O. T.

  W enn das SCHLIEMANN aus ist  dann I st das LSD im Hades R ollt des ökospießers fades B unt heran: No Way No Sun L aßt nur eure hiwis machen E ure zivis laßt nur los I  hr…

Exil und Sprachheimat

A text that alludes to Eliot’s Waste Land,was set to music by Tom Täger,using minimalist techniques and sound effectslike the rustle of paper. Judith Ryan · The Long German Poem in the Long Twentieth Century In ihren poetopathologischen Aufzeichnungen kämpft…

Die Serapions-Brüder

  Aus dem Meere der deutschen Leihbibliothek (nur das Salz und die Tiefe unterscheidet jenes von diesen) ragen die Schriften Hoffmanns als tröstende, liebliche Eilande hervor. Jauchzend springen wir ans Ufer, küssen den grünenden Boden, umarmen Baum und Strauch und…

Klangliche Introspektion

Der Titel „Journal“ ist Programm. Volker Kriegel, der nicht nur als Musiker, sondern auch als begnadeter Cartoonist, Illustrator und Schriftsteller tätig war, verstand dieses Album als eine Art musikalisches Tagebuch. Dieses Album gilt als eines der reflektiertesten und reifsten Spätwerke…

Nirgends ist Schlaf in der Welt

Ein Versuch, Fernando Pessoa zu verstehen.   Fernando Pessoa: Initiation   Zypressen – du schläfst nicht darunter: Nirgends ist Schlaf in der Welt. Dein Leib: ein Gewänderschatten, Der dein Wesen verborgen hält. Die Nacht – der Tod – rückt dir…

Marie Böhm

  Ecke Französische und Charlotten-Straße lachen aus einem der Glaskästen schöne, weiße Zähne, zwischen frischen Lippen in Mädchengesichtern. Manche von den jungen Schauspielerinnen offenbaren ihre ureigene Begabung, denn ihre Perlmutterhecken sind gar nicht erschaffen, am Abend hinter zuckenden Lippen versteckt…

Ein kosmisches Manifest

  Das Album „Flying Teapot“ verwischt die Grenzen zwischen absurdem Theater, virtuosem Jazz-Fusion und psychedelischem Space-Rock. Es markiert den Beginn der einflussreichen Radio Gnome Invisible-Trilogie und ist untrennbar mit der Canterbury-Szene verwoben – einer Bewegung, die weniger durch Geografie als…

Crossover

Kiss my starfish, my chocolate starfish. Fred Durst Mit MTV (ein Akronym für Music Television) begann die Zeit, in der es wichtiger wurde, dass man Songs nicht nur hören, sondern auch sehen kann. Auf die Spitze getrieben haben diese Mehrfachverwertung…

Ist die Zeit ein Planet?

Zeitwörter, Tätigkeitswörter. Zeit, Phantomschmerz der Ewigkeit. Das einzige Thema für den Schriftsteller, bei dem seine Bedingungen, seine Form und sein Inhalt schlichtweg ineinander fallen und untrennbar zusammengehören, ist die Zeit. Das Wirken mit, in und aus ihr ist mindestens so…

Die Bedeutung der Tragödien

  Die Bedeutung der Tragödien ist am leichtesten aus dem Paradoxon zu begreifen. Denn alles Ursprüngliche, weil alles Vermögen gerecht und gleich geteilt ist, erscheint zwar nicht in ursprünglicher Stärke, sondern eigentlich in seiner Schwäche, so daß recht eigentlich das…

Karl Kraus

  Er steht an der schwelle einer neuen zeit und weist der menschheit, die sich von gott und der natur weit, weit entfernt hat, den weg. Den kopf in den sternen, die füße auf der erde, schreitet er, das herz…

In der Strafkolonie · Recap

  Das ist nicht wahr, wenn die Leute behaupten, Träume seien verschwommen. »Jeder ist, während er träumt, ein Shakespeare«, sagt der Weise, und noch im unsinnigsten Phantasma der Nacht stehen Konturen und Farben unverrückbar fest. Bäume zum Greifen und saftig…

Consolatio theatri mundi

„… bringen Sie einmal Ihre ganze Rücksichtslosigkeit auf die Bühne | Ihren ganzen Weltekel Bernhard | schreiben Sie so ein Stück Welttheater | dass es das Burgtheater zerreißt | so einen richtigen grandiosen Weltscherz Bernhard | … diesen ganz großen…

Buchflaneure, eine Rückschau auf die MMPM

Das Buch auf solche Weise aufzuschlagen, so daß es winkt wie ein gedeckter Tisch, an dem wir mit all unseren Einfällen, Fragen, Überzeugungen, Schrullen, Vorurteilen, Gedanken Platz nehmen. Walter Benjamin Zuhören, Lesen und Schreiben sind aufeinander bezogene und einander bedingende…

No. 17

  Für ihre Vielfalt ist sie bekannt und geliebt, Qualität ist Basis ihres internationalen Ansehens: Vom traditionellen Pressendruck über das eBook bis zum illustrativen Holzschnitt, von der Originallithographie über das handgeschöpfte Papier bis zum qualitativ hochwertigen individuellen Einband, vom liebenswerten…

Gibt es ein Ohrengedächnis?

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

das Wichtigste beim Dichten

  aber das Wichtigste beim Dichten ist: / ruhig atmen.       teils – teils. Aphorismen von Maximilian Zander (zus. mit Gerd Sonntag), Wiesenburg Verlag, Schweinfurt 2003. Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur,

Egon Adler

  Meine Spelunke verwandelt sich zum türkischen Café, wenn er und ich zusammen Zigaretten rauchen und wir von den Wänden für unsere Häupter die beiden Fez herunterholen, die auf die Griffe meiner Dolche gestülpt sind. Einer der Söhne des gefangenen…

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  Blicke als Pfeile Spalten haben Widerhaken und deine Schwanenhand auch zu schlafen (Rabenhand und Schwanenhand) atemlos wartet jeder Apfel auf deinen Biss     *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie…

Nachtblaumetallisches Dæmmerungsdunkel

  schwankende Planken hell & dunkel kein Raster fuer Grau/Zonen allenfalls das Wasser\Zeichen der Schrift scheint… noch durch: Zeichen = Verzeichnungen aus zehrender Schwere wird schwebende Leichtigkeit aus philosophischer Schwermut nachklingendes Schweigen…   Botschaften des ein gefrorenen Atems: das Schwarz\weisse…

Der Tod ist ein Termin

Über KING KONGS TÖCHTER von Theresia Walser „Das ist nicht mein Beruf, ich frag mich, ob das überhaupt ein Beruf ist. Schon lange frag ich mich, wann aus diesem Nebensachengewurschtel endlich die Hauptsache erscheint…“ Berta, Carla und Meggie, drei Altenheimpflegerinnen,…

Volkstümlichkeit als Problem

  Um wissenschaftlich »möglichst weiten Kreisen der Leser« nahezukom­men – wie Hermann Schneiders »Schiller« es beabsichtigt – braucht es mehr als Wissen. Am besten belehren uns darüber die großen Popularisatoren der modernen Physik. Sie mischen den Leser ins Spiel und…

Unter dem Dach

  Gemurmel hatte ihn schon früh geweckt, unerwartetes Gemurmel. Aber niemand war zu sehen, keiner in irgendeiner Weise auszumachen. Von irgendwoher dieses Murmeln und manchmal schien es ihm, als höre er Gelächter oder zumindest gurgelndes Gekicher. Herr Nipp hatte auf…

Warum noch Gedichte?

“Es war, als träte ich ins Manuskript ein…” (Dürrenmatt, Justiz) Was wissen wir schon von einem Gedicht?! Wir wissen nicht einmal, welches Wetter bei seiner Entstehung dominierte. Nur ein wenig Sensibilität des jeweiligen Autors scheint registrierbar. Aber was besagt dies…

Europa. Ein Fragment

Es waren schöne glänzende Zeiten, wo Europa ein christliches Land war, wo Eine Christenheit diesen menschlich gestalteten Welttheil bewohnte; Ein großes gemeinschaftliches Interesse verband die entlegensten Provinzen dieses weiten geistlichen Reichs. – Ohne große weltliche Besitzthümer lenkte und vereinigte Ein…

Lauschepper

Zum Tag der Arbeit plädiert Herr Nipp für eine gerechte Honorierung der geistigen Arbeit. Es kann nicht gerade als sonderlich erquicklich bezeichnet werden, wenn man als Künstler oder sonstiger Kulturschaffender zu einem halbherzig vorbereiteten Vortrag über bestimmte Vermarktungsmöglichkeiten im jeweiligen…

Wild Horses Could Not Drag Me Away

Der Literaturbetrieb gleicht einem Adler, der mit gebrochenen Füßen in die Lüfte steigt, die ihm jedwede Landung verwehren. Heutzutage scheint Literatur der Inbegriff des Fragmentarismus, der unsere Zeit ansteckt, dadurch charakterisiert und die typisch fin-de-siècle-belastete Verwirrung und Fassungslosigkeit der Methoden…

An Arno Holz

Ferdinand Avenarius schreibt in seinem Blatt: Ich bitte diejenigen unsrer Leser, die Arno Holz nützen, und die Arno Holz für uns nutzbar halten wollen, an den Kunstwart-Verlag (München, Georg D. W. Callwey, Finkenstr. 2) eine freundlich bemessene Spende mit der…

Apokalypse (Offener Brief an das Publikum)

»Den Überwinder will ich genießen lassen von dem Lebensholze, das in meines Gottes Paradiese steht.«   Am 1. April 1909 wird aller menschlichen Voraussicht nach die ›Fackel‹ ihr Erscheinen einstellen. Den Weltuntergang aber datiere ich von der Eröffnung der Luftschiffahrt.…

Der Fächerbaum

    In meinem Herzen steht ein Fächerbaum, – In deinem auch, aus Zufall kaum; So sind wir immerfort, in allen Stunden Durch’s Fächerherzbaumnetz verbunden.         Weiterführend → Lesen Sie auch das KUNO-Porträt des Lyrikers André Schinkel. Poesie ist…