Blog Archiv

Waldeslust

19. November 2018
Von
Waldeslust

  Ich stehe im bemoosten Schatten alter Bäume Und rufe mir die Lebensängste launig zu; Im dunklen Walde herrscht wie immer Waldesruh. Am Ende habe ich wohl nur die schlechten Träume Der Kindheit ausgepackt und in die Nacht geworfen. Dort stehen sie und lehnen sich an eine krumme Eiche Und spielen mit sich und...

weiter »

Stillleben von Eierlikör und Hartweizengrießspaghetti

19. Oktober 2018
Von

  Es ist gegeben wie genommen: Bald Verspricht die Lösung sich als Wohlgefallen, Als Pseudonym für Tanzen, Träumen, Lallen. Es mangelt nicht an Täuschungswohlgestalt.   Das Walnusseis ist hart und eklig kalt. Es hat Likör aus Ei zum Schleckvasallen. Gerieben ist der Parmesan aus allen Geschlitzten Reibenlöchern ohne Halt   Auf Nudelnester fein hinabgeregnet,...

weiter »

Sommerludern

12. September 2018
Von

Am Ende lagen wir im warmen Gras. Der Himmel spannte blau den weiten Bogen, Sogar ein Storch kam noch vorbeigeflogen, Ich wusste ja, du warst ein geiles Aas,   Das mir die Wünsche aus den Augen las: Du hattest mich zu dir hinabgezogen Und cool mit mir uns beide kurz betrogen. Das Schlimmste war,...

weiter »

Jesidenschicksal

27. August 2018
Von

    Es spricht ein Retter Hoffnungsworte, die Am Ende niemand wirklich hören will. Im Raum ist es nur dunkel, kalt und still. Sie wollten nicht gerettet werden, sie   Erhofften sich Erlösung durch den Tod. Man hatte sie geschunden und geschändet, Sie waren da, wo alle Hoffnung endet. Es gibt den einen Schmerz,...

weiter »

Offener Brief

5. August 2018
Von
Offener Brief

Oh, wie beglückt ist doch ein Mann, / Wenn er Gedichte machen kann! Wilhelm Busch Vorbemerkung der Redaktion: KUNO widmet dem Gedicht auch in diesem Jahr den genauen Blick, das aufmerksame, geduldige, ins Denken gedrehte Lesen und Wiederlesen, dies bezeugte auch der Versuch einer poetologischen Positionsbestimmung. Der offene Brief wurde von Walther Stonet an...

weiter »

Smartes Haus + Industrie 4.0 = Internet der Dinge?

3. August 2018
Von
Smartes Haus + Industrie 4.0 = Internet der Dinge?

Der erste Versuch, ein wenig Licht in das Darknet zu bringen Die Zeitungen, Magazine und Nachrichten sind voll davon. Wenn Politiker drüber reden, das weiß man, ist etwas spätestens auf der Tagesordnung. Oder, Agenda, wie das im Politiker- und Journalistensprech des Tages heißt. „Darknet“ ist normalerweise der verborgene Bereich des Internet, dem wir uns...

weiter »

Über die Erkenntnisverweigerer

19. Juli 2018
Von

  Es gibt die vielen lauten Besserwisser. Die Welterklärung ist ihr ganzes Streben. Ihr widmen sie ihr armes Erdenleben. Wenn es um Zukunft geht, sind sie nur Schisser,   Die felsenfest am Vorvorgestern kleben. Man findet sie als tumbe Fahnenhisser, Ob rot ob braun, schon das bedarf gewisser Detailverliebter Klauberei, denn eben   Mal...

weiter »

Im Flüchtlingsghetto

19. Juni 2018
Von

  Es treten aus den dunklen langen Schatten Die ersten Wesen an das Mittagslicht. Man sieht nur große Augen, kein Gesicht, Die Spinnenarme. Rennen da die Ratten?   Wer durch die Gassen geht, weiß, wo’s gebricht. Die Reichen, die nichts zu verschenken hatten, Verdämmern einsam in den Hängematten: Denn wer nicht gibt, den gibt...

weiter »

Disruption als neues Geschäftsmodell

10. Juni 2018
Von
Disruption als neues Geschäftsmodell

Wie die Strategie „Product as a Service“ die Wirtschafts- und Arbeitswelt verändert Die Digitalisierung wirbelt nicht nur die Arbeits- und Lebensweisen durcheinander. Sie schafft auch neue Geschäftsmodelle. Die Konsequenzen dieser Veränderungen sind den meisten nicht klar. Damit dieses Wissen nicht nur den Experten vorbehalten bleibt, wollen wir uns weiter darum bemühen, etwas Licht ins...

weiter »

Schon vorbei

19. Mai 2018
Von

  Es mag der Satz sich nicht zu Reden formen: Die Sprache will nicht mehr ein Helfer sein. Der Mensch ist so geboren, ganz allein. Die Norm will Norm nicht sein bei dem Abnormen,   Was jetzt geschieht. Entsetzlich kalt und still Fühlt sich das Unglück an, kein Weinen Wird noch Entlastung sein. Der...

weiter »

Mocking Bird

11. April 2018
Von

  Was lockst Du so mit deinen roten Lippen? Was züngelst du mit deiner rosa Zunge? Da wächst zum Mann der kleinste blasse Junge, Sieht er dich mit den Highheels lässig wippen!   Mir preßt’s das Leben heiß aus meinen Lungen, Und du mußt nur mit schlanken Fingern schnippen, Dann seh ich dich schon...

weiter »

Schokolädchen

19. März 2018
Von

  Ich frag’ mich, was ich an dir lieb, An Weihnachten, mein süßes Mädchen. Ich öffnete ein weitres Lädchen, Als ich dir diese Verse schrieb,   Am Weihnachtskalendarium Und stahl daraus ein Schokolädchen. Das war ein herziges Gerätchen: Ich schlotze selig daran rum.   Dabei, als ich so glücklich schlecke, Fällt mir auch ein,...

weiter »

Eroberung

19. Februar 2018
Von
Eroberung

  Ich steh’ vor diesem Bild und bleibe stumm. Zum ersten Mal hat’s mir das Wort verschlagen. Ich kann mich dieses Blickes kaum entsagen: Ich stehe also da und fühl mich dumm.   Was ist mit mir geschehen, will ich fragen, Da dreht sich dieses Himmelswesen um, Und ich fühl mich gleich dick und...

weiter »

Wie es begann

19. Januar 2018
Von
Wie es begann

    Ich traf dich auf dem Feld, das Leben heißt: Du klangst am Anfang nicht so sehr begeistert. Am Auge hing ein Lid, es war verkleistert. Der Mann, der dich total vom Hocker reißt,   Den hatte ich gespielt, nur nicht gemeistert. Am Ende war ich nichts als blau und dreist. Und schrecklich...

weiter »

Die „Convenience Trap“ und der Verlust an Selbstbestimmung

16. November 2017
Von
Die „Convenience Trap“ und der Verlust an Selbstbestimmung

Wie Apps, das Internet, Social Media und Big Data uns fernsteuern wollen – und was wir dagegen tun sollten „Convenience“ ist einer der meisten gehypten Schlagwörter nicht nur im Silicon Valley – aber auch und gerade dort. Hinter diesem Schlagwort steht ein ganzes Geschäftskonzept, das auf einem der wesentlichsten Entscheidungsfaktoren von Kaufentscheidungen fußt: der...

weiter »

Gewissenlose

21. Oktober 2017
Von
Gewissenlose

    Herr Becher* kam vom guten Wege ab: Er schrieb nicht, was er sah, woran er glaubte, Als ihm das Staatsamt sein Gewissen raubte. Er scheiterte in Gänze, aber knapp.   Als man die Klitterung einmal entstaubte, Da brach das Versmaß fast den dürren Stab. Er liegt in einem kühlen Hauptstadtgrab: Ich sah...

weiter »

Spätsommerahnungen

21. September 2017
Von
Spätsommerahnungen

Die Wolken blasen ihre Backen auf, Und Wind rauscht durch die leeren kalten Zimmer: Schrill zetert aus den Kellern ein Gewimmer. Das Fremde rüttelt Türen, Knauf um Knauf.   Das Jahr wird wieder alt; der Sonne Lauf Wird kürzer, und ein fahler grauer Glimmer Erdrückt die Farben in der Scheiben Schimmer: Die Fenster werden...

weiter »

So richtig nett von Hoffmann und Shakespeare

28. August 2017
Von
So richtig nett von Hoffmann und Shakespeare

Der Rezensent ist selbst ein notorischer Sonetter, daher also nicht ganz satisfaktionsfähig, da parteiisch. Und er kennt und liebt natürlich William Shakespeare, im Original, aber gerne auch übersetzt und nachgedichtet. Irgendwann flatterte demselben dieser kleine hellblaue Band auf den Tisch. Dort lag er erst einsam eine geraume Zeit, neben vielen großen wichtigen anderen Büchern...

weiter »

Warum Lyrik wieder in die Zeitungen gehört

8. August 2017
Von
Warum Lyrik wieder in die Zeitungen gehört

Vorbemerkung der Redaktion: KUNO widmet dem Gedicht auch in diesem Jahr den genauen Blick, das aufmerksame, geduldige, ins Denken gedrehte Lesen und Wiederlesen. Das Abtragen der Schichten, Auffächern der Bedeutungsstränge, der Rhythmen und Klänge, der Brüche und Widersprüche, die es, diese Königsdisziplin, in sich trägt. Poesie zählt auch weiterhin zu den wichtigsten identitäts- und...

weiter »

Robokratie – Wie Social Bots die Demokratie manipulieren

21. Juli 2017
Von
Robokratie – Wie Social Bots die Demokratie manipulieren

Es gibt viele Menschen, die die Social Media für einen Segen halten. In der Tat schafft es z.B: Facebook, dass Familien, die die Winde des Lebens in alle Ecken der Welt verweht haben, so etwas wie Zusammenhalt organisieren. Auch Skype hilft dabei, dass eine Mutter ihren Sohn, der auf einem Praktikum in den USA...

weiter »

In eigener Sache

Das Magazin Kulturnotizen (KUNO) reflektiert entstehende Kunst, Musik und Poesie + Online-Archiv. Mehr Informationen.

630 – Booklet

Mit den Vignetten definierte A.J. Weigoni eine Literaturgattung neu. Das von Tom Täger und Peter Meilchen flankierte Re:make erfolgt zur Jahresgaben-Ausstellung des Kunstvereins Linz (15. Dezember, ab 16:00 Uhr) als Booklet 630.

Künstlerbücher + Curiosa

Zum Thema Künstlerbucher hier ein Essay. Vertiefend das Kollegengespräch von A.J. Weigoni mit Haimo Hieronymus über Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.

Ein Gesamtkunstwerk

Das lyrische Gesamtwerk von A.J. Weigoni im "Schuber"

Jeder Band aus dem Schuber von A.J. Weigoni ist ein Sammlerobjekt. Und jedes Titelbild ein Kunstwerk! KUNO fasst die Stimmen zu dieser verlegerischen Großtat zusammen.

Ohrenzwinkern

Coverphoto: Leonard Billeke

Die Germanistik erweist sich dem Rundfunk gegenüber als schwerhörig. Dieser „déformation professionelle“ entkommt die Reihe MetaPhon. Hier sind Facetten der multimedialen Kunst zugänglich.

Twitteratur

Ein Essay über die Literaturgattung Twitteratur. – Poesie ist ein identitätsstiftende Element unsrer Kultur, lesen Sie auch KUNOs poetologische Positionsbestimmung.

Rückspiegel

Edition Das Labor

Die ausführliche Chronik des Projekts Das Labor lesen sie hier. Eine Übersicht über die in der Edition realisierten Künstlerbücher, Bücher und Hörbücher finden Sie hier.