Monat: Dezember 2010

countdown

sonett in dem es nicht regnetsonett aus dem es nicht schneitsonett in dem niemand begegnetder swonnigen wirklichkeit sonett ohne blick in die fernesonett taublind ohne licht(verse – verfaßte euch gerneals gutegeistergedicht) sonett ohne beben und schwebenkein kanariengrüner reflexnein – gar…

Sprache

  Das Menschlichste, was wir haben, ist doch die Sprache.           Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur. → Lesenwert auch der Der Essay Unsere lyrische und epische Poesie seit 1848  

Brautschau

  »Ehj Vater, hast du das gelesen?«, erkundigt sich Steffen, ob seinem Vater die Realität als Prüfstand abhanden gekommen ist. »Was denn?«, wendet sich Heiner Zelmer bei der Frühstückslektüre über die Zeitung hinweg seinem Sohn zu. Er fragt sich, ob…

Ein Weihnachtsengel

Mit den Tannenbäumen begann es. Eines Morgens, als wir zur Schule gingen, hafteten an den Straßenecken die grünen Siegel, die die Stadt wie ein großes Weihnachtspaket an hundert Ecken und Kanten zu sichern schienen. Dann barst sie eines schönen Tages…

Kopie

  Alles beliebig oft Kopierbare fasziniert uns, weil sich die Kopie verwandelt und damit gleichzeitig das Original.     *** Von Herrn Nipp waren auf KUNO zwischen 1989 und 1994 Aperçus, Bonmots, und Sentenzen zu lesen. Eine Vorform der Twitteratur.…

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  der kahlrasierte schädel auf/ geknackt wie wassermelone on the road     *** binnen von Sophie Reyer, Leykam Verlag, 2010. Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach,…

Zeitmitte

  Zeitmitte: Ich bin noch in der goldenen Aue zwischen zwei Gebirgen, die Aue kommt mir sehr breit vor, ich durchquere sie diagonal, einem zweiten Gipfelmeer entgegen.     *** Weiterführend → Das erste Fazit von Ulrich Bergmann zur Twitteratur viel…

Suchtiefe

für Raymond Roussel   Lauter währt, wenn dich Stil verfehlt, Leere.   Laut, er wehrt: wendig, still verfällt Lehre.       Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt…

Fräulein Nietzsche

  Einige Analphabeten der Nazis, die wohl deshalb unter die Hitlerschen Schriftgelehrten aufgenommen worden sind, weil sie einmal einem politischen Gegner mit dem Telephonbuch auf den Kopf gehauen haben, nehmen Nietzsche heute als den ihren in Anspruch. Wer kann ihn…

Jazz ist nicht tot

Jazz ist nicht tot, er riecht nur angestaubt. Frank Zappa   Weiterführend →   Bestand die Modernität des Aphorismus bisher in der Operativität, so entspricht diese literarische Form im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Denkgenauigkeit der Spätmoderne. Es ist Twitteratur.…

Urschleim

  Schwerelos im Wasser treiben / Spuren = die nirgendwo hinführen         Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.  

BAUSTELLE

  Pedantisch über Herstellung von Gegenständen – Anschauungsmitteln, Spielzeug oder Büchern – die sich für Kinder eignen sollen, zu grübeln, ist töricht. Seit der Aufklärung ist das eine der muffigsten Spekulationen der Pädagogen. Ihre Vergaffung in Psychologie hindert sie zu…

Leben in Möglichkeitsfloskeln XXII

Ist es nicht merkwürdig: Erst wenn man keine Chance mehr hat, tut man, was man schon immer wollte.   Weiterfühend → Lesen Sie auch den Nachruf über Peter Meilchens Lebenswerk und den Essay 50 Jahre Krumscheid / Meilchen über die Retrospektive im Kunstverein…

Aphorismen und Fragmente

    Es sind in Deutschland die Theologen, die dem lieben Gott ein Ende machen –  verraten wird man nur von seinen Freunden.     Heinrich Heine gilt als als Überwinder der Romantik. Er machte die Alltagssprache lyrikfähig, erhob das…

Laik Wörtschel – ein Künstler der Stille

Bereits im Jahr 1999 wird er das erste Mal voller Erstaunen in einem Artikel des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung benannt, in welchem über die Kunst des zukünftigen Jahrtausends breit spekuliert wurde. „Eine radikal zurückgezogene Position des Versteckens in der Öffentlichkeit…

Ein alter Tibetteppich

    Deine Seele, die die meine liebet Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet   Strahl in Strahl, verliebte Farben, Sterne, die sich himmellang umwarben.   Unsere Füsse ruhen auf der Kostbarkeit Maschentausendabertausendweit.   Süsser Lamasohn auf Moschuspflanzentron Wie lange…

Angelika Janz und das Barackenleben

Wir müssen uns gegenseitig unsere Geschichten erzählen. Um Texte wie die von Angelika Janz – ich meine nicht die Lyrik, die ich sehr schätze, sondern ihre halb essayistische oder essayistische Prosa in Texten wie Barackenleben, Die Implodierten oder In Scheindemokratien…

Alle schlecht geschlafen

  Eine große Beschwerdewelle morgens im Raum schwappt zwischen ihnen hindurch. Müde geriebene Gesichter, Maulwurfsäuglein, niemand hatte vergangene Nacht richtig schlafen können, viele waren aufgewacht, hatten gefühlte Stunden lang wach im Bett gelegen und an die Decke gestarrt. Da drängt…

Gedankenstrich

  Sich die Frage stellen, worüber man noch nicht nachgedacht hat.     *** Eine Vorschau auf das Projekt: Gedankenstriche von Joanna Lisiak Weiterführend → Lesen Sie auch das Porträt der Autorin und das Kollegengespräch zwischen Sebastian Schmidt und Joanna…