Schlagwort: Sophie Reyer

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    Da wo wir sind müssen wir einander nicht berühren:    Im Frühling, im Frühling that´s all     *** Im Monat der Seidenraupe, eine lyrische Entpuppung von Sophie Reyer, Kulturnotizen 2016 Further reading → Ein Porträt von Sophie…

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Ich schau dir nach klar Sonnen schein auf gefaltet liegen gelassen im Licht:   ich schau dir nach und sing    *** Im Monat der Seidenraupe, eine lyrische Entpuppung von Sophie Reyer, Kulturnotizen 2016 Further reading → Ein Porträt von…

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Im Kern von so einem Felsen da ist eine Härte die alles übertrifft so bin ich im Innersten erfroren: Du wurdest groß Wie kann man einem Kind ins Grab nachstarren sag es noch einmal: Schmerz ist nicht   wahr  …

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Deine eigene Fülle ist die Landschaft breitet   ihre Flügelchen um dich aus und die Frauen   schwankten dir entgegen mit einer Blume schwanger Aller   Anfang ist leicht     *** Im Monat der Seidenraupe, eine lyrische Entpuppung von…

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  Kein Schrecken vor Engeln ist Lüge dass es mühsam ist für die Schmetterlinge anzuhalten hast du vergessen sagst du   als eure Blicke zusammen schlagen butterfly und Schalentier werden Schaun und Geschautes eins   wo die Grenze verläuft wird…

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Geretteter Regen: Wir   sind   *** Im Monat der Seidenraupe, eine lyrische Entpuppung von Sophie Reyer, Kulturnotizen 2016 Further reading → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben…

Versnetze_neun

Zum Geleit: Ende Juni 2016 wird im Verlag Ralf Liebe die neunte Ausgabe der von Axel Kutsch herausgegebenen Anthologie-Reihe „Versnetze“ mit neuen Gedichten deutschsprachiger Lyrikerinnen und Lyriker erscheinen. „Versnetze_neun“ enthält auf 328 Seiten unter anderem Texte von Theo Breuer, Hugo…

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Ruf dich an ihre Stelle Welchen Stufen hast und welchen Rückgrat Bogen gegen die Abgründe getürmt   Welche Risse überbrücken in dir den Knick des Raumes: Wand, Aufgang, Durchblick, Wölbug spürst nach mit Finger Kuppen Atem Krümmung:   Mein Kind…

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  Von Engeln kosten Dass sie nicht gleich aufschrein jubeln vor Freude: Einer erscheint   Richtungen weisen sie mit Schwingen Flugspuren zeichnend verdoppeln sich ineinander:   Verdichtung es dunkelt     *** Im Monat der Seidenraupe, eine lyrische Entpuppung von…

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  Sich dem Nähren nähern Mund des Sees kehrt die Wunde um wandelt Verletzungen in eine Landschaft aus Atem in der kein Versäumnis mehr kauern kann: Jetzt jetzt und   jetzt     *** Im Monat der Seidenraupe, eine lyrische…

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    Das heilige Wort an Großmutters Garten erinnernd:   Zitterbirke   *** Im Monat der Seidenraupe, eine lyrische Entpuppung von Sophie Reyer, Kulturnotizen 2016 Further reading → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie…

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Eine Güte ist gut   Sie schläft in der Landschaft borgt dem Himmel ihre Stimme: Zwitschern aus Stille   Füttert ein Tier  das sie liebt und rollt sich abends in deinem Bauch zusammen   Versucht zwischen Innen und Außen jeden…

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  In allen hohen Gräsern könntest du liegen und schlafen hinter den Jalousie Lidern eines jeden Hauses   Innen trag ich dich/ ein sanftes trotziges Kind/ aus   Wie Glitter für Blinde *** Im Monat der Seidenraupe, eine lyrische Entpuppung…

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    Schlachthimmel Ich aus Schachteln   So lag ich lange wach als Kind dachte über Atomunfälle nach und wie die Gedanken Krach machten   (Hirnhaut aus Angst)   *** Im Monat der Seidenraupe, eine lyrische Entpuppung von Sophie Reyer,…

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  Roll dich aus über mir bis die Nacht wenn ein Sturm schreit das Dunkel deine Zungen öffnen Türen in mir   Meine Worte sind Taten  als Tal wellst du dich über meinen Quadranten aus   Wenn ein Meer über…

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  Im Haus meiner Kindheit wollte ich mich verhindern   Du aber /Fallschirmspringer/ gingst als Same unter die Haut der Erde   Jetzt atmet dich dieses Haus aus Wenn ich nicht mehr werde: Wer bringt dich in mir zum Blühen?…

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  Du bist gepusteter Löwenzahn goldiger Tropfen mit rauer Haut behaarte Oberarme Milchflaum unter der Nase   Du bist zwei Augen ein Blick ins Leere gehende Fingerversuche der Tastsinn der Härchen wunder Punkt in den Worten   Du bist Aufgehen…

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ohne mich wird frühling sein wirst du diese sterne zählen und ein kind die geige spielen und ein kind sein skateboard zähmen   ohne mich wird fühling sein werden auf den höchsten bergen diese zarten blumen wachsen und ein traum…

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Wer nimmt den Mond in die Hand und gibt ihn dem Himmel zurück   Saßen zwei auf der Bank  eine war die andere beide   Gab es nicht  aber einmal starb ich um davon zu schreiben   Dann legte ich…

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  Wer nimmt den Mond in die Hand und gibt ihn dem Himmel zurück   Saßen zwei auf der Bank  eine war die andere beide   Gab es nicht  aber einmal starb ich um davon zu schreiben   Dann legte…

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  Sausend so Blätter rasseln wie Atem aneinander im Ast Gerippe: Letzter   Rest Versuch eines Klangs wirft Schatten  das Laub  schon in sich selbst zusammen gerollt:  Es ist wird Herbst   Stranden Fragen greifen Hände ins Leere taktet das…

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Die Blüten Spitzen springen auf an den Bäumen der Taumorgen spricht ein faltiges Wort die Sonne rollt als orangener Ball über die Spielwiese Welt   Ein Kind zählt die Flügelschläge der Schwäne ein Kind rast mit dem Rad über Asphalt…

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  Wir geben einander neue Namen ich sage ich zu dir und du   sagst ich zu mir ich sage du zu mir und du zu dir   Wir sagen auch wir da wo der Schnitt verläuft nehmen wir  …

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  Meine Wohnung vermint: Rast ein Echo im Kopf Projektile am   Innen Ohr  Sendemaste ausgefahren hat das Gehirn  vollzieht die Verrückung   Ach Reaktoren girl always on the run  legst dich trocknen alleine :   Gute alte Stimmen im…

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  Dass der Krieg abstrakt sei sagte man ihr: Die Toten flimmern auf dem Bildschirm  du kannst sie weg klicken oder in bestimmten Programmen noch einmal erschießen  kein   Problem  der Krieg sei ein Kinderspiel  sagte man ihr  er sei…

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Jemand hat den Menschen Zirkel an die Füße geschraubt  sie rotieren in Kreisen  klammern die Orte ein: Meiner seiner deiner   Sie ziehen Fäden  sie weben ein Netz  fremde Auge blicken aus einem Rahmen  die Menschen wollen das Schauen nicht…

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  Spam in der Burst: Blutverlust trinken Hackerherz  Faschierter Flaum  kackende Spastiken tanken und anderen Kram  bist du das Tankgirl die spezialisierte Nervenbahn  den König der Gören überholen das schwörst du  in die Parasiten Ausrüstungen schlüpfen/ Panzer aus Plüsch/ Pop…

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Und sind so Menschen in genormten Häusern geformt aus Worten Meinungen  Bildern   Was sich herausschneiden lässt aus dem  Flimmerquadrat: Und ist nicht die Welt   Und ist auch nicht wahr: Das Leben in die Zwangsjacken der Abstraktion quetschen  …

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  Jedes Ding hat seinen Schlummerton alle spielen auf unbekannten Saiten:   In der Mitte das Wiesenschaumkraut weiter hinten der Kirschbaum der im Sprung sich krümmende Eichhörnchenkörper der Vogel  der Anlauf nimmt der Himmel/ bittere Zunge/ Vergissmeinnicht   Herzweh für…

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  Zuerst sind so Menschen in die Zeit hinein gestreut und haben Bindehäute zwischen den Händen und glätten einander die Gesichter und ihre Finger umstricken einander  sind Halteseile und sie hören den lispelnden Himmeln zu und entsteigen dem Schweigen manchmal…

Crossmedia

Vorbemerkung der Redaktion: Für die in Österreich erscheinende Zeitschrift Autorensolidarität machte Dieter Scherr ein Interview mit Sophie Reyer. Im Vorjahr erschien Wortspielhalle, eine Gemeinschaftsarbeit mit dem Düsseldorfer Schriftsteller A.J. Weigoni, wie kam es dazu? Reyer: Aufgrund meines Filmstudiums an der…

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  als wär jedes licht am rande der straße ein brief den die liebe der großmutter mir schrieb: neig dich beug dich   als wär jede wolke jede ermattung der füße auf zu langen reise programmen ein ruf aus dem…

Auf der digitalen Agora

  Der literarische Kanon ist ein Mysterium. So richtig kann niemand erklären, warum der eine Autor als Klassiker gilt, während der andere in den Untiefen der Bibliothekskeller verschwunden ist. Und wer dort erstmal liegt, fernab von Feuilletons und Konferenzen, hat…

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  ränderling immer noch unverändert wieder hier   wo du warst das dazwischen:   weißt nicht mehr alter anfang tat sich schwer   wieder hier tut sich mut   bist du alt keine rahmen für das herz   unverändert immer…

O.T.

           ihre hände sind weich sie wissen wie man gibt und wie man nimmt                  ihre blicke sind zart sie weiß wie man reißt eindringt plündert   ihre zungen sind scharf sie weiß wie man gesund…

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  ich bin ein flächenbrand ohne ränder man band mir die hände ab   die gewänder der augen schraubten sich fest   abschaben und beschiffen ich stand in der bauchdeckee des regenbogens und höhlte die fracht ausm himmel heraus  …

Die Kamera, ein Erkenntnisinstrument

Das Durchschnittswerk des heutigen Gelehrten will wie ein Katalog gelesen sein. Wann aber wird man soweit sein, Bücher wie Kataloge zu schreiben? Ist das schlechte Innere dergestalt in das Äußere gedrungen, so entsteht ein vortreffliches Schriftwerk, in dem der Wert…

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  osijek   du stummes land eine nacht hat viele lichter zwischen banhof und bahnhof wenn wir halte stellen los   wenn wir halte stellen los lassen macht sich die stumme zeit auf zwischen bahnhof und bahnhof: kling ohr kling…

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  litze des laubs liebe des auges spitze des schnabels ast gabels abenteuer fallender blätter hell halt der vogel im herbst     ***   Further reading → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum…

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  melismen des regens trommeln gegen dein ohr wie gegen das hirn das herz   ein körper der die klänge übersetzt ohne zu wissen:   bass der böen dein atem takt     ***   Further reading → Ein Porträt…

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  kalt wurden die küsse an der hand sie sind male und ledrige flecken wenn wir alt werden wer wird den raum halten hope there´ s someone sagst du     ***   Further reading → Ein Porträt von Sophie…

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  wo der wind leicht am laub leckt und die hände aneinander stranden wo die planetensysteme in ihren bahnen brennen von rot zu rost werden sie rote riesen weiße zwerge bis sie verglühen zerfällt der farn zu staub wird unser…

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  den frost bringt der wind zur welt den trost hält das kind in den händen das blatt kann den ast nicht zertanzen die sonne hat sich ins meer verliebt während formen einander spielgen das krächzen des kranichs das sich…

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  starr und still wie die sterne mit unsichtbaren stricken festgebunden an den bergen damit sie nicht weg steigen wie heiß luft ballone in ein all rein zu den wippenden engeln die pleiaden hingen reglos an einem seil schwer mit…

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  ihre stirn der strahl der sonne rief nach mass haltungs programmen sagte: iss sagte atme brachte mütter zur welt rote weiße schwarze schrieb nicht sprach texte auf ein tonband zu wort wenn der tag ins dunkel fällt trägt sie…

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  in der senkrecht herabfallenden hitze die erde glüht. Wenn ein gesicht ein bett wird. Wenn ein blick sich schlafen legen darf. So kommen ineinander gefaltete lider zur ruhe wie wenn ein gebet. Doch es ist nur der blick. sterne…

Poetologische Positionsbestimmung

 Das Gedicht war eine ungeheure Erfindung. Das ganze Menschheitswissen wurde in gebundener Sprache überliefert.  Ernst Pöppels Kurze Vorrede, mit der freundlichen Bitte um etwas Geduld: Mein Gehirn ähnelt einem Muskel, es bleibt nur fit, wenn ich es beständig trainiere. Wichtig…

was bisher geschah:

wir lagen schon tief in der macchia während wort halden heute hallen wollen wiederholungen krachen. ziehen schachtel sätze sich neue kleider an. aller anfang ist zwang zum klang sagt das klavier. dringlichkeit geht in den hirnen spazieren: begeisterungs prinzip  …

Heterophone Stimmgewalt

Das Projekt Wortspielhalle wurde unlängst mit dem Förderpreis des lime_lab  im Rahmen des „steirischen herbst“ unterstützt. Dieser Preis fördert die Entwicklung experimenteller, medienüberschreitender Hörspiele. Es ist folgerichtig, dass es eine akustische Umsetzung der Sprechpartitur gibt. Der mit einer professionell ausgebildeten…

Kontrastive Prosa

Ein Schriftsteller, das ist etwas Merkwürdiges. Das ist ein Widerspruch und auch ein Unsinn. Schreiben heißt auch: nicht zu sprechen. Heißt: zu schweigen. Heißt: lautlos zu schreien. Ein Schriftsteller ist oft erholsam. Er hört viel zu. Weil es unmöglich ist,…

Abspann:

  Auswüchse und Verzweigungen spuren in dieses Spüren aus. Magersüchtige Monster machen   einen auf Macht Missbrauch, sind zittrig schöne Scheusale nur noch aus Augen und Haut.   Verkrallte Hände der Sirenen in deinem Haupthaar, Haupthirn: Follow me.    …

Zikadenzirpen trifft auf technoides Gezwitscher

Wer gelernt hat, den Zeichen zu misstrauen, dem bleiben zwei Optionen. Entweder legt man es darauf an, unter dem Schein der Oberfläche die eigentlichen ökonomischen, politischen oder sexuellen Triebkräfte zu enthüllen, oder man versucht, in der Wirklichkeit einem letztlich undurchdringlichen,…

Das Profane

Wahnhaftes Komakind bist du, narkotisiert.   Alles von deinen Schatten abgeschrieben. Die Welt treibt dich ab. Da sind so   Strahlen, die von deinen Augen ausgehen: X rays. Sie   reichen aus. Bitte greif mich bloß nicht an. Ich kann…

Wir fordern:

  Transporthaken für die Angst.       ***   Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch das schreibende Analysieren gebrochen wird. Vertiefend zur…

Zukunft braucht Herkunft

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren Sind Schlüssel aller Kreaturen Novalis Zahlenmystik ist nicht die Sache der Betreiber der Edition Das Labor, doch in diesem Jahr dreht sich einiges um die Zahl 5. Seit einem Lustrum gibt es diese Edition in der…

Twitteratur, ein vorläufiges Resüme

Verlagsblogs sind das neue Ding: Nahe an den Autoren und den Käufer im Blick. Die ambivalente Haltung gegenüber den neuen Medien ist dabei allerdings unüberlesbar. Erläutert Martin Ebel im Züricher Tages-Anzeiger einen neuen Trend und beschreibt damit den fortschreitenden Bedeutungsverlust…

varianz der armut.

keine rahmung: on the run. wie entkommt man dem lager. und wo liegt die sprengkraft, die luminanz.     ***   Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach,…

Das ist die letzte Dystopie:

  Wie du sie mit deiner Depression erpresst, ein Modellbild über das Realbild schiebst Realitätsverlust en Miniature. Alle Spiegelsysteme tun dir jetzt weh, du schließt dir selbst deine Löcher, Nasenbluten. Wer die Angst nicht in Kauf nehmen will, blüht eben…