Monat: Mai 2011

Panem et High-Tech

      Weiterfühend → Aus Recherchegründen hat der vordenker die zum 30. Jahrestag des VS erschienenen Kollegengespräche zuerst ins Netz gestellt. Die Kulturnotizen (KUNO) haben diese Reihe in loser Folge ab 2011 fortgesetzt. Lesen Sie hier das Kollegengespräch – aus…

Deutungsmuster und Übersetzungsmöglichkeiten

Holger Benkel verfügt über kulturelle Deutungsmuster und Übersetzungsmöglichkeiten, über die andere Autoren nicht unbedingt verfügen. Seine Biographie erscheint als Zwischenexistenz, als interkulturelle Existenz, aber sie dient ihm der produktiven Herausforderung und nicht irgendeiner ›Verostung‹. Da entdeckt das flimmernde Ich auf…

Fährgeld für eine neue Rolle

  Am Anfang steht das Bild des Todes: Mitten im Winter verspürt der männliche Ich-Erzähler „einen metallischen Geschmack auf der Zunge, der auf absonderliche Weise mit dem Sturm zu tun hat.“ Er weiß nicht, was ihn da verunsichert, aber der…

In der Nußschale

Kollektor Frucht um Frucht erntete der Herbst kletterte in den Baum und legte sich dort ruhig zum Trocknen hin um dann gemeinsam mit den toten Früchten abzufallen Gellu Naum Ich esse für mein Leben gern Nüsse. Zum Glück trägt der…

Selbstverleugnung

    Wer die Schuld einmal bei anderen findet, wird dort immer suchen.     *** Von Herrn Nipp waren auf KUNO zwischen 1989 und 1994 Aperçus, Bonmots, und Sentenzen zu lesen. Eine Vorform der Twitteratur. Prägend für diesen Begriff…

Farbkomposition

  Der Hungertuchpreisträger Thomas Suder arbeitet an Objekten und Bildern. Sein Thema ist die dialektische Beziehung zwischen organischen, also eher rundlichen Formen und Strukturen wie z.B. das menschliche Gehirn, und dem was ebendieses an höchst unorganischen Formen hervorbringt, um in…

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(und Liebe sei wieder einmal nicht wasserfester Lidschatten) *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch das schreibende Analysieren gebrochen wird. Vertiefend zur Lektüre empfohlen, das…

Der fünfte Beatle

  Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und Autos ausgegeben, den Rest habe ich einfach verprasst. George Best   Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.

Unwiderkehrbar verliebt

  durch den Panzer der Nacktheit in Fleisch gewickelt \ Um wege fuehren immer ueber den Leib / keine Un schuld bei intensivster Durchdringung   auf das Knochengeruest durch stossen / die Statik des Rueck grats erschuettern \ hœchst emp…

Freibank

*** Weiterführend → Ein Porträt der Hungertuchpreisträgerin Almuth Hickl findet sich hier. Und außerdem im KUNO-Archiv, ein Hinweis auf die Ausstellung Freibank. Photos der Reihe im Rheintor und der Veranstaltung in Kunstverein Linz. Einen Essay zu den Aktionen im Rheintor…

Freibank im Rheintor

Die Freibank war eine Einrichtung zum Verkauf minderwertigen, aber nicht gesundheitsschädlichen Fleisches, das in der Fleischbeschau als »bedingt tauglich« eingestuft wurde. Freibankfleisch stammte aus Schlachtung von Tieren, die eigentlich nicht für die Schlachtung bestimmt waren, will sagen, die beispielsweise durch…

Die Untoten – Kongress und Inszenierung

Eine Welt von „Untoten“ bevölkert als Traum oder Alptraum unsere Filme, Romane, Comics, Feuilletons und Bestsellerlisten. Gleichzeitigschaffen die modernen Biotechnologien und ihre Möglichkeiten in Lebensprozesseeinzugreifen, derzeit eine Umbruchsituation. Die Kulturstiftungdes Bundes veranstaltet an diesem Wochenende einen Kongress aufKampnagel in Hamburg,…

Alle Gebiete sind in einer Krise

  Die Kunst ist das Bild des Menschen selbst. Das heißt, indem der Mensch mit der Kunst konfrontiert ist, ist er im Grunde mit sich selbst konfrontiert. Die Zukunft, die wir wollen, muss erfunden werden.     *** Wie können…

Die Persönlichkeit

  Kandinsky ist Befreiung, Trost, Erlösung und Beruhigung. Man sollte wallfahren zu seinen Bildern: sie sind ein Ausweg aus den Wirren, den Niederlagen und Verzweiflungen der Zeit. Sie sind Befreiung aus einem zusammenbrechenden Jahrtausend. Kandinsky ist einer der ganz großen…

Der Dichter an seine Kunstrichterin

  Zürne nicht auf mein fröhliches Lied, weil die Wange dir brennet! Nicht was ich las – was du denkst, hat sie mit Purpur gefärbt.     *** Der Homo ludens ist ein Erklärungsmodell, wonach der Mensch seine kulturellen Fähigkeiten vor…

Litanei

  bald wird der Briefträger dein lindgrünes Lächeln vorbeibringen und ich hab noch keinen Briefkastengehängt bald beginnen die Geburtswehen unseresLiebesgedichts und wir haben noch kein Schaukelbettgebaut bald wird’s neblig in unserer Straße und wirhaben keine Laterne an den Himmel genagelt…

Über das Schmollen der Weiber

  Das Schmollen der Weiber ist nichts als ein Guerillakrieg, den sie gegen die konzentrierte Macht der Männer führen, ein Krieg, in dem sie immer siegen.   *** Der in der Schwebe gelassene Sinn, die Produktion von Ambiguität – was…

In me ipsum

  Wenn ich etwas an Christus verstehe, so ist es das: »Und er entwich vor ihnen in die Wüste«.     *** Galgenlieder, von Christian Morgenstern. Erschienen im Verlag Bruno Cassirer. Berlin 1905 „In jedem Menschen ist ein Kind verborgen,…

WAFFEN UND MUNITION

  Ich war in Riga, um eine Freundin zu besuchen, angekommen. Ihr Haus, die Stadt, die Sprache waren mir unbekannt. Kein Mensch erwartete mich, es kannte mich niemand. Ich ging zwei Stunden einsam durch die Straßen. So habe ich sie…

Maiwanderung

  Bei bestem Wetter, die Sonne scheint, die Bäume inzwischen mittelmaiisch grün, Vögel zwitschern. Unten im Keller steht schon das Bier für die Wanderung, das Grillzeug wurde spät abends aus dem Supermarkt geholt und schon mal auf die Spüle gelegt,…

Bildtextkorrespondenzen

    Ein Textfragment wird an den Rändern mit geringstem Buchstabenaufwand sinnfällig neu ‚komplettiert‘ …     Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über…

Die Kunst Bücher zu schreiben

  Die Kunst Bücher zu schreiben ist noch nicht erfunden. Sie ist aber auf dem Punkt erfunden zu werden. Fragmente dieser Art sind litterarische Sämereyen. Es mag freylich manches taube Körnchen darunter seyn: indessen, wenn nur einiges aufgeht! Novalis  …

Leben in Möglichkeitsfloskeln XVI

Die meisten Männer mit den strotzenden Schwanzbetontheiten sind letztlich impotente Lebensgestalter. Aufgeblasene Zwerge ihrer Darstellungsnot. Verlassene Verlierer. Die Vagina Dentata hat ihnen den Biß genommen. Deshalb reden sie so schlüpfrig.     *** Um Peter Meilchens nachgelassenen Roman Schimpfen im…