Archiv: Oktober 2016

Standpunkt

31. Oktober 2016
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Standpunkt

  Das Wort sie sollen lassen stahn.   Am 31. Oktober 1517 schlägt Martin Luther 95 Thesen an das Hauptportal der Schlosskirche in Wittenberg an und begründet die anloge Form der Twitteratur. Die 95 Thesen fanden den großen öffentlichen Widerhall, der die Reformation auslöste. Darin protestierte Luther weniger gegen die Finanzpraktiken der Katholischen Kirche als...

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Heimatlos

30. Oktober 2016
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Heimatlos

    bei mir nicht heimat ist du nur bist ausgesetzt in einem fremden land   bei mir nicht heimat ist nur in krachendem geäst da oder dort nichts wie fort   bei mir nicht heimat ist blutleere in deinem gesicht da niemand wahrheit spricht   bei mir nicht heimat ist glutrot leuchtet abendrot...

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29. Oktober 2016
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  Die spontanität der Steine die Hülle des Himmels das Wetter Winken die Schichten der Winde Beginnendes die Stillen der Hügel: Stillende Zitzen die Litzen des Lichts   (Man nehme 300 gramm Liebe gegen die Angst)     *** Im Monat der Seidenraupe, eine lyrische Entpuppung von Sophie Reyer, Kulturnotizen 2016 Further reading →...

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Botticelli

28. Oktober 2016
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Botticelli

Mit Schlange in der Oper. Wir stehen im Foyer. Schlange an meiner Seite. Endlich wieder unter Menschen und mitten im Netz der sich begegnenden, der suchenden und messenden, fragenden und verwerfenden Blicke vieler schöner und junger Frauen …  Die Garderobenschränke werden mit Münzen bedient wie die Kabinen  im Hallenbad. Die Oper als Schwimmbad, denke...

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raison d’être

27. Oktober 2016
Von
raison d’être

Vorbemerkung der Redaktion: Jede kulturelle Leistung ist für das Onlinemagazin Kulturnotizen (KUNO) der Versuch, die Sterblichkeit zu dekonstruieren. Die Dekonstruktion der Sterblichkeit macht das von der Unausweichlichkeit des Todes geprägte Leben lebbar. Wir erinnern an den Künstler Peter Meilchen durch seine Werke: Den Roman Schimpfen von Peter Meilchen zu veröffentlichen ist mehr als Trauerarbeit....

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SÜDSONNE

26. Oktober 2016
Von
SÜDSONNE

alles glüht! die ganze welt die ganze landschaft jeder mensch und jeder windhauch alles glüht und glänzt und leuchtet von der langsam hinterm horizont verschwindenden kreisrunden sonne herbstlaub liegt wie heiße kohlen auf der wiese aalen sich die bäume wie am strand im letzten sonnenstrahl die stille ist orange gefärbt der park vibriert… das...

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Gedankenstrich

25. Oktober 2016
Von
Gedankenstrich

Hier gibt es eine Arbeitslosenversicherung, Mindestlöhne, Demokratie, Abfalleimer, saubere Toiletten, fliessendes Wasser, und die grosse Mehrheit lebt mit gesunden Zähnen im Mund. Sollte mich das glücklich machen? Vielleicht sollte es.   *** Gedankenstriche von Joanna Lisiak, Kulturnotizen 2016 Further reading → Lesen Sie auch das Porträt der Autorin und das Kollegengespräch zwischen Sebastian Schmidt und...

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Bled ist mehr als ein Ort

24. Oktober 2016
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Bled ist mehr als ein Ort

An Winterabenden sitze ich manchmal an meinem Schreibtisch in Wien vor den Ordnern meines Fotoarchives, schlage meine Aufnahmen von Bled auf – es sind über die Jahre schon sehr viele – und blättere in diesem Bilderbuch. Durch eine Lupe betrachte ich die Gesichter und erinnere mich dabei an jeden einzelnen Augenblick, da ich das...

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herbstmorgen

23. Oktober 2016
Von
herbstmorgen

  flackern fahnen hinterm wind lenkt sich der verkehr zu tode bleibt versehrten nur ein leben als prothese frag ich wie ertragen die wolken ihren weg über land bis licht steigt im rauchfang der töne   *** Seelenland, Gedichte von Holger Benkel , Edition Das Labor 2015 Further reading → In einem Kollegengespräch ergründeln...

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Tempora mutantur II

22. Oktober 2016
Von
Tempora mutantur II

Früher war die Zeit weit und der Raum eng, sage ich. – Heute ist es umgekehrt, sagt Schlange, das ändert auch die Irrtümer und Illusionen. – Ja, sage ich, die Irrtümer gehen jetzt weiter, und die Illusionen werden enger. – Beziehst du das auf mich?, sagt Schlange. – Nein, sage ich. – Ach so,...

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better late than never

21. Oktober 2016
Von
better late than never

Mir gehört manchmal die Geschichte, die jemand geschrieben hat. Dann, wenn ich interessiert weiterlese, wenn ich vielleicht eintauchen kann, mich identifizieren kann, wenn die Erzählkunst mich fesselt. Dann denke ich, er/sie hat es nur für mich geschrieben… Aber nur temporär, nur so lange es so funktioniert… dann geb ich sie wieder zurück. Gut Ding...

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GES(CH)ICHTSLOSE LIEBE

21. Oktober 2016
Von
GES(CH)ICHTSLOSE LIEBE

  wenn alle geschichten zuende gelebt sind, bleiben nur noch die freien übrig. die geschichtslosen mit den tausend gesichtern. das ist ein kosmisches rätsel, das jenen angst macht, die geschichten als lebenssinn brauchen. wir leben seelisch in einem leeren raum ohne wände. ein durchsichtiger tempel ohne dach und boden. wir sind nur jenen vollkommen...

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Aufstieg und Ausblick

20. Oktober 2016
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