Monat: Oktober 2009

Herbst

  Das Spiel der Farben eines ZweigsVom tiefen Grün überflutet zum GoldEntzückendes SpielAns Fenster tretendAus dem Badezimmer schauendEine Explosion     *** Weiterführend → Zum Thema Künstlerbücher finden Sie hier einen Essay sowie einen Artikel von J.C. Albers. Vertiefend auch…

Weltgeschichte

  In irgendeinem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Tiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmütigste und verlogenste Minute der „Weltgeschichte“: aber doch nur eine Minute. Nach wenigen…

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  Melancholie gelber Blätter hängen geblieben im Herbstlich traust dich immer noch nicht glücklich zu sein     *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das…

Kruste

Während dueinfach unverrückbarund ruhig bist,wie immer, liegen und stehenMöbelstücke, grübelnd,aufgekratzt, neben sichbei dir im Zimmer; die schlafen und schlafeneinfach nicht ein, ganzschlimm ist das undwird immer schlimmer. *** Kruste, Gedichte von Tobias Herold. Elfenbein Verlag, 2009. Das lyrische Ich könnte…

Der Saum des Erreichbaren

  „Weiße Pünktchen“ heißt das Nachwort, das A.S. schrieb. Ellipse also. Das, was nicht gesagt werden muss, was die Gedichte in schwarzen Buchstaben sagen. Es ist eine kleine Poetologie. Darin sagt er nicht nur, dass er die Gedichte diesmal nicht…

X

  Jede Bewegung ist Natalys Auftritt. Die Fremdheit in der eigenen Haut, das Lodern einer unerfüllten Sehnsucht, die ohnmächtige Wut auf die eigenen Skrupel: dies ist der Kern ihrer wundervoll verhaltenen Persönlichkeit. Sie besitzt eine Klarheit, die nur komplizierte Menschen…

Herr Herrlich

*** Gott schmiert keine Stullen von Eva Kurowski, rowohlt Seit der Textsammlung: Twitterature. The World’s Greatest Books Retold Through Twitter von Alexander Aciman und Emmet Rensin fragt sich KUNO, wer zu den Vorläufern dieser neuen Literaturgattung gehört. Der Limerick gehört…

Wortnetze und Versnetze

  Wortnetze II heißt die 1990 erschienene, Hans Bender und Rolf Dieter Brinkmann gewidmete Anthologie, die die erste Anthologie ist, in der Lyrik von mir erschien: Auf Seite 111 stehen die beiden Gedichte, gleichsam poten­zierte Schnaps­zahl, der Frohsinn konnte also…

Wissen

    Das Wissen macht uns weder besser, noch glücklicher.     *** Heinrich von Kleist stand als „Außenseiter im literarischen Leben seiner Zeit […] jenseits der etablierten Lager“ und der Literaturepochen der Weimarer Klassik und der Romantik. Weiterführend → Lesen…

Orte. Wege. Pflanzen.

Dem Regionalismus kommt eine bedeutende Rolle zu nämlich die Zentralität durch Neu-Definition und Eigenbewusstsein zu relativieren, die “Nation” zu einem Konglomerat heterogener Einheiten umzucodieren, ja sie aufzulösen im Ländermiteinander, allgemeine Gleichheit herzustellen im Sinne einer libertären Topografie. Viel einfacher ist…

Vernetzte Netze

Dein Außen zeigt selten ein Ende. Mein Innen peilt sich Gewicht. Wir sind unsagbar lesbar. Mensch du, wovor dir graut, sag es erneut, sag es nicht, sag es, sag es bricht, wie wir gewinnen, bevor es uns streut. *** Weiterführend…

Eine Allianz mit der Seelen-Sprache der Leidenden

I ris Radischs Kritik in der Zeit vom 20.8.2009 ist nicht nur polemisch, sondern vernichtend. Sie hält die Sprache Herta Müllers für ungeeignet, das Lagergrauen zu beschreiben („Harfen­klänge und Engelsgesänge im Secondhand-Betrieb“), und wirft ihr vor: „Jeder Versuch einer poetischen…

Bonmot

  Dem Systematiker fehlt meist Kreativität, dem Chaoten der Überblick.       *** Von Herrn Nipp waren auf KUNO zwischen 1989 und 1994 Aperçus, Bonmots, und Sentenzen zu lesen. Eine Vorform der Twitteratur. Prägend für diesen Begriff ist die…

bei murat

ich erinner mich an dich du warst sexy hinterm glas unbaendig & devot als ich bei murat doener kebap asz dein kuehles haar strich durch den wind wahrscheinlich eher umgekehrt du trugst im arm ein kleines kind mein sein war…