Autor: Karl Kraus

Stereotypen medial vernutzten Sprechens

  Im Anfang war die Presse, und dann erschien die Welt.   *** Während ich am „Kraus–Projekt“ arbeitete, war ich mir bewusst, dass seine Form der des Online–Diskurses ähnelt, zumal zu vielen der Fussnoten ja das (via Internet geführte!); ich…

Twitteratur

  Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben. Man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.   *** Während ich am „Kraus–Projekt“ arbeitete, war ich mir bewusst, dass seine Form der des Online–Diskurses ähnelt, zumal zu vielen der Fussnoten ja das…

Sonett 121

  Viel besser: schlecht sein, als für schlecht zu gelten, wenn, der’s nicht ist, doch dafür wird gehalten, und edlen Liebesdrang, den wir nicht schelten, die Welt verneint in ihrem kalten Walten. Warum denn sollte voller Hochmut sprechen die Heuchelei…

Twitteratur

  In der Nacht sind alle Kühe schwarz auch die blonden.   *** Karl Kraus ist der Godfather des Aphorismus, in seinen Ausführungen finden wir aber auch Zuspitzungen. Der in der Schwebe gelassene Sinn, die Produktion von Ambiguität – was…

Die demolirte Literatur

Wien wird jetzt zur Grossstadt demolirt. Mit den alten Häusern fallen die letzten Pfeiler unserer Erinnerungen, und bald wird ein respectloser Spaten auch das ehrwürdige Café Griensteidl dem Boden gleichgemacht haben. Ein hausherrlicher Entschluss, dessen Folgen gar nicht abzusehen sind.…

Der Fall Riehl

  Das Feigenblatt des Neides ist sittliche Entrüstung. ***   Karl Kraus ist der Godfather des Aphorismus, in seinen Ausführungen finden wir aber auch Zuspitzungen. Der in der Schwebe gelassene Sinn, die Produktion von Ambiguität – was für Roland Barthes…

Über den Aphorismus

Ein Aphorismus braucht nicht wahr zu sein, aber er soll die Wahrheit überflügeln. Er muss mit einem Satz über sie hinauskommen. *** Zuerst erschienen in: Fackel 264/265 33; Sprüche und Widersprüche. Karl Kraus ist der Godfather des Aphorismus, in seinen Ausführungen…

Die Kenner. – Tina Blau. – Herr Klimt und das revolutionierte Kunstempfinden des Herrn von Dumba

Aus Künstlerkreisen erhalte ich folgende Zuschrift: Journalisten sind nach dem bösen Worte eines großen Mannes diejenigen Leute, die ihren Beruf verfehlt haben; unter ihnen pflegen sich nun jene, welche wegen Mangels jeglicher positiven Kenntnisse zu nichts anderem zu verwenden sind,…