Monat: Februar 2015

schneller – schneller – superspeed

Super Speed Art Tour 2015 Ende Juli dieses Jahres gehen wir, Stephanie Neuhaus und Haimo Hieronymus, erstmalig mit unserem Konzept einer fahrbaren Galerie in die Öffentlichkeit und damit auch auf die erste große Tour. Auf der Strecke von Stuttgart nach…

Gute Nacht, gute Nacht!

  Wenn ich gleich einschlafe, sagt Schlange, bin ich dann nicht mehr da, oder bist du nicht mehr da, oder sind wir alle beide weg? Wenn ich wach bleibe, sage ich, bin ich da, aber du siehst mich nicht, und…

Ambiguitætstoleranz

  Lebensstatisten ersetzen eine Emanation des vergangenen Wirklichen kœrperlose Stimmen tœnen polyphon = was sich entzieht… wird mimetisch dargestellt   die Konfrontation mit dem eigenen Ich fuehrt zu einer Dezentrierung der Wahrnehmung & evoziert Reproduktionen aus dem Gegenstrom der Aufmerksamkeit…

Die erste Elegie

  Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen? und gesetzt selbst, es nähme einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem stärkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang, den wir noch…

Die Laubwolke

  Beständig ist das leicht Verletzliche. Lange hing die grüne Wolke über der Erde, Wohin ging sie? Im neuen Frühling schwebt sie wieder an Und erfüllt ihren Ort Zwischen Grund und Höhe. Vom Winde gesteuert, Vom Regen gedrängt, Vom Licht…

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  ihre stirn der strahl der sonne rief nach mass haltungs programmen sagte: iss sagte atme brachte mütter zur welt rote weiße schwarze schrieb nicht sprach texte auf ein tonband zu wort wenn der tag ins dunkel fällt trägt sie…

katze

  jagt die seele licht im auge in der nacht mit schlankem körper krummem rücken  schleicht sie und zieht schlangen aus der erde  trennt sie ihnen den kopf ab und zerstückelt sie vermehrt sie milch butter körner geld hütet sie…

DAS LETZTE LICHT

  das letzte licht als die sprache der bäume   als botschaft des himmels schwarzblau   die schattender nacht du hörst diese stille   du hörst deinen atem du hörst   deinen pulsschlag als zeichen der Zeit      …

wintermärz

  der frühling wurde vom frost gekreuzigt   man trug ihn zu grabe rollte eine schneewalze über das land   die sonne versinkt nun im mantelkragen hoch wie eine lärmschutzwand –   nachts fährt die wärme zum himmel auf  …

Wo ich herkomme,

  neigt man sich vor der stahlgestützten Linde eines Poeten wie vor einer Ikone und winkt der in Bronze erstarrte Ovid den Passanten zu, und wo ich herkomme, nimmt man Platz an Brancusis Schweigetisch, um Steine ins Wasser zu werfen.…

Sehnsuchtsmaschinen

  Versehrte im Gefuehlsnahkampf durchleben eine Katharsis in rosenfingriger Morgenrœte versuchen die Fassungslosigkeit zu bewahren & sich mit Ueberschreibungen zu retten…   von den Wonnen der Unabhængigkeit zur Geographie des Geschmacks = in einer Neujustierung den Raum im eigenen Innenraum…

Sonette – II

  Hättst du der Welt dein Sterben prophezeit Natur wär dir vorangeeilt im Tode Kehrte mit unerbittlichem Gebote Das Sein in ewige Vergessenheit   Am Himmel ständen sanfte Morgenrote Zur Stunde da hinglitt dein Körperkleid Die Wälder färbte alle schwarzes…

Profitgier

  Die Hoffnung auf Besserung schweißt solange zusammen, wie nichts durchgesetzt ist, dann kommt der Eigennutz.   *** Von Herrn Nipp waren auf KUNO zwischen 1989 und 1994 Aperçus, Bonmots, und Sentenzen zu lesen. Eine Vorform der Twitteratur. Prägend für…

Aus meinem Kohlebunker

  ich hab die zeichnung in kohle erkoren als handlanger auf weissem papier drin hab ich nun habicht oben… oben von unten her bewegt * wir haben bunker mit kohle gesaettigt haben kohle gebunkert nun schauen wir oben oben nicht…

herzgegend

  bäume haben sich ihre schatten herausgerissen, brennen im wurzelfeuer. holzasche über   geöffneter erde verstreut. das licht der laternen wurde durchtrennt, lose treibt es im augenwind. die tür ist zugemauert, fenster sind verschweißt. auf den scheiben liegen die nerven…

Wer langsam erlischt

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Köstliche Miniaturen

 „… die Dinge sind (.) das, was sie scheinen – und hinter ihnen. ist nichts“ Jean Paul Sartre Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen, sagt Markt Twain auf der Seite 6. Und spätestens hier, bevor die…

Mein blaues Klavier

    Ich habe zu Hause ein blaues Klavier Und kenne doch keine Note.   Es steht im Dunkel der Kellertür, Seitdem die Welt verrohte.   Es spielten Sternenhände vier – Die Mondfrau sang im Boote. – Nun tanzen die…

Ten years after

  es gibt die konstellationen des südlichen und des nördlichen himmels, und es gibt sie: die silberdisteln. Unlängst wurden die diesjährigen Kandidaten für den Preis der Leipziger Buchmesse 2015 bekanntgegeben. Darunter befindet sich mit Jan Wagner zum ersten Mal seit…

WIR SCHMECKEN SCHON LANGE NICHTS MEHR

  Ich stehe vor der Käsetheke und bin berauscht von den vielen französischen italienischen spanischen Namen von all dem Trüffel und dem Büffel den Ziegen und Schafen den Kräutern und dem Schimmel dem Käse mit Guinness und dem mit Mirabellenschnaps…

Venus Consolatrix

  Dann kam Stern Lucifer; und meine Nacht erblaßte scheu vor seiner milden Pracht. Er schien auf meine dunkle Zimmerwand, und wie aus unerschöpflicher Phiole durchflossen Silberadern die Console, die schwarz, seit lange leer im Winkel stand. Auf einmal fing…

Wasserschleier

Sarah versucht, durch den Wasserschleier zu sehen, ob Kathrins Fenster beleuchtet sind. Sie sieht nichts. Alles ertrinkt im Regen. Il pleut dans mon cœur, comme il pleut sur la ville, quelle est cette langueur, qui pénètre mon cœur… Ich sollte…

ERK

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Abgelaufene Zeit

A clock stopped—not the mantel’s; Geneva’s farthest skill Can’t put the puppet bowing That just now dangled still. An awe came on the trinket! The figures hunched with pain, Then quivered out of decimals Into degreeless noon. It will not…

Traum und Boot

  Ein Boot fährt leise übern Silbersee Wellen glitzern wie Geschmeide Trink aus der Flasche kalten Tee Er rinnt durch die Kehle, sanfte Seide   Zum Ufer fuhr der alte Kahn kaum schwimmend leckt er Wasser und ist dort bald…

Die drei Teiche von Hellbrunn

  Der erste   Um die Blumen taumelt das Fliegengeschmeiß Um die bleichen Blumen auf dumpfer Flut, Geh fort! Geh fort! Es brennt die Luft! In der Tiefe glüht der Verwesung Glut! Die Weide weint, das Schweigen starrt, Auf den…

Traue

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Gesang der Ungeborenen

  Vater, dir drohet nichts, Siehe, es schwindet schon, Mutter, das Ängstliche, Das dich beirrte! Wäre denn je ein Fest, Wären nicht insgeheim Wir die Geladenen, Wir auch die Wirte?       Weiterführend → Im Alter von achtundzwanzig Jahren…