Was muss ein Gedicht, was darf es?

  • ein Gedicht muss gar nichts
  • ein Gedicht darf alles
  • es wählt seine Form selbst, unabhängig von Jahreszeiten, Prosa und sonstigen Gewohnheiten
  • es ist niemandem Rechenschaft schuldig, es ist kein Kredit, kein Fast-Food, keine Laune der Natur
  • es darf sich seine Grenzen suchen, seine Farben, sein Löschpapier
  • es kann lachen, drohen, Versprechungen machen, wenn ihm damit der beabsichtigte Zweck gelingt
  • es muss keinen Zweck verfolgen, keine Absicht
  • es braucht keine Ziele zu haben, sein Anfang und sein Ende kann davon unabhängig existieren
  • ein Gedicht ist nur den Prinzipien verpflichtet, für die es sich entscheidet
  • es hat ein Recht auf deutungsfreie Existenz

 

 

Weiterführend → Poesie zählt für KUNO weiterhin zu den identitäts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugte auch der Versuch einer poetologischen Positionsbestimmung.