Monat: Oktober 2005

kleine gedichtleere

  es ist nicht leicht für ein gedicht still zu sein zu schweigen nichts zu sagen zu haben es ist nicht leicht für ein gedicht leser zu finden für das worüber es nichts sagt und schweigt es ist nicht leicht…

Lyrik DuMont

Neben mir liegt ein Stapel Bücher – gelesen und gesammelt seit 1998 – mit außergewöhnlicher Ausstrahlung. Es sind Bücher, die bereits durch ihre ausgesuchte Aufmachung – mit weißem, blauem, rotem, gelbem und grünem Leineneinband, Lesebändchen, im Schuber – erstklassige lyrische…

panaroma

  Sonett in Anagrammen   bier fischt alpensonnen, kurzen untergang im drama, ganz unberauscht in reinen särgen dampf mir klont man reift, kann salz, ein purer bauch singt regenmond und grins nicht fein – lern kaum begrenztes panorama   dann…

An die Conventionellen

  Ihr habt genug mein armes Hirn gebüttelt, Ich käu nicht wieder wie das liebe Vieh; Längst hab ich von den Schuhen ihn geschüttelt, Den grauen Schulstaub eurer Poesie!   Ich hab mich umgesehn in meinem Volke Und meiner Zeit…

Goldener Oktober

  Trotz langer Feiernacht war er recht früh aufgewacht. Gegen 8 Uhr, anderthalb Stunden später als sonst. Er hatte seine vier Stunden Schlaf bekommen, war hochgeschreckt, im Wissen um die Verpflichtungen schnell aufgestanden, hatte seine Arbeit am Schreibtisch erledigt. Bevor…

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fortzieht die Sonnenkissen eine verlorene Kindheit die Stille atmet sich wach nachts wo mächtige Monde durch hohles Land rollen am Schlafrand pflück Zeit zu Zeiten: Augenblicken immer und immer das Tal im Schatten und mit der Stille schweigen als Himmel…

Metaton

Weiterführend → Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Jetzt ist es Herbst

  Jetzt ist es Herbst, Die Welt ward weit, Die Berge öffnen ihre Arme Und reichen Dir Unendlichkeit.   Kein Wunsch, kein Wuchs ist mehr im Laub, Die Bäume sehen in den Staub, Sie lauschen auf den Schritt der Zeit.…

Sinnliche Synergien

  von hier auf gleich zum heute bis jetzt ist Asynchronitæt das Wesen der Erinnerung in der Menschenmuehle der Historie Geræusche werden dem eigenen Kœrper entfremdet & suchen im Raum nach einem neuen Verursacher Sein wendet sich vom Gesehenwerden zum…

Enigma

für Hans Werner Henze aus der Zeit der ARIOSI   Nichts mehr wird kommen. Frühling wird nicht mehr werden. Tausendjährige Kalender sagen es jedem voraus. Aber auch Sommer und weiterhin, was so gute Namen wie „sommerlich“ hat ― es wird…

Narr in Verzweiflung

  Ach! Was ich schrieb auf Tisch und Wand Mit Narrenherz und Narrenhand, Das sollte Tisch und Wand mir zieren?…   Doch ihr sagt: „Narrenhände schmieren, — Und Tisch und Wand soll man purgieren, Bis auch die letzte Spur verschwand!“…

Privilegiertes Denken

  »Vergil. Vater des Abendlands« heißt ein Buch, in dem Theodor Haecker die Wahrheiten, Lehren, Mahnungen aus dem Schaffen Vergils darlegt, die ihm nach dessen zweitausendjähriger Vollendung die zeitigsten scheinen. Der Verfasser, obwohl Katholik, ist Schüler von Kierkegaard, und zwar…

IN EINEM PRAGER CAFÉ

  das fremde gesicht eines alten mannes   hinter einem fenster mit weißem rahmen   auf einer fotografie in einem Prager Café   sieht mich forschend und neugierig an   draußen verschimmert graublau der abend   im letzten licht die…

Daseinssplitter

Alles Komische hilft mir und macht mich glücklich. Im Kino und überall. erklärte die leidenschaftliche Cineastin Ilse Aichinger. Ihre häufigen Kinobesuche dienen aber auch dazu, um die „Zeit totzuschlagen, weil mir das Leben schon viel zu lange dauert“. In ihren…

Dämmerung

  Hell weckt Dunkel Dunkel wehrt Schein Der Raum zersprengt die Räume Fetzen ertrinken in Einsamkeit! Die Seele tanzt Und Schwingt und schwingt Und Bebt im Raum Du! Meine Glieder suchen sich Meine Glieder kosen sich Meine Glieder Schwingen sinken…

An die Nachtigall

  (Als Mamsell Schmalz die Camilla sang)     Nachtigall, sprich, wo birgst du dich doch, wenn der tobende Herbstwind Rauscht? – In der Kehle der Schmalz überwintere ich.         *** Weiterführend → Poesie zählt für KUNO weiterhin…

Wanner Wandbild

    Der Videobeamer projiziert deckungsgleich eine Aufnahme von der Wand in der ehemaligen Maschinenhalle der Zeche Unser Fritz 2/3 an ihren Ursprungsort zurück. In langsamen und fast unmerklichen Überblendungen fließen verschiedenen Variationen über die Maueroberfläche ineinander. Der teilweise noch…

Das Hungertuch für Almuth Hickl

Almuth Hickl erhielt in Anerkennung ihres künstlerischen Werks das Hungertuch für Bildende Kunst 2005 Almuth Hickl arbeitet mit Werkgruppen, herbeigeführt werden diese Serien durch spielerisches Experimentieren. Ihr serielles Arbeiten sorgt für Bewegungsimpulse: Das Mäandernde, das assoziative Andocken und elastische Verschlingen…

Klingelmännchen

Klingelmännchen ist die Bezeichnung für das Betätigen einer Türklingel, ohne die Absicht zu haben, die jeweilige Person zu besuchen. Es ist ein vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen beliebter Streich. Der Streich besteht darin, bei einem Ein- oder Mehrfamilienhaus eine oder…