Autor: Margarete Beutler

Der Strom

  Als nun der Strom meiner Nächte breit durch die Ebene glitt, brachte er krauses Geflechte, Tangwerk und Dorngestrüpp mit, brachte von bergiger Quelle wilder Blüten Gerank, und es klang seine Welle dunkler als droben sie klang.   Lauscher standen…

Die Kommenden

  in Kinderplatz, mit Sand und Ruß bedeckt, von kläglich blassen Sträuchern eingeheckt. Da wächst es auf, das kommende Geschlecht, das einst – vielleicht! – der Mutter Tränen rächt. Dort baut es ahnend sich ein hartes Ziel – Das Leben…

Auf der Auer Dult

  Zwischen lauter bunten Dingen, Trödlerkram und Putz und Tand, Tempelleuchtern, Ketten, Ringen, Humpen und Toleder Klingen träumt ein grauer Bücherstand.   Nun, er ist nicht überlaufen! Nur ein bleicher junger Mann wühlt in dem verstaubten Haufen, um für wenig…

Dirnenlied

    Einst war ich der Tag – als ich blütenumlacht im Mädchentraum lag – nun bin ich die Nacht.   Bin die lockende Nacht, trage Sterne im Haar, und viel Dunkel gebracht hat mein Augenpaar.   Den Knaben zumeist…

Als ich ein Zimmer verließ

  Du lieber Raum, nun müssen wir uns trennen! Ins Fenster grüßt die schlanke Rosenranke noch einmal wie ein glücklicher Gedanke aus Tagen, die mich ganz ihr eigen nennen.   Du warst die Ruhe! Deine sanften Wände umfingen meines Wesens…

Am Wege

  Ein Dampferpfiff und ein Entenschrei und ein Hornstoß aus naher Kaserne. – Im Nebel wuchtet das Leben vorbei Laternen flimmern wie Sterne.   Im Dunkel haben sich zwei lieb, die ohne Heimatstätte. – Er ist der pfiffigste Taschendieb, sie…