Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde, Die Tage kommen blütenreich und milde, Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen Vom Himmel abwärts, wo die Tag entstehen. Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten Wie eine Pracht, wo Feste…
Weiterführend → Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin.
„Wie kannst du nur deine reale Welt mit deiner geschriebenen Fiktion vermischen?“ „Ich glaube, dass es egal ist.“ „Was willst du damit sagen?“ „Nun ja, es ist egal – doch wirklich und einfach völlig egal, ob etwas erlebt wurde…
Für zwei Euro auf dem Flohmarkt: „Brehm’s Illustrirtes Thierleben. Für Volk und Schule bearbeitet von Friedrich Schödler. Mit 709 Abbildungen nach der Natur, ausgeführt unter Leitung von R. Kretschmer und E. Schmidt, und 1 Karte ‘Heimath der wichtigsten Thiere’.…
bin ich ganz form im übergang zwischen kopf und leib komm ich aus rissiger erde will ich immer fort züngeln die ähren im tanz des korns wie ein loderndes feuer wimmle ich am ursprung der saat schaff ich eine brut…
Schnee schmilzt glitzert Helle Hitze Ich als Waldeslücke früher nannte man mich Entzücken *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch das schreibende Analysieren gebrochen wird.…
Weiterführend → Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…
Bücher helfen ei’m nich. Jeder Mensch braucht ’n andern – jemand, der in der Nähe is.‘ Weinerlich fuhr er fort: ‚Ein Mensch geht kaputt, wenn er niemand hat. Macht keinen Unterschied, wer’s is, wenn man nur jemand hat. Kann…
Betrachtungen eines ewigen Lesers zur autobiografischen Roman-Lawine von Ilse Kilic und Fritz Widhalm Auf einen dritten Teil des „Verwicklungsromans“ wird zum Schluss der zwei vorliegenden Teile des systematischen Romanfragments DIESES UFER IST RASCHER ALS EIN FLUSS! und NEUE NACHRICHTEN VOM…
Seine Ehehälfte sucht der Mond, Da sonst das Leben sich nicht lohnt. Der Lenzschalk springt mit grünen Füßen, Ein Heuschreck über die Wiesen. Steif steht im Teich die Schmackeduzie, Es sehnt und dehnt sich Fräulein Luzie. …
Das Warten an sich ist ein Zustand, dem sich der Mensch täglich hingibt, hingeben muss, er steht irgendwo, wartet auf einen etwas zu spät kommenden Bus. Sitzt auf einer Mauer, weil der beste Freund noch im Stau steht. Vor…
Man nehme einen Traum egal welchen / denen die endgültig wach geworden sind empfehlen wir jenen den sie gerade ausgeträumt haben / man wähle daraus eine Person / einen der klein beigibt oder einen der die Front kennt /…
Hände im Schotter stottern und deine Mutter ist eine Mutter der Fetzen zerschnitten das innere Kind dennoch Lichtfontänen in den Himmel gesprüht das Bildergewirr aus Erinnerungen verstrickt zum Knäuel: verglimmt Wind wirft: rund dich zum Anfang wo silbern Licht zuckt…
ohne Vorwarnung ragt er aus dem Schatten der fremdgewordne Ort das überkommne Grauen breitet sich aus in Rot & Weiß eine Leere im Blick verrät vorerst Entwarnung *** Quelle: Dichtungsring Nr. 31/2002 (FremdLand) Weiterführend → Ulrich Bergmann…
Ähnlich wie beim Fussball gibt es auch in der Literatur zahllose Experten, die als Bundestrainer immerzu die elf richtigen Vorsätze andenken, um bestenfalls zu Adi Preißlers Erkenntnis zu gelangen: “Entscheidend is auffem Platz.“ I Allegro Es ist nicht leicht im…
In meiner Erinnerung sehe ich uns beisammen sitzen: den Alois Hergouth, den Jean Charles Lombard, den France Filipic und mich, nach einer Veranstaltung des Alpenländischen Schriftstellerkongresses in Radkersburg/Radenci, in irgendeinem Gasthaus, bei Wein und Zigaretten und im Gespräch. Alle…
Die Grundlage für die Photoarbeiten bilden Schnappschüsse von Gebäudeteilen. Digital bearbeitet verwandeln sich die Motive in absurde Architekturen, deren Reiz in der skulpturalen Neuformulierung des real Vorgegebenen liegt. Die Titel der Arbeiten weisen auf die Straße hin, in…
Dass eines mal klargestellt ist: Ordnung muss sein, zumal im Garten. Werkzeuge gehören dort draußen in die geordnete Natur nicht hinein, nur wenn gearbeitet wird. Nur für die Dauer der Arbeit, auch in der Mittagspause sind sie ordnungsgemäß zu verstauen.…
Weiterführend → Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…
Das Gossenheft ist eine neue Richtung in der Literatur. Dr. Ulrich Janetzki / LCB, Berlin 1989 erschien im KRASH-Verlag das erste Gossenheft mit dem Titel Jaguar, der Verlag aus der Domstadt griff auf eine Tradition zurück. Die ersten Groschenhefte erschienen…
Bis der Leichenwagen der Mordkommission kam, kaute der Schleusenwärter an seinen Fingernägeln. Seine Mutter hatte ihm das Knabbern an den Nägeln vor vierzig Jahren abgewöhnt. Hatte Senf auf seine Hände gestrichen. In diesem Moment wünschte sich der Schleusenwärter, sie…
Die aufgehende Sonne hatte die Farbe von glühendem Stahl. Alles blieb ruhig im Hotel Alt Crange, den Häusern, den Wohnwagen. Noch. Der Müll der Cranger Kirmes blieb auf den Straßen kleben. Der Goldrausch war vorbei. Die Menschen hatten sich…
Während alle zum Himmel sahen, starrte er auf die Erde. Bronischewskis Laune war ins Bodenlose gesunken. Er hatte vielen Frauen in den Ausschnitt gestarrt, um den Fitzel eines roten BH’s zu sehen. Die Hitze hatte ihn zehn lange Tage…
Hinter der Telefonzelle auf dem Schleusengelände lehnte der Sterbende mit dem Rücken an der Rückwand. Man hätte ihn für einen Betrunkenen halten können. Giancarlos Tod umgab die gleiche Leere, die sein Leben geprägt hatte. Um das fette Faktotum wölbte…
Indes: Träumend, beinahe wie die Generation ihrer Eltern, lagen Ansgar und Shari auf dem Rasen und ließen sich das Gras schmecken. »Hmmm… gutes Zeug!«, atmete Ansgar nach einem tiefen Zug aus. »Is‘ echt gut für’n Chill–Out!« Shari nuckelte an…
Magische Öffnung des Blicks. Giancarlo sah den Weg zur Schleuse mit der Gleichmütigkeit eines Melancholikers hinauf, der die Ziellosigkeit zum Lebenssinn erklärt hat. Hielt ihm der schwarze Engel ein flammendes Schwert entgegen? Die Schwarze Witwe und der Fallsüchtige, kommunizierend…
Dass Herr Nipp ein süchtiger Leser von Romanen aller Art war, muss nicht besonders erwähnt werden. Aber jedes Mal, wenn er zu einem Ende kam, konnte auch Lämmchens Trost auf der letzten Seite von „Kleiner Mann – was nun“…
ohne Eile die Natur sich in den Regen stellen nickend sickern Scherenschnitte: die Köpfe der Schwäne magische Körper einer anderen Welt *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie…
Alleingelassen in der Zelle der Erinnerung. Mae sah auf, als sie Schritte auf dem Boden spürte. Vor ihr stand so plötzlich eine Frau mit langen schwarzen Haaren, dass sie unwillkürlich an die Geistergeschichten denken musste, die man ihr als…
Mae konnte von ihrem Platz das Treiben der Menschen beobachten. Sie sah die balzenden Pärchen am Kanalufer, dachte wehmütig an ihren Josef. Hörte das Seufzen, das Stöhnen, ein Wasserglucksen, ein Rauschen. Die Schleusentore wurden geöffnet. Ein Schipper fuhr mit…
Sie bewegte sich langsam, fast schwebend. War den Weg zur Schleuse hinaufgeschlendert, vorbei an den letzten Buden, dem Feuerwehrwagen. Vereinzelte Paare und Passanten schlurften gleichgültig an ihr vorüber. Der Kanal lag glitzernd vor ihnen, erinnerte an flüssiges Blei. Die…
Wenn man in der Provinz aufwuchs, gehörte man als Langhaariger bereits zu den üblichen Verdächtigen. Wir liessen uns allerdings nicht von Mädchen mit indischen Kleidern Blumen ins Haar pflechten. Wir verstanden uns als Nonkonformisten. Das analoge Internet ging per…
»Alles auf Kohle hier und deshalb wird jetzt Kohle gespart: Wer hat noch nicht, wer will noch mal? 10 Schuss 5 Mark!« Die schleimverklebte Stimme des Mannes hinter der Schießbude klang dumpf durch das Mikrophon. Ansgar ballerte auf die…
Er war gefangen in den Geschichten aus der Geschichte. Bezaubert durch Gerüche und Gerüchte. Giancarlo fühlte sich für einem kurzen Moment auf einer Opernbühne, schnupperte das Parfum der Frauen… Blieb stehen, ließ sich fallen. Schloss verwirrt die Augen, als…
Verwirrspiel. Die hyperaktiven Hipster waren uneins über die Richtung. Vordergründig. »Will was zum Kuscheln«, quengelte Shari an einer der vielen Schießbuden. Sie meinte ihn damit. War gespannt, wie er darauf reagieren würde. Reagierte logisch, statt aggressiv mit ihr zu…
In der Woge von Menschenleibern fühlte sich Giancarlo geborgen. Jacqueline griff nach seiner Hand. Das Atmen fiel ihm schwer, trotz der Hitze hatte er am ganzen Körper eine Gänsehaut. Im Nacken hatte es zu kribbeln begonnen. »Oh Gott…«, stammelte…
Es ist ein schönes Leben – hinter euren Vorstellungen und ein flaches Denken – vor eurer Stirm. Das weite Brachland eurer Fehleinschätzungen ist meine Spielwiese. Weiterfühend → Lesen Sie auch den Nachruf über Peter Meilchens Lebenswerk und den Essay 50 Jahre Krumscheid /…
Die Grundlage für die Photoarbeiten bilden Schnappschüsse von Gebäudeteilen. Digital bearbeitet verwandeln sich die Motive in absurde Architekturen, deren Reiz in der skulpturalen Neuformulierung des real Vorgegebenen liegt. Die Titel der Arbeiten weisen auf die Straße hin, in…
Giancarlo spürte, wie sich die Verspanntheit unerträglich in seinem ganzem Körper ausbreitete. Er hatte mit Jacqueline den Armen Ritter verlassen. Petra Kauss registrierte ihr Fortgehen mit gemischten Gefühlen. Die drei Kinder kamen zurück und beanspruchten mit ihren lebhaften Erzählungen…
Kurz vor dem Feuerwerk legte die Kirmes ihre Schminke ab. Die Fröhlichkeit in den Biergärten wurde porös und hohl. Anbaggertypen starteten voll durch, um eine Biernutte für diese Nacht mit nach Hause nehmen zu können. Der Zauber der alteingesessenen…
»Konntest die Glotzer nicht von ihrem roten Palmers–Bustier lassen. Und dann hat sie dich einfach umgehauen!« Shari reizte Bronischewski mit einem kalten Lächeln. Er spürte seine Wut. Würde sie am liebsten übers Knie legen und ihr den Arsch versohlen.…
Mae lotste den arroganten Beamten auf dem schnellsten Weg am alten Schloss Crange entlang, vorbei an den Budengassen, vorbei an den Fachwerkhäusern. Galonska, der sie begleitete, hatte sich über Tilkowskis Auftrag gewundert, das Grab des Hundes zu suchen. War…