Das unzensierte Nebeneinander

 

 

Kein restriktiver Kanon, keine Erziehungsdiktatur, die vorschreibt, was man lesen und denken soll, keine Erbpflege und auch kein Agitprop, sondern das unzensierte Nebeneinander all dessen, was sich gewinnbringend vermarkten und verkaufen liess.

Hans Christoph Buch

 

 

Die Frage nach der Welthaltigkeit von Literatur steht seit Buchs literarischen Anfängen im Mittelpunkt seines Schreibens. Als er 1963 mit gerade einmal 19 Jahren auf einer Tagung der Gruppe 47 einen Text vortrug, bemängelten Walter Jens und Marcel Reich-Ranicki, dass Buchs Schilderung einer archäologischen Ausgrabung „nichts zu Tage fördere“. Während der Philosoph Ernst Bloch ihn als ein „Relikt spätbürgerlicher Dekadenz“ bezeichnete, lobten Günter Grass und Hans Magnus Enzensberger den „gewollten Leerlauf“ seiner Texte. Die Theoretiker der 1968er Studentenrevolte dagegen vermissten in Buchs Erzählband Unerhörte Begebenheiten (1966) das politische Engagement.

Weiterführend  ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.

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