Monat: Februar 2014

Finden, nicht suchen – Stephanie Neuhaus

Bei anderen Künstlern kann man sich für gewisse Zeit sicher sein, dass ein einmal gefundener Stil für die nächsten Jahre dann auch prägend ist. Es gibt sogar solche, die sich ihr gesamtes Leben, haben sie mal ihren personalen Stil entdeckt,…

Los lassen

    Durchgeknalltheitsklischee. Lassen wir Ich/zentrierte Beschreibungssprünge und üben uns weiter in = Autobiografievermeidung. Das Dargestellte ist nicht identisch mit dem, der es darstellt. Der Guerillakampf mit dem Ego, bleibt die wesentliche Form der Auseinandersetzung mit dem Selbst… So schauts…

wort klon:

  lügt einem so eine art konsens vor. zirpt zwittrige twitter wa(h)r heiten. fremde stimmchen über gestülpt. I am the missing link baby, singt die queen, flink mal rein gestöpselt in den körperlosen raum. haut ist nicht mehr in begegung.…

lime_lab-Preise vergeben

Das lime_lab ist ein temporäres transdisziplinäres Labor (ein Name, der anscheinend virulent unterwegs ist;-) zur Entwicklung experimenteller, medienüberschreitender Hörspiele und versteht sich als Experimentierraum für Sprache, Technik und Sound – mit dem Ziel, künstlerische Möglichkeiten für die auditive Kunstproduktion auszuloten. Es…

Dornröschen, Liebchen

    Die Fender ist zertrümmert, Herzblatt wenn du Nachhause findest bring Papers mit auch Mischtabak.   Barbie ist vergiftet, Sahnehäubchen werde mich hinlegen wenn du den Heimweg findest dreh den Gashahn ab.   Mischpult ist nicht mehr, Spätzchen tragisch,…

Literaturbetriebskantine

Die Sprache des Schriftstellers hat nicht die Aufgabe, das Reale darzustellen, sondern es zu bedeuten. Roland Barthes Seit Wochen herrscht Gegrummel in der Literaturbetriebskantine. Deutsche Schriftsteller suchen einen Weg durch die Multidimensionalität des Zeitgenössischen. Den Gemütszustand, das Leid der Überflußgesellschaft…

flanzendörferunruhe

, … flanzendörfer flanzt etwas lebendiges vor sich auf, … er schneidet sich eine scheibe ab davon und macht einen schritt aus seinen ausgestorbenen fußstapfen: die dinosaurier machen es schlechtbeispielig vor,, sagt er sich und WARUM BITTE: BITTESCHÖN sollte sich…

kreisen, kreisen ums

  pfirsich eisen die ein geweide nach außen gestülpt. klebrig wie schnecken ziehen wir die gedanken als schleim spuren hinter uns her. puste endlich das hirn aus, herzens wind.         ***   Weiterführend → Ein Porträt von…

Einkreisungen

    Konvergenzpunkt. Gedankenkaravanen schlängeln sich durch die Wüstenei des Kopfes. Tränen versiegen im Sand. Sprache, vom Wind gehölt. Echolotungen führen zwangsläufig an den Nullpunkt.         ***   Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier.…

flanzendörfer

‘Von irgend nach wo‘ (1) auf der Suche nach flanzendörfer. Ohne Anhaltspunkte oder Adresse natürlich, wie auch, flanzendörfer ist weg, ist untergetaucht und einfach nur tot: seit 1988 ist er das. Kein Namensschild spricht also mehr von ihm. Früher soll…

Zugehörigkeit

Poesie hat keinen Gesellschaftsvertrag mit der Wirklichkeit. Theodor W. Adorno Folgt man den Überlegungen der Kulturkorrespondentin Sigrid Löffler in Die neue Weltliteratur und ihre grossen Erzähler, dann handeln die spannendsten Romane der Gegenwart von Migrationsgeschichten. Dies mag für Liebesgedichte nicht weniger…

conquering places

Das Internet stellt Öffentlichkeit her. Was nicht im Netz ist, ist nicht öffentlich. Daher stellen wir auf KUNO gern ungewöhnliches vor. ‘conquering places‘ ist ein interdisziplinäres Projekt, das als Labor (Worte sind manchmal wie ein Virus unterwegs!) angelegt ist. Es…

Der Stacheldraht zwischen den deutschen Identitäten

 Hier ist er also, der große Zeitroman für Marcel Reich-Ranicki. Wend Kässens, NDR 3, Literatur vor Mitternacht Die Abkürzung BRD wurde im Kalten Krieg für die Bundesrepublik Deutschland als eine nicht offizielle Abkürzung verwendet, mitunter im wissenschaftlichen und insbesondere politischen…

Twitteratur

Im Zenit begegnet der Macht ihre ungewisse Zukunft.   Weiterführend → Bestand die Modernität des Aphorismus bisher in der Operativität, so entspricht diese literarische Form im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Denkgenauigkeit der Spätmoderne. Es ist Twitteratur. Weiterführend → ein Essay…

Erkenntnismonolog

  Menschen \ Ratten \ schwanken / stolpern über Ruinen / Über ruinierte Brücken / Gebaut von Gewinnern \ Archivisten / Pioniere der 1950er / Press kein Pfirsicheisen über meinen Kopf! / Ehj, ich brauch’s nicht / Ratten in Ruinen…

reset

    sehen wir: das neue set. all in one also: rhythmische verschiebungen des lidschlags als einziger individualisierungs vorgang: queen of the bio machete. mach bloss nicht einen auf ehrlich, echt. inszenierung als vorhang: repräsentierend. reproduktion der codes, schonungslos. macht…

… unbewußt – höchste Lust!

Du verlierst dich im Rausch der Worte und Gedanken Nietzsches. Wenn du erst die Welt seines langjährigen Freundes Richard Wagners entdeckst, der noch viel entschiedener mit der Musik philosophierte! Wenn du die unendliche Melodie hörst, die Vernetzung der Motive im…

Ohne Unterlass

  Die Literatur der Freiheit berauben, des Raumes, der Kreativität, sie zerfleddern; dann das Karge suchen, den Punkt, die Aussage: den Kern zusammenfassen, gestalten: die Kunst der Kargheit, der winzigen Plätze, der Miniaturen, getreu dem Motto „eure Beschneidung tötet nicht,…

Verblüht

die Kränze, die du gewunden, verweht die Lieder, die du gesungen, und in deinen Haaren, in deinen schönen Haaren, klebt nun die Erde. Tot, tot, tot … Und deine Flügel, deine armen Flügel! Unbarmherzig heruntergeschnitten von den schimmernden Schultern –…

Nur Eitelkeit auf Erden…

  Die ganze Welt im Blick, zumindest ihre Oberfläche – im Zeitalter von google maps und google earth kein Problem mehr. Doch was befindet sich hinter der Oberfläche? Wo ist der Mensch? Welche Informationen bekommen wir über seine Verortung, sein…

Hölle. Ankunftshalle

Ich habe sehnsuchtsvoll aber auch ein wenig ängstlich auf das Buch gewartet, die Texte kannte ich be­reits aus den Fahnen, aber ich war gespannt auf die Illu­stra­tionen, die noch nicht fertig waren, als der Verlag mir die Fahnen schickte. Heute…

Der Mund

  bittere Mandeln speiend / suchend / nach süßen Genüssen / vergaß / bis zu ersten Blüte   *** Über Twitteratur auch ein Artikel von Anja Wurm.

Auch eine Neurose = ist nur eine Rose = ist eine Rose

  Die Vorstellung von Freiheit erschöpft sich nurmehr in Konsumfreiheit. Die Ideologie der Wahl scheint für die hypermodernen Menschen die Grundlage ihres Freiheitsverständnisses zu sein. Das Subjekt wird zum Konsumenten, in den Genuss dieser Freiheit kommen jene, die es sich…

Queen of the Biomacht. A song.

  Arme amputieren / Haare arrangieren. / Titten plustern. / Lippen bauschen. / Fett absaugen. / Große Augen. / Wimpern tuschen. / Keine Flüche. / Plastik körpern. / Tanga arschen. / Spalten spreizen. / Mündchen spitzen. / Positiv jetzt. /…

im dickicht stadt

Dieses Blatt, es ist für die Sprache zu schön. Peter Waterhouse · Das Klarfeld Gedicht im dickicht stadt   sehr matt und moll und ge- drungenermaßen   durch fußgängerzone gezwängelt   fällt ahornblatt voll rot geädert (gelb ∙ platt)  …

its sharky`s day, today

Sie sind schon denkend mit Ihrem Kopf. Luigi Nono Wie soll man diesen Mann noch würdigen? – Er ist eine Ikone, eine Subkulturlegende, ein Waffennarr, ein Drogenabhängiger und nach Meinung von Norman Mailer der einzige zeitgenössische amerikanische Autor des 20.…

Alphabetikon

Die künstlerische Aneignung des Alphabets als Ursprung unserer Sprache und unseren abendländischen Denkens, der Siebenmeilensprung zwischen Alpha und Omega – ein gewagter Entwurf. Dass sich Haimo Hieronymus das Alphabet vornimmt, es bebildernd beispielhaft lexikalisch durchexerziert, ist konsequente (Weiter-)Entwicklung seines gattungsübergreifenden…

Regenpause im Kreisverkehr

Es hatte geregnet, den gesamten Nachmittag über waren immer wieder schwere Wolken herangezogen und hatten sich über der Stadt erleichtert, hatten an Höhe gewonnen, vielleicht nur einige Meter. Sie waren weitergezogen. Weidende Giganten, die das Festland nur manchmal abends oder…

A wie Auge…

… So beginnt Haimo Hieronymus‘ Alphabetikon – sinnvollerweise, ist doch das Auge das Sinnesorgan, mit dem wir die Gemälde der Serie wahrnehmen können, der einzig mögliche Ausgangspunkt, Bildkunst zu erfahren. Und dann beginnt das Gehirn zu arbeiten. „Alphabetikon“ klingt so…

Gedichte heute?

Die Überschrift klingt nach Volkshochschule oder Provinzfeuilleton; aber schon der erste Vergleich irritiert solche Erwartung. Wie Stauchung? Dieses Wort fehlt in den meisten Wörterbüchern. Der Grimm verzeichnet es mit der Einschränkung „in gewöhnlicher sprache nicht gebräuchlich. technisch knick- oder stauchungs-elasticität,…