Archiv: November 2018

Twitteratur, im besten Sinne!

30. November 2018
Von

Die Verknüpfung von Twitter und Leben erinnert an das Pathos künstlerischer Avantgarden, die stets die Verbindung von Leben und Kunst als das Aufrichtige und Wahre proklamierten. Elias Kreuzmair Viele der hier rund 500 vorliegenden Gedankenstriche mögen dem KUNO-Leser bekannt vorkommen. Die Redaktion verlieh Joanna Lisiak für das Projekt Gedankenstriche den Twitteraturpreis 2016. Es sind...

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falsche adresse

30. November 2018
Von

  ein keuezlen steffz blazze um blazze versteffz’s mich kol izzet böbret? öp noch tirfu? larten auf schüketzen bortek? maschek bis ich telebber? ich meffe 1 kützlet die restlichen basche ich rakke   *** mir ist so taschembei, Lautgedichte von Joanna Lisiak, 2018, 92 Seiten, isbn 978-3-75286-239-3 mir ist so taschembei besteht aus Lautgedichten....

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todesraben

29. November 2018
Von
todesraben

  schlagen ihre schwarzen flügel auf fahnen beginnt die schlacht steigen sie in schwärmen nieder hacken sie toten die augen aus denn wer will schon zuschaun beim eignen leichenmahl sind menschen weiter fraß umkreisen raben todesberge schreien sie über der höhle aus stein lebt noch der begrabene unter der erde holen sie sich seelen...

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KANTATE 2004 – Eingangschor

28. November 2018
Von
KANTATE 2004  – Eingangschor

  Wir kommen an den ort um hier zu bleiben Wir bleiben hier so lang der ort nicht bleibt So lange die ihr todeszeichen schreiben sind wir das leben das sein zeichen schreibt   Wir sind gekommen um das holz zu pflanzen hier wo beton die magre erde drückt Wir wollen unsern schwarzen tag...

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Die Vermischung der Bilder

27. November 2018
Von

Können Bildgedichte die Grenzen von Sprache überschreiten, vorausgesetzt, das reflektierende Ich ist sich dieses Risikos insofern bewusst, als es rechtzeitig die Augen schließt und die zur Sprache gewordene, eben noch visuell wahrgenommene Welt in einem bildlosen Reflexionsstrang „auflöst“? Barbara Zeizinger, seit vielen Jahren Mitglied der renommierten Darmstädter Textwerkstatt, Autorin des Lyrikbandes „Weitwinkel nah“ und...

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Blitzkopie

26. November 2018
Von

– vom spielerischen Umgang mit der Kopiermaschine Die Ausstellung untersucht verschiedene Annäherungen und Aneignungen des Geräts als künstlerisches Medium und den spielerischen Umgang als indikativen Moment. Zweck und Nutzen werden ignoriert, das industriell gefertigte Gerät wird individualisiert, das Papier wird Bildträger und das Gerät Medium, Objekt und Installation. Hierbei entsteht ein Querschnitt ganz unterschiedlicher...

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Die Bertelsmann-Stiftung, oder: Die Abwesenheit kybernetischen Denkens in der Politik

25. November 2018
Von
Die Bertelsmann-Stiftung, oder: Die Abwesenheit kybernetischen Denkens in der Politik

Ein Plädoyer für kybernetisches Denken in der Politik Die Praxis des deutschen Stiftungsrechtes, insbesondere die Existenz der Bertelsmann-Stiftung und ähnlicher Strukturen belegt deutlich die vollständige Abwesenheit kybernetischen Denkens in der Politik. Kybernetisches Denken? Sieht man von den altgriechischen Schiffslenkern einmal ab, dann ist „Kybernetik“ als Bezeichnung für eine auch technische Disziplin eine Schöpfung des...

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Ameisen

24. November 2018
Von
Ameisen

Auf einer Lieferempore sitzt Herr Nipp und lässt seine Beine baumeln. Normalerweise würde er in das Gebäude gehen, allerdings hat er seinen Schlüssel verliehen und niemand ist da, der ihm öffnen könnte. Er hat ein kleines Buch aus seiner schwarz-weiß gestreiften Tasche geholt und angefangen zu lesen. Das Druckwerk ist nicht besonders dick, vielleicht...

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25 Jahre Edition YE · 1993 – 2018

23. November 2018
Von

Heute, am 23. November 2018, feiert die Edition YE den 25. Geburtstag, wie Theo Breuer beiläufig während des nachmittäglichen Telefonats erwähnt, in dessen Mittelpunkt allerdings Breuers aktuelle Lektüre steht, von der er mit der Leidenschaft berichtet, wie wir sie von ihm kennen: Gabriele Frings‘ Monographie Giorgiones Ländliches Konzert. Darstellung der Musik als künstlerisches Programm...

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22. November 2018
Von
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  magnethimmel sonnenmigräne et cetera   dein mund das maß des glücks:   lichtmesz     ***   Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch das schreibende Analysieren gebrochen wird. Vertiefend zur Lektüre empfohlen, das Kollegengespräch :2= Verweisungszeichen zur...

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Twitteratur

21. November 2018
Von
Twitteratur

Ist Wissenschaft nichts anderes als die Kunst / die Dinge in schöne Beziehung zueinander zu bringen? / Ist es das, was Du sagen wolltest, Giambattista?     Weiterführend → Lesen Sie auf KUNO auch Maximilian Zanders Essay über Aphorismen. Bestand die Modernität des Aphorismus bisher in der Operativität, so entspricht diese literarische Form im...

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ATINA

20. November 2018
Von
ATINA

  I Ich tauchte spiegelnd aus beiernden* fluten verkrallt in das land die lungen voll gift Den himmel über mir sah ich verbluten der wind schlich davon mit gefälschter drift Ich dachte an einen der mit mir getrieben da legt er die schlingen des ankerspills* schnitt aus meiner haut seine grieben und opferte mir...

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Waldeslust

19. November 2018
Von
Waldeslust

  Ich stehe im bemoosten Schatten alter Bäume Und rufe mir die Lebensängste launig zu; Im dunklen Walde herrscht wie immer Waldesruh. Am Ende habe ich wohl nur die schlechten Träume Der Kindheit ausgepackt und in die Nacht geworfen. Dort stehen sie und lehnen sich an eine krumme Eiche Und spielen mit sich und...

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Literarische Daguerrotypie einer Dekade

18. November 2018
Von

So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war gefasst, noch weniger zu finden. Hölderlin Im Rheinland lassen sich die Kategorien eines mythischen und eines „rationalen Weltbilds nicht auseinanderdividieren. Das spezielle Geschichtswissen ist hier übergegangen in etwas Universelles. Lokalhelden ist eine historisch-literarische Welterkundung. Mit ironischer Präzision lässt A.J. Weigoni bei seiner...

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Herr Schwein

17. November 2018
Von
Herr Schwein

  *** Gott schmiert keine Stullen von Eva Kurowski, rowohlt Weiterführend → Lesen Sie auch das Porträt der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat.

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Kost

16. November 2018
Von
Kost

  Dort oben in der Regenrinne sammelt sich der Dreck, den der Wind so nach und nach hineinweht. Er vermengt sich mit dem Regenwasser und verfault langsam vor sich hin, da der Dreck zumeist aus Erde besteht, manchmal sogar aus hochwertigem Humus. Der entstehende Schlamm ist ein hervorragender Nährboden für allerlei Arten von Gewürm,...

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Die Möwe

15. November 2018
Von
Die Möwe

von heute ist weit mehr als Stichwortgeber für Kalendersprüche, mehr als das Tier dessen Flug entschlüsselt wurde von schwäbischen Ingenieuren. wie kann die Möwe von heute noch Möwe sein? wir haben sie in einem Programm geortet damit vor ihrer vollständigen Entmöwung einen Rettungscode entwickelt für die schockierend schönen Töne ihres Geschreis allemal die schönen...

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Zwischen Rhein und Ruhr und Niederrhein

14. November 2018
Von
Zwischen Rhein und Ruhr und Niederrhein

An Jesus kommt keiner vorbei … außer Stan Libuda! Joh 14,6 Der Rheinländer ist immer verliebt: In sich selbst und in die Welt, das ist fast dasselbe. Was oft so sehr nach Selbstliebe aussieht, ist in Wahrheit Liebe zum Leben. Der Rheinländer gibt gern etwas davon ab. Gerade weil der Rheinländer sich selbst so...

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HANS IM GLÜCK

13. November 2018
Von
HANS IM GLÜCK

– Verlängertes pasquill* auf einen wechselbalg   Trümmer und ablaßstätte vererhardtet nellyversachst gedeckt mit lügenpfette* Sagten sie: je ne regrette zücktest du aber die axt   Machtest auf rollkragenfêten das enfant terrible infam brachtest den anachoreten* den ersten politen poeten fraglich ob blind oder lahm   Hakenschläge gezielte den kritikern immer voraus die man...

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Zarathustra • Revisited

12. November 2018
Von

“In allen, die Nietzsches «Also sprach Zarathustra» gelesen haben, dürften die adverbial gebrauchten vier Buchstaben ›also‹ vieltönig nachsummen und nachklingen. «Man darf vielleicht den ganzen Zarathustra unter die Musik rechnen», schreibt Nietzsche auch in seiner Selbsterklärungs- und Lebensberatungsschrift «Ecce homo». Da die quantitative Nietzsche-Forschung noch nicht wirklich begonnen hat, prescht Hartmut Abendschein schon mal...

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Slasher-Literatur

11. November 2018
Von

Die Warane (lat. Varanus) bilden eine etwa 80 Arten umfassende Gattung der Schuppenkriechtiere (Squamata) aus der Teilordnung der Schleichenartigen (Anguimorpha). Quelle: Wikipedia    Der Inhalt von „Der Waran“ liest sich wie ein unverfilmtes Drehbuch von Quentin Tarantino. Es geht um den tödlichen Biss des Schuppenkriechtiers, der zu Beginn des Romans die alte Mutter darstellt....

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Zyklop I – Detail

10. November 2018
Von

    *** Detail aus: Zyklop I, Photobuch von Haimo Hieronymus, Edition Das Labor. Erscheint im September 2018 in einer limitierten Auflage von 100 Exemplaren. Freunde und Förderer werden im Katalog mit einer Würdigung dokumentiert. Anfragen zu Zyklop I und den bibliophilen Kostbarkeiten über die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421 Der Katalog der...

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Historisch-Kritische Ausgabe

9. November 2018
Von

Für viele junge Menschen ist die DDR im Geschichtsunterricht heute genauso weit entfernt wie das Mittelalter. Wie oft bietet Literatur die Möglichkeit zur Zeitreise. Die Prosa über die verdrängten Brüche in der deutschen Gesellschaft konfrontiert uns bei der Lektüre von Abgeschlossenes Sammelgebiet dem eigenen Verdrängten. Nichts ist wieder zusammengewachsen. Utopien sind mit dem jämmerlichen...

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In eigener Sache

Das Magazin Kulturnotizen (KUNO) reflektiert entstehende Kunst, Musik und Poesie + Online-Archiv. Mehr Informationen.

630 – Booklet

Mit den Vignetten definierte A.J. Weigoni eine Literaturgattung neu. Das von Tom Täger und Peter Meilchen flankierte Re:make erfolgt zur Jahresgaben-Ausstellung des Kunstvereins Linz (15. Dezember, ab 16:00 Uhr) als Booklet 630.

Künstlerbücher + Curiosa

Zum Thema Künstlerbucher hier ein Essay. Vertiefend das Kollegengespräch von A.J. Weigoni mit Haimo Hieronymus über Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.

Ein Gesamtkunstwerk

Das lyrische Gesamtwerk von A.J. Weigoni im "Schuber"

Jeder Band aus dem Schuber von A.J. Weigoni ist ein Sammlerobjekt. Und jedes Titelbild ein Kunstwerk! KUNO fasst die Stimmen zu dieser verlegerischen Großtat zusammen.

Ohrenzwinkern

Coverphoto: Leonard Billeke

Die Germanistik erweist sich dem Rundfunk gegenüber als schwerhörig. Dieser „déformation professionelle“ entkommt die Reihe MetaPhon. Hier sind Facetten der multimedialen Kunst zugänglich.

Twitteratur

Ein Essay über die Literaturgattung Twitteratur. – Poesie ist ein identitätsstiftende Element unsrer Kultur, lesen Sie auch KUNOs poetologische Positionsbestimmung.

Rückspiegel

Edition Das Labor

Die ausführliche Chronik des Projekts Das Labor lesen sie hier. Eine Übersicht über die in der Edition realisierten Künstlerbücher, Bücher und Hörbücher finden Sie hier.