Kategorie: Allgemein

ALEXONETTCHE

  Lieg zum simsasonettieren lieber auf der sommerpritsche Sitze lieber lieb A Nitsche auf der hitsche  Wir verlieren   hier mit glattgeschälter flitsche der der gummi fehlt  Die nieren leeren sich bei allen tieren Jaulen laß die sonsofbitche   laß…

Kleines Bild letzter Stunden

  Ein Wort wandert durch den noch undefinierten Raum. Es ist ein Wort, das diesen Raum für dein Leben erst möglich macht., solange ihn weder Geruch, Ausdehnung noch Farbe gefunden haben. Einer Gegend des Raumes entströmt Atem. Gedrängter verdichteter Leib,…

Notturno

  Der ausschwingende Klöppel in der Kirchturmuhr schlägt eisern zu. Metall auf Metall. Nachhall scheppert durch hohle Gassen. Es ist null Uhr. Geisterstunde. Florin liegt in Embryostellung auf seinem Bett. Wälzt sich unruhig umher. Findet die nötige Bettschwere nicht. Der…

Die totale Erinnerung

Paul Verhoeven entfesselt ein Effektspektakel mit philosophischem Hintersinn – nach der Story ‚Erinnerungen en gros‘ von Philip K. Dick. Fazit: Ganz großes Effekt-Kino. Cinema Der Bauarbeiter Douglas Quaid führt im Jahr 2084 ein befriedigendes, aber wenig ereignisreiches Leben mit seiner…

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während noch Mauern blau werden der Himmel leicht auf sie abfärbt: ich bin schon vom Lied das Ende *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch…

Erkenntnis Stau

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Passat

    von oben herunter angeweht bei jeder Verænderung in der Atmosphære erklingt die diatonische Tonleiter eingehender…   in Ankuenftigung des befreiten Atems ein Zeichen der Authenticitæt erwarten kristallisierte Formen der Habitualitæten & gesellschaftlichen Rollenvorgaben ablehen   Homogramme fuehren zu…

Unverblüth, der grüne Heinrich

Durchdringung des Erzählerischen und des Dichterischen – der wesentliche Zuwachs, den dem Deutschen die nachromantische Epoche gebracht hat – ist in Kellers beschreibender Prosa am vollsten verwirklicht Nach langer Pause ist nun wieder ein Band der großen kritischen, von Jonas…

Mein Gedanke

  Mein Gedanke ist ein Teil von der Bedeutung der Welt, und also gebrauche ich einen Teil der Welt als Symbol, um meine Gedanken auszudrücken.       *** Henry David Thoreau gilt als Schriftsteller auch in formaler Hinsicht als…

Vor dem Endspielpfiff

    Mit Null beginnt es und mit Null ist Ende.   Ans Ende beißt sich, wer die Null benagt. Der Nullen Notstand schafft sich Außenstände, der Nullen Lösung wieder ist gefragt.   Mich fremdet, lullen uns die Gründe der…

Vor dem Gesetz

  Vor dem Gesetz steht ein Türhüter. Zu diesem Türhüter kommt ein Mann vom Lande und bittet um Eintritt in das Gesetz. Aber der Türhüter sagt, daß er ihm jetzt den Eintritt nicht gewähren könne. Der Mann überlegt und fragt…

Helgoland, den 1. Julius 1830

  Ich selber bin dieses Guerillakrieges müde und sehne mich nach Ruhe, wenigstens nach einem Zustand, wo ich mich meinen natürlichen Neigungen, meiner träumerischen Art und Weise, meinem phantastischen Sinnen und Grübeln ganz fessellos hingeben kann. Welche Ironie des Geschickes,…

Textbild

  Weiterführend →  Holger Benkel stellt auf KUNO das „Lyrik Heft 27“, von Hans-Ulrich Prautzsch vor. KUNO widmet dem Gedicht auch in diesem Jahr den genauen Blick, das aufmerksame, geduldige, ins Denken gedrehte Lesen und Wiederlesen, dies bezeugte auch der…

Ein genialischer Stadtstreicher und Punkpoet

Matthias BAADER Holst legte sich nach dem Berliner Dadaisten Johannes Baader den Namen BAADER zu, den er stets in Versalien schrieb. Ab 1984 hielt er Lesungen und Aktionen mit Peter Winzer und Heiko Beige ab. 1988 folgte der Umzug nach…

Spurensuche

  Das Gewöhnliche ist eine abgestempelte Fahrkarte, die in einem sauber gefegten Rinnstein liegt und unaufhaltsam in den nächsten Gulli gespült wird. Begeben wir uns auf die Suche nach dem gewöhnlichen Menschen, der diese Fahrkarte gelöst hat. Zuvörderst gilt es,…

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Sonne auf der Haut Wühlt den Kopf auf der Rest der Natur liebt grausam bis dass *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch das schreibende…

O.T.

  ab und zu Freude kein Abtun Wende offener Wunden Frösteln daß ein Schandmal Souvenir werde Alp        und zu Schauer trennt ein Brocken Angst daß ein Glied Alp        und zu Bruch wirf nicht fang die Lehre vom Leid…

AUS EINEM DORF IN NICARAGUA

  Mit sandinos guerilleros die ins dorf nach Salvador zu den campesinos fahren mit den kämpfern die da fahren nimmt das dorf sich etwas vor   Denn die männer auf den wagen haben ihr gesicht gesehn in den schriften die…

Damals, als die Umwelt noch Natur hieß

  der Himmel ist wie Beton heute er kotzt Sæure aus Romantiker sagen: Regen zu dieser angewandten Meteorologie     *** Wiederbeatmung, Gedichte von A.J. Weigoni, Edition Das Labor, Bad Mülheim. remastered 2017 (Nur im Schuber erhältlich) Weiterführend → Jeder Band aus…

Zorn

Zum Uranos-Mythos.   Der Titan Uranos löst sich von seinem Vater Kronos, der seiner Frau, Gaia, den Unterleib zunähte, damit Uranos und seine Brüder nicht geboren werden; das scheitert, und Uranos rächt sich an seinem Vater, indem er ihm das…

Krypta

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Eine Erinnerung an György Sebestyén

  Ein anderer, ebenso viel zu früh verstorbener Freund war der ungarisch-österreichische, aus einer katholisch-jüdischen Familie stammende Schriftsteller, Kulturjournalist, Chefredakteur und ehemalige Präsident des Österreichischen P.E.N.-Clubs György Sebestyén. Er hatte Ethnologie studiert. Nach der von der Sowjetarmee niedergeschlagenen Ungarn-Revolution von…

Geburtstagsgeschenk

  Die ersten Sonnenstrahlen bringen den Tau zum Schmelzen. Nebelschwaden steigen auf. Umhüllen eine Reihenhaussiedlung am Stadtrand. Die Stille erinnert hier an ein Totenhaus. Als würde man einmal pro Woche lebendig zu Grabe getragen. Maria schleicht durch den Vorgarten. Legt…

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Wenn ein Morgen ins Fenster blinzelt gäbs Unschuld riecht nichts stärker als Licht und Glück macht Zerspringen also üb es besser nicht *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach,…

ein wagnis

    Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer…

Seelenschlachtenpanorama

im Grossstadtdschungel   Tiger mit Neonblicken Schlangengerueste Elefanten aus Beton dazwischen Ameisen auf dem Weg zum Bau   sinnlose Safari durch das Verkehrsleitsystem der konsumgetriebenen Wachstumsorientierung verloren an das Einerlei der Seelen im Irgendwo der Stædte   keine Ungeheuer in…

Substance

Abzüglich des schnellen, verzerrten Punksounds klang die Musik karg und schlicht. Hooks Bass transportiert die Melodie, Sumners Gitarre lässt Lücken, statt den Mix mit dichten Riffs aufzufüllen, und das Schlagzeug von Steve Morris scheint den Rand eines Kraters nachzuzeichnen. Curtis…

Couplet

  Bladdy Groth War ein Mädchen von zartem Geblüt, Bladdy Groth, Bladdy Groth ist tot. Bladdy Groth war ein Mädchen von keuschem Geblüt Und sie hat doch für viele Männer geglüht Und keiner hat sich umsonst gemüht Bladdy Groth, Bladdy…

Kriegsgefangene

  Ein verschwommenes Erinnerungsbild: Wir gehen hinaus zum Turnsaal, der am Rande des Ortes steht. Dort sollen russische Kriegsgefangene sein; ob für länger oder nur kurz als in einem Übergangsquartier untergebracht, wissen wir nicht. Tatsächlich sind viele Männer, sehr schlecht…

BAROCKFABRIK AACHEN

  Ein knäuel aus kompromissen vom schleimbeutel CDU Sie haben sich vollgeschissen und grinsen wie sieger dazu Das pack wie die schmierigen tauben im park verblödet von gift Das hängt da in hechelnden trauben mit schals und koksversifft und stronzend*…

Regenbogen

  Ich glaube, der Gelehrte (und mit ihm die Mehrzahl der Menschen) irrt mit der Annahme, daß wir einem eindrucksvollen Naturphaenomen unsere Aufmerksamkeit in der Art zuwenden, als wäre es etwas von uns ganz Unabhängiges, und nicht so, wie es…

Viel Lärmen um Nichts

Wenn wir Schatten euch beleidigt, O so glaubt – und wohl verteidigt Sind wir dann –, ihr alle schier Habet nur geschlummert hier Und geschaut in Nachtgesichten Eures eignen Hirnes Dichten. Shakespeares Sommernachtstraum   »Wem gehört der prächtige Palast dort…

Landschaft

kaum weiß ich noch da ich steige im see wie die haut mich von mir nahm nach der wonne des brandes im licht schweben vorüber die mäuler der fische halt ich den moment nie lange die luft später an land…

Wie entstand die Maifeier?

  Der befreiende Gedanke, einen proletarischen Feiertag als Mittel zum Erlangen des achtstündigen Arbeitstages einzuführen, entstand zum erstenmal in Australien. Die dortigen Arbeiter beschlossen schon im Jahre 1856, einen Tag völliger Arbeitsruhe zu veranstalten, verbunden mit Versammlungen und Vergnügungen, als…

Kleine Notizen II

  Die hintere Tür eines weißen Fiattransporters öffnet sich. In dem entstehenden Leerraum erscheint ein spindeldürrer Glatzkopf in komplett weißer Kleidung. Er lächelt sein Mama Mia in den Morgen, gleich wird er sich nach dem Frühstück auf sein Rad schwingen,…

Vom Feinsten

  Willbert Neumann hat ein Leichenschauhaus besucht, um zu recherchieren. Jeder angehende Arzt muss Körper auseinander nehmen und die inneren Organe studieren, niemand findet das anstössig. In der Pathologie bekommt er ein anderes Bewusstsein für Menschen. Sein Interesse ist nicht…

Sinnfinsternis

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Zeichnung auf Papier

  *** Weiterführend → Eine  Würdigung von Jürgen Diehl finden Sie hier. Hören Sie auch die Hommage an Jürgen Diehl auf MetaPhon.

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Wenn ein Morgen ins Fenster blinzelt gäbs Unschuld riecht nichts stärker als Licht und Glück macht Zerspringen also üb es besser nicht *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach,…

Nagender Erkenntnishunger

  die Absurditæt des Daseins & ein zerrissenes Inneres in einem gespaltenen Land ausloten   in einem Trœdelladen aus Begreif– & Unbegreifbarem kommt die Eigenwirklichkeit neu zum Schwingen   was man selbst nicht ist braucht die Vorstellung des Gegebnuebers von…

Ecce Eco!

Ein paar Nach(t)gedanken zu Umberto Ecos Roman des Romans des Romans   1 Eco hält seine Semiose „Der Name der Rose“ für sein wichtigstes Buch. Ich auch. 2 Mosaiksteine meiner Bewunderung dieses Romans sind die Verweise auf Ludwig Wittgensteins Tractatus…

Der nonkonformistische Geist der Rabenpresse

Victor Otto Stomps, 72. Der Knittel-Poet, Fabel-Dichter und Verleger ohne Mehrwert (so sein Autor Horst Bingel), als VauO unter Deutschlands Literaten längst legendär, hat fast ein halbes Jahrhundert lang in seinen Kleinverlagen (Rabenpresse, Eremiten-Presse, Neue Rabenpresse) junge Talente, von Günter…

The Case of Mr. Spalt

Auf KUNO stehen wir auf den Schultern von Giganten. Manche erweisen sich bei näherem Hinsehen als Tur Tur, dem Scheinriesen aus Jim Knopf, je näher man ihnen kommt, desto kleiner wird er.   Manche Künstler werden größer, wenn man sich…

Hermann Prembella, der Kampfdichter

  Wirklich gesehen hat ihn anscheinend niemand. Doch seit fast dreißig Jahren geistert der Name Hermann Prembella durch Kölns literarische Szene. Doch ist Prembella eigentlich Prembella?, fragte noch vor Jahresfrist ein besorgter Rezensent. Obwohl über den legendären Offoff-Poeten zahlreiche Anekdoten…

Migropolis

  Katerstimmung. Trübe Lider. Tränensäcke. Das eingefallene Gesicht im Spiegel zeigt sein Feindbild. Je genauer er hinsieht, desto grösser werden die Details und die Konturen seines Ichs verschwinden. Jeden Morgen stellt er dem Mann im Spiegel die gleiche Frage. Schneidet…

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starr aufgerichtet der Neid steht angespannt in Bauchmitte sagt immer lauter: Ich ich ich Widerhaken selbst gesuchtes Unglück: Eifersucht *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben…

wiederum

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Wenn aus der Ferne …

  Wenn aus der Ferne, da wir geschieden sind, Wenn aus der Ferne, da wir geschieden sind, Ich dir noch kennbar bin, die Vergangenheit, O du Theilhaber meiner Leiden! Einiges Gute bezeichnen dir kann, So sage, wie erwartet die Freundin…

Litfaszliteratur

    Weiterführend → Verbunden waren sich die Artisten durch ihre Arbeit an Künstlerbüchern. Vertiefend dazu das Kollegengespräch mit Haimo Hieronymus über Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier. → Jeder Band aus dem Schuber von A.J. Weigoni ist ein Sammlerobjekt.…

Das 116. Athenäums-Fragment

  Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie. Ihre Bestimmung ist nicht bloß, alle getrennte Gattungen der Poesie wieder zu vereinigen, und die Poesie mit der Philosophie und Rhetorik in Berührung zu setzen. Sie will, und soll auch Poesie und…

Exhibition

  Ihr Name klingt nach dem Echo von zwei Peitschenschlägen: Grazia Terribile. Die Ausstellungen der Galeristin sind am ersten Abend gepunktet. Deshalb leistet sie sich Events, die ihr ausser Ärger nichts einbringen. TatTwo atmet den Geist der Selbstreinigung durch Kunst,…

Zeichnung auf Papier

    *** Weiterführend → Eine  Würdigung von Jürgen Diehl finden Sie hier. Hören Sie auch die Hommage an Jürgen Diehl auf MetaPhon.

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hörst unter Erde und Moos die Elfen kichern nur bei ihnen bist du sicher Knochenkind! (und die Bäume haben getanzt) *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das…

Wie die Bilder abrutschen

Wie die Bilder abrutschen Unsere Gedanken aneinander: noch kindheitsbeatmet – und atembrüchig die erinnerten Lachrhythmen im Gleichschritt . Im Hörschatten leise zerdehnte Rufe nach jedwelcher Sprache, Glossolalien . Nun, öffne dich – ab heute hörn wir zum Tee Schreie in…

Experten fuer Euphorie

  es gibt viele, die sagen uns geht es besser als frueher & als Beispiel vollgefressene Bæuche vorfuehren   es gibt viele, die behaupten ALLES sei „Scheiße“! & obendrein noch die Dreistigkeit besitzen es sich darin bequem zu machen  …

Vergeblichkeitsgeste

  Die eigene Sprache ist Fiktion, sie ist immer schon intertextuelles Echo und Zitat, Sprache anderer, Literatur wird immer falsch zitiert und interpretiert.     Weiterführend → Bestand die Modernität des Aphorismus bisher in der Operativität, so entspricht diese literarische…

An der Ruhr

Weiterfühend → Lesen Sie auch den Nachruf über Peter Meilchens Lebenswerk und den Essay 50 Jahre Krumscheid / Meilchen über die Retrospektive im Kunstverein Linz.

ERINNERUNG

das wort war nicht der einfall der ideen  allein der laut der auftakt der jagd  der schrei der anbruch der visionen dämmerung hüllte die weite des hirns das tier die toten hinterm dickicht der augen das versiegende feuer vergraben im…

Frühling

  Wir wollen wie der Mondenschein Die stille Frühlingsnacht durchwachen, Wir wollen wie zwei Kinder sein. Du hüllst mich in dein Leben ein Und lehrst mich so wie du zu lachen.   Ich sehnte mich nach Mutterlieb Und Vaterwort und…

Aufzeichnungen auf Skizzenblättern

  Aber die Arbeiten und Wunder sind noch [nicht im vollen Gange. Jeder Tag bringt] nicht vollendet. Jeder Tag bringt Neues; Länder erwachen. Ein unerbittlicher Wille zwingt alle an die Arbeit. Keiner sieht links und rechts. Selbst für die beiden…

Bonmot

Wegen all der Überstunden kann ich jetzt ans Aufhören denken, nur noch ein paar Tage, dann muss ich wirklich anfangen die Zukunft zu planen.   Weiterführend → Bestand die Modernität des Aphorismus bisher in der Operativität, so entspricht diese literarische…

Gerät

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Rekonstitution, Requiem auf das Artnapping

  Vera Strange hätte es sich denken können: es konnte nur ein grauenhafter Tag werden. Doch, der Reihenschaltung nach. Zuvörderst: Vollmond, eine von jenen Nächten, in denen die Finsternis von Lunas feingesponnenen Lichtfäden verklärt und Schlafwandeln fast zu einer zwingen­den…

HANS IM GLÜCK

  Verlängertes pasquill auf einen wechselbalg Trümmer und ablaßstätte verehrhardtet  nellyversachst gedeckt mit weißnichmehrpfette Sagten sie: je ne regrette zücktest du aber die axt   Machtest auf rollkragenfeten das enfant terrible infam brachtest den anachoreten den ersten politen poeten fraglich…

LAMPENSCHIRM

  gleichgeschaltete duschenwo sie nur mehr ein gebetsprechen konnten bevor siein todesangst verkrampftaufeinander stiegen um einletztes stück luft ringend berge von brillen und aus denmündern geschlagenes zahngoldüberlebensreste im schatten desdrohenden krematoriumsentrissen der asche dem möglichenphönix schutthalden der angst lampenschirm aus…

Lichtpause

  Copy Art, auch Xerox Art oder Faxkunst, ist eine Kunstrichtung. Diese Untergruppe der Druckgrafik entstand Ende der 1970er Jahre bis Anfang der 1980er Jahre mit der Einführung der Xerox Fotokopierer. Die Kunstwerke werden hergestellt durch wiederholtes Kopieren der Originalkopie,…

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Fortschritt   Sie sprachen von Fortschritt: früher war es das Kreuz heute ist es der Container in der wüste Sie sprachen von Fortschritt: früher scherte man Haare heute schert man Menschen Sie sprachen von Fortschritt: früher war es der Krieger…

Zweite Installation

  Weiterführend →  Ein Artikel von Laik Wörtschel über Asphaltics – die geheime Streetart. Lesen Sie auch den Essay Laik Wörtschel – ein Künstler der Stille.

Gegen die Universalität des Vergessens

Im Nationalsozialismus war die Wuppertal ein wichtiges Zentrum sowohl der NSDAP als auch des Widerstands, sowohl der Gewerkschaften und politischen Opposition als auch der Kirchen, was nicht zuletzt die Barmer Erklärung zum Ausdruck brachte. Die Wupper ist nicht nur ein…

Ausgegossenes Erkenntnisfundament

  Wir sind Wesen die Behauptungen aufstellen Ueberzeugungen formulieren & wechselseitig Gruende einfordern   Wir verstehen die Aussage eines anderen, wenn wir erfassen welche Konsequenzen fuer den Sprecher & fuer uns damit verbunden sind   Wir strukturieren unsere Welt im…

STADT

ich durchschneide die pochenden kehlen der straßen unter mir meine füße stoß ich die läden die köder im labyrinth der autos geben häuser mir deckung zwischen hunden und tauben verweil ich im park steig ich die treppen hinauf zur brücke…

Krankheit

  süchtig nach Wörtern krank werden an ihren Wendungen aufmerksam das Innere erkennen an ihnen weiden eine Fläche finden eine Verankerung in der Zeit und letztlich unabsichtlich mehr als Suchtmittel eine Form der Nahrung die länger hält     ***…

Entrance

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Widergänger

  A.J. Weigonis Erzählungen haben keine Vampirzähne, Biss haben diese Zombies allemal. Sprachlich auf das Wesentliche reduziert, Erzählungen, die ihrem Namen gerecht werden. Dieser Romancier führt den Leser durch ein abgründiges Bestiarium menschlicher Leidenschaften und zeigt mit irritierender Illusionslosigkeit die…

Neujahrswunsch eines Feuerwerkers an seinen Hauptmann, aus dem Siebenjährigen Kriege

Hochwohlgeborner Herr, Hochzuehrender, Hochgebietender, Vester und Strenger Herr Hauptmann! Sintemal und alldieweil und gleichwie, wenn die ungestüme Wasserflut und deren schäumende Wellen einer ganzen Stadt Untergang und Verwüstung drohen, und dann der zitternde Bürger mit Rettungswerkzeugen herzu eilet und rennt,…

Todbringendes Ende

    Wie es zuende brannte, das energische kleine Staugetümel, es machte sich hautnah authentisch, alle versuchten sich im Dafür-und Dagegenhalten, um Raum zu gewinnen.   Verletzte mieden einander, Gehetzte schieden aus der Scham aus. Und die Letzten stimmen dem…

Der Löwenkäfig

  Sie geht hin und her wie die Wachposten draußen am Rand der Wälle, wo nichts mehr ist. Und wie in den Wachposten, ist Heimweh in ihr, schweres Heimweh in Stücken. Wie unten im Meer irgendwo Spiegel sein müssen, Spiegel…

Über Polen

Vorbemerkung der Redaktion: Am 29. Dezember 1989 beschloss das Abgeordnetenhaus eine Verfassungsänderung. Darin wurde die Umbenennung der Volksrepublik Polen in Republik Polen zum 1. Januar 1990 beschlossen, sowie die Bezeichnung Polens als „sozialistischer Staat“ zu Gunsten der Bezeichnung „demokratischer Rechtsstaat“. Auch der…

Jahre

  Und Jahre gehen und kehren immer wieder und blühen auf vor unsren Augen – doch jedes Jahr wird müder.   Und immerwährend dieses Wiederholen und Neuvergießen und Schöpfen der Jahre – in vielen ungezählten hohlen   Stunden sehen wir…

Im Fernsehsessel durchs Weltall

„Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung 5 Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre…

Nutzen der Elektrizität für das Christenthum

Ich merkt’ es oft nicht im Vertrauen an, sondern vor vielen Personen: ich wünschte, es gereiche der unsichtbaren Kirche nicht zum Schaden, daß man iezt die stärksten Gewitter entkräftet, allein die Welt werd es sicher noch bedauern, daß Franklin und seine…

WEIHNACHTSZONENLIED

  Versucht nicht nachts zu zahlen was Ihr am tag versäumt Nur in den rauhnachttalen ist liebe eingeräumt   Habt Ihr denn schon vergessen wofür der weltverhau? Ihr sagtet: Für das fressen Es brennt die seele blau   So steht…

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Mutter ist viele Teile als Zopf Hände Adern Schreien du tötest sie indem du davon redest *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch…

Neither

Ich beschäftige mich mit Schatten. Und darum geht es auch in der Beckett-Oper. Das Thema der Oper ist, dass unser Leben von allen Seiten von Schatten umgeben ist. Wir können nicht in den Schatten hineinsehen. Da wir aber nicht in…

Literaturkritik

  Manche Menschen lesen überhaupt keine Bücher, sondern kritisieren sie.       Kurt Tucholsky zählt zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Als politisch engagierter Journalist und zeitweiliger Mitherausgeber der Wochenzeitschrift Die Weltbühne erwies er sich als Gesellschaftskritiker in…

Unverbindliche Ratschlæge fuer Aussenseiter

    nachdenken & damit nicht vorwærtskommen   ueber den eigenen Schatten springen & dabei nicht stolpern   in jedes Fettnæpchen treten & keinen Kummerspeck ansetzen   aus der Reihe tanzen > Nebenwege finden & sich auch von falschen Fæhrten…

BERLIN III

  Schornsteine stehn in großem Zwischenraum Im Wintertag, und tragen seine Last, Des schwarzen Himmels dunkelnden Palast. Wie goldne Stufe brennt sein niedrer Saum.   Fern zwischen kahlen Bäumen, manchem Haus, Zäunen und Schuppen, wo die Weltstadt ebbt, Und auf…

Über Bilder und Sehen I

Flughäfen – der vermutete Maßstab zuhause oder wo ist zuhause Mama Antwort auf einen Text von J.H. So sitze ich einmal mehr in meinem Arbeitszimmer am Schreibtisch, genieße den Ausblick aus der architektonisch eigenwillig gestalteten Fenstergaube und denke für einen…

Nonkonformismus, ein Ausprobieren von Gegenpositionen

Als Nonkonformismus bezeichnet die Soziologie persönliche Haltungen oder Einstellungen, individuelle Handlungen oder philosophische Positionen, die nicht in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Ansichten, der gültigen Etikette, dem vorherrschenden Lebensstil oder dem kulturellen Mainstream stehen. Nonkonformismus erzeugt meist Subversion. Der Grad…