Archiv: November 2014

Von Proust zu Pulp

30. November 2014
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Von Proust zu Pulp

Die Auseinandersetzung mit den seit dem 11. November in diesem Online-Magazin reflektierten Trivialmythen, die sich beispielsweise in sogenannten Gossenhefte oder trivialen Maschinen wie dem Fotokopierer äussern, dem Tonstudio als Instrument oder dem Internet als Weltarchiv, ist eine stilistisch überpointierte Art der Wahrnehmung von kulturellen Produkten aller Art von Literatur über Musik, bildender Kunst usw., die am...

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Von nun an ging‘s bergauf

30. November 2014
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Von nun an ging‘s bergauf

Mit mir ging es wieder bergauf, und außerdem hatten die älteren Herren mit einem Mal eine Reihe von Auftritten. Ich wühlte auf dem Speicher in den Säcken mit meinen Kleidern und verließ außerordentlich elegant das Haus, um in eleganten Hotels, auf Geburtstagen und Empfängen in Schlössern und Burgen und in großen Kasinos singend Geld...

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Das ist die letzte Dystopie:

29. November 2014
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  Wie du sie mit deiner Depression erpresst, ein Modellbild über das Realbild schiebst Realitätsverlust en Miniature. Alle Spiegelsysteme tun dir jetzt weh, du schließt dir selbst deine Löcher, Nasenbluten. Wer die Angst nicht in Kauf nehmen will, blüht eben anders. Lügst du. Lagerst dich aus. Auch das ich ist nichts als ein Achsensprung....

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Achsensprung

29. November 2014
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  Die zuweilen orientierungslose Fleder Frau Maus schafft sich eine bildmächtige Behausung. Doch, wie sich die Poesie dieser Femme fragile ein Überall sucht, drängt sich das Leben mit seiner konkreten Formensprache in das Jederzeit eines Bildes. Grundstürzend reduziert auf sein Wesentliches wird jedes Ding charmant, erst in der Nähe zum Einfachen gestaltet sich jede...

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Mein Klassiker, Ahoj-Brause

28. November 2014
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Mein Klassiker, Ahoj-Brause

ein Beitrag im Sinne von Herrn Nipp Da saßen damals in den frühen siebziger Jahren einige Kinder bei unseren Nachbarn auf der Stufe zum Eingang. Unter dem kleiner Portikus konnte sich locker mal eben eine ganze Schar einfinden, jeder auf dem angestammten Platz, manchmal versuchte der eine oder andere sich auch einen neuen zu...

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Per Anhalter

27. November 2014
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Per Anhalter

742 Erzählungen im Umfang von einer bis zu sechs Druckseite(n) in einem Zeitraum von über vierzig Jahren, in dem darüber hinaus zahlreiche Romane und größere Erzählungen für Erwachsene und Kinder erschienen sind. Franz Hohler, 1943 in Olten geboren, ist ein unermüdlicher und unerschöpflicher Erzähler, der sein literarisches Handwerk im weiten Feld des fantastischen Realismus...

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Mein Klassiker: Der IBM-Composer

27. November 2014
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Mein Klassiker: Der IBM-Composer

Ich sehe diesen riesigen, schweren, schwarzen Kasten vor mir, auf dem ich in den 1970ern und auch noch 1980er Texte getippt und halbwegs formiert habe: IBM-Composer. Ich lernte dieses Unikum in einer Regensburger Druckerei kennen. Ich ließ dort die ersten Lyrik- und Prosahefte meiner „edition ad astra“ drucken. Das beste aber war, dass mich...

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Gedanken, die um Ecken biegen

26. November 2014
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Gedanken, die um Ecken biegen

der imagination, die im toten das ahnbare wittern läßt, wird das grab zur passage in den innenraum. aufblühen und verwelken, lieben und sterben, ekstase und askese, glut und frost sind ihr jeweils verwandte kräfte, ereignisse, zustände und prozesse, ausprägungen derselben energien. *** Der in der Schwebe gelassene Sinn, die Produktion von Ambiguität – was...

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Dschäääzz!!!

25. November 2014
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Dschäääzz!!!

Genau wie meine Mutter hatte auch ich keine Lust, auf Ostermärsche zu gehen, weil ich es immer so anstrengend fand. Ich erkläre kurz für die Jüngeren unter uns: Ostermärsche für den Frieden gab es schon in den sechziger Jahren. Anfang der achtziger Jahre waren sie die weltweite Reaktion der Völker auf das atomare Wettrüsten...

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›Club ‘69‹

24. November 2014
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›Club ‘69‹

Ich verbrachte sowieso sehr viel Zeit in Mülheim. Vom Bahnhof zur Ruhr, wo es sehr schon ist, waren es nur zehn Minuten zu Fuß. Und unterwegs konnte man im Eiscafé Agnoli lecker Kaffee trinken und merkwürdige Menschen kennen lernen, die hier scheinbar den ganzen Tag verbrachten und nur mal eben schnell nach Hause gingen,...

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This is the noise-bible – we are the preachers

24. November 2014
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This is the noise-bible – we are the preachers

In der Reihe Meisterwerke des Trash erinnert KUNO an die Compilation 10 Years after the Goldrush, die 10 Jahre nach dem Tod des Punk erschien. Als LP, eine damals dominierende Technologie um Töne über eine Abtastnadel in die Lautsprecher zu transportieren. Auf der Tracklist finden sich Titel wie Virginia’s Wolf von den Palookas, eine...

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Wie ich ›Seine größten Erfolge‹ sang

23. November 2014
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Wie ich ›Seine größten Erfolge‹ sang

Von den dreihundert Mark Unterhalt blieben nach Abzug der Miete sogar sechzig Mark übrig. Damit kam ich richtig lange aus, denn ich kochte selber. Aber als das Geld zu Ende war, sah ich die Stellenangebote in der Zeitung durch und fand dort diese Anzeige: ≫Tierfotograf sucht Modell für Portraits. Garantiert seriös!≪. Das klang irgendwie...

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The gorgeous Queen of Ruhrgebeat-Trash

23. November 2014
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The gorgeous Queen of Ruhrgebeat-Trash

Eva Kurowski hat den Jazz proletarisiert! Die ZEIT Die Proletendiva Eva Kurowski singt ihre selbst komponierten Lieder in einer völlig eigenen Ausdrucksform. Bodenständig und authentisch, zwischen Jazz, Humor, Chanson, kleiner Welt und großer Welt, wird sie mal als die Billie Holiday des Strukturwandels (gar nicht so falsch, aber nicht wahr), oder als die Ruhrgebiet-Knef...

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Trivialklänge aus ‚Bad‘ Mülheim

22. November 2014
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Tom Täger und A.J. Weigoni kommt das Verdienst zu, die Lyrik nach 400 Jahren babylonischer Gefangenschaft aus dem Buch befreit zu haben. lyrikwelt.de Als Tom Täger 1989 im Tonstudio an der Ruhr Helge Schneiders allererste Schallplatte Seine größten Erfolge produzierte, hat man ihn für verrückt gehalten. Als A.J. Weigoni 1991 seine LiteraturClips auf CD...

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Phototrophys

21. November 2014
Von

Der insistierende Blick der Fleder Frau Maus, forschend. Ihre Kamera, ein Wahrheitsautomat. Sie bildet nicht ab, zeichnet mit Licht. Tastet Raum / Zeit / Landschaft nach Anmutsmustern ab, und inszeniert in einem Gestaltungsfeld = imaginäre Ansichten blühender Landschaften. Sequenzen. Die Erinnerung des vorherigen Bildes wirft = den Schatten auf das Nächste. Schnitte. Das Prinzip...

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Sisi–Syndrom.

21. November 2014
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  Mach ein Foto von der Krankheit. Immer noch nicht Auf die Turmspitzen der inneren Ruhe gestiegen. Wo alles zusammen fließt: Balkonzimmerchen. Hintereingang einer Anti– Anorexie. Sie hat einen Pakt mit der Kreide geschlossen, jetzt höhlen die Augen ihr das Gesicht aus. Aufschlag der Masken, Schichten Umbrüche. An meinen Haaren möcht ich sterben.  ...

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Mein Klassiker, la pizza

19. November 2014
Von
Mein Klassiker, la pizza

Dein Christus ist ein Jude Dein Auto ist ein Japaner Dein Mittagsmahl ist chinesisch Dein Champagner ist französisch Deine Demokratie ist griechisch Dein Kaffee ist brasilianisch Dein Urlaub ist türkisch Deine Schrift ist lateinisch Deine Pizza ist italienisch. Wenn es auch mutmaßlich keine *echte, unverfälschte Pizza ist. So ist das heutzutage. Global. Making multiculturalism....

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brain drain

19. November 2014
Von
brain drain

In der Dialektik „Mensch-Architektur“ steckt einigermaßen viel Humor. Oder wie sonst sollte man/frau sich erklären, dass Menschen gerade, glatte und oft kalte Formen wie Oberflächen als Behausung errichten, nur um sofort bei Nutzungsbeginn genau diesen Fundamenten kontrapunktierend „Leben“ einzuhauchen. Neben organischen Formen und warmen Stoffen sowie Farben findet sich selbstverständlich viel Dekoratives, welches den...

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Eine Hommage an das Bahnhofskino

18. November 2014
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Eine Hommage an das Bahnhofskino

Bahnhofsgegend. Ein mieses Viertel, gerade für Kinogeher. Schlechte Projektionsbedingungen. Popkornorgien in Schachtelkinos, abhängende Kiffer im Raucherkino. Daneben Pornokinos: die Raincoatbrigade in der Nachmittagsvorstellung, Studenten im Hauptfilm, Intellektuelle in der Spätvorstellung. Das Vorspiel ist beendet, bevor es angefangen hat. Der Hauptfilm läuft in einem anderen Kino. Charlotte ist falsch informiert, der Matador steht leider noch...

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50 Jahre Super 8

18. November 2014
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50 Jahre Super 8

Mich begeistert das Filmen, weil es ein Stück Leben festhält, ein Stück Leben, das ohne Kamera und Film schnell in Vergessenheit geraten würde. Berti Vogts Technisch gesehen ist Super 8 ist ein Schmalfilm-Filmformat, das erstmals im Herbst 1964 von Kodak vorgestellt wurde. Es zeichnet sich durch warme Farbtöne aus. Das zu belichtende Material befand...

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Smells like Gerontokratie

17. November 2014
Von
Smells like Gerontokratie

In der laufenden KUNO-Reihe mit dem Schwerpunkt trash beschäftigen wir uns mit der Ausstellung Grass als Soldat im Lübecker Grass-Haus. Diese Präsentation über die Mitgliedschaft des Autors in der Waffen-SS ist wenig erhellend und auch kein Zeugnis einer Auseinandersetzung mit dem Skandal aus dem Jahr 2006, berichtete Till Briegleg in der SZ: Sie folgt...

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IM KRIEG MIT ERNST JÜNGER

17. November 2014
Von