Archiv: April 2015

Abrasion

30. April 2015
Von

  Knopfsemmeltage in Frankfurt – Die Wolken die wehenden Locken der unaufhaltsamen Stadt aus Eisen Und Glas vibrieren am Abend   Fernab das Rauschen der Züge – wie Gemacht um hier fortzukommen Aber auch um einzukehrn hier: zwischen Bordellen und Buden jederzeit   Ich gehe die Verse rumorn in den Köpfen Der andern …...

weiter »

Am Ende einer langen Heizperiode

29. April 2015
Von
Am Ende einer langen Heizperiode

  Am Ende einer langen Heizperiode verfasst verloren jemand eine Modeode auf seine winterlang defekte Heizung:   Er überlässt sich unverfroren glatt der Reizung frühlingserwachter Sinnenspreizung: in a. die tiefgespeichert Halt versprochne Kälte in den Knochen die sehr gelungen Scharfblick stiftet und b. die Miefbereicherung, die er gerochen und die ihn durchdrungen und vergiftet...

weiter »

depressive Tomaten, amputierte Meise

28. April 2015
Von
depressive Tomaten, amputierte Meise

“Da saß ich am Frühstückstisch, hatte mich noch mal eben gesetzt, noch kurz den Tee austrinken und ein paar Worte mit meinen doch sehr depressiven Tomaten zu wechseln, welche  ich die letzten Tage mental vernachlässigt hatte. Sie ließen ihre Blätter hängen, obwohl ich sie noch morgens gegossen hatte, Tomaten fühlen, musst du wissen!”, meinte...

weiter »

ein stück nacht

27. April 2015
Von

  für eje winter, der ich die worte stahl   hahnenschreie abendregen peitscht das schieferdach gefriert große tropfen hart über den farben weht wind in den kahlen pflanzenstümpfen es soll nicht mehr kalt sein aber wieder dunkel am himmel mit seitenstichen fast nacht doch noch immer rosenblüte es ist kalt und die augen lassen...

weiter »

:

26. April 2015
Von
:

  den frost bringt der wind zur welt den trost hält das kind in den händen das blatt kann den ast nicht zertanzen die sonne hat sich ins meer verliebt während formen einander spielgen das krächzen des kranichs das sich in die wälder keilt     ***   Weiterführend → Ein Porträt von Sophie...

weiter »

Die dritte Elegie

25. April 2015
Von
Die dritte Elegie

  Eines ist, die Geliebte zu singen. Ein anderes, wehe, jenen verborgenen schuldigen Fluß-Gott des Bluts. Den sie von weitem erkennt, ihren Jüngling, was weiß er selbst von dem Herren der Lust, der aus dem Einsamen oft, ehe das Mädchen noch linderte, oft auch als wäre sie nicht, ach, von welchem Unkenntlichen triefend, das...

weiter »

Landschaft

24. April 2015
Von
Landschaft

*** Weiterführend → Eine  Würdigung von Jürgen Diehl finden Sie hier. Hören Sie auch die Hommage an Jürgen Diehl auf MetaPhon.

weiter »

Schatten

24. April 2015
Von

Wie gut Ich kann ausruhen / im Schatten des Baumes ich dachte Bäume / geben nie wieder Schatten. Tadeusz Różewicz Hingestreckt im langatmigen Schatten der Platane. Wie ein Wunder unverletzt. Ohne Kratzer die Rinde. Backofenhitze am Mittag. Das Gedächtnis schmilzt. Für kurze Zeit ist es gute Glut. Trockenes Brot im Gras. Licht tropft durchs...

weiter »

Orte 5. RDB-Haus, Köln

23. April 2015
Von
Orte 5. RDB-Haus, Köln

Engelbertstr. 65. Hier wohnte  er — das Hotel, gegen das er einst seine Bierflasche warf, steht noch, der Dichter ist weg. Lange zeugte ein Grafitto an der Hauswand von seiner Spur: “Hier lebte, liebte, schrieb und soff der Dichter Rolf Dieter Brinkmann”. Auch das nun verschwunden und war doch sein einziges Denkmal in dieser...

weiter »

Wer früher alt wird, bleibt länger jung

23. April 2015
Von
Wer früher alt wird, bleibt länger jung

Dränge danach, jeden Gedanken, jede Erfahrung, jeden körperlichen Zustand in den vergangenen drei Jahren aufzuschreiben. Das nenne ich meinen Roman. Ich muss unbedingt aus meinen Erfahrungen ein Gesetz herausfinden. Rolf Dieter Brinkmann, Köln 1973, an Henning John von Freyend Am 23. April 1975 wurde Rolf Dieter Brinkmann in London von einem Auto überfahren. Er...

weiter »

Die Fliege

22. April 2015
Von

Scheitern ist der Nomalfall, das war ihr Lebensmotto. Mit diesem Satz in ihrem geistigen Gepäck konnte ihr ernsthaft nichts passieren. Und nun hielt sie den Brief in Händen: Sie gehören zum Kreis der Auserwählten. Sie dürfen. Kommen Sie. Finden Sie sich ein, zeigen Sie Ihr Innerstes, empfangen Sie. Dann dürfen Sie gehen. Mit einer...

weiter »

ratte

22. April 2015
Von
ratte

  als sich mein blick mit dem der ratte traf am eingang der fabrikruine rief ich ihr zu gelobt sei dein gebieter wir wissen nicht was kommt und wer verheißung bringt im verfall geh ich durch straßen werf ich vom brot die krumen vor die türen körner opfernd die vermahlen wurden wie menschen folgen...

weiter »

Das Idol

20. April 2015
Von
Das Idol

  Further reading → Das Werk von Angelika Janz erschließt sich nur dann richtig, wenn man die Verflechtung ihrer Bildgedanken mit der Dichtung versteht. Lesen Sie daher ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin.    

weiter »

wintermärz

19. April 2015
Von

  der frühling wurde vom frost gekreuzigt   man trug ihn zu grabe rollte eine schneewalze über das land   die sonne versinkt nun im mantelkragen hoch wie eine lärmschutzwand –   nachts fährt die wärme zum himmel auf   *** Über die Qualität von Andreas Noga als Lyriker und Performer lesen sie hier.

weiter »

Inklinationen der Einsamkeit

18. April 2015
Von
Inklinationen der Einsamkeit

  mit dem Bewusstseinsraster den Erinnerungsgenerator anwerfen, uebergreifende & zusammenschliessende Engfuehrungen treffen auf zirkulierende Wissenspartikel   Ahnungsnetze auslegen & versuchen polylinguales Sprechen in Zungen einzufangen = metamorphotische Welten mythendurchwirkt ausufernd im Wortexess / anrufendes Satzdelirium   der Bricoleur wird zum Ingenieur er verneint den Absolutismus der lingua franca lauscht als Zuhœrer des eigenen Lebens...

weiter »

Die Aufgabe des Übersetzers

17. April 2015
Von
Die Aufgabe des Übersetzers

Nirgends erweist sich einem Kunstwerk oder einer Kunstform gegenüber die Rücksicht auf den Aufnehmenden für deren Erkenntnis fruchtbar. Nicht genug, daß jede Beziehung auf ein bestimmtes Publikum oder dessen Repräsentanten vom Wege abführt, ist sogar der Begriff eines ›idealen‹ Aufnehmenden in allen kunsttheoretischen Erörterungen vom Übel, weil diese lediglich gehalten sind, Dasein und Wesen...

weiter »

Mauerpicker

17. April 2015
Von