Schlagwort: Werner Weimar-Mazur

das alte paris

und wenn der asphalt weich wäre und weißoder wenigstens hellblauwürde ich ein himmelbett aus ihm bauenauf ein auto bettete ich mein hauptund in einem der prächtigen boulevardssuchte ich mir einen mannden zweitbesten der vorüber kämealle bewohner der stadt wären eingeladen…

Auge an Auge

in der rue moreau kenne ich einige die tasten die welt mit dürren stöcken sie bewohnen zimmer wie vögel sehen ihre fenster auf die stadt im blindenhospital in der unverputzten bar sitzen sie auge an auge und bewundern bunte speisen…

welten – gegenwelten

warane parken im krähenwinkel zur lyrik von werner weimar-mazur nach »Tauch ein« (1995) und »hautsterben« (2012) legt werner weimar-mazur mit »herzecho – lyrische sonogramme« seinen dritten gedichtband vor. die motivwelt der neuen gedichte entstammt zu einem großen teil der geologie,…

undulation

1 großes herzecho an der wand hängen gemälde von bruegel du spielst violine 2 wir falten blumen zu gedichten und verfüttern sie an die ungläubigen hautflügler 3 adonisfalter wollen wir sein auf einem röntgenbild mit lungenflügeln 4 du atmest groben…

GEDICHTE FÜR SCHNEELEOPARDEN

auf dem bahndamm liegen die dörfer / nach süden hin seit du gegangen bist / schreibe ich gedichte schneeleoparden sind dankbar / für jedes wort gestern sah ich einen / er lief an den dörfern vorbei nach süden wo ein…

GUTGLÄUBIGKEIT

wir legen uns welt um den halsund steine in die taschenunsere kinder spielen mit schlangen und drachenin der zeitung stehtdass es das alles nicht gibtund nichts gegen den schmerz *** hautsterben, von Werner Weimar-Mazur. Lyrik der Gegenwart 23, Edition Art…

Falter und Fische

Werner Weimar-Mazurs Gedichte – ein poetischer Zoo Bei meiner Analyse der Gedichte des von mir sehr geschätzten Lyrikers stieß ich auf eine geradezu fabelhafte Konferenz der Tiere in seinen Versen, die nichts anderes zu sein scheinen als die Spanten und…

NACHTS KEHREN STIMMEN

an meine tür zurückoder ich beobachte sie draußen im gartenwie sie sich austoben mit den eulen im april haben die stimmen ausgangin den regen den schnee und die sonneauf die noch verlassenen almenim april sind die stimmen melancholischverirren sich in…

Rezensionsessays – von Holger Benkel

Ich will die Dinge durch / meinen Geist beleuchten / und den Widerschein auf den fremden Geist fallen lassen. Charles Baudelaire Der Essay erscheint bei Holger Benkel als Denkform, die sich im literarischen Werk einen Gegenstand zu schaffen sucht, der…

Haugemer Fasnacht *

anderi sii welled‘ kinder un au d‘ erwachsenialli verkleidetwie wenn si anderi sii wodteals sie sin‘vielliicht sin‘ sie’s aufür e stund oder zweiwer chas wüsse d‘ gugged‘ gugge trummle un bloosee chrachwie numme sälde im läbespöterwenn de heimgohschisches numme no…

hautsterben

heute ist hautsterbenmorgen werden sie dir sagendass es dich nicht gibtich spanne falter zwischen meine fingerund zähle die farben meiner handwir sahen haut sterbenzu grabe getragenatmet sie nochwasser *** hautsterben, von Werner Weimar-Mazur. Lyrik der Gegenwart 23, Edition Art Science,…

Verse in Sommerkleidern

Werner Weimar-Mazurs Gedichte sind wie leicht hingetuscht, gewinnen aber stets Tiefe. Sie sind Wort- und Satzgesang, sie klingen. Nie entgleiten sie ins Sentimentale, aber sie haben Gefühl und Herz. Die tektonische Metaphorik (Gebirge – Meer), die in so manchem Gedicht…

SCHWARZWALD

hügelketten so dahin geworfenhintereinandergründie farbenicht blaugrün und der wald die hügel hinaufund wieder hinunterweitvon den dingenvon hierweit hügel aneinander gekettetgrüngeworfenwaldweitblaugrün hinter den hügelnhügeldahintergrün *** Tauch ein – Gedichte 1970-1994, von Werner Weimar-Masur. Waldkircher Verlag, Waldkirch, 1995 Tauch ein, eine Aufforderung…

ZURÜCK BÜHLERTAL

er wald ist nicht der waldist die magie des waldesdie sehnsucht meiner seelenach waldgrünwie die streuobstwiese hinter dem hausnicht die streuobstwiese isterinnerung an kindheit istan glückliche und unglückliche tage in einem traum nicht vaternicht mutter –großmuttersehr nahder duft von frischem…

manchmal sind gedichte

wie welke blätterdie in nasses gras fallenmanchmal wie schneeder auf den bergen tauteine flut im flußauf dem wege zum meergedichte können sterbenweinenauch lachenmanchmal haben sie die krafteiner frauoder das gewichteines schmetterlingsgedichte fragen nichtob sie geliebt werdenmanchmal sind gedichteeifersüchtigauf das leben…