Monat: Februar 2019

Fetzen

Sah ich gerade noch die beiden Damen im Park vertraut sich nähern auf ihrem Weg wohl schon Jahr um Jahr die Zeit vergehen die Köpfe mir zugewandt Laute Töne Konsonanten sich beim Namen nennen, entgegenkommend trafen mich die Worte unvorbereitet…

Poetry Slam

Kautsky stellte sich vor, wie sie kleine Plastikeimer mit Glasscherben austeilten. Die Girls kletterten in den Ring und rissen ihm das Hemd vom nassen Leib. Dann flogen die Scherben durch die Luft. Er brach zusammen. Der Saal zählte ihn aus.…

Uploadfilter • Revisited

Ist Berlin eine kollektive Halluzination, die fetteste Filterblase von allen? Nicht das, was ist, sondern das, was jeder sich davon einbildet? Peter Glaser KUNO hat ein Verlagen nach Welterklärung, fraglich ist, ab das in Zukunft durch das Internet geschieht. Von…

POLLEN

Seit die stadt sich ablaicht und ihre häuser verstößt ziehn wir dahin   ich geh mit verdammten und halt mich erlöst In wie viel sterbenden städten war es daß ich saß igel gebraten in lehm und ratten gemächlich aß Ich sah…

Das Entlegene

Das Entlegene. Dem Ding Bewegung entzogen. Dort Trensen sich Überlagerungen und stellen sich nebeneinander. Abseits vereinbarter Grenzen, wenn auch nahbar. In seiner Erreichbarkeit bleibt es Ausnahme.  Könnte ich es füllen, meine Gedanken hielten sich außerhalb auf.   *** fern, fern…

Bensch, Kraus und Peer Quer

Ich stehe vor der Mikrowelle und heize einem lauwarmen Milchkaffee ein, den mir meine Frau Claudia von unterwegs mitgebracht hat. Die grüne Leuchtanzeige zählt die Sekunden herunter. Mein Blick schweift über die Raufaser und bleibt an einer elf Jahre alten…

Herzlose Liebe

Tod. Sich einlassen, Absichten ablegen, auflösen, was hält, zur Bewältigung erlernt, zum Ertragen benötigt war, brechen, was Lust bereitete, Angst versinkt in Selbstauflösung. Mit. Sich ringen, gegen Widerstände werfen, Aufbegehren überwältigen, zu fließen beginnen, verzeihen, entbinden, betrauern, schreien, sich ergeben.…

GANGBÄNG

Weiterführend → Mehr über die Hungertuchpreisträgerin Katja Butt.

Kronos IV

Der Raum ist schwarz. Langsam fließt Blau steil hinab, tiefblau, hellblau, zartblau angestrichene Strahlen von Licht. Flirrende Töne fließen mit, sie schwellen an und füllen den Raum so laut, dass die Farben zittern, dann wird es leise. Trommelndes Summen schwingt…

BALLADE FÜR NEAPEL

Kennst du sie wieder Ginetto schau dir das paßfoto an Ihr letztes wort: maledetto Gott du verfaulst in St Gian In staubigen spielen als jungen alles lernten sie was sterben heißt   was: gedungen und wann man da rauskommt: nie Gino…

lebenswertewandel

    auf den wendeltreppen der elfenbeintürme steigen intellektuelle notlügen zu harmlosen schadstoffen auf in geringen mengen produziert unterhalb der gefährdung menschlichen glücks warten händler und wirtschaftsweise auf höhere gewinnspanner   bei rosinenbrot und pokerspielen schwingen im politzirkus direktoren ihre…

Dies da

Dies da, in der Ferne unantastbar, lässt es sich greifen, dem GesichtsSinn der Hand nah.  Das, was mit Worten Distanz schafft, entzieht sich in die erstarrende Geste. Die Beharrlichkeit des Abstandes wandert und  bleibt als Gewusstes.    *** fern, fern…

25 Jahre Herr Nipp auf KUNO

Vor einem viertel Jahrhundert stellte Haimo Hieronymus einen Typ vor, die seither auf KUNO ein Eigenleben entwickelt hat. Bereit die erste Geschichte von Herrn Nipp zeigt eine melancholischen, zum Selbstmitleid neigenden Kauz. In den folgenden Jahren meldete sich der Sauerländer…

Nebelmeer

Jedes Mal wenn Nebel das Haus umwaberte, fühlte er sich glücklich. Keine weite Sicht konnte diese intime Heimeligkeit stören. Manchmal kamen Vögel aus dem Unerkennbaren angestürmt, vor allem schwarze Amseln. Sie setzten sich dann auf das gegenüberliegende Dach und trieben…

Am Hang

  In den Weiden sammeln sich die Krähen, wo der Fluß forteilt und schweigt. Der südliche Bogen der Stadt Zieht an den Kernbergen vorbei, ein gleißendes Grau Im sich mehrenden Novemberdunst. Verlassen, verwaist Liegt der Garten, wo mein Fensterspecht wohnt.…

Stangerbad

Es war die erste Nacht nach der Operation. Ich konnte nicht einschlafen. Trotz aller Mattheit war ich aufgeregt und neugierig darauf, wie ich aussehe, wenn alle Wunden verheilt sind. Aber jetzt war alles verbunden, der Kopf, der Hals, die Brust,…

Vom Blockwart zum Blogwart

Der Blockwart der NSDAP. Laut Wikipedia war er zuständig „für 40 bis 60 Haushalte (…) mit durchschnittlich rund 170 Personen“. Er hatte seine „arische Abstammung bis zum Jahre 1800 nachzuweisen“ und „war zu vorbildlichem Verhalten auch im Privatleben angehalten“. Seinen…