Schlagwort ‘ Christine Kappe ’

Tausen und ein Buch

11. Juli 2016
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Tausen und ein Buch

1. Bücher waren das einzige, was Nick sich wünschte, aber ich durfte ihm auf gar keinen Fall eins schenken, denn Bücher waren sein Verderben. Es hatte recht lange gedauert, bis ich das begriff. Du kommst ja nicht drauf, dass jemand Messie ist, wenn er bloß Bücher sammelt und literarisch hochgebildet ist. Nick aber besaß...

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Bonjour tristesse

6. April 2016
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Bonjour tristesse

Die Sozialreportagen von Christine Kappe lesen sich so, als wolle die Autorin die Tradition des Werkkreis Literatur der Arbeitswelt ins 21. Jahrhundert transformieren. Wie es scheint, hat sie es sich zur Aufgabe gemacht die Erfahrungen, die Lohn- und Gehaltsempfänger in der Hauptstadt von Niedersachsen zu beschrieben. Daß die vorliegenden Beschreibungen als Buch herausgekommen sind,...

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Das Tier

14. Januar 2016
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Das Tier

Eines Tages saß ein wundersames Tier an der Scheibe unseres Wohnzimmerfensters; ich weiß nicht, wie lange es schon dort gesessen hatte, als wir es entdeckten. Max nahm es zuerst wahr: „Schau mal, Mama, wie schön!“, rief er aus. Im ersten Moment dachte ich, es handele sich um einen verirrten Papierdrachen, denn das Wesen leuchtete...

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Die irdischen Bilder des Überirdischen

12. Januar 2016
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Die irdischen Bilder des Überirdischen

Anhand des Verhaltens von Steinmarder und Kaninchen wird gleich zu Beginn klargemacht: In der Natur gibt es bereits Kunst: Hier als artifizielles Gebaren des Jägers (Steinmarder), der ulkige Tänze aufführt, um seine naive Beute in hilfloses Staunen zu versetzen, und dann unerwartet zupackt. Und auch in uns als Zuschauer / als Mensch / als...

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das leere Wort Epsilon

14. Oktober 2015
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das leere Wort Epsilon

wir fahren zum Kanal. es ist warm und wird immer dunkler. das Wasser ist kaum noch vom Himmel zu unterscheiden. nur das Land. scheint zu schweben. die wenigen Leute, die am Ufer liegen, verschwinden bald. ein Hund zerbeißt vor unseren Füßen ein Stück Holz. beide haben wir noch unseren Streit im Kopf. ich höre...

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day

6. Februar 2014
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Oberleitungen München Bahnhof

  es rauscht in der Leitung dein Vater aus dem Jenseits mir wird kalt von der Hitze könnte auch Filmmusik sein ein spanischer Film denn Spanier sind Menschen, die Eltern haben, die Sprüche machen die nicht immer passen, aber schön sind z.B.: „gestreifte Katzen kriegen schwarze Kinder“ und legen sie im Regal ab diese...

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»Wollen Sie erzählen?«

22. Januar 2014
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  An den Rändern der Sprache – Das neue Hörstück von Hans Georg Bulla Es tut immer wieder gut, Texte zu lesen, die sich auf das Wesentliche konzentrieren; die unaufgeblasen einen ganzen Raum mit Spannung und Gedanken füllen. Dieser Raum ist das Zimmer, in dem ich lese und das Buch heißt »Märzwinter« von Hans...

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Findet das Heute überhaupt statt?

17. Dezember 2013
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Findet das Heute überhaupt statt?

Think befor you read. – Müssen Sie sich diesen Essay nicht ausdrucken? Sparen Sie sich Verspannungen am Bildschirm. Ich sitze auf dem Sessel in der Küche und versuche, durch geschickte Körperhaltung, meine nackten Extremitäten nicht aneinanderkommen zu lassen. Das Thermometer im Regal zeigt 35°C an und ich überlege, ob ich fürs Schreiben wirklich den...

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Zur Gattung Essay · Vorwort zur Online-Anthologie auf KUNO

1. Dezember 2013
Von
Zur Gattung Essay · Vorwort zur Online-Anthologie auf KUNO

Das Essay ist nicht nur eine hybride, sondern auch eine ambivalente Form. Es ist ein Diskurs, aber so, dass bei ihm immer versucht wird, Dialoge zu provozieren. Ein Faden, der in der Einsamkeit gesponnen wird, aber dessen anderes Ende so baumelt, dass er von anderen aufgegriffen und weitergesponnen werden könne. Vilém Flusser Von einem...

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„Alles noch Handarbeit!“

24. November 2013
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„Alles noch Handarbeit!“

O ihr lieben Bücher, ihr allein seid freigiebig und freimütig, ihr gebt jedem Bittenden und laßt jeden, der euch treu gedient hat, in die Freiheit ziehen. Richard de Bury Wir befinden uns in einer Vermarktungs-Situation, in der eBooks genannte Dateien mit wirklichen Bücher verwechselt werden. Fast alle diese auf diese Weise hergestellte Lektüre ist...

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Im Winter aufs Land

24. November 2013
Von
Im Winter aufs Land

  Ich mag den Wald auch im Winter wenn die Sonne durchs Unterholz scheint die Baumkronen aber im Dunkeln läßt   Wer glaubt denn, daß das Essen von den Feldern kommt nackte Erde, kein Trecker, ein Reh die Heizung im Zugabteil — fernes Glockengeläut   Mir ist unklar, wie man die Namen der Dörfer...

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jetzt ∙ drei tage nach raffelsbrand

21. November 2013
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jetzt ∙ drei tage nach raffelsbrand

All those rocks with lines and scars and letters James Joyce ∙ Ulysses gedankenverasteter rotbuchenwaldbaum fast fünfhundert meter über normalnull weißt du wie viel menschlein gestern oder gestern oder gestern allein in syrien die feine for­derung nach freiheit mal eben mit dem leben bezahlen ist noch nicht klar von bis zu neun­zig oder hundertneunzig...

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Insekten

19. November 2013
Von
Heuschreckenzeichnung

„Da, Mama!“ Der zweijährige Jona hatte im Sandkasten einen Käfer entdeckt und ihn, voller Neugierde und Begeisterung, zwischen seine kurzen Finger genommen, das zappelige Etwas zunächst wieder verloren, dann erneut zugegriffen, diesmal natürlich fester, und – es konnte ja nicht anders sein – ihn dabei zerquetscht. Nun schaute er mit gerunzelter Stirn auf die...

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Die Gewinner des KUNO-Essaypreises 2013

11. Oktober 2013
Von
Die Gewinner des KUNO-Essaypreises 2013

Bei KUNO präsentieren wir Essays über den Zwischenraum von Denken und Dichten, wobei das Denken von der Sprache kaum zu lösen ist zumal, zumal es sich bei den ausgezeichneten Autoren um Lyrikerinnen und Lyriker handelt. Die Jury hat sich nach intensiver Beratung als Preisträger für den KUNO-Essaypreis 2013 für Sophie Reyer, Christine Kappe und...

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das Parfum des Zahnarztes

12. August 2013
Von
das Parfum des Zahnarztes

  ich habe gar keine Angst − ich friere nur mein Freund ist mir am fernsten am Fenster das Parfum des Zahnarztes − einsam wie ein Aquarium die Fontäne im Wintergarten, eben stillgelegt und beleuchtet, wohin das alles aber ich seh mich da mit dem Rad langfahren, den Umwegweg kaum wahr der Regen kaum...

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Mütter und Städte

5. Juli 2013
Von

für Sylvia Geist   Manchmal habe ich die Stadt satt.‭ ‬Kleine Kinder werden überfahren.‭ ‬Oder sie werden alt und werden dann überfahren.‭ ‬Mitten in der Nacht püstern sie Laub,‭ ‬das gar nicht existiert,‭ ‬auf dem Nordstadtbahnhof Auch ich existiere nicht,‭ ‬in der Sonne,‭ ‬Angst vor ihr,‭ ‬was machen die Kinder in der Sonne,‭ ‬ohne...

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Götter und Menschen

9. Juni 2013
Von
Götter und Menschen

Eine dichte Wolkendecke hängt über der Stadt‭ und ‬lässt keine Wärme entweichen.‭ ‬Es gibt wenig Luft hier oben.‭ ‬Die Götter sitzen alle um einen roten Sprellakat-Tisch‭ und ‬schreiben Gesetze aus Büchern ab,‭ ‬die so dick sind,‭ ‬dass sie von selbst nicht aufgeschlagen liegenbleiben.‭ ‬Sie müssen sich mit einem Arm daraufstützen,‭ ‬ein anderes Buch oder...

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geblättert ∙ gesponnen ∙ zerwonnen

7. Juni 2013
Von
geblättert ∙ gesponnen ∙ zerwonnen

  Meist gehn wir diesen Gang allein mit einem Kopf auf dem Kopf Gellu Naum   vorderhand erfindet quer das wort ›b-a-s-e-n-m-o-r-d‹   ungehemmt verliert er sich in der fassung ›p-h-r-a-s-e-n-o-r-t‹   obendrein erwägt peer die paarung ›w-e-n-d-e-h-e-c-h-t-e‹   treiben keinen »rasensport« gleiten glatt durch sände (echte)   fallen flach durch feine raster lunge...

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Ein Substilat

2. Juni 2013
Von
Ein Substilat

Mir fällt ein Wort ein und ich weiß nicht, ob es aus dem Buch herausgefallen ist oder noch darinnen steht. Mir fällt ein Wort auf und ich weiß nicht, ob es aus dem Buch herausgefiltert wurde oder ein Rechtschreibfehler ist. Ich lese ein Wort und ich weiß nicht, ob ich es nicht eigentlich gehört...

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ein friedlicher tag auf dem land an der grenze

8. Mai 2013
Von
ein friedlicher tag auf dem land an der grenze

wir lauschten wir schwiegen wir fluteten mit den Wolken Friederike Mayröcker   heute denk ich an dich bensch will dich bald schon wieder sehn   gestern die kart aus mali ∙ ohne neger der tisch : notizen ∙ fetzen ∙ übersetzen   dante und gilgamesch ∙ kunst ist schön macht aber sehr viel arbeit...

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da kam april und zauderte – nicht

2. April 2013
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da kam april und zauderte – nicht

 Er / wird kommen (Rolf Dieter Brinkmann) Memory and desire, stirring (T. S. Eliot) Dat war so – so war dat – (Thomas Kling)   und wegen   des schwerbluts der sinne   fällt peer quer – hinne   (oder weswegen sonst?) * * * Theo Breuer, Das gewonnene Alphabet, Gedichte · Glossar ·...

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Parcour der letzten Dinge

30. März 2013
Von
Parcour der letzten Dinge

Wie lange wollen wir noch leben, wie lange sind wir noch wach, wie könnte es anders sein, wie besser, wie wahr, wer hat darüber nachgedacht, bis zuletzt, wo ist das Letzte, wer schleicht durchs Haus? Es ist dunkel, und ich denke an Andenken, ich schwenke von Furcht zu Tadel, ich senke, gäbe es kein...

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countdown

17. März 2013
Von
countdown

Das Gedicht hat nichts zu sagen (Axel Kutsch ∙ Nichts) In diesem Gedicht gibt’s keine Bäume (Rolf Dieter Brinkmann ∙ Ein Gedicht)   sonett in dem es nicht regnet sonett aus dem es nicht schneit sonett in dem niemand begegnet der swonnigen lyrischkeit   sonett ohne blick in die ferne sonett taublind ohne licht...

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Erster Logo-Entwurf für die Edition Das Labor von Peter Meilchen.

In eigener Sache

Das Magazin Kulturnotizen (KUNO) reflektiert entstehende Kunst, Musik und Poesie – mit Online-Archiv. Mehr Informationen.

Das lyrische Gesamtwerk von A.J. Weigoni im "Schuber"

Jedes Buch aus dem „Schuber“ von A.J. Weigoni ist ein Sammlerobjekt. Und jedes Titelbild ein Kunstwerk! KUNO fasst die Stimmen zu dieser verlegerischen Großtat zusammen.

Künstlerbücher

Zum Thema Künstlerbücher finden Sie hier einen Essay sowie einen Artikel von J.C. Albers.

Ohrenzwinkern

Coverphoto: Leonard Billeke

In der Reihe MetaPhon sind Facetten der multimedialen Kunst zugänglich.

Alphabetikon

Vertiefend zu ‚Alphabetikon‘ lesen Sie bitte das Kollegengespräch mit Haimo Hieronymus.

Trans

Twitteratur

Hier ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.

Edition Das Labor

Ausführliche Informationen finden sich hier.