was für Roland Barthes Brecht im Theater geleistet…

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Tiefe ist Abgrund und Wiese bitte spar mir doch noch dieses letzte Rund auf zu Hause und da hinwollen aber wo, wo *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach,…

kein unmensch

er kam vollkommen harmlos daher der frühjahrsregen längst genug für pfützen um darin unmenschen widerzuspiegeln sie lieben mozart und haben für ihr alter eine wunderschöne handschrift in ihren charakterköpfen bleiben ihnen nur verborgen dass sie viel zu verbergen haben  …

Seltsamer Attraktor • Über Physik & Poesie

Allgemeine Relativität Die moderne Physik übt auf eine Reihe von Dichtern eine starke Anziehung aus. Das zeigt sich zum Beispiel an den Titeln mancher Gedichte von Raoul Schrott: Albert Einstein – Allgemeine Relativität oder Niels Bohr – Korrespondenzprinzip. Hans Magnus…

Denkgitter

Denise Steger versucht einer fragmentierten Welt eine neue Struktur durch Denkgitter geben. Die Flut der Bilder, die das Internetzeitalter bestimmt: Verkleinerungen und die dem entsprechende Vermehrung optischer Reize sowie die Schnelligkeit der Bildübermittlung erfordern ein neues Sehen und ein anderes…

Glashaus

  Das Leben der Anderen ist nur deshalb so interessant, weil wir dummerweise glauben, es berge Geheimnisse.     *** Von Herrn Nipp waren auf KUNO zwischen 1989 und 1994 Aperçus, Bonmots, und Sentenzen zu lesen. Eine Vorform der Twitteratur.…

Globales Ghetto

  mit dem Riecher Witterung auf nehmen durch Xylol an geregt zwischen Daumen & Zeige finger feines Haar bauschiger Pinsel Spuren der Gedanken ziehen Linien ueber das Blatt tuschetriefend schwarze Buch staben auf grundierte Leinwand ueber tragen mit Farben an…

Franz Kafka, tschechischer Klassiker

Jede Zeit, jede Generation, jede Gruppierung im intellektuellen Kräftefeld hatte und hat ihren eigenen Kafka“, denn „Literaturwissenschaftler stehen in der Kulturindustrie nicht weniger unter Innovations- und Profilierungsdruck als die Fahrzeugkonstrukteure in der Automobilindustrie“. Thomas Anz Sprechen wir hier von einem…

Was nützlich ist und was ehrlich

  Ich habe oft meinen eigenen Ärger darüber gehabt, wenn ich so gesehen, daß Richter durch List oder vorgespiegelte Hoffnung von Gnade und Verzeihung den Verbrecher verleiteten, seine Tat zu bekennen, und dabei allerlei unverschämte Tücke anwendeten. Es würde der…

GALANTERIEWAREN

    Unvergleichliche Sprache des Totenkopfes: völlige Ausdruckslosigkeit – das Schwarz seiner Augenhöhlen – vereint er mit wildestem Ausdruck – den grinsenden Zahnreihen. Einer, der sich verlassen glaubt, liest und es schmerzt ihn, daß die Seite, die er umschlagen will,…

Vogelflug

  Hunderter Flügel ruhiger Schlag,stetig, ohne Zaudern, einer Richtung folgendund einer dieser Vögel ist mein Leben. Eine Umkehr? Erst im nächsten.Jäger, Strom und Fallensteller auf der langen Reise,Gefährten, Lieben, Glück und Kämpfe ebenso.Die Träume werden kleiner im Verlauf des Flugesund…

50. Jahrestag des Mauerbaus

Ich verstehe Ihre Frage so, daß es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, daß wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? …  Mir ist nicht bekannt, daß eine solche Absicht besteht, da sich die…

Gelassenheit

  Der Künstler muß mit Gelassenheit arbeiten; zu viel Teilnahme verdirbt das Werk.     *** Henry David Thoreau gilt als Schriftsteller auch in formaler Hinsicht als eine der markantesten Gestalten der klassischen amerikanischen Literatur. Eine Einführung in Leben und…

Ballgewohnheit

  Die als Toppspiel angekündigte Fußballbegegnung hatte an diesem Donnerstag viele Menschen ins Provinzstadion gelockt, es ging immerhin um eine Meisterschaft oder einen Pokal, es ging letztlich auch um viel Geld und den Einzug in einen weiteren Pokalwettbewerb, der dann…

hexenmeister

  haben die hexenmeister ihn ihrem willen unterworfen / ihm den glauben entzogen ihn herabgestoßen / in die unentschlossenheit zwischen kälte und wärme / warum verstellen sie seinen weg / woher kommen sie und warum jetzt / womit hat er…

Ohrenzwinkern

Der Rundfunk hat die Literatur zu einem stummen Gebiet gemacht. Alfred Döblin, 1921 A.J. Weigoni erlag der Faszination des Mediums Radio in seinen Kindertagen, als der Rundfunk zu einem Zauberinstrument des Wortes wurde, zur akustischen Probebühne der Poesie, zum Atem…

verbannt

geh halt los zwischen himmel erde hölle durch arm mut gehemmt schämen haft bar wieder unerreicht uneindeutig hinter masken ist immer auch vor der maske verlegen gelacht hast du im peinlicht mit durch gedrehter schreckschraube ohne mutter ein fall tiefe…

Zum Augenblicke dürft‘ ich sagen: Verweile doch, du bist so schön!

In der Zukunft wird jeder für 15 Minuten berühmt sein. Andy Warhol Wenn Andy Warhol wüßte, was aus seinen „15 Minuten Weltruhm“ geworden ist, er hätte seit zehn Jahre die Videoplattform Youtube aboniert. Die Sehnsucht nach Ruhm ist groß, 300…

Leben

  Was einmal den Philosophen Leben hieß, ist zur Sphäre des Privaten und dann bloß noch des Konsums geworden, die als Anhang des materiellen Produktionsprozesses, ohne Autonomie und ohne eigene Substanz, mitgeschleift wird. Wer die Wahrheit übers unmittelbare Leben erfahren…

Schicksalhaftigkeit

  Die Behauptung, man habe etwas nicht gewollt, entspringt dem Wunsch, sich zu schützen. Der Vorwurf aber, das Getane sei eine Schuld, entspringt der Einsicht, dass der Mensch vorbestimmt sei.     *** Von Herrn Nipp waren auf KUNO zwischen…

Party

  stundenlang offenemünder gedrückte gläser aufden zungen entfaltet sichredseliges der wein die fröschequacken fernab in denfeuchtgebieten verirrtemücken sterben nachdem letzten stich derhausherr räumt mit einembreiten gähnen schnellden abend die katzehockt im schattenfinsterer rosen undvergleicht für allefälle mal dieschärfe ihrerkrallen  …

Isoliert

    Isoliert zu sein, gehört zur Definition des Menschseins – wenn auch nur selten zum Bewusstsein. Jeder ist, seiner Anlage nach, vor allem einsam, selbst wenn er es achtzig Jahre lang nicht gemerkt hat.   Ludwig Marcuse    …

Version zwei

  Meine Gedanken vernetzt, nicht geerdet, notverschlossen, ausgesteuert, gegeneinander getrieben von Werbepanzern. Diese Gedanken Noch einmal gegeneinander geschossen, noch kindheitsbeatmet, noch atemlos noch unkaputtbar, weil reißfestes Gedächtnis. Vernimm im Hörschatten unartikuliert Rufe nach einer Sprache, die tanzt. Stattdessen Schreisalven. Blickgesten…