Monat: Januar 2008

Temporäres schwarzes Loch

  Ein Mann saß nachmittags regelmäßig in einem kleinen Café und staunte. Gegenüber dem Lokal befand sich eine Glastüre, durch die zahlreiche Frauen hineingingen und nicht mehr herauskamen. Beziehungsweise kamen sie heraus, aber erst nach Stunden und mit Taschen in…

KLEINES CHANSON

  In diesem kleinen Chanson hängt ein Mann am Plafond. Wie kommt in einem Song ein Mann an den Plafond? Er hängt wegen des Reimes dort. Aus dichterischen Zwängen ist es für ihn der beste Ort. Drum lassen wir ihn…

Jung und Jung

  Als junger, im November 2000 gegründeter Verlag arrivierte Dichter wie Alfred Kolleritsch oder Peter Waterhouse zum Auftakt präsentieren zu können, das zeugt von weitreichenden Verbindungen eines Verlegers. Beide Autoren gehören mit ihren lyrischen und poetologischen bzw. editorischen Erzeugnissen zu…

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

  Auf der Einmaligkeit des Holocausts bestehen heißt vor allem: die Möglichkeit von Universalgeschichte und Universalmoral und das Konzept der historischen Wahrheit verteidigen, das im Zeitalter des Relativismus wichtiger ist als je zuvor. Alan Posener       Der Tag…

Dem Leben und der Kunst entsprechen

  Den Begriff Genie gibt es seit ungefähr 500 Jahren, als es im Zuge der Aufklärung möglich wurde, den Menschen als eigenständiges, schöpferisches Wesen zu empfinden. So entstand das erste Selfie, Dürers Selbstbildnis im Pelzrock. Seither hat es viele Missverständnisse…

Ein Zimmer für sich allein

    „Eine Frau muss Geld und ein eigenes Zimmer haben, um schreiben zu können.“ Virginia Woolf     Ein Zimmer für sich allein (im Original: A Room of One’s Own) ist ein 1929 erschienener Essay der britischen Schriftstellerin Virginia…

Mauerbiotop

  An der kilometerlangen Mauer aus Richtung Porto Venere in Richtung La Spezia entlang spaziert. Kein Buergersteig, manchmal fahren die Autos kriminell eng an ihm vorbei. Zuweilen ist er schon von gewisser Aengstlichkeit, ertappt sich dabei, hastig in die Buesche…

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aufgeblasen die Bäuche in der westlichen der Welt wie Depression / dennoch: es gibt für dich nur 1 Leben zu holen: deins solang ein Atem noch die Scheibe erreicht entwerfen Worte Gedanken bitte schaff mir kein Denkmal misch ich mich…

Vergeltung

  Hab hinter deinem trüben Grimm geschmachtet, Und der Tod hat in meiner Seele genachtet Und fraß meine Lenze. Da kam ein Augenblick, Ein spielender, jauchzender Augenblick Und tanzte mit mir ins Leben zurück Bis zur Grenze. Aber das Netz…

Klarsicht

  legt sie sich auf die Seite lauscht sie ihrem Puls gleichmäßig schlagen eine vernachlässigte Erfahrung sobald das Pochen aussetzt wird man dem Endgültigen mit der gewohnten Unwissenheit fragend gegenüberstehn       *** Dichtungsring Nr. 36/2008 (Körper) Weiterführend → Ulrich…

AufReizend læssiges Selbstportrait

    Luft holen & durch ge zackte Vokale bramabasieren lautmalend zur Sprache finden mittels verstændiger Worte verstændlich sein mit Literatur Welt nicht abbilden sondern neu vermessen das Gewœhnliche im Ungewœhnlichen suchen dem Banalen das Schœne abringen Worte er/finden die…

Porträt des Hungertuchpreisträgers A.J. Weigoni

  Im digitalen Zeitalter geht der Schrift der Sinn und damit die Sinnlichkeit immer mehr verloren; so scheint es. A.J. Weigoni bewegt sich in der Intermedialität von Musik und Dichtung, und sucht mit atmosphärischem Verständnis die Poesie im ältesten Literaturclip,…

An meine Kritiker

  Meine Kritiker, die mich leicht finden, haben keine Ahnung, wieviel Fleiß ich in meine Faulheit investiere, um leicht zu sein.     Weiterführend → Das erste Fazit von Ulrich Bergmann zur Twitteratur sieht eher skeptisch aus. Dennoch stellt er…

Recycle the future

  Einen Remix zu basteln ist in der Popmusik gang und gebe. Stephan Flommersfeld hat das Selbe mit der Letternmusik von Weigoni gemacht. Die Fertigstellung seines Remix’ ist gebunden an den Umstand, daß das Ganze wiederum „Sinn“ macht, das unterscheidet…

Haupt

    Die Grundlage für die Photoarbeiten bilden Schnappschüsse von Gebäudeteilen. Digital bearbeitet verwandeln sich die Motive in absurde Architekturen, deren Reiz in der skulpturalen Neuformulierung des real Vorgegebenen liegt. Die Titel der Arbeiten weisen auf die Straße hin, in…

Keine Zeit für Trips

    Dieses Leben im Osten unserer Erde mit seiner Weisheit, dieser hektische Westen mit seinem aufgerissenen, rausch-verzogenen Mund, wie sich diese Hemisphären miteinander verbinden, wie sie einander durchdringen, um sich zu einem messianischen Zeitalter zu vereinigen.     ***…

Ihr Atem hieß: Jetzt!

Ich schreibe mich ins Nichts es wird mich ewig aufbewahren    * Vor 20 Jahren starb Rose Ausländer in Düsseldorf. Um dem Erinnern an diese Lyrikerin in Düsseldorf einen Ort zu geben, wünschen wir uns, dass ein Teil des Nordparks…

Machen

  Die alte Musik vom letzten Jahr. Was haben wir erlebt, was haben wir gemacht. Die alten Sprüche, vom letzten Jahr, alles war ein Abenteuer, alles war neu.         Bereits nachdem Jack Dorsey den ersten Tweet am…

Der schnellste Weg

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…