Archiv: Juli 2015

Auf Reisen

30. Juli 2015
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    Los ging’s, und bald war’s Auch schön – die ganze Welt lag Mir zu den Füßen.   —-   Vor dem Ararat ging so- Eben das Licht auf – mein Blick Voller Sehnsucht schob Die Wolkenbank, um die Arche Zu sehn, mit einem Ruck fort.   —-   Unterwegs Zum Ende Der...

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Der letzte Schnee

29. Juli 2015
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Der letzte Schnee

  Bei der abgebrannten Kirche schneit es seit drei Wochen den Heiligen sind Hüte gewachsen wie Pilze ihre Schirme in den Regen spannen die Stimme der Glocke kauert im Krähennest des vorigen Sommers wirr greifen die Arme der Orgel um sich ein Schiff mit toten Segeln noch nie hat der Schnee dem Priester so...

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schnell – schneller – superspeedart

28. Juli 2015
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schnell – schneller – superspeedart

Eine Idee nimmt ihren Lauf. Schnell mal eben durch dreißig Städte zwischen Stuttgart und Arnsberg. In jeder Stadt zwei Stunden Aufenthalt, Ausstellung und schon wird wieder zusammengeräumt. Und weiter. Mit der Super Speed Art Exhibiton Tour 2015 verwirklichen Stephanie Neuhaus und Haimo Hieronymus eine ihrer vielen Ideen, Kunst zu präsentieren, mit den Mechanismen des...

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Cux-Lied

27. Juli 2015
Von

Du döst vor dich hin, alte Schnake, hast Ritzebüttel und Süderwisch satt, schaust müde auf die Kugelbake, die Alte Liebe, das Watt.   Döse, Duhnen, Sahlenburg liegen trocken achtern Diek. Wattenkieker biste nur, doch willst du hinaus übern Schlick.   Du jieperst im Rhythmus der Tiden nach Ferne und hoher See, bist immer und...

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REBELLION DES LICHTES IN DER FINSTERNIS

26. Juli 2015
Von
REBELLION DES LICHTES IN DER FINSTERNIS

  was weiß ich wie die welt geht ich seh bloß zu dass ich noch zu mir steh… erst gewachsen im schmerz dann gedroschen unter diesem freien himmel leer & mutig stroh auf dem feld & wandel oben so tief … der genagelte im verließ der kirche… ansonsten alles im netz im wertfreien raum...

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Nahe der Mündung

25. Juli 2015
Von
Nahe der Mündung

Ich gehe auf einem dunklen Laufband durch die Nacht, den Kanal entlang, dem Meer entgegen. 30 Kilometer – ein Gewaltmarsch. Ich fühle mich wie der Soldat, der auf das Ende des Krieges zuläuft, in der Hoffnung, in letzter Sekunde doch noch die erlösende Kugel, am besten mitten in die Stirn, zu empfangen, bevor sich...

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24. Juli 2015
Von
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  melismen des regens trommeln gegen dein ohr wie gegen das hirn das herz   ein körper der die klänge übersetzt ohne zu wissen:   bass der böen dein atem takt     ***   Further reading → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage...

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Die sechste Elegie

23. Juli 2015
Von
Die sechste Elegie

  Feigenbaum, seit wie lange schon ists mir bedeutend, wie du die Blüte beinah ganz überschlägst und hinein in die zeitig entschlossene Frucht, ungerühmt, drängst dein reines Geheimnis. Wie der Fontäne Rohr treibt dein gebognes Gezweig abwärts den Saft und hinan: und er springt aus dem Schlaf, fast nicht erwachend, ins Glück seiner süßesten...

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mistel

22. Juli 2015
Von
mistel

  erklimme ich im grellen licht den nackten stamm wie leiter säule berg übersteig ich knospen halt ich beeren in der hand weiß wie der tod werf ich mich ab sprech ich mir ein blatt vom zweig seh ich den baum ungebrochen wieder über mir entzünden sich blüten fallen die verstreuten funken aus der...

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Zurück

20. Juli 2015
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  steinwälzer – lebende postkarten erzählen mir seit gestern: im süden nichts neues für den briefträger gilt die unschuldsvermutung irrlichternd besetzen sie busch um busch seitdem halte ich heavy metal für harfenklang sie zwitschern trillieren vögeln und schlafen den lupinen geben sie alle zeit der welt aber dann   *** Island, trotz Massentourismus immer...

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in einem kühlen grunde

19. Juli 2015
Von

die mühle klappert mit den zähnen weiß von mehl darin ein ring verloren ging verborgen blieb so ist die lieb klippklapp *** Über die Qualität von Andreas Noga als Lyriker und Performer lesen sie hier.

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Blickdicht

18. Juli 2015
Von
Blickdicht

  in die Welt geworfen geht der Existenz kein Wesen voraus > der hypermoderne Mensch muss sich erst selbst erschaffen: im Strom des Gefuehlten trifft die Macht der Sprache auf unsittliches Sinnliches = die Wahrheit des Leibs   eine Sehnsucht nach Differenz muendet vorlæufig darin als Conférencier des wunschlosen Gluecks das unstrittig Strittige zu...

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Hinterlassenschaft

17. Juli 2015
Von
Hinterlassenschaft

  Tagebücher hat der 1891 in Kiew geborene und seit Anfang der 1920er Jahre in Moskau lebende Michail Afanassjewitsch Bulgakow (1891-1940), Autor des legendären Romans „Der Meister und Margarita“, nur bis zum 13. Dezember 1925 geschrieben. Im Mai 1926 wurde seine Moskauer Wohnung von der OGPU (Gesamtrussische Kommission zur Bekämpfung der Konterrevolution) durchsucht und...

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Kreativität und Disziplin

16. Juli 2015
Von

Die Disziplin setzt in der Formung des Materials ein, aber ich weiß, dass schon die Auswahl des Materials einem kreativen Akt unterliegt, nicht beherrschbar ist und auch nicht vollkommen beherrschbar sein sollte. Auch die Formung selbst, zu der eine gewisse Disziplin notwendig ist, geht natürlich einher mit schöpferischen Kräften, spontanen, intuitiven Ideen. Trotzdem: Disziplinierung...

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Terzinen über Vergänglichkeit (I–IV)

15. Juli 2015
Von
Terzinen über Vergänglichkeit (I–IV)

I Noch spür ich ihren Atem auf den Wangen: Wie kann das sein, daß diese nahen Tage Fort sind, für immer fort, und ganz vergangen? Dies ist ein Ding, das keiner voll aussinnt, Und viel zu grauenvoll, als daß man klage: Daß alles gleitet und vorüberrinnt. Und daß mein eignes Ich, durch nichts gehemmt,...

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Mysterienspiel

14. Juli 2015
Von
Mysterienspiel

Der zivilisierte Mensch gibt sich gerne den Anstrich von Naturverbundenheit. Er macht seine Wanderungen, ausgerüstet mit hochmodernem Material aus Kunststoffen verschiedenster Art, nicht vor Ort, dazu muss er nach Neuseeland oder Kanada fliegen. Nur dort kann man die Natur noch in ihrer Ursprünglichkeit erleben. Andere Zeitgenossen bearbeiten ein Stück Land, vielleicht bis 800 Quadratmeter,...

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Die Metaphysik der Gedichte

13. Juli 2015
Von
Die Metaphysik der Gedichte

  Der Sprung durch den Teich. Die Metaphysik der Gedichte ist ein 136-Seiten-Gedichtbuch, kein dünnes Bändchen (wie die vorausgegangenen sechs Lyrikbände Gröhlers). Es ist Gröhlers 16. Buch. Der Maler und Beuysschüler Prof. Peter Angermann hat sich in einer Titelblattzeichnung den Sprung durch den Teich auf eine witzig-fahrige Weise vorgestellt. Dieser Lyriker schreibt über Umbruchzeiten....

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Sommer

12. Juli 2015
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von Stefán Hörður Grímsson    Die braunen Fischernetze des Dorfes hängen an Latten und Seilen Angelschnüre und Fangleinen im Rund warten im halbdunklen Eck.   Bleigraue Wellen im Fjord plätschern um Brückenpfähle und hofieren Bordwände versiegelt mit Teer.   Hinter grünem Heiderücken weit draußen im Westen leuchtet ein klein wenig runde Sonne.   Und...

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DIE ANTWORT DER DICHTER

11. Juli 2015
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DIE ANTWORT DER DICHTER

  Vom Berge winken die Dichter. „Sieh nur, jetzt schwenken sie Lichter.“ Die Dämmerung hat sie verschattet. Ihr Schwenken wirkt reichlich ermattet.   „Was soll uns ihr Schwenken bedeuten, uns einfachen lesenden Leuten? Was woll’n uns die Dichter sagen?“ „Geh rauf auf den Berg und sie fragen.“   (Eine Stunde später)   „Du bist...

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Über den russischen Dichteresoteriker Nikolai Klujev

10. Juli 2015
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