Monat: März 2011

Das Licht ist mein Thema, nicht der Himmel oder: Ilya Kabakov und das Licht auf meiner Posttour

Für Theo Breuer zum Geburtstag Himmel himmel – ein widriges wort, sagst Du in einem Gedicht, und ich habe meine ›Versuche über den Himmel‹ erstmal aufgegeben, als ich merke, dass das Licht, das aus ihm dieser Tage hervorbricht, viel interessanter…

Twitteratur

  Die Stimmungen, unbestimmt Empfindungen, nicht bestimmt Empfindungen und Gefühle machen glücklich. Man wird sich wohl befinden, wenn man keinen besonderen Trieb, keine bestimmte gedanken- und Empfindungsreihe in sich bemerkt.     *** Weiterführend →  Die Blüthenstaub-Fragmente von Novalis dienten…

Selbstausbeutung

  Du bist es, der sich mehr hingibt, als der Andere es will.     *** Von Herrn Nipp waren auf KUNO zwischen 1989 und 1994 Aperçus, Bonmots, und Sentenzen zu lesen. Eine Vorform der Twitteratur. Prägend für diesen Begriff…

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Wer ich bin fragst? Ich hüte die Wellen und lache die Zeit aus und Sehnsucht nach Schlaf eine Schleuse zwischen Welten Schlachtfeld Körper im Dauerkrieg *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie…

Die Umkehrung der Apokalypse

  Aleksej Gastev war ein politisch Handelnder, der sein künstlerisches Werk als politische Aktion sah. Er ist so gesehen ein Vorläufer des Gedankens der sozialen Plastik von Beuys. Ein entscheidender Vers steht im Zentrum des Manifests – in Order 05:…

Griechenland

Wie Menschen sind, so ist das Leben prächtig, Die Menschen sind der Natur öfters mächtig, Das prächtge Land ist Menschen nicht verborgen, Mit Reiz erscheint der Abend und der Morgen. Die offnen Felder sind als in der Ernte Tage, Mit…

Eine Basis finden

Wie bei ihrem Künstlerbuch Schattenfluss läßt sich auch die im Rheintor vorgestellte Arbeit von Stephanie Neuhaus in drei Schlagworte fassen: nüchtern, beobachtend und pointiert. In Fund a Mente geht sie einen Schritt weiter, die Artistin nutzt Zinkplatten als Hochdruck und…

Keilschriftprogrammierer

  Zeichen / Verzeichnungen \ Post–everything der ein gefrorene Blick zentriert im Fadenkreuz der selbstverstændlich subjektiven Wahrnehmung mit Sprechlizenz & Ego–Zeichen eine rauschhafte Subjektivitæt manifestiert sich in einem extrem quecksilbrigen Text–Ich einem radikalen Versmanifest gegen jede Einvernahme durch die Gesellschaft…

märchen und sagen

… je weiter ich in diesem Studium fortgehe, desto klärer wird mir der Grundsatz: daß kein einziges Wort oder Wörtchen bloß eine Ableitung haben, im Gegenteil jedes hat eine unendliche und unerschöpfliche. Alle Wörter scheinen mir gespaltene und sich spaltende…

Lauter Fragen

  Ist das Gedicht umgekippt? Oder stürzt der Himmel ein? Oder ist das lyrische Ich an den Himmel gesprungen? Wo schaut es hin? Denkt es über die Leerstellen des zum Bild gefrorenen Seins nach? Fasst es sich selbst als eine…

die augen geschlossen

den vögeln in ihrem flug folgen / mit geschlossenen augen geht das / die krähen schrei’n schrieb nietzsche / unser blutend herz in eis und hohn verstecken / müssen wir nicht / wenn wir den vögeln folgen / in ihrem…

Blendung

  Weiterführend → Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin.  

mal reise mal büchlein

Von der Alten Donau in Wien weg bis Hawai bin ich gesegelt!   „Mein kleines Reisemalbüchlein habe ich in letzter Zeit stets dabei!“, betont Traute Macom, leicht bedauernd, dies nicht schon früher so gehandhabt zu haben:  „Von der Alten Donau…

Etwas von dieser Welt

kinder im keller kinder im gefängnis kinder in schubhaft kinder auf den straßen kinder in fabriken kinder an webstühlen kinder am bau kinder in krankenhäusern kinder in waisenhäusern kinder in zeltlagern kinder in der wüste kinder im urwald kinder in…

Im Jahrbuch – und nicht im Jahrbuch

  Die rasante Entwicklung der Lyrik im deutschen Sprachraum, die gegen Ende der 1980er Jahre gleichsam mit quietschenden Reifen durchstartet, zu neuen Ufern – ins Offene – aufbricht (Kling, Grünbein, Papenfuß, Waterhouse preschen voran) läßt sich beim Vergleich der 28 Jahrbücher…

Wortklarstellung

Da behauptet jemand eine unumstößliche Wahrheit, Definition des zeitlichen „gleich“. Da schaut ein anderer Jemand mit gekräuselter Stirn, wohl damit „Denken“ anzeigen wollend. Und der Rest? Desinteressiert auf einen belanglosen Text blickend, leicht kuhblöd wiederkäuig, hört einfach nicht zu. Sie…

Das Dornröschen

Wir leben im Zeitalter des Socialismus, der Frauenbewegung, des Verkehrs, des Individualismus. Gehen wir nicht dem Zeitalter der Jugend entgegen? Jedenfalls leben wir in einer Zeit, wo man keine Zeitschrift aufschlagen kann, ohne daß einem das Wort „Schule“ in die…

requiem für preas eyn

  der stärkste typ in der ganzen bibel war judas ischariot so nehme ich jedenfalls an   jenny auf dem ersten und letzten trip die nadel geschaffen um segen zu bringen bringt nicht nur ihr den tod   die ameisen…

Pretending to See Elephants

This volume, Ralph Pordzik’s second to be published after Hotel Salvador Dali (2008), adds to his growing reputation as a new international voice writing in English. Not unlike its precursor, Pretending to See Elephants explores a wide range of feeling;…