Treff der Titanen

Redaktionelle Vorbemerkung: Wir baten A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine Satire aus dem Jahr 1994 heraus, die er für den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat.

Statt eines Vorworts

Porträt A.J. Weigoni, Photo Anja Roth

Das ist eine äusserst langweilige Geschichte, weil sie wahr ist!

Das ist eine Geschichte, in der sich alle in ihren Vorurteilen bestätigt fühlen dürfen, gewidmet den LeserInnen, die schon immer wussten, dass Schriftsteller Säufer und Hurenböcke sind, pardon, Säuferinnen und Huren, die immer nur das ungeteilte Eine wollen.

Das ist eine Geschichte, die das Leben nachmacht: Reality-L.I.T., bzw. das, was man/frau für das Leben hält: schlechtes Fernsehen!

Das ist eine Geschichte, für alle LeserInnen, die schon immer genau gewusst haben, dass der Kulturbetrieb ein Inzucht e.V. ist, hier sind der Vorsitzende, sein Stellvertreter, der Geschäftsführer und alle Mit- und auch Ohneglieder vertreten.

Das ist eine Geschichte, die überhaupt keine ist, weil sie wahr ist, da aber ein kluger Journalist einmal behauptet hat, dass nichts erregender sei als die Wahrheit, habe ich diese Geschichte vom richtigen Leben im Falschen abgeschrieben.

Treff der Titanen – ein Abgesang

Schrappelschrill, abheb. Die Stimme am Telephon klang sehr bedeutsam.
“Kannen-Alk lädt Sie zur Eröffnung des Schnabelewopski ein. Neben Ihnen erwarten wir die führenden Köpfe des literarischen Neuen Deutschlands. Sollten Sie dieser Einladung nicht Folge leisten, wird kein Verlag bis zu Ihrem Tode auch nur ein Sterbenswörtchen von Ihnen veröffentlichen.“

„Verarsch‘ mich nicht, Biby!“ wollte ich den anonymen Anrufer outen, doch schon klickte erbarmungslos die Gabel am anderen Ende der Leitung.

„Bastard!“, rotzte ich in den tauben Hörer und schaltete den automatischen Aufnehmer ein. Auf dem Weg durch den Spätverkehr zum Flughafen fiel mir der Name der Kneipe wieder ein. Ein Scherz, ohne jede Frage, denn wer nennt eine Kneipe schon nach einer Kurzgeschichte von Harry Heine. Zum Rhabdomant wäre doch wesentlich besser, wenn überhaupt.

Emily Abrams strahlte. Immer wenn sie aus den Staaten wiederkommt und eine Bourbon-Kur hinter sich hat, wirkt sie um Jahre jünger.

„Oh Andrew, very nice von dir…“ schwallte sie drauflos, „… ich bin extra schon ein paar Tage früher gekommen, weil heute Abend das Schnabelewopski eröffnet.“

„Bist Du etwa auch darauf reingephallen?“

„Was heisst reinfallen, Jacobson ist schon gestern extra aus San Fran eingeflogen.“

„Was will das schon heissen?“ nörgelte ich eifersüchtig. Lieber hätte ich Emily für mich allein gehabt. Es war nicht leicht, sie dem Erbsch abspenstig zu machen.

„Da trifft sich die Szene.“

„Welche Szene? Es gibt keine Literaturszene mehr. Es gibt nur noch Regionalfürsten, die sich schwer befestigt haben. Eine Mauer um ihr Denken und…“

„Bullshit! Mauer is‘ nich‘ mehr.“

„So so! Wat nu?“

„Ganz klar, wir fahr’n da hin, jetzt und sofort!“

Durchstart, wer wird schon einer anregenden Frau etwas abschlagen. Wuppwech, durch den Spätverkehr. Kartzkurv in die Seitenstrasse. Bordstein hoch parkplatzen.

Volxfest. Jahrmarkt der Eitelkeiten. Alle Szene-Auguren versammelt. Vor dem Haus, in dem das Schnabelewopski eröffnet wurde, eine Demo mit Protestplakaten. „Für einen erweiterten Literaturbegriff‘ war noch der originellste Spruch, der auf den Bändern zu lesen war. Zwischendrin wieselte P.L.G. umher, hielt ein Schild mit den Slogan „Das Büchermachen ist zu schön, um es den Bertelsmännern zu überlassen“. Im Laufe seines unsichtbaren Theaters verwandelte er die Besucher in Buchseiten, indem er ihnen seinen Literaturstempel aufdrückte: Kunst umsonst ist geschenkt. Einige ältlich bleichgesichtige ProtagonistInnen {die hier nicht namentlich erwähnt werden, da ihnen der Triumph gekränkter Eitelkeit nicht vergönnt wird} übten sich in postmarodem Protest und soffen sich umgehend den letzten Rest ihres kreativen Verstandes weg. Der bedrohte Wald dankt es ihnen.

Scumfuck nervte dagegen geschickt durch megakultige Peter-Orloff- Adaptionen, echt Günther! Treibi nöhlte „Kannen-Alk gibt ´ne Party / und wird dürfen nicht rein“ durch ein Megaphon, während die Herausgeber vom Mower subversiv die Marke der Konkurrenz ausschenkten. Eine Fotoblitzorgie, ZAP und Testcard hatten ihre besten Reporter geschickt. Moses war fasziniert, Martin Büsser gelangweilt, Emil Elektrohler liess seine Sekretärin mitschreiben. Uwe Janssen war bräsig, lieferte sich ein lautstarkes Marktschreierduell mit Gags & Gore und verkaufte mit einem Bauchladen die genialen The battle of breakfast-Postkarten. Kristiane Allert-Wybranietz verschenkte ihre Texte an Roland Icking, der gerade die neueste Ausgabe des Kultzines Think verschlungen hatte. Crizzoff Koch brachte sein Jubiläums-issue unter das Volk und flirtete mit der Roten Zora. Die Erker-Redaktion hatte bereits eine Woche zuvor einen Infostand angemeldet, den sie sich mit dem Wandler Impressum und dem Verlag Walter teilten.

Veteranentreffen. Rolf Brück, der Mentor der Wachsmatrizenkultur, plauderte mit Günter Emig über den apocalyptischen Reiter. Klausbernd Vollmar brachte Restexemplare von Wasserberg unter das Volk. Traf auf Thomas Schreiber, mit dem er einen Band Spiegelkletterungen tauschte und über die Zeit mit der Gruppe in Solingen und den Männerkalender zurückblickte. Raymond Martin blieb allerdings auf dem Reprint seiner Hippie-Gazette Pänggg sitzen. Christoph Schubert und Peter Engel erörterten, ob es sinnvoll sei, die IGLZ und den AGAV wieder zu beleben. Ploog bedauerte, dass sich immer noch kein Verlag zum Reprint von Gasolin 23 entschliessen konnte und Acid mittlerweile nur in der 2. Auflage zu überhöhten Preisen im Antiquariat erhältlich ist. Peter Peterson hatte seinen Trafik eröffnet und bot einen kompletten Überblick über libertäre Kultur und Literatur. Auch auf dem Büchertisch von Biby Wintjes fanden sich Raritäten und Kuriositäten. Publikationen von Hans Imhoff, dem Kommissar des Volkskrieges aus seinem Eigenverlag Euphorion. Der Reprint vom Karin Kramer Verlag von Linkeck, Charly Kaputt und 883. Natürlich der legendäre Nachdruck der AZID-Presse des Ulcus-Molle von 69-74. P.P. Zahls Spartacus und auch Arnfried Astels Lyrische Hefte neben tja von Alfred Miersch und dem Nebelhorn von Roland Glomb. Jürgen Kipp kaufte die Raritäten im Auftrag der Stiftung Lesen für das Mainzer Minipressen Archiv auf.

Wintjes erzählte dem Metzger Helmut Loeven die Geschichte von Jörg Fauser in seiner Küche undsofort. Ein Liedermacher untermalte den Diskurs mit Gesang zur Laute. Dem Atem seiner Rotweinfahne folgte eine Betrachtung von wegen „…dass das nur Geschichten bleiben / die man den Enkeln erzählen kann…“. Die Volontärin einer Radiostation pirschte sich an Biby heran.

„Marion Koerd von Radio Schauerland. Woher kommt der Name „Ulcus Molle“?“
“Nächste Frage.“ gab Wintjes lakonisch von sich. Er hatte wahrscheinlich auch von der Preminger PK zu Carmen Jones gehört. Die eifrige Nachwuchsjournalistin musste schlucken.

„Sie sind als Neckermann der Sub-Kultur bezeichnet worden, was hat sich bei Ihrem Vertrieb seit ’69 verändert?“

„Der Aufbruch der 68-er-Bewegung verlief im Sand, weil nirgends erfolgreiche Veränderungen absehbar waren. So besannen sich die Leute wieder mehr auf sich selbst und flüchteten sich in eine persönliche Innerlichkeit, weg vom Politischen, hin zum Privaten, in Beziehungskisten. Es wurde viel experimentiert, immer unter dem Motto der Antiautorität. Das Alte wurde abgelehnt, aber man konnte ihm nichts neues entgegensetzen, so dass man auf eigene Erfahrungen angewiesen war, die aber oft scheiterten. In gewisser Hinsicht war es auch ein Modetrend mit vielen Mitläufern.“

„Ist der lange Marsch im Arsch?“

„Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Die Alternativpresse kann man ersatzlos streichen. Jedes Solidaritätsstreben fehlt, derweil sämtliche Gevattern ihren eigenen esoterischen Zoff brauen und die Kommunikation eine rein verbale ist, die überregionale, effektive Zusammenarbeit nicht erwarten lässt. Deshalb wird es allen Beteiligten unmöglich sein, grössere Breitengrade, insbesondere über den Buchhandel zu erreichen.“

„Welche Chance haben junge Verleger?“

„Es besteht heute nur noch die Möglichkeit, den gesetzten Regeln zu folgen und sich in den bürgerlichen Buchmarkt einzuklinken oder ganz einzelgängerisch vor sich hinzuwerkeln. Jedem geht es nur um den eigenen Erfolg.“

„Das klingt resignativ.“
“Ich sehe die Spontaneität, Kreativität und alles, was damals unter dem Schlagwort „Befreiung“ lief, als konstruktiv und revolutionär.“

„Welche Perspektiven sehen Sie für eine unabhängige Literaturszene der 90-er?“

„Da fragen Sie besser einen Experten für Fanzines.“

„Herr Wintjes, vielen Dank für das Interview.“

Die Arrieregarde in der Nische daneben liess sich nicht ablenken. Kochtopf über dem Fegefeuer. Brodelndes Gebräu. Die Konzepte-Redaktion schenkte mit der Kelle Buchstabensuppe aus. Matthias Schamp veranstaltete eine Russisches Brot auf Esspapier-Performance. KIX liefen als lebende Comic-Figuren umher.

„Marion Koerd von Radio Schauerland. Wie begann es eigentlich mit der Minipressenmesse in Mainz?“ überraschte die bereits eingeführte aufstrebende Jungjournalistin aus Wickede an der Ruhr den Leiter des Minipressen-Archivs. Jürgen Kipp spulte jedoch, souverän und gelassen, wie wir ihn kennen, druckreife Sätze herunter:

„In Mainz etablierte sich eine Veranstaltung, die die Vitalität der schwarzen Kunst in einem bunten Zufallsraster spiegelt. Alle zwei Jahre wird die Gutenberg-Stadt für vier Tage zum Treffpunkt der Minipressen, Kleinverlage, der Handpressendrucker, Buchkünstler und Autoren. Die Mainzer Minipressen-Messe, begründet 1970 vom Drucker Norbert Kubatzki, hat sich aus bescheidenen Anfängen zur Internationalen Kleinverlagsmesse entwickelt. Eine Verkaufsmesse mit ausgedehntem Rahmenprogramm, in der sich zum Teil gänzlich unvereinbare Gegensätze nebeneinander präsentieren. Pressendrucker hier und Gegenöffentlichkeit da, Künstler auf der einen und Käuze auf der anderen Seite: Die Chemie der Personen, die aufeinander treffen, wandelt sich von Messe zu Messe. Das macht ihre Lebendigkeit aus.“

„Chaos als Lockerungsübung?“ vesuchte sich die Nachwuchsjournalistin als Stichwortgeberin. Der Chef-Archivar der deutschen Sub-Kultur sprang darauf an und liess sie an seinem reichen Wissen teilhaben.

„Vielen ist der Gründer der Rabenpresse, der Eremitenpresse und der Neuen Rabenpresse ein Begriff: Viktor-Otto Stomps. VauO, der in den Fünfzigern und Sechzigern immer gut war für eine literarische Entdeckung, die er in seiner Eremitenpresse im Taunus vorstellte und dann ziehen liess, wenn ein grosser Verlag darauf aufmerksam wurde, hatte die Idee einer Messe. Eine kleine Messe für all diejenigen, die sich bei ihrer Buchproduktion nicht um Absatzzahlen kümmerten. Denen das Blei in der Hand wichtiger war als stumme Zahlen auf dem Konto, denen das Buch mehr war als Nachschlagewerk oder unterhaltsame Lektüre. Eine Atlernative zur Frankfurter Buchmesse sollte es sein. Allein ihm selber fehlte das Geld, die Kraft oder einfach nur die Lust. Dennoch hatte er die Idee 1958 geboren, sie wurde überdacht, diskutiert, verworfen. 1963 griff der Betreiber der Kyklos-Presse/Frankfurt das Konzept auf und veranstaltete die 1. Literarische Pfingstmesse. Vorgestellt wurden erstmals einer grösseren Öffentlichkeit Publikationen der Underdogs, Aussenseiter, Einzelgänger, Selberdrucker. VauO bildete seinerzeit eine Art Zentrum, scharte eine Menge Herren, primär junger Herren, um sich und gab die Idee des Selberdruckens wie einen Virus weiter. 1964 folgte die zweite literarische Pfingstmesse, 1968 die dritte. Immer wollte man die avantgardistischen, progressiven, literarisch relevanten Ein-Mann-Verlage, Handpressen, Zeitschriften und Verfasser von Flugblättern in Europa und Übersee ausstellen. Die Messe sollte die „aktuellen, literarischen, künstlerischen und politischen Tendenzen der Gegenwart dokumentieren“. Die Schau war gut vorbereitet, eine Jury, der unter anderem der damalige Direktor des Klingspor-Museums und spätere Direktor des Gutenberg-Museums, Dr. Hans Halbey, der konkrete Poet Franz Mon, Buchobjektsammler Rolf Dittmar und profilierter Kenner der Alternativszene Horst Bingel angehörten, wählten aus nach dem Prinzip: Im Zweifelsfall ausstellen. Obgleich die Messe im Jahre 1968 mit 266 vorgestellten Büchern und 112 Zeitschriften aus 18 Ländern sehr erfolgreich war, kam es zu keiner weiteren Veranstaltung dieser Art in Frankfurt.“

„Beeindruckend, Herr Kipp. Wie kam es zur ersten Minipressenmesse?“

„Norbert Kubatzki, kurz Kuba, interessierte weniger die Auswahl, als er 1970 die Idee einer Messe für Kleinverlage in Form der Mainzer Minipressen-Messe aus der Taufe hob. 90 Aussteller zeigten ihre Produkte, rund 9000 Besucher kamen. Unter den Ausstellern finden sich der Wagenbach Verlag, die Galerie Patio Verlag, Burgert Handpresse und Timm Ulrichs, der damals von sich behauptete Ich bin ein Gedicht. Auf langen Tischen einfachst ausgelegt, zeigte sich sehr viel experimentelles: Peter Melzers Tempo book for bad cold days, in welchem seidenweich, blütenweiss und antibakteriell bestrahlt eine halbe Packung Tempo-Tücher gebunden waren. Die Amöbenpresse zeigte ihr Märchenbuch: ein Buch in Plastikbeuteln mit Rosenblättern verpackt, oder des Anabas-Verlag brillierte mit dem kleinen Busenbuch, wo ein durchgeschnittener Tennisball auf den Buchdeckel geklebt war. Ursula Lücking, eine der Mitorganisatorinnen um Kuba, schrieb im Katalog zur 5. Messe rückblickend: „1970 hatten wir, d. h. Kuba und seine Freunde, noch den Schwung aus den antiautoritären Tagen in uns. Unsere Aufbruchstimmung war weder parteipolitisch verfärbt, noch hatten wir starke Anpassungsschwierigkeiten, die uns für Spontaneität hätten untauglich machen können. Es sei eine Messe der „Büchermacher, Künstler und Clowns“ gewesen. Der Drucker der Philippsberger Werkstatt, Herausgeber des „Minipress-Reports“, das Info-Medium kleinerer Verlage, sammelte all seine Freunde, Bekannten und geistig Verwandten um sich und veranstaltete seine Drucker Messe, bei der jeder kommen und mitmachen durfte, der selbst druckte. „Das heisst nicht, dass wir gegen Mini-Bertelsmänner sind. Illusionen werden von uns nicht zerstört, wir fördern sie.“ Mit dieser Aussage setzte sich Kuba deutlich ab von den Folgen des 68er Aufbruchs, von den zerebralen Freak Outs wie von der Alternativ- und Apo-Bewegung. Sein Interesse galt den Machern, den Selbermachern. Dennoch war auch in Mainz die allgegenwärtige Luft des politischen Aufbruchs spürbar. Für ständige Musikberieselung sorgte eine Raubpressung mit Liedern von Wolf Biermann. Zum Raubdruck des Jahres wählte man Arno Schmidts Zettels Traum. Trip Generation von Tiny Stricker aus dem damals sehr jungen Maro-Verlag wurde zum Alternativ-Buch des Jahres ernannt. Kubas Ausstellungsprinzip war: „Ich schliesse mich den Italienern an, die arte povera oder Arme-Leute-Kunst machen, das heisst: dass man die einfachen Stilmittel benutzt, um Dinge sichtbar zu machen, die sonst unter Buntpapier untergehen. Eine wirksame Massnahme auch insofern, als das man feststellen kann, dass die Leute eher darauf reagieren. Sie entwickeln keine Museumsgefühle.“

„Noch kurz etwas zum Preis, der verliehen wird.“

„Der mit 5.000 Mark dotierte V.O. Stomps-Preis wird verliehen für „aussergewöhnliche kleinverlegerische Leistungen oder für besondere buchgrafische oder literarische Leistungen, die in einem Kleinverlag erschienen sind“. Es ist dem Andenken von Victor Otto Stomps (1897-1970) gewidmet, der als Literat, Drucker und Verleger einer der kreativsten Entdecker der zeitgenössischen Literatur war. Der Stomps-Preis soll dem Wirken in Gehalt, Intention und persönlichem Engagement verbunden sein. Der V.O. Stomps-Preis für aussergewöhnlich kleinverlergerische Leistungen, die in einem Kleinverlag erschienen sind, wurde erstmals 1979 vergeben. Die Jury des V.O. Stomps-Preises besteht neben Pressendruckern, Fachjournalisten auch jeweils aus Vertretern der im Mainzer Stadtrat vertretenen Parteien. Diese bilden die fachlich unbelastete Fraktion, sorgen gleichzeitig aber auch dafür, dass der Preis fachlich zwar vorbelastet, inhaltlich aber unabhängig bleibt. 1987 einigte sich diese Gruppe von neun Menschen darauf, den Preis doppelt zu vergeben. Viktor Otto Stomps, der aristokratische Clochard, der schon 1926 mit seiner Rabenpresse Furore gemacht und von 1949 an mit seiner Eremitenpresse das Vorbild für alle geschaffen hatte, die nach ihm kommen und sagen sollten, sie seien dem Geist und Vermächtnis des Johannes Gutenberg verpflichtet. Wiewohl er, was er tat, vorrangig als Handwerk betrieb, er bot zahlreichen Autoren eine Startbasis, die sie bei anderen, den Gross-Verlagen, nie bekommen hätten. Als da sind: Ernst Meister, Christa Reinig, Horst Bingel, Otto Jägersberg, Herbert Achtenbusch, Gabriele Wohmann, Christoph Meckel. Mustergültig war die Präsentation, mustergültig auch der Umgang mit den Autoren: Sie behielten ihre Urheberrechte, konnten also jederzeit mit den grossen Verlagen kooperieren, ein Zugeständnis, das nach Stomps allerdings kaum einer der Kleinverleger machen wollte. Geehrt werden Buch-Künstler, die ein weit zurückreichendes Erbe klassischer Buchgestaltung in unsere zunehmend traditionslosere Zeit hinüberretten und ungestümen Neudenkern, die das altertümliche Medium Buch bis zur Unkenntlichkeit verändert in ihre impulsiven Strategien einbauen.“

„Herr Kipp, ich danken Ihnen für das Interview.“

„Aber gern geschehen Fräulein, kommen Sie doch mal im Archiv vorbei.“ empfahl sich der Cheforganisator der Minpressen-Messe.

„Yeah Babe – verdammt einsam in dieser Stadt.“ raunzte Brigitte Schroeder ihrer Kollegin Sabine Döhm ins Ohr und fächelte sich mit der Eintrittskarte Luft zu.

„Was machen die denn alle hier?“

„Proben wahrscheinlich schon für die Minipressen Messe in Mainz.“ merkte Emily trocken an.

„Wofür?“

„Das Leitthema der Minipressen-Messe lautet: Hypermedia und bezieht sich auf die explosionsartige Entwicklung auf den Medienmarkt mit all ihren nachhaltigen Folgen für die SchriftstellerInnen-Existenzen. Nach der Home-PC-Invasion begann Mitte der 80-er Jahre die zweite „Revolution“ auf dem Gebiet der modernen Vervielfältigungstechnik. Der erste digitale Fotokopierer wurde vorgestellt und damit eine unumkehrbare Entwicklung in Gang gesetzt: In absehbarer Zukunft werden wohl die Kopierer ausschliesslich digital arbeiten. Digital – das technologische Zauberwort schlechthin – heisst in diesem Fall, dass sich Fotokopierer mit Computersystemen vernetzen lassen. Eine Fotokopie wird in den Computer hineinscanned, dort bearbeitet und so verändert über den Kopierer wieder ausgeben. Das alles ohne Qualitätsverluste gegenüber der Vorlage, natürlich in Farbe und in grösstmöglicher Schnelligkeit. Der Kommunikation unter allen vorstellbaren technologischen Geräten sind keine Grenzen gesetzt. Sounds aus elektronischen Musikinstrumenten können ebenso digital verfremdet werden wie Video- und Still-Video-Bilder, Screen-Machine, Video-Machine. Ein digitales Netzwerk, in dem Schriftsteherinnen multimedial mit dem Telefax, Laserdruckern, Scannern, Video, Soundsamplern und EDV arbeiten. Eine interaktiver Prozess, bei dem die Kollegen und das Publikum jederzeit eingreifen können, Beispiel: Die van Gogh-TV-Produktion „Piazza virtuale“, während der Dokumenta IX live auf 3SAT.
“In Kopierer und PC steckt das Potential, ganze Verlagshäuser zu ersetzen.“ raunzte hinter uns Jürgen Ploog. Emily und ich mussten uns durch den ungewöhnlich grossen Publikumsandrang quetschen. Der Türsteher des Schnabelewopski kam mir bekannt vor. Er ähnelte bis auf das letzte Fältchen dem Rolls Royce der deutschsprachigen Literatur.

„Ihre Eintrittskarte.“ knatterte er los und verschluckte wie immer die S-Laute.

„Bin telephonisch eingeladen worden.“

„Moment, da muss ich erst mal auf der Gästeliste nachsehen. Frau Abrams, sie können dann schon mal herein kommen.“

„Mach et…“

„Tut mir leid, kein Eintrag unter dieser Liste.“

„Was soll das heissen.“

„Räumen Sie bitte den Eingang, da kommt mein Kollege Rabatz.“

„Ich steh auch nicht auf der Gästeliste.“ brummelte hinter mir Dr. Enno Stahl, der seine üblichen Karate-Kid-Bewegungen vollführte. Ich fragte mich, ob wir den Saal stürmen sollten, erinnerte mich daran, dass deutsche Revolutionäre immer Bahnsteigkarten lösen müssen…

„Macht nix, wenn’s sein muss ich kann mein Bier auch selber zahlen. Komm schon, Enno, ich lade dich ins Dong Fang Hong ein. Da läuft heute Abend das Spiel der Woche auf Grossleinwand.“ antwortete ich und drehte ab. Dr. Stahl schlurfte hinterher. Wir nahmen die Abkürzung durch die Ewersgasse. Dr. Stahl schien deprimiert zu sein, witterte aber sofort eine Chance. Die Hintertür des Schnabelewopski wurde geöffnet. Der Koch brachte den Abfall raus. Keine Wachen. Wir also schwuppdiwupp durch den Dienstboteneingang rein in den Laden. Backdoormanmässig; Sie verstehen!?

Zosch den Gang runter. Vorbei an der Küche. Der Geräuschpegel stieg. Party im Ballsaal. Dr. Stahl stolperte über Hübsch.

„Endlich mal jemand, der vor uns den Kotau macht!“

„Ist der Hübsch schon breit?“ fragte mich Dr. Stahl. Eher weniger. Hadayatullah betete gen Mekka. Weiter zur guten Gesellschaft. Das Büfett war bereits leergefressen. Jürgen Kipp stand fassungslos daneben. Bat Brigitte Schroeder um einen Beitrag zu seiner Telephonkarten-Edition und schaute sehnsüchtig der Kellnerin nach. Dietmar Pokoyski versuchte sich einzumischen und erläuterte in einer kurzen Skizze ein Konzept:

„Landes-, Europa- und Weltmeisterschaften finden jährlich in 172 Sportarten überall auf der Welt statt. Warum nicht auch im Bereich der Literatur? Anstelle öder Literatur-Preise, die ohnehin meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden und unter der Hand verschoben werden. Bei allem Ernst sollte die Literatur-Meisterschaft natürlich auch als Persiflage auf die gängigen Preise zu verstehen sein, wie auch auf die sportlichen Wettbewerbe – sie ist gleichzeitig ein Versuch, Literatur näher an das Publikum heranzubringen und ausserdem interkontinentale Beziehungen zwischen AutorInnen herzustellen.“

„Ich werde es mir gut überlegen. Du hörst von mir.“, gab Kipp kurz angebunden zurück, stürzte sich auf die holde Weiblichkeit und flirtete heftigst mit der Kellnerin BelindaDa. Wilfried Kugel winkte uns zur Theke. Mixte mit einem goldenen Sektquirl einen schlechten Drink. Wenigstens konnte er Bier zapfen und das ist neben Frauen und Fussball ja schliesslich die Hauptsache.
Jörn Luther lächelte (dazu hatte er allen Grund, die kaukasus-Trilogie war beendet, der Vertrag bei Krash unterschrieben) den jungen Spunden zu und öffnete den nächsten Bourbon. Emily machte einen Annäherungsversuch. Erfolgreich. Generös schenkte Luther ihr das erste Glas ein und lächelte diabolisch.

„Oh, Bushmills, meine Lieblingsmarke…“ kokettierte Emily.

„… früher habe ich ja lieber Tequila getrunken.“

„Habe ich dir eigentlich schon die Geschichte erzählt, als die Brasilianerin eines Abends ins Cafe Collaps kam und Frank und mir beigebracht hat, wie Du das Zeugs korrekt trinkst?

„Schenk nach und lass hören!“ leerte Emily über das Glas.

„War vor fünf Jahren. Nichts los zu der Zeit, wahrscheinlich Ferien. Schon spät in der Nacht. Da stand das Vollweib da, dachte ich: „Ist ja nur Stoff und Fleisch!“ Steht die Brasilianerin an der Theke und sagt: „Eine Frau nimmt sich einen Liebhaber, weil jener sie an den Mann erinnert, den sie einst zähmte, darauf trinken wir einen, meine Herren!“ Hat sich ’n Häufchen Salz auf den rechten Handrücken gelegt, mit der linken Hand auf die rechten Fingerspitzen gehauen und schwupps war es im Mund. Nachgespült und die Zitrone ausgelutscht, dann sagte sie…“

„Warum sind sie noch nicht aus den Startlöchern heraus?“

„Genau!“

Kein Durchkommen zu Jacobson, der die ganze Zeit über von seiner Sekretärin abgeschirmt wurde. Seine Angestellte hätte Eintrittsgeld nehmen sollen, es wäre ein Geschäft geworden. Ab und an lehnte sich der grosse Meister auf die Theke und kritzelte mit fahriger Schrift neue Kürzestgeschichten auf diverse Bierdeckel. Ein verfilzter Fall für Cracked Egg bahnte sich an.

Ansonsten war die ganze Meschpoke zum Freisaufen da.. Der Wiener Kreis um Eberhard Petschinka, der mit Marina Rother und Eckhard Patzer das digitale Hörspiel klarmachte. Der Radio-Hahn krähte die fröhliche Botschaft: Limes hinaus. Jürgen Diehl orderte einen Linie, dazu ein frisches Veltins und diskutierte mit Eton Streibel über Mekka Concervesi, das Labor und den Saxophonisten Frank Michaelis. Ingrid Schlüter schälte eine Orange und betörte damit Jens Prüss, der gerade seinen Job beim Literaturbüro NW geschmissen hatte und der Zukunft gelassen entgegen sah. Bruno Runzheimer lächelte nur über den ganzen Clan, hielt sich diskret zurück und leerte statt eines Dortmunder Pils mit Barbara Ester eine Wanne Eickel. Hadayatullah Hübsch gesellte sich dazu, trank Pfefferminztee, gab Anekdoten zu den Beatniks zum besten, versprach einem Kleinverleger einen Rezension, falls er ihn veröffentliche, schwelgte über Kerouac, Ginsberg, Corso und Ferlinghetti und schrieb nebenbei die Coverversion „Heule“, ein Gedicht, mit dem er erst aufhörte, als die Rolle Toilettenpapier den Schriftzug Sie haben nur noch fünf Blättchen zeigte. Peter Engstler sah ihm neugierig über die Schulter, ein Fall für EngPol?

Die Volontärin der bereits erwähnten Radiostation pirschte sich behutsam an Hübsch heran.

„Marion Koerd von Radio Schauerland. Warum sind Sie zum Islam konvertiert?“
“Nächste Frage.“ gab Hadayatullah lakonisch von sich. Er hatte wahrscheinlich von Biby über die Preminger PK zu Carmen Jones gehört.

„Wie fing denn Ihrer Meinung die Geschichte des Undergrounds in der damaligen Bundesrepublik an?“

„In den Teestuben, Wg’s und Landkommunen artikulierte sich zum ersten Mal Alternative Öffentlichkeit. Sie setzte sich fort bei Stadtzeitungen und der TAZ, bis hin zu den vielen kleinen Literaturzeitschriften.“

„Haben Sie ein Beispiel parat?“

„und, die Zeitung für angebliche Literatur und andere branchenübliche Kommunikationsformen in dementsprechender Aufmachung, vom Maro-Verlag. Abgedruckt wurden in der Doppelnummer 9/10 fiktive Briefe unter anderem von Theobald oder Rolf Brück. Briefe, die das Leben schrieb, so auch von Tiny Stricker, dem Szenenautor, dem es als ersten gelang, mit einem Buch, das in der Alternativpresse erschien, alsbald in die Taschenbuchreihe eines kommerziellen Verlags übernommen zu werden. Die Szene bekannte sich zum Halbfertigen, zum Fundstück, im Gegensatz zur Kunst.“

„Gibt es überhaupt noch nonkonformistische Literatur?“

„Die Alternative ist immer nur da, wo sie gelebt wird und nicht mehr da, wo sie nur gefordert oder nur reproduziert wird.“

„Ich habe noch zwei Fragen.“

„Kommen Sie zur zweiten Frage.“

„Lässt sich die nonkonformistische Literatur kategorisieren?“

„Inhaltlich lassen sich drei Hauptlinien abzeichnen: Einmal jene Hefte, die im Gefolge der amerikanischen Beatliteratur eine harte Sensibilität propagieren, dann die „Avantgarde“, die sich herkömmlichen Literaturdefinitionen und Gattungen entziehen will, indem sie einen Freiraum von Gedankenerfahrung und Bewusstseinsnot verbindet und die Distanz zur kreativen der Widersprüche mit emsig-ironischen Sprachentfaltungen verkürzt. Und schliesslich mehr herkömmliche Literatur, die Schöngeistiges produziert und auf Glanzpapier oder im Billig-Off-Set-Druck die Förderung der Poesie im Sinn hat.“

„Herr Hübsch, vielen Dank für das Interview.“

Dr. Stahl entdeckte, zwischen einer Schland-Arbeit von Peter Meilchen und einem frühen Martini, eine E-Gitarre an der Wand. Schnallte sich das Gerät um und gab unplugged seine Rocktexte zum Besten. Den meisten Beifall bekam er von Pascha Anderssein, dem Jäger des versunkenen Schatzes.

„Wie kommt der denn hierher?“ fragte Pappelfuss-Gyros sein Wessi-Pendant Klingklang.

„Hat wohl seine Penck-Arbeiten verkauft, um den Türsteher zu schmieren.“
“Weigoni, endlich…“ rief mir Dietmar Pokoyski hektisch zu.

„… hast Du das Manuskript dabei?“

„Wofür?“

„Du sollst doch hier meine LOST BOOKS Ausstellung eröffnen!“
Mir schwante gar fürchterliches. Ankha half mir aus der Patsche. Ein kurzer Griff in den Notarztkoffer des Krash-Verlages förderte eine ofenfrische Rede hervor. Wilfried Kugel mixte mir mit dem goldenen Sektquirl ein Glas „Krug“. Auf Sprechübungen musste ich verzichten.

„Ein Kaplan klebt pausenlos Pappplakate.“ raunzte mir Kai Mönnich zu und brachte es problemlos zustand die Explosionslaute zu unterdrücken.

„Unter einer schottischen Fichte sitze ich und recherchiere in griechischer und tschechoslowakischer Geschichte, während sich chinesische Schwarzspechte in österreichische Löschteiche stürzen.“ flötete Marion Haberstroh. Schampus und Manuskript in der Hand stiefelte ich lustlos auf die Bühne, um gegen Windmühlenflügel zu kämpfen. Folgendes stand auf dem Manuskript, es gilt das gesprochene Wort:

„Schöner wohnen. Am Anfang war der Gedanke – und dann sprach er sich aus. Als er sich ausgesprochen hatte, stellte er fest, das er revidiert werden musste. Die Lost Books sind Minus-Bücher, schwarze Löcher der Buchmarktgalaxy. Sie stellen sich den Kriterien ISO 2108-1972 und DIN 1262 mit all dem entgegen, was sie auszeichnet: das Spiel mit den Gesetzen von Literatur, Handwerk und Markt. Aber die Lost Books lugen auch über ihre Grenzen als Multiple hinaus, wenn Pokoyski seine Sprach und Ordnungs-Motive seriell durch die Gattungen dekliniert: Rauminstallationen entstehen mit und/oder zu den Objektbüchern, Darüber hinaus wieder Texte, Videos und Performances, die einen neuerlichen Zugriff auf das Medium Sprache ermöglichen. Was sogleich bei Dietmar Pokoyskis Rauminstallation Lost Books ins Auge springt, ist die Tatsache, dass sich in seiner Wohnung kein Bücherregal klassischer Prägung befindet; sprich: gut abgehangene bildungsbürgerliche Präsenz und von den Zeitläuften durchgehangenes Material. Wir suchen vergeblich nach erfurchtgebietend gebundenen Büchern, die uns den Rücken zukehren. Hier wird keine Literatur präsentiert, die sich von uns abwendet. Wir sehen etwas, was sehr vage an die bürgerliche Kulturform Literatur erinnert, stolpern über: Buchobjekte / Objektbücher, Buchskulptur / Objektliteratur – und schliesslich als Schnittstelle, die Werkzeuge des digitalen Zeitalters: Computer, Video, Etzettera… Werkzeuge, die einen neuerlichen Zugriff auf das Medium Sprache ermöglichen und einen anderen Rückblick auf die schützende Hülle, mit der sich die Literatur seit Gutenbergs genialer Erfindung bleischwer ummäntelte. Die Lesbarkeit der Welt ist gänzlich verloren gegangen. Frömmigkeitshaltungen haben keine Konjunktur mehr. Blütenweiss. Unbefleckt. Keimfrei. Papier ist geduldig. Würde es sich wirklich wehren… wäre es um den Zustand der Literatur sicherlich besser bestellt. Dem Axiom folgend, dass es einen erweiterten Kunstbegriff gibt, vollzieht die schwarze Kunst in den Lost Books einen Quantensprung in ähnliche Dimensionen. Literatur der ’90er ist: L.I.T. = Logistik, Information, Transfer! Dietmar Pokoyski präsentiert Ihnen mit einem ironischen Augenzwinkern: Bücher einer Zurschaustellung, unterteilt in ein ABC, bei dem die Katze andere Abdrucke hinterliess als gängige Fussspuren. Ihm kommt der Verdienst zu, die Literatur aus ihrem schöngeistigen Ghetto befreit zu haben.

Wiederbeatmung. Mehr Literatur ins Leben, mehr Leben in die Literatur durch die Profanisierung des Erhabenen. Endenwollender Applaus von den wenigen Zuhörern.

Treff der Titanen – Epilog

Das war eine langweilige Geschichte, weil sie von vorne bis hinten erstunken und erlogen ist. Sie handelt von Menschen, die sich nie begegnet sind und auch nie begegnen werden. Die wahren Geschichten schreibt nur das Leben selbst. Darum sind Schriftsteller auch nie dabei, wenn diese Geschichten stattfinden, um mitzustenografieren. So einfach könnte Literatur sein. Mich wundert, dass niemand darauf kommt.