Kategorie: Allgemein

WINTERMORGEN

es sinken im wald mir die hände  wie zweige hinab in der stille hör ich reißt das eis unter mir  als zersplittre die brust im frost seh ich meine haut erstarrt darunter  spür ich die wunden der bäume in der…

SPÄTESTE ERWARTUNG

ist in der finsternis die nacht zerflossen  sink ich aus dem schlaf hinab wenn jedes wort verlischt sag dunkel nicht  mir wird der abgrund erst bewußt wo licht nie war glimmen die sinne grellen sie noch einmal auf im leib…

Versteckte Absicht

Weiterfühend → Lesen Sie auch den Nachruf über Peter Meilchens Lebenswerk und den Essay 50 Jahre Krumscheid / Meilchen über die Retrospektive im Kunstverein Linz.

9. Brief

Wien, den 23. 10. 1781 à / Mademoiselle / Mademoiselle Marieanne / Mozart / à / Augsburg / in der Jesuitengasse Ma très chère Cousine! Ich war schon die ganze Zeit her auf einem Brief von ihnen, liebste Baase, begierig;…

umsonst

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

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So gibt jeder Vogel mit seinem Nest dem Baum die verlorenen Äste zurück und neugierige Blumen wachsen den Gartenzaun hinauf wenn Tiefe zurückkehrt in den Umkreis Natur   *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem…

ALKOHOLISIERTES LIED IN KIRCHENTONART

  Ich traf sie am tresen sie war schlimm dran sie hatt es arm dier*   und ich bin ein mann Ich ließ sie nicht stehn und sie ließ mich nicht gehen und dann standen wir beide im grappagespann Das war…

Gnadenfrist

Vor zehn Jahren starb der Lyriker Alfred Gong in New York City. Eine Erinnerung Als Vorwort zum Gedichtband „Gnadenfrist“ von Alfred Gong steht der Ausspruch eines lndianerhäuptlings: „Was ist schon ein Leben? / Ein winziger Schatten nur, der übers Gras…

Avanti!

  Benns Aprèslude-Gedicht „Das Ganze“, enthält zum Ende ein Selbstzitat („… kaum ein Glanz und kaum ein Feuer …“) aus dem Gedicht „Ein Wort“, über das ich als 17-jähriger Schüler einen Interpretationsaufsatz schrieb, im Vergleich mit Nossacks Gedicht „Das Wort“.…

Lynch, Potts & Furey: Ein Trivialroman

  „Lynch, Potts & Furey“ wurde im Jahre 1991 auf der Basis von Notizen aus dem Winter 1985/86 geschrieben, die wiederum auf bis in den Sommer 1979 zurückreichenden Lektüreerfahrungen beruhen. Der Keim des Werks wurde mithin vor vierzig Jahren gelegt.…

Gleichmachergesellschaft

  Ist Individualität an die Stelle einer Gleichmachergesellschaft getreten?     Der 3. Oktober wurde als Tag der Deutschen Einheit im Einigungsvertrag 1990 zum gesetzlichen Feiertag in Deutschland bestimmt. Als deutscher Nationalfeiertag erinnert er an die deutsche Wiedervereinigung, die „mit…

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Tropfen als Alphabet in Punkten: Herzensstenographie *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch das schreibende Analysieren gebrochen wird. Vertiefend zur Lektüre empfohlen, das…

wer verliert

    Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer…

Permutieren / Variieren \ Improvisieren

  federleicht segelte ein rationalitætsgepanzertes Ich mit den Wolken / in: der trænenlosen Landschaft der Textkœrper hatte jeden Widerstand verloren jede Majuskel = entspannt   zahllose Seen / Parabolantennen der satelitischen Selbstbespiegelung Justierungen schienen notwendig in verwunschener Sogkraft   …vergessen…

NACH DER KRANKHEIT

leise wie zum grabgesang fallen die blätter herab leise  verstummen die stimmen der vögel leise streift wind durch bleiches gras unter mir lieg ich neben zernarbten  stämmen deren harzige rinde  wächst mir wie ein pikanter schorf so als mut über…

Ein Jahr nach der Juliusrevolution

  Es war im Herbst 1831, ein Jahr nach der Juliusrevolution, als ich zu Paris den Doktor Ludwig Börne wiedersah. Ich besuchte ihn im Gasthof Hôtel de Castille, und nicht wenig wunderte ich mich über die Veränderung, die sich in…

Frostfeuer

  Die Zehen sterben Atem schmilzt zu Blei In den Fingern sielen heiße Nadeln. Der Rücken schneckt Die Ohren summen Tee Das Feuer Klotzt Und Hoch vom Himmel Schlürft Dein kochig Herz Verschrumplig Knistrig Wohlig Sieden Schlaf.     ***…

BÖHMISCHE LANDSCHAFT

nur einen pfad jetzt brauch ich zum gehen mit leichtem atem im dorf hinter den hügeln fällt ab der zweifel an einem weg aus dem tal schritte die taumelnd aufrecht mich halten sind meine eignen hastlos erlöst spür ich es…

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ach Umsiedlerin du schrei und betaste dein Dasein es gibt dich der A- Laut öffnet den Muttermund: Ja *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das…

Ungestützte Behauptungen

Über die Angstfreundschaft Sind Romanciers in der Recherche, die Essayisten auf Retorte, sind Prosaisten trüber Witze (ohne Worte), die Dichteschreiber: sonders blaß, wenn Krieg ist? Je mehr die Panikhitze die Gerüchtetreiber stimmt, sind rühriger die Lüricker. Politikker, die sind nun…

Transgression

  Kopfueber ins Ungesagte & gegen den Wortfluss schwimmen = im Biotop fuer endemische Arten & Wœrter das Unabwendbare erkunden   zum produktiven Stœrenfried + wortmæchtigen Hæretiker werden: das Bonmot wider die Gravitation der Sprache & Klischees gegen den Strich…

Kriegslied

  Nieda nieda Imma wieda Imma wieda Vaterland oh Vaterland Für dich kämpf ich mit Fuß und Hand   Die Krieg ist nah Der Krieg ist da Gottseidank den Krieg ich sah Wir marschieren Tirilieren In Russland uns die Zehen…

PAZIFIST

  du bekommst keinkriegsspielzeugsagte meine mutterals ich eingewehr wollte   da rannteich mit demkochlöffel schießenddurch die küche     *** Aus dem Zyklus Wir sind ein freies Land, Arbeitstitel für Gedichte von Martin Dragosits, die zwischen 1983 und 1993 entstanden.…

Eine tote Luft entweicht dem Land

  Traue keinem über 30, auch einem antifaschistischen Schutzwall nicht.     Weiterführend → Zur historischen Abfolge, eine Einführung.

Kritische Weißseinsforschung

  Die christlich-abendländische Farbsymbolik brachte die Farbe Schwarz von jeher mit dem Verwerflichen und Unerwünschten in Verbindung. Entsprechend sind in der frühen Literatur Beispiele zu finden, wo weiße Menschen durch unrechtmäßiges Verhalten zu »Mohren« werden. Im Kirchenvokabular des Mittelalters wurden in markanter…

eines unnatürlichen todes

mit rückenwind breitgemacht und bergab fließt träge der alltag in die ebene die mündung vermischt ein und alles zurück und bergan gipfelstürmer japst nach dünnerer luft gegen deine und die natur idealer idiot übermensch selbstverlust ist das humanste sterben ***…

Sattel

Ich halte, ich weiß nicht warum, den Fahrradsattel in der Hand, mitten in der asphaltierten Wüste. Ich setze den Sattel umgekehrt auf den harten Boden. Das Metallrohr, das den Sattel im Rahmen befestigt, sticht mir in die Augen. Jetzt sitzt…

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Sonne im Laub Regenflüstern wie übersetzt man es in die Gegenwart dann irgendwer lief in meinen Spuren in dieser Landschaft Vergangenheit sich fortgeben an ein altes Schicksal am Grab vom Kleist *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet…

umgibt

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Undatierter Grossstadtsommer

  eine Fata Morgana schwebt ueber dem Asphalt Verbrennungsrueckstand in der Luft & ein unverhuelltes Tagesgestirn bleigraue Rauchschwaden verduften langsam   Aromastoffe beherrschen die Sinne Geschmack & Frische werden vorgegaukelt kaum verhuellt wird pralle Erotik zu Markte getragen   sterbender…

Ich will ein Wort für die Natur einlegen

  Ich will ein Wort für die Natur einlegen, für vollkommene Freiheit und Wildheit im Gegensatz zu bloß bürgerlicher Freiheit und zu Kultur; ich will den Menschen als Bewohner oder Stück und Teil der Natur betrachten und nicht als Glied…

Die Ketten

  Ich hing an ihnen und sie an mir. Kinderklimpern, strahlende, ungleiche Reihung. Über Uniform und Badewasser vergaß ich nie meine Ketten über der Brust. Wo sie, irgendwo, im notwendigen Kreisen am Körper begannen, begannen zu sein mit ihren einfältigen…

Der Nachbar

  Mein Geschäft ruht ganz auf meinen Schultern. Zwei Fräulein mit Schreibmaschinen und Geschäftsbüchern im Vorzimmer, mein Zimmer mit Schreibtisch, Kasse, Beratungstisch, Klubsessel und Telephon, das ist mein ganzer Arbeitsapparat. So einfach zu überblicken, so leicht zu führen. Ich bin…

Père Lachaise

Wer den Père-Lachaise betritt, sucht nicht die Toten, sondern die Spuren ihrer Abwesenheit. Paris ist die Hauptstadt des neunzehnten Jahrhunderts; der Père-Lachaise ist ihre Miniatur aus Granit. Die Alleen sind wie Passagen angelegt, in denen die Toten in den Schaufenstern…

Ein Buch wie ein Rausch

Dieses Leben im Osten unserer Erde mit seiner Weisheit, dieser hektische Westen mit seinem aufgerissenen, rausch-verzogenen Mund, wie sich diese Hemisphären miteinander verbinden, wie sie einander durchdringen, um sich zu einem messianischen Zeitalter zu vereinigen.“ Hadayatullah Hübsch Ein Mitglied der…

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Luft bleiben wollen: 1 Fluch wenn das Urziel hier Wurzel heißt oder was meinst *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch das schreibende…

10 Jahre Dichtungsring

Im Frühjahr 1981 rief mich ein Kollege der Universität Bonn, der Italienisch-Lektor Pino Rizzuto, in meiner Bonner Wohnung an (ich war 1977 an die Ruhr-Universität Bochum berufen worden, aber er wusste von meinem Vor- und Fortleben in Bonn). Pino fragte,…

Verhaltensbiologie

  der Insektenforscher blættert geduldig im Nachschlagewerk notiert die Kennzeichnung   spiesst den Kæfer mit der Nadel auf das Kissen   rahmt den Schaukasten versiegelt die Scheibe   nimmt das Brennglas stellt sich vor den Spiegel   signalhaft erkennt der…

AUFGABE UND VERANTWORTUNG DES SCHRIFTSTELLERS

  Angesichts dessen, daß die Welt und die Menschheit immer wieder vor scheinbarunbegreiflichen Ungeheuerlichkeiten und dem damit verbundenen Wahnsinn derGewalt als Mittel der Auseinandersetzung stehen und den Krieg als „Fortsetzungder Politik mit anderen Mitteln“ akzeptieren, angesichts der drohenden totalenökologischen Katastrophe…

exil

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

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wie die Schritte miteinander streiten: wann wirst du dich an diesen Körper gewöhnen? *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch das schreibende Analysieren…

Die Berge

    Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer…

Poetry-Polis

Ihr seid die Poeten, die … formen und gestalten Mit dem Rad fahre ich durchs Stockentor der Bonner Universität, dann über den Marktplatz, ich biege beim „Metropol“ in die Brüdergasse ein, am Lenker hängt meine kleine Tasche mit Hıdır Çeliks…

Herkunftszeichen

  aufspueren & Herauspræparieren des Subjekts aus seinem amorphen Bettungsgrund:   sanft glitt die nackte Ferse zwischen die Kœrner   Zehen umschlossen von Algen   den Abgrund zwischen mathematischen & metaphysischen Fragestellungen ausloten   Sand umspielte schon die Knœchel  …

Der Freund

  Ich stieß den Dolch ihm in die Eingeweide – Am Boden standen blanke Pfützen Blut. Eh war noch Lärm, jetzt hüllt uns Schweigen beide. Ich staunte wie ein Kind. Denn von der Wut Des Suchens nach verlornen Paradiesen War…

8. Brief

Salzburg, den 10. 5. 1780 De Salsbourg / a Mademoiselle / Mademoiselle Marie / Anne de Mozart ph: / a / Augsbourg / In Schwaben. / Abzugeben in der / Jesuiten Gassen / Par Munic Ob ich Joannes Chrisostomus Sigismundus…

Davongekommen

  Gleich nach der Nazizeit und nach dem Krieg sah man sie wieder: diese Gestalt, dieses Wesen, das weder nach Mann noch Frau aussah, eingehüllt bis über den Kopf hinauf, nur mit freiem Gesicht, in Decken, liegend in einer Art…

Das Licht geht aus

  *** Weiterführend → Eine  Würdigung von Jürgen Diehl finden Sie hier. Hören Sie auch die Hommage an Jürgen Diehl auf MetaPhon.

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gibst mir die Wunden die ich in dich stech zurück als Freude wie Nachtinsekt *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben durch das schreibende…

Eingebildet

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Partiale

  eruptiv aus dem Nichts in das Dunkel der Welt   markante Markierungen numerische Anschluesse verSatz–Stuecke   unverwechselbar eigen aber eigentlich immer innerhalb & demnach kaum be\greifbar   Orte poetologischer Anschauung Schatten der Erinnerung wieder erfahren   verblichenen Abbildungen abermals…

Der erste Mensch im All

Am 12. April 1961 absolvierte Yuri Gagarin mit dem Raumschiff Wostok 1 seinen spektakulären Raumflug und umrundete dabei nach offiziellen Angaben in 108 Minuten einmal die Erde. Er landete im Wolga-Gebiet, in der Nähe der Städte Saratow und Engels. Auf…

Der Serial Killer als Popstar

Lecter ist kein Ed Gein oder Ted Bundy, der wahllos Menschen tötet. Dass auch dieses Morden zum berechnenden System erhoben werden kann, unterstrich John McNaughton 1986 in seinem beunruhigenden Henry. Critic.de Mit Das Schweigen der Lämmer betrachten wir ein B-Movie…

7. Brief

Salzburg, le 24 d’avril 1780 Ma très chère Cousine! Sie haben meinen letzten Brief so schön beantwortet, daß ich nicht weis wo ich Worte hernehmen soll, ihnen dafür meine Dankbezeugung genug zu bezeugen, und Sie zugleich neuerdings zu versichern, wie…

WIEDERBEGEGNUNG

mit W. Kuprijanow     du erzählst uns heitere geschichten   als du soldat warst irgendwo im Ural   dein bubenlächeln die schüchternheit   dieses abtasten der vergangenheit   Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat   Grüner Veltliner aus der Wachau  …

Kleine Notizen III

  Das Schönste auf den Zeltplätzen ist es wohl, in die noch müden und durchaus auch geschafften, aber doch so sehr zufriedenen Gesichter der Mitmenschen zu schauen, die sagen: “Wir haben es nicht nur geschafft, wir genießen es sogar, auf…

Künstlerische Auseinandersetzung mit der industriellen Arbeitswelt

Schreiben ist wie Bergmannsarbeit. Tief in die Stollen des Lebens eindringen muss der Schriftsteller […] Im sozialistischen Staat werden die schöpferischen Kräfte des Volkes, die unter den Bedingungen der kapitalistischen Ausbeutung verkümmern mussten und von der herrschenden Klasse unterdrückt oder…

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Wie Wind Schritt halten und Atem ohne Angst bei mir sind rinnende Regen als Worte die Tropfen: auf, auf *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie…

KLEINES MESSEBEGEBNIS

                                 Für Heike   In den kabüffjen war’s sperrvoll und eng sie griff um mich rum so aus der lamäng hat die kollegen dann runtergemotzt und mir ihren ärger auf die schulter gekotzt Wir…

Auf den Tod eines Kindes

  Die Schönheit ist den Kindern eigen, Ist Gottes Ebenbild vielleicht, – Ihr Eigentum ist Ruh und Schweigen, Das Engeln auch zum Lob gereicht.       *** Weiterführend → Ulrich Bergmann hat das Stück „Der Tod des Empedokles“ neu gelesen…

Ausgraben, Aufgreifen & Variieren

  jung, unbarmherzig offen & auf schamloser Wahrheitssuche das Bewusstsein gaukelt freie Willensentscheidungen vor   blinde Flecke des Blicks auf die aufgegebenen Einzelheiten des Lebens richten & Physiognomiker der Dingwelt werden   pur, ungeschlacht, kaum etwas ændern & Entgegengesetztes zusammenfuegen…

BEGEGNUNG MIT DEM GLÜCKSGOTT

  Runtergekommen bis auf die worte rostige schelle   Till genannt stellt er sich vor: von meiner sorte gibt es nicht mehr viele im land Wenn ich sie lachen höre dann gähn ich Denen fehlt’s doch hier oben: tock tock Er…

Pluriversum

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

e sg ibt i mm erm ehrd a vo n

        Aus: Ein Molotow-Cocktail auf fremder Bettkante. Lyrik der siebziger/achtziger Jahre von Dichtern aus der DDR. Hrsg. Peter Geist. Leipzig: Reclam, 1991 Weiterführend → Poesie zählt für KUNO weiterhin zu den identitäts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies…

Flüchtiger Blick

 Formschönes Gehirnchaos nach automatischem Schreiben. Mit möglichem Ausweg.   Weiterführend → Bestand die Modernität des Aphorismus bisher in der Operativität, so entspricht diese literarische Form im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Denkgenauigkeit der Spätmoderne. Es ist Twitteratur. Weiterführend → ein Essay…

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Zusammenklappbar diese Sehnsucht nach dem Teich deiner Kindheit, innen und Auraattacken: stich mir bitte die Augen aus *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach, wie das Schreiben…

APFELESSEN

da liegt endlich offen in deinen händen das gewebe schäl heraus zuerst die kerne den samen dann ritze mit winzigen rissen die wölbung das ufer der schale zieh ab die haut leicht zwischen zwei fingerkuppen schneide das fleisch zu dünnen…

fliehend

    Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer…

As dime goes buy

  Rick’s café americain ist zu weit weg um dort Stammgast zu sein nur manchmal in den Træumen koennen wir dort sein um beim endlos kreiselnden Ventilator einige Klavierklænge zu hoeren die Sam immer noch spielt…       ***…

Sphinx

  Sie sitzt an meinem Bette in der Abendzeit Und meine Seele tut nach ihrem Willen, Und in dem Dämmerscheine traumesstillen, Engen wie Fäden dünn sich ihre Glanzpupillen Um ihrer Sinne schläfrige Geschmeidigkeit.   Und auf dem Nebenbette an den…

Es ist unglaublich, wie wenig die Menschen von heute aus Museen lernen

  Warum schaffen sie Museen, wenn sie nicht daraus lernen wollen? Und sie können alles daraus lernen, nämlich das Eine, Große: daß es keine große und reine Kunst ohne Religion gibt; daß die Kunst desto [reiner, echter] künstlerischer war, je…

Herbstbuch

  *** aus: Herbstbuch, Künstlerbuch von Haimo Hieronymus, 1991. Weiterführend →  Zum Thema Künstlerbücher finden Sie hier einen Essay sowie ein Artikel von J.C. Albers. Vertiefend auch das Kollegengespräch mit Haimo Hieronymus über Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier. Künstlerbücher…

Die Erfindung der Druckgraphik

Als Erfinder der Druckgraphik lieferte Martin Schongauer mit seinen Drucken die Vorlagen für Hunderte von Gemälden, Grafiken und Skulpturen. Vermutlich seiner delikaten Malerei wegen wurde Schongauer von seinen Zeitgenossen „Martin Schön“ oder „Hübsch Martin“ genannt. Erhalten haben sich von seinen…

LiteraturClips

 Der Rundfunk hat die Literatur zu einem stummen Gebiet gemacht. Alfred Döblin, 1929 Viel wurde über die unscharf umrissene Literaturgattung Popliteratur geschrieben. Ein weithin unbeachteter Aspekt der deutschen Literaturszene ist dabei, daß maßgebliche Impulse für die Entstehung einer Popliteratur vom…

Tanzstundenball 1961

  Am Abend des Tanzstundenballs im Schwarzwaldstädtchen Neuenbürg an der Enz holte ich meine Tanzstundendame ab. Ich war 16 und hatte gerade erst gelernt, den Schlips zu binden. Der Vater meiner Tanzdame (die Mutter ließ sich nicht blicken) bot mir…

Bornholm 81

  Anna rauchte wieder. Sie hatte aufgehört, kurz, bevor wir uns kennengelernt hatten, und auch nach unserer Trennung hatte sie nicht wieder angefangen. Das hektische Saugen an der Zigarette war das erste, was mir auffiel, nachdem ich in ihrer Wohnung…

Dritte Installation

    Weiterführend →  Ein Artikel von Laik Wörtschel über Asphaltics – die geheime Streetart. Lesen Sie auch den Essay Laik Wörtschel – ein Künstler der Stille.

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    dass du das Land überrollst dass du die Angst zusammen faltest dass dein Blick wie ein blitz ist dass dein Atem die Höcker der nacht umbläst dass du die Köpfe abreißt dass du das Denken abbeißt dass du…

betroffen

  I keine Bö weht sie fort Umrisse Orte Figuren gezimmerte Landschaft inszenierte Innenräume fallen allmählich fremd auf dich zurück II brisa de tango cumparsita de callejón en el fondo burgués te saluda una niña que no te ve III…

Biografische Dunkelkammer

  dem Augenblick nachspueren… durch Selbstermæchtigung zu seiner Selbstbestimmung finden & anschlussfæhig das Leben wagen:   den Textkorpus mit der Wærme des sinnlichen Kœrpers aufladen die Nachtræglichkeit des Schreibens in der Schrift ueberlisten…   keinen Entschlussstrich ziehen Wortalchemie & Dinganatomie…

MORGEN AM FLUß

wach schon im schlaf abgewendet von mir entroll ich mich gegen den tag gehe ich taumelnd noch und hastend immer vom moment fort komm ich an ein ufer reißt mich der schritt stürzt ich ins wasser schlüge mich die angst…

O. T.

  Du hast Gott nach Rußland mitgenommen und bist ohne ihn zurückgekommen   Und du halfst vom Jakob zedern richten hast mit ihm gesprochen bei den fichten   Und am ende als die schmerzen kamen gaben dir die zapfen sein…

Chiffren

  Dem Wort an sich eine Huldigung bringen ob Hymne oder Elegie egal es aber sehen als Verbindung als Schlüssel zu jener Welt   *** Gedichte von Herrn Nipp, KUNO 1989 – 1994 Weiterführend →  Poesie zählt für KUNO zu den…

Oh freies Werk

  Weiterführend →  Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung…

Zur Lage der Detonation – Revisited

Das beste Buch des Jahres ’81 ist eine Schallplatte: ›Monarchie und Alltag‹ von Fehlfarben. Peter Glaser Zur Einstimmung in den Artikel sei als Begleitmusik die erste Single der Fehlfarben empfohlen: Abenteuer und Freiheit (das Saxophon von Frank Fenstermacher kann sich…

SchreibEnde

  Eines Messers Schatten stumpf hinter dem Sehen montiert, Eis, Eisen – auf einsamer Schiene glitt der Gedanke aufs Sehnen zu, durchbrach seine Wahl. „Nicht entgleisen“ datierte die Schrift auf glattem Bestehenkönnen danach.     Weiterführend → Lesen Sie auch…

Werbungsblock

  Angelina arbeitet als VJane bei einer Musikclip–Versendestelle. Sie trägt bei der Mediation von Electric Gipsylandeinen Strickpulli mit kleinteilig gemusterten, grellbunten Zickzacklinien und Rechteckrastern, die aus der Ferne zu einer flimmernden Farbfläche verschwimmen. Sie hat die Pullovermuster als Klänge wahrgenommen,…

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Räumung   Ich lasse eine Stelle aus für dich dass das Herzrasen seine Dichtigkeit ausbreiten kann und leg sie ans Licht   *** Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der Frage nach,…

6. Brief

kaysersheim den 23ten: dec. 1778. Ma trés cher Cousine! in gröster Eyl – und mit vollkomenster Reüe und leid, und steifen Vorsatz schreibe ich ihnen, und gieb ihnen die Nachricht, daß ich morgen schon nach München abreise; – liebstes bäsle,…