Archiv: Dezember 2015

auf ein neues

31. Dezember 2015
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  die sekunde springt über die datumsgrenze   macht uns zu anfängern in sachen zukunft   eingebettet in ein gestern ein damals das uns begleitet   denken wir das morgen neu das uns blüht   noch ist was kommt versprechen nicht erfahrung   alle chancen lauern unverbraucht   *** Über die Qualität von Andreas...

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On The Dreamline Sangerhausen-Saqqara

31. Dezember 2015
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  se non è vero, è ben trovato 1   Einzig dafür also die Tunnelsysteme um die kupfernen Herzen des Mansfelds: Traumwege für verirrte Pharaonen, Buckelpisten für den Geist in der Stele Und die unendliche Ruhe im Sterngewölbe im Schlafsaal des Unas. Einzig dafür die U-Bahn Sangerhausen-Saqqara – Um die hohen Toten unzerstörbar bei...

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Der Orpheus des deutschen Sozialismus

30. Dezember 2015
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Der Orpheus des deutschen Sozialismus

Die Welt ist beschrieben kein Platz mehr für Literatur Wen reißt ein gelungener Endreim vom Barhocker Das letzte Abenteuer ist der Tod Ich werde wiederkommen außer mir Ein Tag im Oktober im Regensturz   Über einen Schriftsteller wird unterschiedlich geschrieben, zum einen in der Zeit, in die er hineingeboren wurde, und zum anderen in...

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Ophelia sum ergo cogito

30. Dezember 2015
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Ophelia sum ergo cogito

Heiner Müllers Hamletmaschine stützt sich auf die modern erscheinende Figur eines Hamlet, der trotz aller Entschlossenheit zu handeln – bei Shakespeare ist es die Rache an dem Mörder seines Vaters, bei Müller ist es die Revolution – nicht mehr handeln will, weil er erfahren hat, dass er sich selbst verriet, dass sich die Revolution...

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Von Sekretärinnen und Taxifahrern

29. Dezember 2015
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Von Sekretärinnen und Taxifahrern

An einem von Starkregen bedrohten Nachmittag treffe ich im Parque Centroamérica im Herzen Quetzaltenangos, das bis zu 2400 Meter hoch auf den Sedimenten eines ehemaligen Bergsees liegt und nach seinem alten Mayanamen Xelajú meist Xela (sprich: Schela) genannt wird, auf Alberto Arzú, einen Dichter, der auf seiner Facebook-Seite (dort als Gato Azul, deutsch: Blaue...

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Sie gibt sich leicht

28. Dezember 2015
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Sie gibt sich leicht

  Spielt auf einer Gurke Flöte gibt den Apfelkernen Mädchennamen von exotisch bis vergangen. Sie erklärt konfuse Dinge mit stäubendem Puderzucker im Mund. Regenbogenfarbig splittert sie die Vernünftigen Handflächen zu Nickerchenkissen entlehnt beim Öffnen ihrer Augen nach dem Sekundenschlaf kleine Seesterne aufsteigen zwischen den Traum geplusterten Federnwimpern.   Das alles geht wahrlich rasch es...

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tagaufnahme

27. Dezember 2015
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tagaufnahme

  die einschläge kommen näher im plastikgewitter des unfugs   noch zischt verlangen leise im hirn in den traumknoten   in der mitte des großen netzes inszeniert sich das nichts   da verliere ich mich und dich so schlimm ist das schöne   wenn ich stürbe würdest du mir fehlen     *** Eine...

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Die elfte Elegie

26. Dezember 2015
Von
Die elfte Elegie

  Wem sind wir nah? Dem Tode oder dem, was noch nicht ist? Was wäre Lehm an Lehm, formte der Gott nicht fühlend die Figur, die zwischen uns erwächst. Begreife nur: das ist mein Körper, welcher aufersteht. Nun hilf ihm leise aus dem heißen Grabe in jenen Himmel, den ich in dir habe: daß...

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schatten

25. Dezember 2015
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schatten

lieg ich allein am offnen fenster in der nacht vergehn die stunden samen gleich die nicht befruchten bleibt unberührt mein schatten der verschorfte pfeil  im fleisch verliert sich das leben geh ich ins freie am morgen zerfällt er zu staub jagt ihn der wind folg ich ihm stürz ich in das fundament die gruft...

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Futterkrippen

24. Dezember 2015
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Futterkrippen

  Weiterführend → Das Werk von Angelika Janz erschließt sich nur dann richtig, wenn man die Verflechtung ihrer Bildgedanken mit der Dichtung versteht. Lesen Sie daher ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin.    

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Crossmedia

23. Dezember 2015
Von
Crossmedia

Vorbemerkung der Redaktion: Für die in Österreich erscheinende Zeitschrift Autorensolidarität machte Dieter Scherr ein Interview mit Sophie Reyer. Im Vorjahr erschien Wortspielhalle, eine Gemeinschaftsarbeit mit dem Düsseldorfer Schriftsteller A.J. Weigoni, wie kam es dazu? Reyer: Aufgrund meines Filmstudiums an der Kunsthochschule für Medien habe ich vier Jahre in Köln gelebt und war während meiner...

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23. Dezember 2015
Von
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  als wär jedes licht am rande der straße ein brief den die liebe der großmutter mir schrieb: neig dich beug dich   als wär jede wolke jede ermattung der füße auf zu langen reise programmen ein ruf aus dem garten der kindheit: bück dich treu dich freu dich   wie du läufst und...

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Baracke, nebenan Feierabend

22. Dezember 2015
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Baracke, nebenan Feierabend

  Wenn es begann, waren wir vollzählig. Die Erzählungen über frühere Arbeitspausen zu Arbeitsbeginn schlugen immer wie Granaten ein. Die Frühstückspausen revolutionierten Gefahr, die Mittagspausen griffen realistisch an, die Kaffeepausen am Nachmittag bombten alles Leben aus. Sieh mich an, Lebenswille, doch die frühdurchwachten Arbeitstage begannen mit Leichen, bis wir uns, trauergewiß, von Neuem die...

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Winterdämmerung

22. Dezember 2015
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Winterdämmerung

  Schwarze Himmel von Metall. Kreuz in roten Stürmen wehen Abends hungertolle Krähen Über Parken gram und fahl.   Im Gewölk erfriert ein Strahl; Und vor Satans Flüchen drehen Jene sich im Kreis und gehen Nieder siebenfach an Zahl.   In Verfaultem süß und schal Lautlos ihre Schnäbel mähen. Häuser dräu’n aus stummen Nähen;...

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Zeit der Kettenhunde

21. Dezember 2015
Von
Zeit der Kettenhunde

Vorbemerkung der Redaktion: Daß ausgerechnet der unkomplizierteste Zugang zur Viefalt der Lyrik in Verruf geraten ist, ärgert Axel Kutsch, einen der leidenschaftlichsten Herausgeber: Rezensionen von Lyrik-Anthologien findet man eher selten in den Medien – und wenn doch, dann kommt es einem mitunter so vor, als hätten Redaktionen Kettenhunden freien Lauf gelassen. Das ist jedenfalls...

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Das Lächeln der Mona Lisa

21. Dezember 2015
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