Monat: Mai 2006

Wolfszeit

Terres … ist hart und grenzgängerisch, aber das ist die Eiszeit (oder, ins Heute gedreht: die Wolfszeit) auch. Im Angesicht des Neoliberalismus wird man als Schamane nur eine extreme Position beziehen können, alles andere geht wahrscheinlich unter im Brei. Freundlichkeit…

Uschtrin

„Keine Zeit bedarf so sehr des Dichters wie jene, die ihn entbehren zu können glaubt.“ (Jean Paul) Glaubt unsere Zeit, die Dichter entbehren zu können? Lesenswerte lyrische Stimmen unterschiedlichster Art gibt es jedenfalls reichlich. Und Leser? Jemand, der im Netzwerk der Literatur sehr…

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  den Frost bringt der Wind zur Welt den Trost hält das Kind in den Händen das Blatt kann den Ast nicht zertanzen die sonne hat sich ins Meer verliebt während Formen einander spielgen das Krächzen des Kranichs das sich…

Ach

Ich denke oft, wir leben alle gar nicht wirklich, wir sind nicht richtig in der Welt, weil wir heute anders sind als gestern, denke ich, und morgen schon wieder anders als heute. Gestern ist eben gestern, und heute heute. Und…

Garten der Geschwister I

Vor zwei Stunden hatten sie die Stadt verlassen. Richard lenkte den grauen Toyota durch die Nacht. Er fuhr ruhig und ohne Hast. Sie waren in diesem Augenblick in Sicherheit, in Sicherheit vor der Vergangenheit und vor der Zukunft. Seine Hände…

An der Saale

Goldene Drift im herbstlichen Gleichklang der Schritte: Sonst legt Stille dich fest: an den verlassenen Rändern Des Flusses, wo dich das Ufergras einschnürt. Düster und baumlos sind unsere Träume, aber hier Stehen sie noch, geduckte Gefährten, groß und Spröde vor…

Nachts

werde ich sanft. Meine Wut ruht in der Ecke wie eine gefallene Krücke. Nachts werde ich Kind. Ein Frosch führt mich bis an den Rand des Märchens. Nachts über- flutet das Meer mich. Weinberge dringen in mich ein. Nachts hab…