Archiv: Juni 2012

Atemlos ∙ Auf der Suche nach Matrix 28

30. Juni 2012
Von
mathematische Formel

Kühn Heute hatte ich eine ›kühne‹ Idee: Ich wollte nach über zehn Jahren mal wieder eine Buchhandlung besuchen. Der Leser möge an dieser Stelle nicht glauben, dass ich eine Kulturbanausin bin. Weit gefehlt – ich schreibe selbst Bücher. Aber meine Motivation, in einen Buchladen zu gehen, hat in den letzten Jahren immer mehr abgenommen....

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KUNO gratuliert Ror Wolf zum 80. Geburtstag

29. Juni 2012
Von
KUNO gratuliert Ror Wolf zum 80. Geburtstag

„Ich könnte mich auf verschiedene Weise darstellen: Der Außenseiter. Der Nichtmitmacher… Die Literaturindustrie erwartet totale Unterwerfung. Sie erwartet Autoren als Mitmacher, als Erfüllungsgehilfen einer Aufgabe: Es geht ausschließlich um die Höhe der Auflage. Quantität ist das einzige Kriterium für Qualität. – Alle Autoren, die versuchen, sich etwas wie Eigenart zu bewahren, sind in diesem...

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ein gutes bild

28. Juni 2012
Von
ein gutes bild

  Andreas Roseneder · Nada. Nichts. · gesso & acryl auf molino, 210 x 150 cm, 1991 zur premiere des gleichnamigen theaterstuecks von Friederike Mayroecker, 1991 schauspielhaus wien   ein gutes Wort fuer Theo Breuer „Es zehrte an mir, mit Menschen zusammenzukommen“, bekennt sie in ihrer Prosa mit dem Titel „Und ich schüttelte einen Liebling“....

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DIE NEUE DEUTSCHE WANDERDÜNE. Attrappe einer Kulturgeschichte von neulich.

27. Juni 2012
Von
DIE NEUE DEUTSCHE WANDERDÜNE. Attrappe einer Kulturgeschichte von neulich.

1. IM WELLENTAL Und eine Stimme hat sie, daß man sich Watte in die Ohren stopfen muß, wenn man unzerrissene Trommelfelle behalten will. Beginnt sie ihr donnerndes Lied zu singen – ein Lied von deutschem Erfindergeist und deutscher Kraft –, so fährt ihr ein Feuerstrahl von Mastbaumlänge aus der Kehle, und wer hinter dem...

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Hörspiel als Spiel

26. Juni 2012
Von
Hörspiel als Spiel

Konkurrenz Mit der Industrialisierung begann das Zeitalter der Kurzgeschichte. Damit war die Geschichte des bürgerlichen Bildungsromans beendet. Wenn die Geschichte der Medien die Geschichte einer Konkurrenz ist, begann sie mit einem Vorsprung. Die Dichter hatten die Montage entdeckt, als die ersten Fotografen noch Stunden brauchten, um ein einzelnes Bild zu entwickeln. Es war, als...

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Überschwemmt, die Lust am Taumel (8)

25. Juni 2012
Von
Überschwemmt, die Lust am Taumel (8)

88 · ∞ Magische Blätter  ∞ Bücher  ∞ Blitze ∞ Ich habe gelesen, gelesen, gelesen, Friederike Mayröcker aktuell, nämlich, im Zusammenhang mit der Niederschrift/Montage dieses Essays, den ich wäh­rend des Schrei­bens, na­turgemäß, in fort­laufender Wechselbeziehung zum von mir im Spätsom­mer 2010 ver­faßten Essay »ich bin 1 Bettlerin des Wortes. Notizen zu Friederike Mayröckers Werk...

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Überschwemmt, die Lust am Taumel (6/7)

24. Juni 2012
Von
Überschwemmt, die Lust am Taumel (6/7)

66 · Mehr als · 1 Buch lag vor mir aufgeschlagen als reihte ich Bücher an einander Friederike Mayröcker Weit mehr als 22 Bücher, nämlich, liegen aufgeschlagen – Blaue Er­leuch­tun­gen · Das besessene Alter · Das Herzzerreißende der Dinge · Das Licht in der Land­schaft · das zu Sehende, das zu Hörende · Die...

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Überschwemmt, die Lust am Taumel (4/5)

23. Juni 2012
Von
Überschwemmt, die Lust am Taumel (4/5)

44 · every window in every house Habe gerade die Sprache erfunden rasende Sprache Friederike Mayröcker Weiter in diese ineinanderrankenden Gedankenmammutbäume klet­ternd, möchte saphirene Texte schrei­ben tat­sächliches Blau, in delta­mäandern­de Bewusstseinsströme eintauchend, in den Fin­ger­spitzen kribbelt Buchstabenwelt – als »souveräne Eigenmächtig­keit gegenüber der Sprache« be­schreibt Ernst Jandl die virtuos beherrschte Kunst Friederike May­röckers, übermächtiges...

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Überschwemmt, die Lust am Taumel (2/3)

22. Juni 2012
Von
Überschwemmt, die Lust am Taumel (2/3)

22 · heute morgen das Gestrüpp im Blumentopf Ich bin in meinem Schreiben nur auf der Suche nach konkreten Dingen. Friederike Mayröcker Und einer schreibt: »Mayröckers Hummel am Morgen lasse ich gern dahinsurren«, ein andrer: »Ich muß mehr lesen«, ein dritter: »Das hast du alles 2011 gelesen? Bin echt beeindruckt.« Warum ›das alles‹, was...

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Überschwemmt, die Lust am Taumel • Im atmenden Alphabet für Friederike Mayröcker (1)

21. Juni 2012
Von
Überschwemmt, die Lust am Taumel • Im atmenden Alphabet für Friederike Mayröcker (1)

Die Blätter auf meinem Arbeitstisch flogen in die Luft Friederike Mayröcker 11 · ich bin manisch Total · total · total wie fast immer – »Was vom täglichen Leben und Lesen / in die Falten des Großhirns / sickert«, setzt Maximilian Zan­ders Gedicht ein · bin ich manisch? · ich bin manisch – über­schwemmt,...

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Gedichte lesen

20. Juni 2012
Von
Gedichte lesen

Memory and desire Viele Menschen (nicht alle) haben ein sechstes Sinnesorgan. Ein Sinnesorgan für Kunst, das durch Kunst erregt wird. Es ist höher spezialisiert als die anderen fünf, bei den einen auf die Erregbarkeit durch Musik, bei anderen durch das Bild. Beim Leser von Gedichten ist das Kunstorgan auf Sprache spezialisiert. Der eine bekommt...

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Happy birthday Mr. Wilson

20. Juni 2012
Von
Happy birthday Mr. Wilson

Summer’s gone I’m gonna sit and watch the waves We laugh, we cry We live then die And dream about our yesterday   *** In der Reihe Meine erste Schallplatte würdigte A. J. Weigoni auf KUNO Brian Wilsons Meisterwerk Smile. Die ZEIT verweist auf die Reunion der Beach Boys. Ich werde mir heute Pet Sounds...

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Medienarchäologie

19. Juni 2012
Von
Medienarchäologie

Kulturpessimisten versprechen uns, dass durch das digitale Zeitalter letztlich die Informationen selbst zu ihrem Ende gelangen, entweder weil sie durch einen immensen Sonnensturm gänzlich, schnell und effektiv gelöscht werden (Ja, auch die Backups), oder weil die Datenformate einerseits, die Datenträger andererseits in Zukunft mit nichts mehr kompatibel sind. Die Optimisten verweisen darauf, dass lediglich...

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Meine erste Schallplatte: »Don Juan« von Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick and Tich

18. Juni 2012
Von
Meine erste Schallplatte: »Don Juan« von Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick and Tich

Im Jahr der Revolte wurde ich zehn Jahre alt und kam aufs Gymnasium. Meine Schallplattensammlung bestand aus einer Aufnahme des Sängerkriegs der Heidehasen von James Krüss mit dem großen Franz Muxeneder, der später sein Talent in einschlägigen Filmen wie Liebesgrüße aus der Lederhose oder Unterm Dirndl wird gejodelt verschleudern sollte, in der Starrolle des...

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Liebe ist kälter als der Tod

17. Juni 2012
Von
Liebe ist kälter als der Tod

Laut Ankündigung des Filmfests München (29.06. – 07.07.2012) wartet auf die Besucher ein cineastisches und kulturelles Extraklasse-Bonbon: „Das 30. Jubiläum des FILMFEST MÜNCHEN fällt auf den Monat genau mit Fassbinders 30. Todestag zusammen. Das gibt uns die Gelegenheit, mit einer ganz speziellen Hommage an den wohl bedeutendsten Regisseur zu erinnern, den der deutsche Film...

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auf und zu 13

16. Juni 2012
Von
auf und zu 13

Malerei sei stumme Poesie, Poesie beredte Malerei, hieß es in der Antike, als man über den Wettbewerb der als verwandt betrachteten Künste nachdachte. O ihr lieben Bücher, ihr allein seid freigiebig und freimütig, ihr gebt jedem Bittenden und laßt jeden, der euch treu gedient hat, in die Freiheit ziehen, schreibt im 14. Jahrhundert Richard...

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Schicht am Schacht

15. Juni 2012
Von
Schicht am Schacht

Zu einer Reise durch das Ruhrgebiet der 1920er Jahre lädt die szenische Lesung von Heinrich Hausers Schwarzes Revier am 16. Juni in die Kokerei Hansa ein. Nach einer Einführung durch Andreas Rossmann (Feuilletonredakteur der FAZ) machen sich die Besucher selbst auf den Weg. Dieser führt, mitten durch die denkmalgeschützte Kokerei Hansa, zu Lese-, Klang- und...

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LiteraturClips

14. Juni 2012
Von
LiteraturClips

Wenn es Videoclips gibt, muss auch die Literatur auf die veränderten medialen Verhältnisse reagieren. A. J. Weigoni · 1991 Viel wurde in den letzten Jahren über Popliteratur geschrieben. Ein weithin unbeachteter Aspekt ist dabei, daß maßgebliche Impulse für die Entstehung einer Popliteratur vom Rheinland ausgingen. Am Anfang standen die Autoren und Übersetzer Rolf Dieter...

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EIN BUCH · Aus dem fröhlichen Wohnzimmer in Wien

13. Juni 2012
Von
EIN BUCH · Aus dem fröhlichen Wohnzimmer in Wien

1 Ich beginne EIN BUCH zu lesen, in dem Fritz Widhalm, der gemeinsam mit Ilse Kilic in Wien im fröhlichen Wohnzimmer l(i)ebende cremeschnitteversessene, edierende, filmdrehende, gitarrespielende, kaffeetrinkende, (hör-)bücherschreibende, spazierende, Bücher und Wohnzimmer, die Zeitschrift für unbrauchbare Texte verlegende, videokünstlerische, zeichnende, 1956 in einem kleinen Dorf geborene und seitdem in erster Linie einfach daseiende Mensch,...

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Meine erste Schallplatte – „Good Vibrations“ von den Beach Boys

12. Juni 2012
Von
Meine erste Schallplatte – „Good Vibrations“ von den Beach Boys

Somebody was trying to tell me that CDs are better than vinyl because they don’t have any surface noise. I said listen mate, life has surface noise. John Peel Cousine K. hatte nicht nur einen ganz eigenen Zugang zu Pop: »Die Engländer sind Piraten. Die haben schon immer bei fremden Kulturen geräubert, daher sind...

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Die Kunst ist weiblich. Von der Gunst der Stunde.

11. Juni 2012
Von
Die Kunst ist weiblich. Von der Gunst der Stunde.

Mehr begreift von einem Wesen, wer versteht, dass man dessen „Familienroman“ kennen muss, um sich in seine Eigen-ART einfühlen zu können. Das gilt auch für die kreative Handhabung, die Behandlungsweise bestimmter Materialien, schlicht Kunst genannt. Besondere Geburtsumstände geben dem Wachsenden eine ebensolche Prägung. Wie die Kunst zum Künstler kommt, mag ebenso bedeutend sein wie...

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Calenberger Nacht · Teil 2

10. Juni 2012
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Über die Arten der Müdigkeit Wir wechseln die Straßenseite und fahren eine halbe Ewigkeit an den hiesigen Stadtwerken vorbei, bis das nächste Haus kommt. Dann zwei Häuser gar nichts und im nächsten eine mickrige HAZ. In dem Stil geht das weiter, und ich würde so gern beim Arbeiten dösen. Aber Knust redet die ganze...

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Apologie des konservativen Museums

9. Juni 2012
Von
Apologie des konservativen Museums

Eine Antwort auf Orhan Pamuks „bescheidenes Museumsmanifest“ Im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung veröffentlichte der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk unter dem Titel „Ein bescheidenes Museumsmanifest“ elf Thesen bzw. „Gedanken“ über die Zukunft der Institution Museum. Pamuk fordert in seinem Manifest eine neue Herangehensweise an die Museumsaufgaben des Sammelns und Bewahrens – vom Großen hin zum...

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In eigener Sache

Das Magazin Kulturnotizen (KUNO) reflektiert entstehende Kunst, Musik und Poesie + Online-Archiv. Mehr Informationen.

630 – Booklet

Mit den Vignetten definierte A.J. Weigoni eine Literaturgattung neu. Das von Tom Täger und Peter Meilchen flankierteRe:make erfolgt zur Jahresgaben-Ausstellung des Kunstvereins Linz (15. Dezember, ab 16:00 Uhr) als Booklet 630.

Künstlerbücher + Curiosa

Zum Thema Künstlerbucher hier ein Essay. Vertiefend das Kollegengespräch von A.J. Weigoni mit Haimo Hieronymus über Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.

Ein Gesamtkunstwerk

Das lyrische Gesamtwerk von A.J. Weigoni im "Schuber"

Jeder Band aus dem Schuber von A.J. Weigoni ist ein Sammlerobjekt. Und jedes Titelbild ein Kunstwerk! KUNO fasst die Stimmen zu dieser verlegerischen Großtat zusammen.

Ohrenzwinkern

Coverphoto: Leonard Billeke

Die Germanistik erweist sich dem Rundfunk gegenüber als schwerhörig. Dieser „déformation professionelle“ entkommt die Reihe MetaPhon. Hier sind Facetten der multimedialen Kunst zugänglich.

Twitteratur

Ein Essay über die Literaturgattung Twitteratur. – Poesie ist ein identitätsstiftende Element unsrer Kultur, lesen Sie auch KUNOs poetologische Positionsbestimmung.

Rückspiegel

Edition Das Labor

Die ausführliche Chronik des Projekts Das Labor lesen sie hier. Eine Übersicht über die in der Edition realisierten Künstlerbücher, Bücher und Hörbücher finden Sie hier.