Monat: Juli 2001

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abgeschabtes Flüstern das sich aus sich selber schält: flennendes Innen hie und da noch von Denken durchlöchert: horch der Sommer lacht mit den Toten *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht…

Die heimatliche Landschaft

  Die wundervollste Szenerie hört auf erhaben zu sein, sobald sie deutlich wird; mit anderen Worten: sobald sie Grenzen zeigt und die Phantasie nicht mehr zur Übertreibung anregt. Die tatsächliche Höhe und Breite eines Berges oder eines Wasserfalles ist immer…

Wie die Informatiker die platonischen Ideen programmierten

Gustav rührte in seinem schwarzen Kaffee rum. Das Getränk war heiss und bitter, und er gab es mit einem Ruck in sich rein, denn wichtiger, als wie’s ihm schmeckte, war eh, einfach wach zu werden, wenn er auch nicht wusste,…

WALD

abseits des weges nur beginnt das reich der geister  wer noch was werden will  der warte am waldrand  nicht im lichten garten steig ich aus dem hain hinab ins labyrinth erwachter nacht laß alle kleider hinter mir trag meine knochen…

Berechnung der Abwärme

  Lies: Die Temperatur der Anstrengungabzüglich der Dauerwiederholten Begehrens,aufgeladen mit der Liebe Verlust. Sieh: Umsonst in die Pappe getreten,abertausend glühende Nadelneingefädelt,mit dem Todimmer zu früh vernäht. Lust: dranzubleiben, das aufzuschreiben, wieder Trost das Erbarmenwärmt.     *** Weiterführend → Lesen…

Peter Meilchen erhält das Hungertuch

Peter Meilchen aus Arnsberg erhält in Anerkennung seines Lebenswerks das Hungertuch für Bildende Kunst 2001. Wer als Betrachter auf eine einfache Antwort hofft, wird vor Peter Meilchens Arbeiten kapitulieren müssen. In der Perpetuierung des Veränderlichen ist die Zeitlichkeit beschlossen –…

Wörter und so weiter

  Vor den Regalen stehen sie fast zeitverloren und fragen sich, was denn nun wohl zu lesen wäre. „Nein, kenne ich schon.“ oder auch „Nee, den mag ich nicht.“ Ganz beliebt ist auch „Ohgottogottogott.“ Also fliegen die Augen und Finger…

Erstes Leid

Ein Trapezkünstler – bekanntlich ist diese hoch in den Kuppeln der großen Varietébühnen ausgeübte Kunst eine der schwierigsten unter allen, Menschen erreichbaren – hatte, zuerst nur aus dem Streben nach Vervollkommnung, später auch aus tyrannisch gewordener Gewohnheit sein Leben derart…

Ode an die Frauen

  Damals war dein rotes Haar wie ein Feuer, durch das ich auch gegangen bin. Damals war dein schwarzes Haar wie die Nächte, die ich ohne dich erlebt habe. Damals war dein blondes Haar fast engelsgleich, und wenn ich an…