Monat: November 2018

falsche adresse

  ein keuezlen steffz blazze um blazze versteffz’s mich kol izzet böbret? öp noch tirfu? larten auf schüketzen bortek? maschek bis ich telebber? ich meffe 1 kützlet die restlichen basche ich rakke   *** mir ist so taschembei, Lautgedichte von…

todesraben

  schlagen ihre schwarzen flügel auf fahnen beginnt die schlacht steigen sie in schwärmen nieder hacken sie toten die augen aus denn wer will schon zuschaun beim eignen leichenmahl sind menschen weiter fraß umkreisen raben todesberge schreien sie über der…

KANTATE 2004 – Eingangschor

  Wir kommen an den ort um hier zu bleiben Wir bleiben hier so lang der ort nicht bleibt So lange die ihr todeszeichen schreiben sind wir das leben das sein zeichen schreibt   Wir sind gekommen um das holz…

Die Vermischung der Bilder

Können Bildgedichte die Grenzen von Sprache überschreiten, vorausgesetzt, das reflektierende Ich ist sich dieses Risikos insofern bewusst, als es rechtzeitig die Augen schließt und die zur Sprache gewordene, eben noch visuell wahrgenommene Welt in einem bildlosen Reflexionsstrang „auflöst“? Barbara Zeizinger,…

Blitzkopie

– vom spielerischen Umgang mit der Kopiermaschine Die Ausstellung untersucht verschiedene Annäherungen und Aneignungen des Geräts als künstlerisches Medium und den spielerischen Umgang als indikativen Moment. Zweck und Nutzen werden ignoriert, das industriell gefertigte Gerät wird individualisiert, das Papier wird…

Die Bertelsmann-Stiftung, oder: Die Abwesenheit kybernetischen Denkens in der Politik

Ein Plädoyer für kybernetisches Denken in der Politik Die Praxis des deutschen Stiftungsrechtes, insbesondere die Existenz der Bertelsmann-Stiftung und ähnlicher Strukturen belegt deutlich die vollständige Abwesenheit kybernetischen Denkens in der Politik. Kybernetisches Denken? Sieht man von den altgriechischen Schiffslenkern einmal…

Ameisen

Auf einer Lieferempore sitzt Herr Nipp und lässt seine Beine baumeln. Normalerweise würde er in das Gebäude gehen, allerdings hat er seinen Schlüssel verliehen und niemand ist da, der ihm öffnen könnte. Er hat ein kleines Buch aus seiner schwarz-weiß…

25 Jahre Edition YE · 1993 – 2018

Heute, am 23. November 2018, feiert die Edition YE den 25. Geburtstag, wie Theo Breuer beiläufig während des nachmittäglichen Telefonats erwähnt, in dessen Mittelpunkt allerdings Breuers aktuelle Lektüre steht, von der er mit der Leidenschaft berichtet, wie wir sie von…

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  magnethimmel sonnenmigräne et cetera   dein mund das maß des glücks:   lichtmesz     ***   Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben…

Twitteratur

Ist Wissenschaft nichts anderes als die Kunst / die Dinge in schöne Beziehung zueinander zu bringen? / Ist es das, was Du sagen wolltest, Giambattista?     Weiterführend → Lesen Sie auf KUNO auch Maximilian Zanders Essay über Aphorismen. Bestand…

ATINA

  I Ich tauchte spiegelnd aus beiernden* fluten verkrallt in das land die lungen voll gift Den himmel über mir sah ich verbluten der wind schlich davon mit gefälschter drift Ich dachte an einen der mit mir getrieben da legt…

Waldeslust

  Ich stehe im bemoosten Schatten alter Bäume Und rufe mir die Lebensängste launig zu; Im dunklen Walde herrscht wie immer Waldesruh. Am Ende habe ich wohl nur die schlechten Träume Der Kindheit ausgepackt und in die Nacht geworfen. Dort…

Literarische Daguerrotypie einer Dekade

So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war gefasst, noch weniger zu finden. Hölderlin Im Rheinland lassen sich die Kategorien eines mythischen und eines „rationalen Weltbilds nicht auseinanderdividieren. Das spezielle Geschichtswissen ist hier übergegangen in etwas…

Herr Schwein

  *** Gott schmiert keine Stullen von Eva Kurowski, rowohlt Weiterführend → Lesen Sie auch das Porträt der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat.

Kost

  Dort oben in der Regenrinne sammelt sich der Dreck, den der Wind so nach und nach hineinweht. Er vermengt sich mit dem Regenwasser und verfault langsam vor sich hin, da der Dreck zumeist aus Erde besteht, manchmal sogar aus…

Die Möwe

von heute ist weit mehr als Stichwortgeber für Kalendersprüche, mehr als das Tier dessen Flug entschlüsselt wurde von schwäbischen Ingenieuren. wie kann die Möwe von heute noch Möwe sein? wir haben sie in einem Programm geortet damit vor ihrer vollständigen…

Zwischen Rhein und Ruhr und Niederrhein

An Jesus kommt keiner vorbei … außer Stan Libuda! Joh 14,6 Der Rheinländer ist immer verliebt: In sich selbst und in die Welt, das ist fast dasselbe. Was oft so sehr nach Selbstliebe aussieht, ist in Wahrheit Liebe zum Leben.…

HANS IM GLÜCK

– Verlängertes pasquill* auf einen wechselbalg   Trümmer und ablaßstätte vererhardtet nellyversachst gedeckt mit lügenpfette* Sagten sie: je ne regrette zücktest du aber die axt   Machtest auf rollkragenfêten das enfant terrible infam brachtest den anachoreten* den ersten politen poeten…

Zarathustra • Revisited

“In allen, die Nietzsches «Also sprach Zarathustra» gelesen haben, dürften die adverbial gebrauchten vier Buchstaben ›also‹ vieltönig nachsummen und nachklingen. «Man darf vielleicht den ganzen Zarathustra unter die Musik rechnen», schreibt Nietzsche auch in seiner Selbsterklärungs- und Lebensberatungsschrift «Ecce homo».…

Slasher-Literatur

Die Warane (lat. Varanus) bilden eine etwa 80 Arten umfassende Gattung der Schuppenkriechtiere (Squamata) aus der Teilordnung der Schleichenartigen (Anguimorpha). Quelle: Wikipedia    Der Inhalt von „Der Waran“ liest sich wie ein unverfilmtes Drehbuch von Quentin Tarantino. Es geht um…

Zyklop I – Detail

    *** Detail aus: Zyklop I, Photobuch von Haimo Hieronymus, Edition Das Labor. Erscheint im September 2018 in einer limitierten Auflage von 100 Exemplaren. Freunde und Förderer werden im Katalog mit einer Würdigung dokumentiert. Anfragen zu Zyklop I und…

Historisch-Kritische Ausgabe

Für viele junge Menschen ist die DDR im Geschichtsunterricht heute genauso weit entfernt wie das Mittelalter. Wie oft bietet Literatur die Möglichkeit zur Zeitreise. Die Prosa über die verdrängten Brüche in der deutschen Gesellschaft konfrontiert uns bei der Lektüre von…

Das Unmittelbare

Das Unmittelbare, das Fürwort des Bloßen. Der gesättigte Druck des Bequemen, macht sich stark, „urplötzlich“. Das Anzumeldende und das Provozierbare: „Sieh, dort sitzt Du!“ Es holt Dich ins Dunkle/mutet Dich ans Verfolgte. Das Künstliche bricht Bahnen, überschrittenermaßen immer Fortsetzung. Die…

FAREWELL BORUSSIAK*

  I Ich geh übern himmel im abendrot fort Wir sehn uns über stachel und streben Die nacht liegt schwarz im neumond   den ort wo ich hingeh wünsch ich mög’s schwärzere geben Ich hoff daß die kälte dich nicht verschont…

Die Bosna (Vrelo Bosne)

    Nur selten gibt es das – ein vollkommener Fluß Tritt aus dem Stein; dabei hat sich das Auge Das alles längst gewünscht: Bevor das Klackern Der Steine losgeht, diesen erhabenen Austritt,   Denn was, frage ich, beeindruckt noch…

Rhetorikkünstler

    Sprachschnippisch sprechstilhaft ausgekeift   Geisterhaft unbeschwert   Warmweigerlich wunschbegehrt posiert   Herztöne, Kopfnoten neidgerecht eingekreist   sorgenlos flatterhaft   vom Zahn bis zum Stiefel poliert Erfolgsmensch und Herrenmensch, merkantil losgelöst   Zerrbild im Spiegel   Narziss seiner selbst…

Pilzgericht

Dass die Sonne so früh durch das Fenster scheinen würde, hatte er nicht erwartet, überhaupt nicht. Die Strahlen des Zentralgestirns sammelten sich auf seiner Bettdecke, schienen sich gar auf seinem Gesicht zu bündeln, eine Konzentration aus Licht und Wärme. Eine…

Die romantische Idee des Gesamtkunstwerks

Mit diesen Vignetten definiert A.J. Weigoni eine Literaturgattung neu. Er praktiziert damit mehr als Schreiben, denn diese Novelle ist ein Sich-Einschreiben in die Welt, demzufolge eine Schreibe, die spricht und eine Spreche, die schreibt. Dieser Romancier verdichtet die sinnliche Wahrnehmung…

Nimm’s mit Humor

Eine kleine sibyllinische Anekdote.   Man ist wirklich bass erstaunt, was der Humor nicht alles zu leisten imstande ist. Platzt er, zum Beispiel, aus heiterem Himmel in eine gesellige Runde, besitzt er eine ungeahnte therapeutische Kraft. Da biegen wir uns…

Schachteltexte

Seit einiger Zeit mache ich meine Schachteltexte. Das heißt: Ich schreibe auf irgendwelche, mich in ihrer Form ansprechende Schachteln, oft auch von mir aufgefaltet oder zu einzelnen Schreibflächen zurechtgerissen, Texte, die aus meinem Kopf, beginnend an einer Wortquelle, irgendwie, fast…