Archiv: April 2013

ML I–III

30. April 2013
Von
ML I–III

  I am Ufergestruepp des ´Suessen Sees` schlingen sich Algen um die Totenstarre des Determinismus Wahrheit ist eine bewegliche Metapher im eutrophen Gewæsser   II in die Waagerechte gekippter Halbmond Re–Vision eines mit Hammer & Sichel ein gemeisselten Umrisses einer geschichtlichen Figur welche bereits in die verklærte Ferne des bewussten Horizonts gerueckt ist…  ...

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BAUM

29. April 2013
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BAUM

  versperrt der schlagbaum kahles holz den dreiweg seh ich über mir kopf krone sonne die figur hängt herab am eignen material geopfert das blatt noch im haar tötet der ast ein kind das licht aus blüten treibt zur falschen zeit sich selbst überm gespaltnen rumpf steigen frauen bäumen in den schoß wohnen sie...

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schaut eher auzwidat drein…

28. April 2013
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schaut eher auzwidat drein…

  GLASMUND die prinzessin aus glasvergangenheit sprach heiter beflissen von hellen gefuehlsschloessern – ich hoerte nicht zu starrend ihr glasmund lippenbeflissen verzogen                                      (1978)

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Vom Limerick zum Aphorismus – Werner Hadullas spätes Debüt

27. April 2013
Von
Vom Limerick zum Aphorismus – Werner Hadullas spätes Debüt

„Vom Glück der großen Zahl sprechen am liebsten die Millionäre“ – dieser Aphorismus ist einer der typischsten von Werner Hadulla. Weshalb? Zunächst besteht die Gefahr, dass der Leser trotz der gegenwärtigen Medienpräsenz dieses Themenfeldes müde abwinkt: „große Zahl“ und „Millionär“, beide miteinander kombiniert, ergeben ein belangloses Wortspiel. Diese Einschätzung wäre richtig, gäbe es hier...

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Über Non-Fiction

26. April 2013
Von
Über Non-Fiction

Interessant – dieses wichtige Wort In den letzten drei Tagen 1400 S. Gegenwartsprosa gelesen, verteilt auf fünf Bücher, berichtet Daniel Falb im ersten Kapitel von Helm aus Phlox1), leichte Übelkeit, gemischt mit depressiven Zügen. Innere Schwere. (…) Zombiert, unfähig zur Abwehr. Und dann in summary und klar und deutlich: Ich glaube wirklich, dass jede...

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Literatur und Psychologie – zwei Seiten einer Medaille?

25. April 2013
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Literatur und Psychologie – zwei Seiten einer Medaille?

Will man als LeserIn von Literatur auch wissen, wie die ‚Geschichten‘ die wir leben – also auch die, die wir  im Kopfkino miterleben – funktionieren? Wollen wir wie TheaterbesucherInnen nach dem Stück hinter die Bühne schauen und backstageartig die zu schaffenden Voraussetzungen für den unmittelbar erfahrenen Genuss, die Betroffenheit, die Anteilnahme am Werk auch...

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Zeichnung auf Karton

24. April 2013
Von
Zeichnung auf Karton

*** Weiterführend → Eine  Würdigung von Jürgen Diehl finden Sie hier. Hören Sie auch die Hommage an Jürgen Diehl auf MetaPhon.

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Das Verschwiegene

23. April 2013
Von
Das Verschwiegene

„Dein Schwinden selbst aber bleibt“ – mit diesem posthumen Geleitwort des schwedischen Lyrikers und Erzählers Gunnar Ekelöf (1907-1968) übereignet Linn Ullmann ihren Figuren und deren Wirkung mehrere fragile Eigenschaften. Es ist die Ungewissheit, inmitten diffuser, nicht kontrollierbarer Gedankenströme irgendwie Halt finden zu können. Es ist die Unfähigkeit, die taumelnden Körper vor dem Abgrund zu...

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Spalt ab

22. April 2013
Von
Spalt ab

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Schwarmfinanzierung

21. April 2013
Von
Schwarmfinanzierung

Historisch gesehen ist Crowdfunding ein relativ junger Begriff, der erst seit einigen Jahren verstärkt eingesetzt wird. Dank der Freunde und Förderer konnten wir Peter Meilchens Roman „Schimpfen“ in Druck geben. Man kann ihn als nicht ganz ernst gemeinte, dafür boshafte Persiflage auf die Situation der Kunst in der Provinz verstehen, wird allerdings sehr schnell...

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Unter der Leselupe

20. April 2013
Von
Unter der Leselupe

Andreas Altmann hält die teilnahmslose Natur, die Dunkelheit, die Abschiede fest, und will doch die Aufhebung des Trennenden, die Mischung – und findet dafür magische Bilder. Joachim Sartorius Die Vita von Andreas Altmann liest sich wie ein Kessel Buntes: Schriftsetzer, Orchesterwart, Straßenreiniger und Hilfspfleger. Was mir bei dieser Auflistung auffällt ist seine Arbeitet mit...

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fabrik gelände

20. April 2013
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  der weg verliert seine spuren unter den sträuchern. vielleicht bin ich der einzige, der ihn noch geht.   das lockere holz der bäume klopft gegen den wind, der es verstreut. die nahe fabrik ist geräumt. und   die mauern beginnen, sich ein geheimnis zu suchen. es wird erzählt, sie haben maschinen im see...

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Der Essay, Comeback eines literarischen Versuchsfelds

19. April 2013
Von
Der Essay, Comeback eines literarischen Versuchsfelds

Apodiktische Postulate sollte man mit größter Vorsicht genießen. Die These Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch entstammt dem Aufsatz Kulturkritik und Gesellschaft, den Theodor W. Adorno 1949 schrieb und 1951 erstmals im Rahmen einer Festschrift für den Soziologen Leopold von Wiese veröffentlichte. Vergleichbar ist die Situation fast dreißig Jahre nachdem Philip Larkin...

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Macht dienen glücklich oder mächtig?

18. April 2013
Von
Macht dienen glücklich oder mächtig?

Einleitend ein Zitat Nietzsches, welches ich im Bezug zur Gegenwart vertiefen sowie auf den Wahrheitsgehalt prüfen möchte: Missklang zweier Konsonanzen. – Die Frauen wollen dienen und haben darin ihr Glück: und der Freigeist will nicht bedient sein und hat darin sein Glück. aus: Menschliches, Allzumenschliches, Satz 432 Den  ersten  Satz »die Frauen wollen dienen...

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Ein Ort für Sprachkünste

17. April 2013
Von
Ein Ort für Sprachkünste

Zum Sommersemester 2013 übernimmt der Hombroicher Lyriker Oswald Egger die Thomas-Kling-Poetikdozentur an der Universität Bonn. Die 2011 von der Kunststiftung NRW geschaffene Poetikdozentur wird zum dritten Mal besetzt. Sie ist nach dem 2005 verstorbenen Lyriker und Essayisten Thomas Kling (* 1957) benannt, der zehn Jahre auf der Raketenstation der Stiftung Insel Hombroich lebte und...

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einschnitte NähZeichnungen, Collagen und Skulpturen

17. April 2013
Von
einschnitte NähZeichnungen, Collagen und Skulpturen

Die Kölner Künstlerin Carola Willbrand bezeichnet sich als „Nähmethodikerin“ und behauptet von sich: „Ich nähe, darum bin ich“. Denn überwiegend näht sie ihre Bilder und formt auch getragene Kleidungsstücke zu grotesken Figuren. Carola Willbrand akzeptiert damit traditionelle Ausdruckstechniken von Frauen, durchbricht jedoch gleichzeitig diejenigen Klischees von Weiblichkeit, die mit derlei Handarbeiten gemeinhin verbunden werden....

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untiefen

16. April 2013
Von
untiefen

    blieb wohl oder übel im gedankentreibsand stecken zwischen staubsauger und biotonne erschlägt eine zeitungszeile das nichts   zum nächsten überlebenstraining warten hinter verregnetem fensterglas grau-schwarz lindengerippe auf den anflug flüchtender krähen   des nachbars satellitenschüssel saugt bewegte bilder aus südost und leiernd quillt aus dem radio mozarts  letztes werk   ein heiserer...

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Literatur ist das Komplementäre zur Wirklichkeit

15. April 2013
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Wenn Weigoni diese beiden Welten aufeinanderprallen läßt, leuchten sie am hellsten. Die Betrachtung eines Gegensatzes, treibt die poetische Produktivität dieses Romanciers hervor, er erzählt mit dramaturgische Raffinement und erzählerischer Souplesse. Das Genre-Hopping und die Aneignung einer literaturhistorischen Gattung wie der Novelle erlauben es Weigoni, ideologische Barrieren zu transzendieren. Das Schauspiel des allgemeinen Zerfalls weckt...

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„Zombies sind keine Menschen.“

15. April 2013
Von
„Zombies sind keine Menschen.“

Das Bundesverfassungsgericht ist so etwas wie das Orakel der Demokratie in diesem unserem Lande geworden. Immer wenn Politiker nicht mehr weiter wissen oder einfach nur unfähig sind, Entscheidungen zu treffen, rufen sie Karlsruhe an, damit dort ein Urteil im Namen des Volkes herbeigeführt wird. Eine der interessanten Äußerungen der Menschen in den roten Roben...

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Oh, heilig-graues liber profundus, oh sanctus sacer mundus!

14. April 2013
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Oh, heilig-graues liber profundus, oh sanctus sacer mundus!

 „Alles Lebendige ist heilig. Das Sakrale ist nicht a priori theistisch“. Mit diesem Aphorismus schließt Axel Matthes in seiner Text-Sammlung das Feld seiner Erkundungen. Er verwendet dabei einen Fokus, dem sich der Leser über fünfhundert Seiten lang mit immer neuen Aspekten der komplexen Welt des Heiligen genähert hat. Unter den dort zitierten Quellen findet...

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Was! Ist das?

13. April 2013
Von
Was! Ist das?

Was für eine Einladung zur Entführung. Was für eine wohltuende, kribbelnde Wärme im Gewirr des Oberstübchens, in der Meditation des tiefsten Winters. Frühlingsboten im Seelenhaus, Sonnenstrahlen unter der Schädeldecke. Was für ein Ein- und Mehrklang im Zwiegespräch dieser Schurken, wie vertraut Philipp Bracht und A.J. Weigoni wirken, im gemeinsamen Spiel. Die Magus-Preisfrage 2013 lautet:...

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Buchmanns Babel

12. April 2013
Von
Buchmanns Babel

Jürgen Buchmann ist ein Phänomen, ich möchte fast sagen, eine Speerspitze der Romanischen Sprachen und vielleicht des Romanischen Sprechens und Denkens im deutschen Gelände, wenn dieser eher bellizistische Ausdruck nicht an der Art vorbei zielte, wie Buchmann Sprache zelebriert und feiert. Man kann sich diesem Autor mittlerweile Dank der Verlage Freiraum aus Greifswald  und...

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Was ich will

11. April 2013
Von
Was ich will

Ich will ein Kompendium meiner Welt-Anschauung schreiben, und da ich die Welt bin, ein Kompendium meiner selbst: Als Theater, als Spiel mit der Welt, also mit mir. Und doch stehe ich auch in einem Leben, das ich nicht bin, in dem ich werde. Und was ich nicht werden kann, spiele ich in meiner Sprache....

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Niveau sans Frontières

10. April 2013
Von
Niveau sans Frontières

Berlin war vor 1989 die politischste Stadt Deutschlands, heute ist es die unpolitischste, ein Ort, wo die Leute so deprimiert sind, dass sie nicht einmal die Sprache für ihre eigenen Probleme finden. Frank Berberich Als der Herausgaber Frank Berberich 1988 die erste Nummer der Lettre  herausbrachte, stand die Berliner Mauer noch. Dagegen setzte diese...

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LCD im April

9. April 2013
Von
LCD im April

Auch im April kommen im LCD (Literatur Club Düsseldorf) wieder gewohnt illustre Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur aus der ganzen Republik zusammen, um ihre Prosa und Lyrik einem breiteren Publikum vorzustellen. Eingeladen diesmal sind die Lyrikerin und Übersetzerin Uljana Wolf aus Berlin, die 2006 für ihren Debutband Kochanie ich hab Brot gekauft mit dem Peter...

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O.T

9. April 2013
Von
O.T

  Du bist so Tinte ohne Farbe Gegenspur mit Schutzweste kugelsicher Blaulicht in der Nacht fährst du weg am Baum das Metallschild mit deinem Namen   (Für Ingo)    *** Aus: Versnetze_fünf Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart Hrsg. von Axel Kutsch Landpresse, Verlags Ralf Liebe 2012 352 Seiten | 22 Euro

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KNOCHEN

8. April 2013
Von
KNOCHEN

wo ich fraß und fäule übersteh leb ich erlöst vom körper lieg ich zerlegt im abgrund unter der landschaft versteinern meine knochen werd ich zeichen nutzen mir die besten prothesen nichts selbst wenn sie häuserwände erklimmen in mauerspalten ragen leibabrisse einsam in den leeren innenraum geschoben suchen sie ihr fleisch wo sie einst standen...

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Literatur der Arbeitswelt

7. April 2013
Von
Literatur der Arbeitswelt

Literarisch-künstlerische Auseinandersetzung mit der Arbeitswelt der Gegenwart und ihren sozialen Problemen – unter diesem thematischen Schwerpunkt ist die vorliegende Publikation dem 50. Jahrestag der Zusammenkunft einer Gruppe von (Arbeiter-)schriftstellern gewidmet. Sie traf sich auf Initiative von Fritz Hüser, dem damaligen Leiter der Dortmunder Stadtbücherei, im Frühjahr 1961, um die sich Anfang der 1960er Jahre...

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Prægnarien – Wort- und Medienkompositionen

6. April 2013
Von
Prægnarien – Wort- und Medienkompositionen

A.J. Weigoni, in puncto moderner Sprachtheorie und Ästhetik ganz auf der Höhe, setzt die verdinglichten Wendungen und Sprechhaltungen kritisch gegeneinander… Seinem zornigen Elan fehlt es bei alledem nicht an Pathos und Sehnsuchtsausdruck. Unversehens entsteht bei dieser linguistischen Abräumarbeit ein faszinierender Phantasieraum eigener Art. Prof. Dr. Franz Norbert Mennemeier Auf diesem Hörbuch der Edition Das...

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Über den Begriff der Geschichte

5. April 2013
Von
Über den Begriff der Geschichte

Es gibt ein Bild von Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz...

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Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden

4. April 2013
Von
Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden

Thierry Chervel weist auf Perlentaucher auf einen aktuellen Fall von Zensur hin; Der Berliner Verlag hat eine kritische Auseinanandersetzung mit dem Verleger Alfred Neven DuMont nach der Onlinestellung sang- und klanglos unterdrückt – ohne jede Kenntlichmachung. Soviel zu den „journalistischen Standards“ eines führenden deutschen Medienhauses, das überdies die Chuzpe hat sich in seinem Zensurakt...

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Wozu noch ein Gedicht?

4. April 2013
Von
Wozu noch ein Gedicht?

Der Kritiker hasst den Dichter. Weil er wohl seine schwierigen, nicht aber seine einfachen Sätze versteht. Gerhard Falkner „wozu noch ein gedicht / schreiben frage ich mich / alles ist schon gesagt / in vielen variationen / immer die begegnung / mit dem eigenen ich / dieses hineinreden / in einen leeren raum /...

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Lyrik im Zeitalter der Nervosität

3. April 2013
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Lyrik im Zeitalter der Nervosität

Selten gab es so viele viel versprechende Talente in der anspruchsvollen Lyrik wie in diesen Tagen, selten eine so gut ausgebildete Lyrikergeneration. Und dennoch führt Lyrik ein Nischendasein. Die Einladung zu einer Verabredung mit meinem Publikum muß man erst einmal am Anschlag finden. Lyriker schreiben im 21. Jahrhundert Gedichte aus dem einzigen Grund, weil...

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da kam april und zauderte – nicht

2. April 2013
Von
da kam april und zauderte – nicht

 Er / wird kommen (Rolf Dieter Brinkmann) Memory and desire, stirring (T. S. Eliot) Dat war so – so war dat – (Thomas Kling)   und wegen   des schwerbluts der sinne   fällt peer quer – hinne   (oder weswegen sonst?) * * * Theo Breuer, Das gewonnene Alphabet, Gedichte · Glossar ·...

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Blüthenstaub

1. April 2013
Von
Blüthenstaub

1. Wir suchen überall das Unbedingte, und finden immer nur Dinge. 2. Die Bezeichnung durch Töne und Striche ist eine bewundernswürdige Abstrakzion. Vier Buchstaben bezeichnen mir Gott; einige Striche eine Million Dinge. Wie leicht wird hier die Handhabung des Universums, wie anschaulich die Konzentrizität der Geisterwelt! Die Sprachlehre ist die Dynamik des Geisterreichs. Ein...

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Splitterstaub

1. April 2013
Von