Monat: Juli 2011

Wortkompositionen

Ein Formerfinder trifft auf einen Allegorienschöpfer. Als gegenseitig befruchtender Dialog zwischen bildender und lyrischer Kunst sollte man das Künstlerbuch »Prägnarien« verstehen. Hieß es früher ”Wer nicht hören will, muss fühlen”, könnte man jetzt einfach behaupten “Wer nicht fühlend sehen will,…

Freiheit sei die Seele meiner Feder

    Ich liebe nicht den Juden, nicht den Christen, weil Jude oder Christ: ich liebe sie nur, weil sie Menschen sind und zur Freiheit geboren. Freiheit sei die Seele meiner Feder, bis sie stumpf geworden ist oder meine Hand…

Lesart von Gedichten, paradoxe Bespiegelungen

Lesart von Gedichten, paradoxe Bespiegelungen „Die Frage sollte nicht sein, ob es möglich ist, von der Poesie zu leben. Die Frage sollte sein, ob es möglich ist, ohne Poesie zu leben. Jan Wagner Geziemte es sich nicht für jeden Schriftsteller…

Glashaus

  Das Leben der Anderen ist nur deshalb so interessant, weil wir dummerweise glauben, es berge Geheimnisse.   *** Von Herrn Nipp waren auf KUNO zwischen 1989 und 1994 Aperçus, Bonmots, und Sentenzen zu lesen. Eine Vorform der Twitteratur. Prägend…

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Seelenklammer, die aufgezogen in uns uns in Tage schraubt beschränk den Geist zu Bodenflimmern: Hitze am Asphalt tarnen Worte sich als Wahrheiten spielen die Saugverhältnisse des Anscheins gegeneinander aus: Autsch!  *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier.…

Quantenmechanik

  Manchmal denke ich, unser Denken hat doch recht viel zu tun mit der Quantenmechanik. Wir kombinieren alle Möglichkeiten der sprachlichen Elemente – in einem logischen Grobrahmen, wo Freiheit Zufall ist oder Zufall Freiheit, und die Rückkoppelung (Reflexion) eine Ahnung…

Graskonturen

  balancierte Individuen versuchen unter rissiger Reptilienhaut Trieb– & Kulturforderungen zu harmonisieren   dem dissoziierten Individuum erscheint eine wahre Identitæt als Kontinuitætsfiktion sein kulturelles Ich setzt inszenatorisch ein   Mimesis & Empathie wird verweigert Abbreviaturen ersetzen das Sich–Ausspielen das Einswerden…

ERSTE HILFE

  Ein höchst verworrenes Quartier, ein Straßennetz, das jahrelang von mir gemieden wurde, ward mir mit einem Schlage übersichtlich, als eines Tages ein geliebter Mensch dort einzog. Es war, als sei in seinem Fenster ein Scheinwerfer aufgestellt und zerlege die…

Die Welt und ich

  Wenn ein Mann die Hälfte eines Tages in den Wäldern aus Liebe zu ihnen umhergeht, so ist er in Gefahr, als Bummler angesehen zu werden; aber wenn er seinen ganzen Tag als Spekulant ausnützt, jene Wälder abschert und die…

Die Ehe

  Die Ehe ist ein Doppelselbstmord.         Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.

Was sind Gedichte heute?

wiestauchung, endig wienachtrag, schock-genügen kaum:storm the gate, Germane,speicherdeckerder magerlyrik, duunabhänger,ende wieder in niederungen, ahmedurch – diebstählernsteht ausdruckvor Texten ei duwort wart. *** Weiterführend → Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern…

In Abwandlung der Reihenfolge

  Die Rituale aufzubrechen und damit auch für andere zu öffnen, schien inzwischen auch Herrn Nipp zur Gewohnheit geworden zu sein. Er hatte gemerkt, dass nicht die genaue Abfolge wichtig war, sondern das stetig neue Komponieren der Elemente, sobald nämich…

Vertrauen

  Der Mensch kann nicht leben ohne ein dauerndes Vertrauen zu etwas Unzerstörbarem in sich, wobei sowohl das Unzerstörbare als auch das Vertrauen ihm dauernd verborgen bleiben können. Eine der Ausdrucksmöglichkeiten dieses Verborgenbleibens ist der Glaube an einen persönlichen Gott…

augenglasspiegelhautkapselturm

oder der kosmos in der küche zur lyrik von birgitt lieberwirth   Ich will die Dinge durch / meinen Geist beleuchten / und den Widerschein auf den fremden Geist fallen lassen. Charles Baudelaire der lebensweg der birgitt lieberwirth verlief, vordergründig…