Monat: April 2006

An der Saale

  Goldene Drift im herbstlichen Gleichklang der Schritte:Sonst legt Stille dich fest: an den verlassenen RändernDes Flusses, wo dich das Ufergras einschnürt.Düster und baumlos sind unsere Träume, aber hierStehen sie noch, geduckte Gefährten, groß undSpröde vor Mitschweigsamkeit. Seltsames WartenUnter gelben,…

An unsre Modedichter

    Noch ehe die Zukunft euch richtet, verfallt ihr der ewigen Nacht. Weil ihr zuviel gedichtet. Und weil ihr zu wenig gedacht.     *** Den Essay „Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze“ lesen Sie hier. Eine Rezension…

Kompaktseminar

  Für die Seminaristen stellt es sich immer wieder als fast unzumutbare Belastung heraus, wenn sie an Wochenenden, in den Semesterferien zumal, sogenannte Kompaktseminare belegen müssen, weil sie sonst keine Chance haben ihre Scheine zusammen zu bekommen. Von der Fragwürdigkeit…

Wallstein Verlag

  Wallstein zeigt seine poetischen Muskeln. Spätestens seit der Übernahme der Betreuung der Mainzer Reihe gehört der Verlag zu den Säulen im Luftschloß der Lyrik. In bester Aufmachung erscheinen hier Gedichtbücher, die Akzente setzen. So wird beispielsweise Yvan Golls Gesamtwerk…

Vergeblichkeitsgeste

  Die Differenz zwischen Literatur und Leben bleibt bestehen, sie kann nur überwunden werden von dem, der sich den Absprung zutraut. Und die Konsequenzen aus einem Leben zieht, in das er hineingeschlittert ist. Es liegt eine poetische Paradoxie in einem…

Eine Erinnerung an Heidi Pataki

  Mit dem leider auch schon so früh verstorbenen liebenswürdigen Gerhard Kofler, langjähriger GAV-Generalsekretär, und mit Manfred Chobot waren wir zusammen im Juli 1999 beim Poetry Festival in Monasterevin in Irland, wo wir auch gemeinsam einen Österreichischen Leseabend bestritten haben.…

Landschaft

  *** Weiterführend → Eine  Würdigung von Jürgen Diehl finden Sie hier. Hören Sie auch die Hommage an Jürgen Diehl auf MetaPhon.

Welttag des Buches

  Im Kino gewesen. Geweint. (Franz Kafka) Im Rockkonzert gewesen. Getanzt. Im Museum gewesen. Gestaunt. Ein Buch aufgeschlagen. Und darin versunken.     PS Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Aber lesen muss man es trotzdem. Sonst schauen wir…

Torwächter

  Ich war weniger Hüter eines Fussballtores als Hüter eines Geheimnisses. Während ich mich mit verschränkten Armen an den linken Torpfosten lehnte, genoss ich den Luxus, meine Augen zu schliessen, und so lauschte ich dem Pochen meines Herzens, fühlte den…

Trash People auf dem Domplatz

  *** KUNO hat ein Faible für Trash. Dem Begriff Trash haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt Trash als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis…

Unschuldszustand

  Was wie ein Roadmovie beginnt, endet für Richard und Gloria bereits nach einem Kapitel in einem einsamen Haus auf dem Land. Nicht nur die Geschichte ist rasant, auch die Sprache hält sich nicht mit überflüßigen semantischen Verzierungen auf. In…

Was ist Aufklärung?

  Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Immanuel Kant

Geschœpflichkeit

  der Mensch selbst interpretierendes Tier im Projekt mit der inneren Natur   ein Monument der Detailversessenheit Authentizitætswahn bis in die letzte Hautfalte   Niemand altert jeder optimiert seinen Leib & legt sich eine schnittige Kœrperkarosserie zu   Sæfte verdunsten…

Teepause

  Kautsky fehlten die Worte, als die Frau, die er liebte, sich nach vorn beugte. Sie nahm die Tasse, setzte sie an die rot schimmernden Eislippen, trank die Hitze in einem Zug aus und stellte das dünne Porzellan mit wegwerfender…

RDB – R.I.P.

  I am coming from Cologne. Cologne is a very dark industrial city with not much poetry in it. Perhaps that’s what makes my poetry so simple.     *** Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur. Lesen Sie…

Wir wollen aufreizen

  Wir wollen aufreizen, umwerfen, bluffen, triezen, zu Tode kitzeln, wirr, ohne Zusammenhang, Draufgänger und Negationisten sein. Wir werden immer ‚dagegen‘ sein.      *** Anmerkung der Redaktion: Wir danken Hugo Ball für seinen Beitrag, mit dem wir in diesem…

Open End

  Gott ist tot. Ich glaube nicht.       *** Die konzentrierten Prosastücke von Stefan Oehm sind fast alle sind hintersinnig und mindestens doppelbödig. Einige bringen im Kopf des Lesers eine – kleinere oder größere – Welt zum Erblühen.…

Das unzensierte Nebeneinander

    Kein restriktiver Kanon, keine Erziehungsdiktatur, die vorschreibt, was man lesen und denken soll, keine Erbpflege und auch kein Agitprop, sondern das unzensierte Nebeneinander all dessen, was sich gewinnbringend vermarkten und verkaufen liess. Hans Christoph Buch     Die…

Tag

      Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit…

Schreiben als Lebensinhalt

  Wenn ich vorher gewusst hätte, dass Schreiben mein Lebensinhalt ist, hätte ich vielleicht keine Kinder bekommen. Kinder sind kein Lebensinhalt. Sie beginnen von ganz klein an, von dir wegzuwachsen, und das ist notwendig, denn sie sollen ihr eigenes Leben…

Der Lyriker

  Der Romancier ißt sich rund und satt. Der Lyriker kaut sein Lorbeerblatt.       *** Weiterführend → Lesen Sie auch die Gratulation von Markus Peters zum 70. Geburtstag auf KUNO. Eine  Würdigung des Herausgebers und Lyrikers Axel Kutsch im…

In den Nadeln der Fichten

  In den Nadeln der Fichten schwirren Bienen hin und her, sammeln die Ansonderungen von Läusen, die hinterher teuer als Waldhonig angeboten werden.       Bereits nachdem Jack Dorsey den ersten Tweet am 21. März 2006 verschickt hatte, war…

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  die eisige Einsamkeit ist ein Mann heut wer weiß einen Reim auf das Wort Biomacht wer züchtet Mirkoben wo wohnen die heimatlosen Atombomben Pilze Blitze der Angst aus denen ein Licht steigt hell als wärs Der Himmel: Generation Tschnerobyl…

Mitch du hast gesagt

  Du kennst Deine Staaten nicht wieder ich aber sage Dir: ich   höre ihn wieder  den traum Was sich da abspielt ist schlimm  was aber dagegengespielt wird das ist großartig  Mitch!   Zweistimmig redet das tier Und ich kann es fühlen:…

Der größte Künstler

  Der größte Künstler ist, der mit Grazie nichts thut.       Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.

Computerzeichnung 13

Weiterführend → Vor zehn Jahren verblüffte Almuth Hickl mit neuen Bildern aus dem Computer und Laserdrucker. Das Konzept der Künstlerin zu ihren Computerzeichnungen finden Sie hier. Ein Porträt der Hungertuchpreisträgerin Almuth Hickl findet sich hier. Und außerdem im KUNO-Archiv, ein…

Der Fischzug

  Der Fischzug war eine deutsche Literaturzeitschrift, die nur im Jahre 1926 von Victor Otto Stomps und Eberhard Heinatsch in Stomps‘ Verlag Rabenpresse in Berlin herausgegeben wurde. Redakteur war ab Heft 2 Walther G. Oschilewski. Die ersten beiden Hefte trugen…

Das Auge der Welt

  Tods knochenharte Hand ließ Kautsky wieder los, als er in den Armen der Zauberin lag. Tod sah in ihr eine Kollegin, weil sie eine Betäuberin des Lebens war, die das Sein in einen anderen Aggregatzustand verwandelte. Sie trieb Kautsky…

Tod

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Polymorph Divers

  Der Sinn von Literatur, Kunst und Musik besteht darin, das Empfinden des Lebens wiederherzustellen.   Weiterführend → Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.