Monat: November 2010

Das Karussell

Das Brett mit den dienstbaren Tieren rollte dicht überm Boden. Es hatte die Höhe, in der man am besten zu fliegen träumt. Musik setzte ein, und ruckweis rollte das Kind von seiner Mutter fort. Erst hatte es Angst, die Mutter…

Erwartungen

  Unsere Erwartungen an andere sind hoch, stellt sich nur die Frage, ob wir genug Druck ausüben können, auch selbst zu handeln.     *** Von Herrn Nipp waren auf KUNO zwischen 1989 und 1994 Aperçus, Bonmots, und Sentenzen zu…

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wenn bloss die Nacht nicht und die Sterne vorm Blick zittern glücklich wer keine Augen mehr hat *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch das…

Altar

    Mit demselben Gefühle, mit welchem du bei dem Abendmahle das Brot nimmst aus der Hand des Priesters, mit demselben Gefühle, sage ich, erwürgt der Mexikaner seinen Bruder vor dem Altare seines Götzen.   *** Heinrich von Kleist stand…

HÄUTE

lieg ich nackt auf den narben der erde wärmt mich  die leichendecke des himmels werf ich ab die haut  das pergament die deckung meines geistes hebt sich  der leib mit einem schwachen zittern der beine vergieß ich mein blut um…

Ruheleben

  Maueröffnung. Rainer Ernst verfolgt die Live–Übertragung von Historie am Fernsehgerät. Er hat vor Unzeiten rübergemacht. War nach Wanne–Eickel gezogen, um auf Unser Fritz als Hauer unter Tage sein Glück zu suchen. Er köpft ein weiteres Bier. Schnippt mit dem…

still he is turning: one two three

one: hamburger guck – ein rundling ohne namen (boskoop berlepsch bittenfelder) wenn er fällt: bewegungsmelder inszeniert bloß kleine dramen grünhalm knickt hör boden beben kerbtier nagt die dralle beute schaf kingfisher [hund] katze heute morgen möglich dichter leben two: unter…

Aufräumen

Alle paar Wochen muss der Arbeitsplatz wirklich aufgeräumt werden. Auf den Tischen haben sich allerhand Materialien und Werk- zeuge angesammelt. Auf dem Boden Reste der Arbeit, Schnipsel und Holzspäne, auch mal recht rutschiger Sand. Der wird immer gebraucht, sei es…

Die Untoten sind – lebendig!

Zombies, der Titel verspricht uns Erzählungen. Erfahren darf man literarische Kompositionen. Das Studium der Partitur der adressierten Hypermoderne führt uns durch diverse Abgründe menschlichen Daseins, die Empfindungshorizonte der Innerlichkeitsarmut über Anknüpfungspunkte der Triebe bis hin zum Umgang mit dem Sein,…