Eine Erinnerung an Heinz Pototschnig

 

Ein kleines Haus in Maria Gail in Kärnten, nahe bei Villach – Begegnung mit Heinz Pototschnig in den ganz frühen Sechzigerjahren. Mit irgendwem bin ich dorthin gegangen; vielleicht mit meinem kärntnerslowenischen Freund Valentin Oman, der ja aus St. Stefan/Finkenstein, slowenisch: Mallestig (abgeschafft!), stammt und noch immer dort lebt. In erinnere mich an den Pototschnig als an einen großen, kräftigen Mann mit einem mächtigen Schnauzbart und fülligem, schwarzem Haar. Ich habe ihm damals ein paar Gedichte gebracht. Er war der Herausgeber der Literaturzeitschrift „Der Bogen. Dokumente neuer Dichtung“. Darin waren später dann auch zwei oder drei Gedichte von mir abgedruckt, eine meiner ersten Zeitschriftenpublikationen. Im Kreis um Pototschnig war auch der verstorbene Kärntner Dichter und bildende Künstler Hans Leeb, der nun seinen hundertsten Geburtstag hätte. Aber auch junge Talente scharten sich um ihn, waren in diesem Dichterkreis. Ich erinnere mich dabei an Werner Kofler und an Gert Jonke. Irgendwann war es mit dem „Bogen“ wieder vorbei. Dr. Pototschnig war ja hauptberuflich als Arzt tätig und schrieb auch selber einiges, was heute leider längst vergessen ist.

 

 

***

Schriftstellerbegegnungen 1960-2010 von Peter Paul Wiplinger, Kitab-Verlag, Klagenfurt, 2010

Wiplinger Peter Paul 2013, Photo: Margit Hahn

Weiterführend → KUNO schätzt dieses Geflecht aus Perspektiven und Eindrücken. Weitere Auskünfte gibt der Autor im Epilog zu den Schriftstellerbegegnungen.
Die Kulturnotizen (KUNO) setzen die Reihe Kollegengespräche in loser Folge ab 2011 fort. So z.B. mit dem vertiefenden Kollegengespräch von A.J. Weigoni mit Haimo Hieronymus über Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier. Druck und Papier, manche Traditionen gehen eben nicht verloren.

Post navigation