Monat: Mai 1990

Geburtstagsgeschenk

  Die ersten Sonnenstrahlen bringen den Tau zum Schmelzen. Nebelschwaden steigen auf. Umhüllen eine Reihenhaussiedlung am Stadtrand. Die Stille erinnert hier an ein Totenhaus. Als würde man einmal pro Woche lebendig zu Grabe getragen. Maria schleicht durch den Vorgarten. Legt…

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Wenn ein Morgen ins Fenster blinzelt gäbs Unschuld riecht nichts stärker als Licht und Glück macht Zerspringen also üb es besser nicht *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach,…

ein wagnis

    Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer…

Seelenschlachtenpanorama

im Grossstadtdschungel   Tiger mit Neonblicken Schlangengerueste Elefanten aus Beton dazwischen Ameisen auf dem Weg zum Bau   sinnlose Safari durch das Verkehrsleitsystem der konsumgetriebenen Wachstumsorientierung verloren an das Einerlei der Seelen im Irgendwo der Stædte   keine Ungeheuer in…

Couplet

  Bladdy Groth War ein Mädchen von zartem Geblüt, Bladdy Groth, Bladdy Groth ist tot. Bladdy Groth war ein Mädchen von keuschem Geblüt Und sie hat doch für viele Männer geglüht Und keiner hat sich umsonst gemüht Bladdy Groth, Bladdy…

Kriegsgefangene

  Ein verschwommenes Erinnerungsbild: Wir gehen hinaus zum Turnsaal, der am Rande des Ortes steht. Dort sollen russische Kriegsgefangene sein; ob für länger oder nur kurz als in einem Übergangsquartier untergebracht, wissen wir nicht. Tatsächlich sind viele Männer, sehr schlecht…

BAROCKFABRIK AACHEN

  Ein knäuel aus kompromissen vom schleimbeutel CDU Sie haben sich vollgeschissen und grinsen wie sieger dazu Das pack wie die schmierigen tauben im park verblödet von gift Das hängt da in hechelnden trauben mit schals und koksversifft und stronzend*…

Regenbogen

  Ich glaube, der Gelehrte (und mit ihm die Mehrzahl der Menschen) irrt mit der Annahme, daß wir einem eindrucksvollen Naturphaenomen unsere Aufmerksamkeit in der Art zuwenden, als wäre es etwas von uns ganz Unabhängiges, und nicht so, wie es…

Viel Lärmen um Nichts

Wenn wir Schatten euch beleidigt, O so glaubt – und wohl verteidigt Sind wir dann –, ihr alle schier Habet nur geschlummert hier Und geschaut in Nachtgesichten Eures eignen Hirnes Dichten. Shakespeares Sommernachtstraum »Wem gehört der prächtige Palast dort unten?«…

Landschaft

kaum weiß ich noch da ich steige im see wie die haut mich von mir nahm nach der wonne des brandes im licht schweben vorüber die mäuler der fische halt ich den moment nie lange die luft später an land…

Wie entstand die Maifeier?

  Der befreiende Gedanke, einen proletarischen Feiertag als Mittel zum Erlangen des achtstündigen Arbeitstages einzuführen, entstand zum erstenmal in Australien. Die dortigen Arbeiter beschlossen schon im Jahre 1856, einen Tag völliger Arbeitsruhe zu veranstalten, verbunden mit Versammlungen und Vergnügungen, als…