Autor: Angelika Janz

Tod auf Stelzen

AJ gewidmet   Er war müde. Seine Weltmännerschritte überquerten die gleichmütig entfaltenen Architekturen städtischer Lethargie.   Dann schrie er.   Weltmanns genug, im letzten Scheitern die Spitzel in den prokastinösen Gehäusen halb über halb unter sich mit irren Wortgeräuschen aus…

Freiheit

  Die gesamte Unterkellerung des Bahnhofsgebäudes übernehmen die Zugänge zu den U-Bahnen. Dort finden sich dann auch alle zwanzig Meter blaue Hinweisschilder mit weißer Aufschrift. Diese bezeichnen nicht nur die Ein und Ausgänge des Bahnhofs nach Himmelsrichtungen, sondern auch städtische…

Geruchsbelästigung

  Er bemerkt hinter den sauber drapierten Gardinen wohleingerichtete Zimmer und auf den Fensterbänken Pflanzen sowie Anzeichen von Nahrungszubereitung. Beim Klappern von Geschirr zuckt er zusammen. Er heftet den Blick auf die ansteigenden Kleingärten hinter dem Haus, die hauptsächlich aus…

Die Wartegänge sind blau gekachelt

  Je später es wird, desto lautloser vollstreckt sich das Kommen und Gehen. Wer sich hier aufhält, ist spürlos da. Als sie sich auf das Band der Rolltreppe stellt, um in den U-Bereich hinab zufahren, fällt sie der Gedanke an,…

Faulgase

  Abwärts zur Rechten plötzlich ein weitläufiger Ziegelgepflasterter Platz, an dessen Peripherie die gedrungene Bruchsteinkapelle, deren Bild den befreiten Blick sofort wieder verschließt. Das Fehlen von Kultgegenständen und Symbolen im Umfeld der Stätte versöhnt nicht ganz fremd bezieht sie sich…

Unterwegs trifft man viel Fremdes

  Hätte sie in der Mitte der Straße begonnen, hätte sie das Kommende rückwärtig anschreiben können. Sie hätte sich in der Zusicherung bewegt, schreibend das Ende der Straße zu erreichen. Der rückwärts getriebene Anfang hätte von der Mitte her sein…

Kreide

  Sie schreibt mit Kreide unvollendete Geschichten auf die Gehwege der Stadt. Es sind Geschichten, die noch keiner erlebt hat, weil sie unbedeutend sind, es sind Geschichten, bei denen man nicht weiß, an welcher Stelle etwas geschieht. Als ihr kalt…

Übungen für Correctless

  Der Gender Der Icher Der Selbster (innerer) Die Gendie Die Ichin Die Selbstin Die Selbstinnen Das Gen das Das Ich es Das Selbst es … Die Duin Der Duer Die Sieer Die Sieerinnen Die Wirinnen Die Wiraußen Die Wirer…

Sand

  Sie möchte die Wohnung mit Sand ausstreuen. Sie möchte schon beim Gehen durch die Wohnung den aufsteigenden Ekel zu seinem vergessbaren Höhepunkt treiben. Während sie die Wohnung mit feuchtem Sand ausstreut, denkt sie an das Zusammenfegen des verkoteten Sandes…

Ein Weiß

  Weiterführend → Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer…

Unregelmäßigkeiten in der Geschichte

  Sie trifft Vorbereitungen zum Vollzug ihrer Gewohnheiten, aber während sie schon unwillig dabei ist, entdeckt sie die Unregelmäßigkeiten in der Geschichte ihrer Gewöhnungen. Sie will sofort enden, sie ist wie gelähmt: einzige Bewegungen, die daraus erlösen können, scheinen gerade…

EISKELLER

  Vom Eiskeller, der sich nur noch durch die altertümliche Aufschrift EISKELLER über einem mit Abfall verstopften Kellerschacht in Erinnerung bringt, führt die Straße parallel zu den Straßenbahngleisen in Kurven abwärts und fällt jäh ins Grüne ein. Eine breite, gut…

Litfaßsäule

  Das ungewohnte Geschehen draußen, das sich nur durch einen schmalen, belanglosen Ausschnitt mitteilt, versetzt sie in jene leise Panik, die sie schon bei der Besichtigung der Wohnung befallen hatte. Der bedrohliche Gedanke, dass man sich an ALLES gewöhnen könne,…

Weltbildfragment

  Weiterführend → Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer…

Sie fragt erst gar nicht

  Sie fragt erst gar nicht, warum sie nicht verzweifelt. Da sie der Ansicht war, dass das, was gegenwärtig geschah, für sie wohl kaum Erinnerungswert haben dürfte, begann sie, Geschichten aufzuschreiben, deren Ende sie vorsätzlich nicht absehen wollte. In diesen…

Ihr Klang

  Weiterführend → Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Zeichen des Aufbruchs

Sie nimmt die Gegend, in der sie seit ein paar Monaten lebt, aufgrund von Erinnerungen wahr. Sie glaubt, dass hier alles Mögliche auf sich warten lässt. Auf das Eintreffen von Gegenwärtigem wartet sie nicht, sie sperrt sich den Vorkommnissen der…

Beachtenswertes

Getrennt voneinander stellte sie sich zur gleichen Zeit zwei Fragen: Was ging außerhalb des Hauses, im stumpfen Blickwinkel zweier Straßen, vor sich? (Sie vernahm draußen laute Stimmen in einer fremden Sprache.) Was sollte geschehen, nachdem sie Vorbereitungen getroffen hatte für…

Naht Lähmung

  Weiterführend → Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Nach dem Lesen der Geschichte

  Nach dem Lesen der Geschichte die Geschichte selbst aufspüren. Man zögert nicht, den nächstbesten Zug zu nehmen, im Abteil die Fahrkarte nachzulösen, die eine Wahl des Ausstiegs an 2 Bahnhöfen offen lässt. Das bisher mitgeführte Buch wird am Aussteigebahnhof…

Vor der Absperrung

  Vor der Absperrung prüfte sie den Inhalt noch einmal durch den geschlossenen Umschlag. Sie fixierte das Gesicht hinter der Verglasung, das von der Gestik routinierten Hinüberlangens beherrscht wurde: sie schob das Kuvert mit dem von ihr angefertigten Orientierungsplan durch…

Die Böschung steigt leicht an

Die Böschung steigt leicht an. Dahinter, so die Angabe, sei das MEER. Mit dem Salzgeschmack auf en Lippen, und die bunten Zelte überall verteilt unterem Eukalyptus, und auf den roten Wegen fremdbedruckte Papierfetzen. Der Name für diese Gegend ist WILD,…

Erzähl mir die Geschichte

Erzähl mir die Geschichte, dazwischen die Geschichte, die erzählt. Ebene dehnt sich, rede. Winziges Gefälle, abwegiger vom Lauf. Sichtbares beim Nacherzählen? Die Gedankenfolge als scheinbare Kette von Folgegedanken, wer schneidet mit, reiht auf? Die Wahl hemmt, das Entschiedene bleibt das…

Die Dicke

Die Dicke, die Aufgeschwemmte und die Andere sind Schwestern. Alle drei tragen grüne Hüte mit welken Federn auf Strohhaar. Im Wechsel zitieren zwei sich gegenseitig; hinter dem Rednerpult sind sie nur halb zu sehen. Ihre Sprache ist einseitig, ja, einfach,…

Am Dorfeingang

Am Dorfeingang mit Hallo wie sie  schwitzten. Rein in die „Ecke“! Gegen Früher ist alles anders, da sind nicht mal Abdrücke auf den alten Fotos. Dass sich im Umkreis der Körper kaum was bewegt von uns weg: nur noch frontal…

Die Kolonne der schwankenden Heuwagen

Die Kolonne der schwankenden Heuwagen auf dem Feldweg  gegen einen Gewitterhimmel – und irgendwann holpert die Schmalspur abschüssig runter zum Hoftrakt. Die TEform des Hoftraktes, im Schnittpunkt Fliegentisch, Steinboden mit Zaunmuster. Das Klima drinnen schält und löst sich aus 2…

Wir segeln auf dem Strich

Wir segeln auf dem Strich dahinten, eher früher. Wohin geht’s, mit dem Kreuz auf der Karte? Es ist kühler geworden, darum sichte  wir auf Mittelgrund und verständigen uns nicht weiter per Megaphon mit den Eingeborenen. Und wieder eine Weile wieso…

Für die nächsten Tage

Für die nächsten Tage hat die ABTEILUNG eine Bergwanderung angemeldet. Unter Aufsicht wird gewürfelt, zu welcher Zeit die Pause eingelegt werden soll. Dann wird eingeteilt, in Kartenleser, Kartengeher und Kartenzeichner. Man sammelt sich an dem PUNKT, wo die Kartengeher  von…

Hin- und Rückweg

Hin- und Rückweg mit den gleichen Gedanken gehen.  Einschließend Ausgangsort/Zielort. Da hat sich was verändert, das Namensschild stimmt nicht (mehr), der denkbare Name hat einen falschen Klang. Das Klima war herbstlich ganz unterschiedlich. Aus den Fenstern am Weg drangen Gerüche…

Wann

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Wohin geht’s des Weges

Wohin geht’s des Weges  Dorthin wo der Pfeffer (noch) wächst  Dorthin wo’s langgeht  wo’s in Hülle & Fülle  Ausnahmen gibt Wo mit dem letzten Schritt endlich alles, was fern – zurückliegt vor Verwunderung dir aus den Augen springt *** fern,…

Unter dem Viadukt seid ihr hergegangen

Unter dem Viadukt seid ihr hergegangen, niemand hat  euch dort erwartet, trotzdem seid ihr hergegangen, unter dem Viadukt, weil’s der längere Weg war. Übers Wasser seid ihr gegangen auf sorgfältig gezimmerten und beschrifteten Flößen unter den Schritten. Viamala hat’s geheißen,…

Die Grundlosigkeit beim Auftreten

Die Grundlosigkeit beim Auftreten eine Wegstrecke lang. Abwechselnd hintereinander gehen sie, ohne in die Spur des Anderen zu treten. Dabei empfindet jeder anders; unter Vermeidung der Bewusstwerdung. Abwechselnd hintereinander gehen sie, ohne in die Sur des Anderen zu treten. Dabei…

Auf dem Feldweg hinterm Haus

Auf dem Feldweg hinterm Haus ist der Horizont begehbar. Er schiebt sich mit jedem Schritt tiefer in die eigene Geschichte hinein. Er füllt die Vermutungen auf, dass sie sich in beharrliche Anweisungen wandeln: nicht stehenbleiben, nicht weitergehen, nicht wach werden,…

Wenn sie

Wenn sie, wie seit Jahren, an ihrem bäuerlichen Provinzbild stickt – jeden Abend – denke ich mir Redensarten aus, die ihr Kraft zum Weitermachen geben. Sie wehrt sich, wenn ich ihr ernst will.- Ich messe die Fläche unseres Hauses aus,…

Warte, bevor gerade deswegen

Warte, bevor gerade deswegen. Und einmal sitzt er und einmal steht er nicht. Warte aber es zieht sich. Keine Beantwortung. In der Steigerung MITTE blind genug nun gut. Aus dem Rahmen das Glas auf die Straße der Bruch in den…

Keine künstlerische Position

  Anmerkung der Redaktion: Das 30. Jahr, ist fast überstanden. KUNO dankt allen Lesern und Künstlern, die uns Mut gaben, auch am 1. Januar weiterzumachen. Erinnerung wird zunehmend auf neue Technologien ausgelagert. Das Grundproblem der Erinnerungskultur, der Zeugenschaft, der Autorschaft,…

DIESES ZIMMER*

DIESES ZIMMER* mit den drei abgerundeten Fenstern auf drei Straßenrichtungen hinaus, dieses Zimmer ohne Möbel, dieses weiße, halbleere Zimmer, die künstlichen Lichtquellen rundum, in eine von acht Ecken der Ofen gedrängt, fürs Auge von Büchern die Regale dicht, da stehn…

Wir, wenn wir im Carrè das Wirkliche umbilden

Wir, wenn wir im Carrè das Wirkliche umbilden: in Wirkliches mit dem Kleinen Unterschied von den Gesten her.  Wir, das Carrè aus Gesprochenem,  in die Wirklichkeit das Carrè geschnitten/im  Augenblick blüht das Carrè.  Mensch, wir mit dem kleinen Unterschied im…

Sie beobachtet sich selbst

Sie beobachtet sich selbst, ohne sich beobachtet zu fühlen. ER beobachtet sie, ohne sich dabei beobachtet zu fühlen. Jemand beobachtet die beiden, wobei er dem Trugschluss der Selbstbeobachtung verfällt. Er vergewissert sich des Aussichtspunktes, von dem aus er die beiden…

Geballte Ladung

  Weiterführend → Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Hinterher war ihnen

  Hinterher war ihnen am Runden Tisch die Formel gekommen, von der sie, ohne sie nennen zu können, unterwegs beherrscht worden waren. SIe fingen an, sich gegenseitig zu zählen. Wer sich selbst mitzählte, hatte sich verzählt, wer sich ausließ, hatte…

Unter der Überdachung

Unter der Überdachung hielten wir uns wie lange keine Stunde auf bis der Regen nachließ wie angekündigt. Unter der Überdachung untersuchten wir unsere Kleidung nach Überresten aus der Zeit vor dem Regen. – Wir fragten uns gegenseitig nach den Beweggründen…

Unter dem Druck

Unter dem Druck konnten wir den Erinnerungen nicht widerstehen. Während wir dicht zusammendrängten, enthoben wir uns unseren Erinnerungen, indem wir Stegreif neue formulierten.  Dieser Abend hatte leichte Stimmung im Raum war’s kühl wir konnten ausweichen wir spielten was erst geschehen…

Die Unterbrechung wurde registriert

Die Unterbrechung wurde registriert, als anhielt, was geschah. Die Dauer des Vorgangs hatte etwas Irritierendes: Wäre etwas abzusehn gewesen, wäre man aus dem Zimmer gegangen ins Freie zur Bushaltestelle mit der Absicht,alle Wartenden ins Zimmer zu bitten, um sich ein…

Die Zeit über hat man das Gefühl

Die Zeit über hat man das Gefühl, man lenke, ohne spürbaren Nachdruck, den Gang des Geschehens. Je tiefer man in Widersprüche gerät, sie aber durchhält, ohne zu wissen, warum, desto weniger ist ein Rückzug in die entgegengesetzte Richtung vermeidbar, und…

Zur Einladung erscheinen

Zur Einladung erscheinen, mit verbundenen Händen und Augen.  Niemand von den Anwesenden darf beim Eintritt berührt werden, keiner darf genötigt werden, einen anzusprechen.  Man selbst spricht nicht, bewegt aber den Mund w i e  zum Sprechen. Die gebundenen Hände, zur…

Von den Häuserzeilen

Von den Häuserzeilen, terrassenförmig ansteigend, waren Stimmen zu hören, Stimmen, die darauf schließen liessen, dass sie aus den Höfen kamen. Die Hofstimmen schichteten sich übereinander wie die Häuser und die Ebenen unter ihnen.  Von den untersten Häusern kamen die lautesten…

Vernunft

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Vor der Absperrung

Vor der Absperrung prüfte sie den Inhalt noch einmal durch den geschlossenen Umschlag. Sie fixierte das Gesicht hinter der Verglasung, das von der Gestik routinierten Hinüberlangend beherrscht wurde: sie schob das Kuvert mit dem von ihr angefertigten Orientierungsplan durch den…

Oje der Alte Dichter 

Oje der Alte Dichter  wird müde. Er wechselt sich ab mit Schreiben und Vorlesen des Geschriebenen. Seine Stimme wird immer lauter und unkenntlicher dabei. Sein Blick pirscht sich gezieltem Leseblatt vorbei zum Fenster. Draussen wird eine Plakatwand erneuert; er zählt…

Sie konzentrierte sich

Sie konzentrierte sich auf den vor dem Portal hinter einer Glasplatte ausgehängten STRECKENPLAN. Sie fuhr die Konturen des Sees mit dem Zeigefinger ab, sie hatte Mühe, nicht dort, vor dem Gefälle des Stauwehrs aufzutauchen, sie unterschied nicht mehr zwischen dem…

Vielleicht ist sie deshalb so unruhig

Vielleicht ist sie deshalb so unruhig, weil sie den Überdruss spürt, der ihrem Instinkt zuwider geht. Das Tier schleicht nicht mehr spielt nicht. Das Fell wächst sich zur Verkleidung aus. Es ist eingeschlossen, das Tier, in einen willkürlich von außen…

Eine Person ist ein Gegenstand ohne Halt

Eine Person ist ein Gegenstand ohne Halt. Eine Person ist DELTA, wenn sie als Gegenständliche ohne Halt sich der Willkür von Unterscheidungen öffnet. Eine Person ist ein Haltgegenstand, wenn sie DELTA von allen Unterscheidungen freigibt. Eine Deltaperson ist ein Halt,…

Das kleine Schaufenster gegenüber

Das kleine Schaufenster gegenüber, die bunt angestrahlten Attrappenteile, etwas, vom Fenster aus gesehen, das darüber liegt, und das Schaufenster durchschaubar macht durch kleine Schnitte , Schnitte sagen wir mal, in der Netzhaut: Leg ich ein paar Zeichnungen „in Gedanken“ darüber…

Die Erinnerung

Die Erinnerung, als Schnee lag. Sieh, da beugen sich Statuen im Park über einen Brunnen, Eiszapfen wachsen aus den Augen zum Rand hin. Fühlst du das  vertraute  Knistern, Rascheln und leise Bröseln der Blätter zwischen kältesteifen Fingern, während im dünnen…

Dass wir immer noch vom Entdecken sprechen

Dass wir immer noch vom Entdecken sprechen. Mit den Worten wird nichts, die sich greifen, gegenseitig. Von den Augen abgesehn verdöstet Erinnerung auf das Viele. Wenn wir ausgehn vom  Ding, sind wir allein. Wenn wir absehn vom Ding, hat uns…

Sich gegen den Widerstand

Sich gegen den Widerstand, den eigenen zur Wehr setzen, beim Tauchen. Mit den Füßen am weitesten weg von der Erde, das Ufer in Kopfnähe. Flink die Stromschnelle, und nicht vergessen: das Atmen! Die BiIder da unten sind ohne Fassung, sie…

Wenn der Frühling im Land

Wenn der Frühling im Land mit der Schleuder ins Feld im Rücken den Ziegelschornstein. Wir spalten und dreimal: In die Kugel die Halbkugel den Kreisausschnitt Böse Bilder rächen sich auch später nicht aber spätestens. In der Nacht würgt MADONNA, die…

Wie gestochen das Bild

Wie gestochen das Bild mit viel Grün drin der ganze Bilderbogen unversehrt aber das sticht raus. Wieder was rübergerettet wieder nichts versäumt. Wieder ein neues Teil mit Teilansichten und wieder alle Pläne zunichte. Was anfangen damit wenn nicht wieder aufbewahren?…

Wie gestochen das Bild

  Wie gestochen das Bild mit viel Grün drin der ganze Bilderbogen unversehrt aber das sticht raus. Wieder was rübergerettet wieder nichts versäumt. Wieder ein neues Teil mit Teilansichten und wieder alle Pläne zunichte. Was anfangen damit wenn nicht wieder…

Der Mangel wurde bemerkt

Der Mangel wurde bemerkt, nachdem kein Zweifel mehr aufgekommen war. Das Fehlen wurde festgestellt, als keine Fragen mehr gestellt wurden. Der Verlust wurde registriert: Woraufhin die vorausgesetzte Ordnung überprüft, bezweifelt und befragt wurde.     *** fern, fern von Angelika…

Er hielt in der Ansprache inne

  Er hielt in der Ansprache inne, weil man ihn bisher nicht unterbrochen hatte. Fortgeschrittenermaßen hatte er ein Thema anzuschneiden begonnen, das sich vom Anlass des Abends zunehmend entfernt hatte.  Konnte er es denn wagen, abzuschweifen , bevor jemand etwas…

Er hält sich einen Spiegel vor

Er hält sich einen Spiegel vor, mit dem Rücken zu einer an der Wand wuchernden Tabelle, die er sich im Laufe von Jahren auf der Grundlage von Zeitungsartikeln und Broschüren für Gebrauchsartikel erarbeitet hat. Von der Tabelle aus geht dennoch…

Er verbringt die Tage damit

Er verbringt die Tage damit, das, was draußen geschieht, über einen Spiegel zu beobachten, während er dem  Tatsächlichen den Rücken kehrt. Er hat sich kleine Zeichen in die Spiegeloberfläche geritzt, zwischen denen die Regungen von draußen in den Blick  eindringend…

Im Haus wurden Spiegel installiert

  Im Haus wurden Spiegel installiert für die Dinge, die bisher unbemerkt geblieben waren. Die Spiegel verstellten sich mit den wechselnden Einfallswinkeln des Tageslichtes. So wurde die Dinge einander neu zugeordnet, ohne von ihrem Platz entfernt werden zu müssen. Ich…

Wie komme ich dem Begreifen von Entfernung näher?

  Wie komme ich dem Begreifen von Entfernung näher? Wie stelle ich mich in die Frage als fortsetzbare Bewegung?  Wie verhält sich w e i t  zur Geschichte der Erreichbarkeiten? Messungen mit dem Wort vornehmen.  Richtungen (leugnen). Spiegelungen den Spiegel…

Was sich Dir in Sichtnähe aufzählt

Was sich Dir in Sichtnähe aufzählt, die zaghaften Anlässe fürs Orientieren, der Irritation schon verschrieben. Das hebt sich eins aus dem Anderen hervor, mit  dem Augenschein rechnend. Da wählst Du mit Fingerzeig und machst Dich auf den Weg. Da verbirgst…

Das Entlegene

Das Entlegene. Dem Ding Bewegung entzogen. Dort Trensen sich Überlagerungen und stellen sich nebeneinander. Abseits vereinbarter Grenzen, wenn auch nahbar. In seiner Erreichbarkeit bleibt es Ausnahme.  Könnte ich es füllen, meine Gedanken hielten sich außerhalb auf.   *** fern, fern…

Dies da

  Dies da, in der Ferne unantastbar, lässt es sich greifen, dem GesichtsSinn der Hand nah.  Das, was mit Worten Distanz schafft, entzieht sich in die erstarrende Geste. Die Beharrlichkeit des Abstandes wandert und  bleibt als Gewusstes.    *** fern,…

Das Unmittelbare (Rekurs)

Das Unmittelbare, von Wahrnehmbarem umhülltes scheinen, Tarnung fürs unzureichende Denken. Das Trugwort beim Aussprechen, das Trugbild sprachlosen Tuns.  Das Unmittelbare, dem Wahrnehmbaren der Name entzogen, den Gedanken die Gesichter. Das Antwortwort auf keine Frage, ein Bild nicht genötigt vom Umriss.…

Das Unmittelbare

Das Unmittelbare: Dem Zwiespalt das ZWIE entzogen wie der Mitte die Strahlen. Könnte ich Punkte sehen von nichts aus von mir nicht wo bin ich dann?     *** fern, fern von Angelika Janz, KUNO 2019 Weiterführend → Lesen Sie…

Aus dem Umkreis

Aus dem Umkreis in die MITTE zustoßen. Sich in die Mitte begeben, sich in der Mitte einnisten. Das Verfängliche an der Mitte, wenn der Kreis pariert  als genauester Umriss aller Mitten. Von dort lässt sich kein Entwurf mehr vermitteln, ohne…

Eine Zeitlang

Eine Zeitlang schien es dem Beobachter, dort drüben habe sich etwas verändert. Er wagte sich einige Schritte vor, lauschte angestrengt dem vertrauten Rhythmus mit vom Leib weggesteckten Armen. Die Berührungen, die wieder pünktlich einsetzten, und die FINGERSPITZEN, die wieder die…

Er ist

Er ist auf dem GELÄNDE zu Hause. Er wartet das Gelände, er schreitet das Glänze ab, das Gelände sein gezähltes Schrittmass, das nicht gleichbleibt. Außerhalb des Geländes schützt ihn nichts, wo es wildwächst als Übriges vom Benennbaren. Er bewahrtet das…

Den Widerstand

Den Widerstand zum Zweifel hegen, darum passiert nichts. Warten, was sich nicht ereignet, warten. Bewegung: Gesetztes verbinden, besondere Tage begehen. Was geschieht? Die Beschwörung es Ereignislosen: Damit bleibt, was nicht geschieht. Die Ränder als Gebrauchsgrenzen ins Vereinbarte gebettet bis: aufs…

Das Unmittelbare

  Das Unmittelbare, das Fürwort des Bloßen. Der gesättigte Druck des Bequemen, macht sich stark, „urplötzlich“. Das Anzumeldende und das Provozierbare: „Sieh, dort sitzt Du!“ Es holt Dich ins Dunkle/mutet Dich ans Verfolgte. Das Künstliche bricht Bahnen, überschrittenermaßen immer Fortsetzung.…

Er hängt

Er hängt mit den Fadens einer Gedanken am Gelesenen und mit den Gedanken selbst an dem, was er noch lesen muss. Er füllt sich mehrdimensional mit der Aneinanderfügung fremder Gedanken, und die Fäden seiner Gedanken sind auf e i n …

Wie er von all dem Künstlichen

Wie er von all dem Künstlichen noch das Natürliche scheiden könne. Er übersetze ja das Künstliche in noch Künstlicheres. Er wolle aber damit g e r a d e Natürliches schaffen, er habe ja das B i l d davon.…

Der Gedanke

Der Gedanke, der schließlich seinen Körper und dessen Bewegungen da heraus beherrscht: Als verursache er beimVorwärtsgehen, wo auch immer, die Drehung der Erde um sich selbst. Er überträgt diese unverwechselbare Eigenschaft auf alle anderen, die ja nicht richtungs- und zeitgleich…

Erst sah man den Schuh

Erst sah man den Schuh, mit der Verlängerung dann, stoffüberzogen ein Bein, vor’m plötzlichen Vorschub des Rumpfes zurückschnellend, wie den Rumpf, vor’m plötzlichen Vorrücken des Schädels zurückgedrückt, und das Bewegliche daran blieb, ohne sichtbar werden zu lassen, woher, ob von…

Wie einer

Wie einer, dem alles gilt, auf offen verfolgbare Bewegung verzichtet, der mit Demnächst nichts zu beginnen droht, ja, er überträgt sein Augenmaß bis auf Weiteres auf’s inwendige Lesen. Ihn errechnet zwischen Verweilen und Warten der Unterschied. Er gibt Hohl auf.…

Wie einer

Wie einer, an der Mayapyramide die zweite Stufe zuerst nehmend, schon angekommen ist, wohin ihn nichts getrieben hat, und  er staunt. Da gibt’s den Sommer unvereinbart REQUISITEN vom Erinnern. Da gibt’s Fahnentreue ganz anschmiegsam das Plakat, das IHN ankündigt.Da kann…

andererseits

– andererseits hat man ein bisschen gegraben, man fand ja meistens, was auf den Suchkarten nicht eingezeichnet war. tiefer wurden die Schichten weichere und dicker. Mit den Händen war’s leicht, bis zum Halsansatz. Und wenn’s dunkel wurde, fing das Warten…

Das Grundrissbild

Das Grundrissbild aus der Orientierung gerissen, mit dem Wind in die Wüste. Ohne Halt das Gedächtnis, wenn die Transportkraft des Windes nachlässt. Ablagerung sein. Über Abgelagertem.     *** fern, fern von Angelika Janz, KUNO 2018 Weiterführend → Lesen Sie…

Das geflügelte Wort

Das geflügelte Wort bei den Flügeln ergriffen, weit geht’s da ins Dickicht! Frag die Feder, die redet sogar vom Spiralflug in weiche Erde gespitzt. Frag den Schnabel des Wortes, er presst aufs Gewünschte zusammen die Halfen. Frag das Volumen das…

Ferne lassen

Ferne lassen   Mit der Sicht sich (zufrieden) geben Und wenn’s drauf ankommt den Rückzug   Und die Sperre aber   Und wann das mal geht aber endlich  Für’s Sprechen genügt lesbar eben   schlag nach  Wenn’s weiter nichts ist…

Weit

Weit        für die Fläche ein Maß      Für die Ferne Tröstung auf Erreichbarkeit   Fürs Fragen unbestimmbar.   Der Sprache ein Wort, das auf Einlösung dringt,  dass nicht bleiben soll, worauf man zugeht, die Uneinholbarkeit. Und…

Wenn ich die Ferne nenne

  Wenn ich die Ferne nenne, sprech‘ ich vom Befinden und dem, was vorhanden, ich meine Gewesenes, meine den Nachhall von Vergänglichkeit, der sich im Wort weitet.  Ist  Ferne ein Wort der Vergangenheit, birgt sie die Beschwörung von Geistes Gegenwart.…