Archiv: Dezember 2013

Gift des Vergessens

31. Dezember 2013
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Gift des Vergessens

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Der VerDichter

30. Dezember 2013
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Der VerDichter

Die Aura der Poesie ist nicht allein zwischen Buchdeckeln gut aufgehoben. A.J. Weigoni erlag der Faszination des Mediums Radio in seinen Kindertagen, als der Rundfunk zu einem Zauberinstrument des Wortes wurde, zur akustischen Probebühne der Poesie, zum Atem der Vernunft. Er saß vor einem Rundfunkempfangsgerät mit Tigerauge wie vor einer Kultstätte und vergaß, als er...

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Poetische Materialisten

29. Dezember 2013
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Poetische Materialisten

Aber ist es denn einerlei, die oder der Natur nachzuahmen, und ist Wiederholen Nachahmen? Eigentlich hat der Grundsatz, die Natur treu zu kopieren, kaum einen Sinn. Da es nämlich unmöglich ist, ihre Individualität durch irgendein Nachbild zu erschöpfen; da folglich das letzte allezeit zwischen Zügen, die es wegzulassen, und solchen, die es aufzunehmen hat,...

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Remixen ist eine Autorenangelegenheit

29. Dezember 2013
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Remixen ist eine Autorenangelegenheit

Einen Remix zu basteln ist in der Popmusik gang und gebe. Stephan Flommersfeld hat das Selbe mit der “Letternmusik” von Weigoni gemacht. Die Fertigstellung seines Remix’ ist gebunden an den Umstand, daß das Ganze wiederum „Sinn“ macht, das unterscheidet den Remix von  Flommersfeld von einem schlichten Remake und gar vom Recycling: Remixen ist hier...

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Über Schiller

28. Dezember 2013
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Über Schiller

Das Große feiert sich selber. Wenn man es nennt, so ist es, als nennt man den Namen erhabener Berge und gewaltiger, über dem Meer getürmter Städte vor denen, die dort waren, und eines mehreren bedarf es nicht. König Philipp und der Großinquisitor. Das Hinausgehen Maria Stuarts zum Tode, an Leicesters Arm. Die Reden der...

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Alles im Arsch

28. Dezember 2013
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Alles im Arsch

„Maria Stuart“ von Friedrich Schiller   Königin Elisabeth steigt als Glamour-Star die steile Treppe zur Show hinab. Die Show ist die Staatspolitik. Irgendwie stimmt das ja auch. Die Minister benehmen sich wie die feinen Zuhälter der sogenannten freien Wirtschaft. Na gut. Sie nehmen der Königin das Blech von der Seele und stellen es scheppernd...

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Notizen zu Friederike Mayröckers Werk nach 2000

26. Dezember 2013
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Notizen zu Friederike Mayröckers Werk nach 2000

ihre dichtung hat eine meinen hals ausrenkende höhe erreicht, die so sehr weiter zu steigern ihre absicht ist, daß sie das alter von 150 zu erreichen proklamiert hat. Ernst Jandl 1 Zurück vom rundweg ›himmlischen‹ Gang durch weißen, schweigenden Wald mit ›unheimlich‹ wirkenden Fern­blicken, bei dem uns das allu­sionäre · bild­starke · cha­ris­mati­sche ·...

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Lauschender Leser und redender Schreiber

26. Dezember 2013
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Lauschender Leser und redender Schreiber

Der Kritiker hasst den Dichter. Weil er wohl seine schwierigen, nicht aber seine einfachen Sätze versteht. Gerhard Falkner Yippie, Yippie, Yeaaaaah! Die Edition YE wurde im November 1993 gegründet, KUNO bewundert dieses Durchhaltevermögen und zählt nochmal kurz durch:  20 Jahre Kunstschachtel YE, Lyrikzeitschrift Faltblatt, Lyrikreihe und Editionen mit visueller Poesie – und vor allem:...

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Wohlbefinden

25. Dezember 2013
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Wohlbefinden

Im Allgemeinen ziehe ich die Dusche dem Wannenbad vor. Warum erstere im Spätkapitalismus – zum Beispiel als Zeit und Ressourcen sparend – zweiteres als Form der Körperreinigung weitgehend verdrängt hat, wäre gewiss einer eigenen Betrachtung wert. Gleichwohl erlebt das Bad seit Jahren eine Renaissance. Im heimischen wie im außerhäuslichen Bereich dient es freilich nicht...

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Ein Weihnachtsengel

24. Dezember 2013
Von
Ein Weihnachtsengel

Mit den Tannenbäumen begann es. Eines Morgens, als wir zur Schule gingen, hafteten an den Straßenecken die grünen Siegel, die die Stadt wie ein großes Weihnachtspaket an hundert Ecken und Kanten zu sichern schienen. Dann barst sie eines schönen Tages dennoch, und Spielzeug, Nüsse, Stroh und Baumschmuck quollen aus ihrem Innern: der Weihnachtsmarkt. Mit...

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:

23. Dezember 2013
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  Noch   So lang sich zu fassen Dorn im rücken Pfeile an den Handgelenken so lang bis dich nichts mehr aufspießt wenn meine Fingerkuppen gegen deinen Nacken drücken bis die Worte heraus rollen wollen die sagen komm her so lang du kannst     ***   Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer...

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Weltall im Krähwinkel

22. Dezember 2013
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Weltall im Krähwinkel

O Du geliebtes Bayreuth, in das ich wie in einen Himmel fuhr. Wer Jean Paul (1763 – 1825), diesen ketzerisch-romantischen Überflieger für die deutschsprachige literarische Öffentlichkeit im 21. Jahrhundert „verständlich“ machen will, der sollte in der, wie stets im Lilienfeld Verlag anschaulich gestalteten Publikation mit dem als Nachwort abgedruckten Beitrag von Ulrich Holbein beginnen....

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Erschriebene Unendlichkeit

22. Dezember 2013
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Erschriebene Unendlichkeit

Er aber steht geduldig an der Pforte des 20. Jahrhunderts und wartet lächelnd, bis sein schleichend Volk ihm nachkomme. aus der Denkrede von Ludwig Börne Johann Paul Friedrich Richter, als Schriftsteller Jean Paul genannt, der aus ärmlichen Verhältnissen kam und zum berühmten Mann wurde, dessen Ruhm einst den von Goethe und Schiller überschattete, der...

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Mittelachsenlyrik

21. Dezember 2013
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Mittelachsenlyrik

Es ist sozusagen ein negativer Parnass, den er aufstellt und den er dann auch füllt. Er hat einen großen Entwurf gemacht, der Risse hat, der aber da als ein großartiger Entwurf immer noch steht und immer noch nicht wahrgenommen wird. Helmut Heißenbüttel In diesem Jahr jährte sich der 150. Geburtstag von Arno Holz. KUNO...

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An Arno Holz

21. Dezember 2013
Von
An Arno Holz

Ferdinand Avenarius schreibt in seinem Blatt: Ich bitte diejenigen unsrer Leser, die Arno Holz nützen, und die Arno Holz für uns nutzbar halten wollen, an den Kunstwart-Verlag (München, Georg D. W. Callwey, Finkenstr. 2) eine freundlich bemessene Spende mit der Beifügung: ›Für Arno Holz‹ zu senden. Dorthin seien auch die Leser der ›Schaubühne‹ gewiesen....

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Referenzuniversum

20. Dezember 2013
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Der Historismus stellt das ,ewige‘ Bild der Vergangenheit, der historische Materialist eine Erfahrung mit ihr, die einzig dasteht. Er überlässt es anderen, bei der Hure ,Es war einmal‘ im Bordell des Historismus sich auszugeben. Er bleibt seiner Kräfte Herr: Manns genug, das Kontinuum der Geschichte aufzusprengen. Walter Benjamin Versatzstücke, Fleckerlteppiche. Was war Kunstproduktion jemals anderes...

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Die demolirte Literatur

20. Dezember 2013
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Die demolirte Literatur

Wien wird jetzt zur Grossstadt demolirt. Mit den alten Häusern fallen die letzten Pfeiler unserer Erinnerungen, und bald wird ein respectloser Spaten auch das ehrwürdige Café Griensteidl dem Boden gleichgemacht haben. Ein hausherrlicher Entschluss, dessen Folgen gar nicht abzusehen sind. Unsere Literatur sieht einer Periode der Obdachlosigkeit entgegen, der Faden der dichterischen Production wird...

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Sind wir nicht alle ein bisschen COPY & Paste?

19. Dezember 2013
Von
Sind wir nicht alle ein bisschen COPY & Paste?

Mit der These, dass wir immer schon in Zitaten reden, wenn wir den Mund aufmachen, operiert die ganze postmoderne Intertextualitäts-Theorie. Neue Zürcher Zeitung Nehmen wir einfach ein bisschen Roche, weil es mir gerade so kommt, in den Kopf – nicht die Hämorrhoidengeschichte, dergleichen wird bei Bukowski besser emotionalisiert – sampeln wir mit Nuancen aus...

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… und fürchte mich immer noch vor der Schwarzen Köchin

18. Dezember 2013
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  Kritik einer vernichtenden Verurteilung: Matthias Hagedorns Essay „Verabschiedung der Gebißträger“   Natürlich hat Günter Grass einen schweren Fehler begangen, seine Jugendsünde, die Zugehörigkeit zur Waffen-SS, zu verschweigen. Ich bedauere das. Sein viel zu spätes Bekenntnis finde ich schwach und in mancher Hinsicht nicht selbstkritisch genug; vielleicht konnte aufgrund mangelnder Entschiedenheit auch die literarische...

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Verabschiedung der Gebißträger

18. Dezember 2013
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Smells like Gerontokratie Die Frage muß erlaubt sein, ob Autoren nicht wie jeder andere Mensch auch ein Recht auf Rente haben. Ob nicht einmal die Zeit kommt, da aus den immer wieder apostrophierten „Altmeistern“ einfach nur alte Männer geworden sind. Ob kreative Visionen nicht auch ein Verfallsdatum haben. Wir dürfen uns das fragen, denn...

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Findet das Heute überhaupt statt?

17. Dezember 2013
Von
Findet das Heute überhaupt statt?

Think befor you read. – Müssen Sie sich diesen Essay nicht ausdrucken? Sparen Sie sich Verspannungen am Bildschirm. Ich sitze auf dem Sessel in der Küche und versuche, durch geschickte Körperhaltung, meine nackten Extremitäten nicht aneinanderkommen zu lassen. Das Thermometer im Regal zeigt 35°C an und ich überlege, ob ich fürs Schreiben wirklich den...

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Unsere Welt ist eine Welt der Maschine. Wir leben inmitten von Maschinen

16. Dezember 2013
Von
Unsere Welt ist eine Welt der Maschine. Wir leben inmitten von Maschinen

Die Maschinen vermehren sich viel schneller als die Menschen, fast schon zwingen sie uns dazu, sich mit ihnen zu beschäftigen… in wenigen Jahren werden wir ihre kleinen Sklaven sein. Die Künstler sind die einzigen, die die Menschheit vor dieser Gefahr bewahren können. Die Künstler müssen sich für Maschinen interessieren, die romantischen Pinsel, die staubige...

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Dystopische Zukunftsforschung

16. Dezember 2013
Von

Information ist entfremdete Erfahrung. Jaron Lanier Nur einmal kurz angenommen, das Internet wäre ein reales Abbild der Geistesverfaßung, dann fehlt den Menschen zu Beginn des 21. Jahrhunderts vor allem: Ein Bewußtsein für die Realität. Mit Cyberspasz, a real virtuality dekodiert A.J. Weigoni die Postmoderne: Wo sie post ist und er geschichtliche, ideologische Differenzen hinter sich...

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In eigener Sache

Das Magazin Kulturnotizen (KUNO) reflektiert entstehende Kunst, Musik und Poesie + Online-Archiv. Mehr Informationen.

630 – Booklet

Mit den Vignetten definierte A.J. Weigoni eine Literaturgattung neu. Das von Tom Täger und Peter Meilchen flankierte Re:make erfolgt zur Jahresgaben-Ausstellung des Kunstvereins Linz (15. Dezember, ab 16:00 Uhr) als Booklet 630.

Künstlerbücher + Curiosa

Zum Thema Künstlerbucher hier ein Essay. Vertiefend das Kollegengespräch von A.J. Weigoni mit Haimo Hieronymus über Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.

Ein Gesamtkunstwerk

Das lyrische Gesamtwerk von A.J. Weigoni im "Schuber"

Jeder Band aus dem Schuber von A.J. Weigoni ist ein Sammlerobjekt. Und jedes Titelbild ein Kunstwerk! KUNO fasst die Stimmen zu dieser verlegerischen Großtat zusammen.

Ohrenzwinkern

Coverphoto: Leonard Billeke

Die Germanistik erweist sich dem Rundfunk gegenüber als schwerhörig. Dieser „déformation professionelle“ entkommt die Reihe MetaPhon. Hier sind Facetten der multimedialen Kunst zugänglich.

Twitteratur

Ein Essay über die Literaturgattung Twitteratur. – Poesie ist ein identitätsstiftende Element unsrer Kultur, lesen Sie auch KUNOs poetologische Positionsbestimmung.

Rückspiegel

Edition Das Labor

Die ausführliche Chronik des Projekts Das Labor lesen sie hier. Eine Übersicht über die in der Edition realisierten Künstlerbücher, Bücher und Hörbücher finden Sie hier.