Monat: Januar 2010

dialektik der medienfreiheit

  alles scheint offen und jeder kann ausgeschlachtet werden.     *** Eine Vorschau auf: Gedanken, die um Ecken biegen, Aphorismen von Holger Benkel Der in der Schwebe gelassene Sinn, die Produktion von Ambiguität – was für Roland Barthes Brecht…

Das Beste

  Das Beste, was ein Mensch für einen andern tun kann, ist doch immer das, was er für ihn ist.       Weiterführend → Ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur, sowie ein Recap des Hungertuchpreises.

Eiszeit

  Karl Richter hat knochenhart gearbeitet. Der Fahrstuhl der Wohnmaschine spuckt ihn in den Flur aus. Er will seine Wohnungstür öffnen, als sich Eleonore Knippenkötters Kopf in den Hausflur reckt. Sie ist ein kapriziöses Puppenwesen, das Glamour mehr behauptet als…

Twitteratur

  In den Nadeln der Fichten schwirren Bienen hin und her, sammeln die Ansonderungen von Läusen, die hinterher teuer als Waldhonig angeboten werden.     *** Von Herrn Nipp waren auf KUNO zwischen 1989 und 1994 Aperçus, Bonmots, und Sentenzen…

Positivalphabet

  Weiterführend →  Ein Buch muss keinen Nutzen haben. In der Zeit des Digitalen erlebt die Frage nach der Materialität von Literatur eine neue Blüte. Zum Thema Künstlerbücher finden Sie hier einen Essay sowie ein Artikel von J.C. Albers. Vertiefend auch…

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  die dämmerung in ihren sandalen hast du heraus geschält so nebenher sie bemerkte die blicke erst in der mitte des tages wann ist eine liebe zu spät   *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In…

Ich hab‘ die Welt

Ich hab‘ die Welt, die Welt hat mich betrogen.     *** „Die größte Lyrikerin, die Deutschland je hatte“, sagte Gottfried Benn über Else Lasker-Schüler. Sie bewegte sich wie eine Märchenfigur durch Berlin und fiel mit ihrer exzentrischen Erscheinung auf.…

Neue Geniezeit

  Nicht so leicht heute in der neuen Geniezeit aufzutauchen und nicht gleich wieder unterzugehen. Wer heute etwas sein will, muss schon als Legende anfangen, und die Legende muss sich bei näherer Betrachtung als rostfreier Stahl erweisen. Aber so war das…

Unlust am Leben, Angst vor’m Tod

Mit „The Walking Dead“ ist das Trash-Genre Zombies seriell geworden. Die Frage ist, kann man daraus gute Literatur machen? Die Antwort lautet ja. Und zwar A.J. Weigoni, der in seinen neuen Erzählungen „Zombies“ zeigt, dass es keinen Virus oder Totenkult braucht, um aus uns allen Zombies zu machen.

Jessica Dahlke

Dichtung

  Dichtung ist und bleibt ein, wenn auch höherer, Schwindel. Ich lege Wert darauf, das zum ersten Mal ausgesprochen zu haben. Menschen gestalten, heißt: sie fälschen.         Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.

Über das Schreiben

  Eine Periode, die, metrisch konzipiert, nachträglich an einer einzigen Stelle im Rhythmus gestört wird, macht den schönsten Prosasatz, der sich denken läßt. So fällt durch eine kleine Bresche in der Mauer ein Lichtstrahl in die Stube des Alchimisten und…

Kommunikationsprodukte

  Sprache wird reduziert zu einem ein Befehl zur jeweiligen Selbstvergewisserung.       Weiterführend →   Bestand die Modernität des Aphorismus bisher in der Operativität, so entspricht diese literarische Form im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Denkgenauigkeit der Spätmoderne.…

Merz

  Merz will Befreiung von jeder Fessel, um künstlerisch formen zu können. Freiheit ist nicht Zügellosigkeit, sondern das Resultat strenger künstlerischer Zucht. Merz bedeutet auch Toleranz in bezug auf irgendwelche Beschränkung aus Künstlerischen Gründen. Es muss jedem Künstler gestattet sein,…

Mist

  Wenn du zu Mist zuviel zu sagen hast, fängt es an zu stinken.     *** Hübschs literarische Laufbahn begann mit einer Veröffentlichung in der von Peter Rühmkorf herausgegebenen, viel beachteten Sammlung Primanerlyrik – Primanerprosa. 1969 veröffentlichte Hübsch seinen…

Erlaubnis

  Die Müdigkeit eines normalen Urlaubstages kann alles unter sich ersticken.   *** Von Herrn Nipp waren auf KUNO zwischen 1989 und 1994 Aperçus, Bonmots, und Sentenzen zu lesen. Eine Vorform der Twitteratur. Prägend für diesen Begriff ist die Textsammlung:…

Die Leertaste

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

fragiles fragment

sentenz vom gedicht im deutschen sprachraum nach 2000 The poem is a machine made out of words William Carlos Williams Mais Degas, ce n’est pas avec des idées qu’on fait des vers, c’est avec des motsStéphane Mallarmé No verse is…

Tigersprung ins Vergangene

Kaum jemand hat die die Rolle eines unabhängigen Intellektuellen im 20. Jahrhundert besser ausgefüllt, als der vor 70 Jahren von uns gegangene Walter Benjamin. KUNO erinnert an dieser nonkonformistischen Denker. Man solle das Werk Benjamins nicht mit „unbilligen Konsistenzanforderungen konfrontieren“,…