10 Jahre eBooks

29. Dezember 2017
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Das „Kindle“ ist ein Monitor unter vielen in einer Kultur, die vor Monitoren birst. Es hatte eine revolutionäre  Auswirkung aufs Verlagswesen, aber die Welt der Ideen hat es kaum revolutioniert. Verleger grummeln zwar noch über Amazon, aber sie haben einen unbequemen Frieden mit dem Ebook gemacht, dessen Verkäufe seit einiger Zeit stagnieren. Das Kindle hat die Verlagsarbeit verändert, aber nicht so radikal wie manche hofften oder fürchteten, und schon gar nicht in grundsätzlicher Weise.

Mit dem – von Perlentaucher entliehenen – Zitat zieht Alex Shephard eine widersprüchliche Bilanz in der New Republic. E-Books haben sich einen kleinen Marktanteil von fünf Prozent erobert, und das Segment ist kaum noch ausbaufähig. Warum ich auch weiterhin nach wie vor das „P-Book“ bevorzuge, habe ich bereits vor fünf Jahren auf KUNO beschrieben. Dem ist nicht viel hinzuzufügen, ausser eine Rückbesinnung auf das Handwerkliche und die Buchkunst in der Tradition von Johannes Gutenberg. KUNO ist der Ansicht, daß spätestens seit  Gutenbergs genialer Erfindung und der Verbreitung von Martin Luthers 95 Thesen Autorschaft eine Grundvoraussetzung für jedwede Selbstbeschreibung der aufgeklärten Gesellschaft ist.

Ich werde so lange schreiben, wie es Papier gibt.

Hanne Darboven

Die Edition Das Labor setzt weiterhin unbeirrbar auf Künstlerbücher. Diese bibliophilen Kostbarkeiten sind eine ´Ware`, die kein Mindesthaltbarkeitsdatum tragen. Haimo Hieronymus präsentierte 2017 Über Heblichkeiten, Floskeln und andere Ausrutscher aus den Notizbüchern des Herrn Nipp. Wir finden in diesem Buch sprachliche Floskeln, die noch nicht etabliert sind, unverzeihliche Versprecher und Ausrutscher, die zu sprachlichen Kollateralschäden führen. Neben dieser Twitteratur finden sich in schlüssiger Abfolge einige Zeichnungen und Aquarelle abgebildet.

Ein Buch ohne Druckfehler ist unanständig.

V. O. Stomps

Gleichfalls vollendet in 2017 wurde die Werkausgabe der sämtlichen Gedichte von A.J. Weigoni. Die fünf Gedichtbände erscheinen in einer limitierten und handsignierten Ausgabe von 100 Exemplaren. Mit dem Holzschnitt präsentiert Haimo Hieronymus eine handwerkliche Drucktechnik, er hat sie auf die jeweiligen Cover der Gedichtbände von A.J. Weigoni gestanzt hat. Bei dieser künstlerischen Gestaltung sind „Gebrauchsspuren“ geradezu Voraussetzung. Man kann den Auftrag der Farbe auf dem jeweiligen Cover direkt nachvollziehen, der Schuber selber ist genietet. Und es gibt keinen Grund diese Handarbeit zu verstecken.

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Schablonendruck mit Acrylfarbe auf roten Buchkarton. Limitierte und handsignierte Auflage: 100 Exemplare.

Über Heblichkeiten, Floskeln und andere Ausrutscher, aus den Notizbüchern von Herrn Nipp, herausgegeben von Haimo Hieronymus, Edition Das Labor 2017.

Zum Thema Künstlerbucher lesen finden Sie hier einen Essay sowie ein Artikel von J.C. Albers.

Vertiefend auch das Kollegengespräch von A.J. Weigoni mit Haimo Hieronymus.

Die bibliophilen Kostbarkeiten der Edition das Labor sind erhältlich über die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421

 

Der Schuber, Werkausgabe der sämtlichen Gedichte von A.J. Weigoni. Edition Das Labor, Mülheim 2017. Alle Exemplare sind zusammen mit dem auf vier CDs erweiterten Hörbuch in einem hochwertigen Schuber aus schwarzer Kofferhartpappe erhältlich.

Weiterführend → Mehr zur handwerklichen Verfertigung auf vordenker. Eine Würdigung des Lyrik-Schubers von A.J. Weigoni durch Jo Weiß findet sich auf kultura-extra. Margeratha Schnarhelt ergründelt auf fixpoetry die sinnfällige Werkausgabe. Lesen Sie auch Jens Pacholskys Interview: Hörbücher sind die herausgestreckte Zunge des Medienzeitalters. Einen Artikel über das akutische Œuvre,  mit den Hörspielbearbeitungen der Monodramen durch den Komponisten Tom Täger – last but not least: VerDichtung – Über das Verfertigen von Poesie, ein Essay von A.J. Weigoni in dem er dichtungstheoretisch die poetologischen Grundsätze seines Schaffens beschreibt.

Hörbproben → Probehören kann man Auszüge der Schmauchspuren, von An der Neige und des Monodrams Señora Nada in der Reihe MetaPhon.

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Erster Logo-Entwurf für die Edition Das Labor von Peter Meilchen.

In eigener Sache

Das Magazin Kulturnotizen (KUNO) reflektiert entstehende Kunst, Musik und Poesie – mit Online-Archiv. Mehr Informationen.

Das lyrische Gesamtwerk von A.J. Weigoni im "Schuber"

Jedes Buch aus dem „Schuber“ von A.J. Weigoni ist ein Sammlerobjekt. Und jedes Titelbild ein Kunstwerk! KUNO fasst die Stimmen zu dieser verlegerischen Großtat zusammen.

Künstlerbücher

Zum Thema Künstlerbücher finden Sie hier einen Essay sowie einen Artikel von J.C. Albers.

Ohrenzwinkern

Coverphoto: Leonard Billeke

In der Reihe MetaPhon sind Facetten der multimedialen Kunst zugänglich.

Alphabetikon

Vertiefend zu ‚Alphabetikon‘ lesen Sie bitte das Kollegengespräch mit Haimo Hieronymus.

Trans

Twitteratur

Hier ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.

Edition Das Labor

Ausführliche Informationen finden sich hier.