Schlagwort: Friedrich Hölderlin

Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus

Ein Entwurf von Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und Friedrich Hölderlin   Da die ganze Metaphysik künftig in die Moral fällt (wovon Kant mit seinen beiden praktischen Postulaten nur ein Beispiel gegeben, nichts erschöpft hat), so wird…

Lerne sterben!

oder Der ewige Gesang des toten Jünglings An die Parzen.   Nur Einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen!Und einen Herbst zu reifem Gesange mir,Daß williger mein Herz, vom süßenSpiele gesättiget, dann mir sterbe.Die Seele, der im Leben ihr göttlich RechtNicht ward,…

Eine Rückschau auf das Hölderlinjahr

Monotheismus der Vernunft, Polytheismus der Einbildungskraft und der Kunst. Über das Verhältnis von Poesie und Geld vor dem Hintergrund der Lebensumstände, denen Friedrich Hölderlin zwischen 1795 und 1798 in Frankfurt am Main ausgesetzt war, ist bislang nur wenig publiziert worden.…

Lieber Hölder

Der Brief des elfjährigen Henry Gontard an seinen Lehrer Hölderlin: Lieber Hölder! Ich halte es fast nicht aus, daß Du fort bist. Ich war heute bei Herrn Hegel, dieser sagte, Du hättest es schon lange im Sinn gehabt, als ich…

Urteil und Sein

Urteil. ist im höchsten und strengsten Sinne die ursprüngliche Trennung des in der intellektualen Anschauung innigst vereinigten Objekts und Subjekts, diejenige Trennung, wodurch erst Objekt und Subjekt möglich wird, die Ur=Teilung. Im Begriffe der Teilung liegt schon der Begriff der…

Über den Unterschied der Dichtarten

  Das lyrische, dem Schein nach idealische Gedicht ist in seiner Bedeutung naiv. Es ist eine fortgehende Metapher Eines Gefühls. Das epische, dem Schein nach naive Gedicht ist in seiner Bedeutung heroisch. Es ist die Metapher großer Bestrebungen. Das tragische,…

»Dichtermut« — »Blödigkeit«

Über zwei Gedichte von Friedrich Hölderlin Die Aufgabe der folgenden Untersuchung läßt sich in die Ästhetik der Dichtkunst nicht ohne Erklärung einordnen. Diese Wissenschaft als reine Ästhetik hat ihre vornehmsten Kräfte der Ergründung der einzelnen Gattungen der Dichtkunst zugewendet, unter…

Vom Überbau der Freiheit

„Seht ihr nicht, wie ihr einander zerfleischt in Unbedachtheit eures Sinnes?“, fragt der historisch verbürgte Empedokles in seiner Fragmentsammlung katharmoi, den sogenannten Sühneliedern, und Hölderlin greift diese fragende Figur auf und macht aus Empedokles den „Denker des anderen Anfangs“ (Martin…

Über die Verfahrungsweise des poetischen Geistes

Friedrich Hölderlin ist der große Unbekannte unter den Klassikern der deutschen Literatur. Am Eingang des Tübinger Hölderlin-Turms stand jahrelang der Satz aufgesprüht: „Der Hölderlin isch et veruckt gwä!“ Ein Verrückter? Ein Revolutionär? Schwäbischer Idylliker? Oder der Vorreiter aller modernen Poesie?…

Auf einer Heide geschrieben

Wohl mir! daß ich den Schwarm der Toren nimmer erblicke, Daß jetzt unumwölkter der Blick zu den Lüften emporschaut, Freier atmet die Brust dann in den Mauren des Elends, Und den Winkeln des Trugs. O! schöne, selige Stunde! Wie getrennte…

Literarische Daguerrotypie einer Dekade

So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war gefasst, noch weniger zu finden. Hölderlin In seinem zweiten Roman führt A.J. Weigoni fort, was er in Abgeschlossenes Sammengebiet begonnen hat. Er geht von der Globalisierung und Vereinheitlichung…

Der Unzufriedne

Schicksal! unglücksvolle Leiden Heißt du Sterblichen die Freuden, Die die steile Laufbahn hat, Grausam rauben. Bange Tränen, Die sich nach der Bahre sehnen, Zu erzwingen ist dein Rat. *** Weiterfühend →  Ulrich Bergmann hat das Stück „Der Tod des Empedokles“ neu…

Die Aussicht

Wenn in die Ferne geht der Menschen wohnend Leben, Wo in die Ferne sich erglänzt die Zeit der Reben, Ist auch dabei des Sommers leer Gefilde, Der Wald erscheint mit seinem dunklen Bilde. Daß die Natur ergänzt das Bild der…

Freundschaft

Wenn Menschen sich aus innrem Werte kennen, So können sie sich freudig Freunde nennen, Das Leben ist den Menschen so bekannter, Sie finden es im Geist interessanter. Der hohe Geist ist nicht der Freundschaft ferne, Die Menschen sind den Harmonien…

Der Zeitgeist

Die Menschen finden sich in dieser Welt zum Leben, Wie Jahre sind, wie Zeiten höher streben, So wie der Wechsel ist, ist übrig vieles Wahre, Daß Dauer kommt in die verschiednen Jahre; Vollkommenheit vereint sich so in diesem Leben, Daß…

Poetologische Positionsbestimmung

 Das Gedicht war eine ungeheure Erfindung. Das ganze Menschheitswissen wurde in gebundener Sprache überliefert.  Ernst Pöppels Kurze Vorrede, mit der freundlichen Bitte um etwas Geduld: Mein Gehirn ähnelt einem Muskel, es bleibt nur fit, wenn ich es beständig trainiere. Wichtig…

Wenn aus der Tiefe

Wenn aus der Tiefe kommt der Frühling in das Leben, Es wundert sich der Mensch, und neue Worte streben Aus Geistigkeit, die Freude kehret wieder Und festlich machen sich Gesang und Lieder. Das Leben findet sich aus Harmonie der Zeiten,…

Gedanken · Gänge · Sprünge

Heinz Küpper. Nicht bloß eine Wahrnehmung Das literarische Werk Heinz Küppers, das seit den 1990er Jahren vom Ver­lag Land­presse resp. Verlag Ralf Liebe be­treut wird und zum Teil neu herausgegeben wurde, nachdem einige Ro­mane viele Jahre lang vergriffen waren, ver­dient…

Die Sonne kehrt

Die Sonne kehrt zu neuen Freuden wieder, Der Tag erscheint mit Strahlen, wie die Blüte, Die Zierde der Natur erscheint sich dem Gemüte, Als wie entstanden sind Gesang und Lieder. Die neue Welt ist aus der Tale Grunde, Und heiter…

B∙U∙C∙H∙S∙T∙A∙B∙E∙E∙T

Gedichte im deutschen Sprachraum 2012 • Ein listenreicher Glückblick sammamiajetztdaodadeandanschodao (Markus Hallinger) Lesen Sie langsam. Nehmen Sie sich Zeit. (Axel Kutsch) 1 Dom, Blicke der text beginnt, da ist ein Anfang und ich bin zufrieden, les ich eben in Crauss’…

»Atomatisiert mitten im Satzgebilde« ∙ Wi(e)der sprechen können

Flaschenbürste ∙ Gemüsebrühe ∙ Brillenputztücher Und so kam Matrix 28. Atmendes Alphabet für Friederike Mayröcker ins Haus: herausgefallen aus dem Briefkasten, weil vielwiegend und in glatte Folie eingeschweißt. Hatte nun ungelesen gleich ein Eselsohr wie nach 50 Lesejahren. Gut. So…

Der Tag erwacht

Der Tag erwacht, und prächtig ist der Himmel, Entschwunden ist von Sternen das Gewimmel, Der Mensch empfindet sich, wie er betrachtet, Der Anbeginn des Jahrs wird hoch geachtet. Erhaben sind die Berge, wo die Ströme glänzen, Die Blütenbäume sind, als…

Akkupunkturnadeln. Vom Summen im Bienenstock der Edition Rugerup

Enthusiastisch · Empfindsam · Engagiert Mit dem Gedichtbuch Die weißen Körper der Engel schließe ich die Lektüre der ersten fünf Bücher der Edition Rugerup ab, die ich mir auf drin­gende Empfehlung von Stefan Mon­hardt besorge. Und welch ein Glück, den…

Griechenland

Wie Menschen sind, so ist das Leben prächtig, Die Menschen sind der Natur öfters mächtig, Das prächtge Land ist Menschen nicht verborgen, Mit Reiz erscheint der Abend und der Morgen. Die offnen Felder sind als in der Ernte Tage, Mit…

Wenn sich das Jahr geändert

Wenn sich das Jahr geändert, und der Schimmer Der prächtigen Natur vorüber, blühet nimmer Der Glanz der Jahreszeit, und schneller eilen Die Tage dann vorbei, die langsam auch verweilen. Der Geist des Lebens ist verschieden in den Zeiten Der lebenden…

Hyperion

  So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war gefaßt, noch weniger zu finden.     *** Friedrich Hölderlins Leben ist die Geschichte eines Einzelgängers, der keinen Halt im Leben fand, obwohl er hingebungsvoll liebte und…

Der Mensch

Wenn aus sich lebt der Mensch und wenn sein Rest sich zeiget, So ists, als wenn ein Tag sich Tagen unterscheidet, Daß ausgezeichnet sich der Mensch zum Reste neiget, Von der Natur getrennt und unbeneidet. Als wie allein ist er…

Die Tage gehn vorbei

Die Tage gehn vorbei mit sanfter Lüfte Rauschen, Wenn mit der Wolke sie der Felder Pracht vertauschen, Des Tales Ende trifft der Berge Dämmerungen, Dort, wo des Stromes Wellen sich hinabgeschlungen. Der Wälder Schatten sieht umhergebreitet, Wo auch der Bach…

Im Tale rinnt der Bach

Im Tale rinnt der Bach, die Berg an hoher Seite, Sie grünen weit umher an dieses Tales Breite, Und Bäume mit dem Laube stehn gebreitet, Daß fast verborgen dort der Bach hinunter gleitet. So glänzt darob des schönen Sommers Sonne,…

Wider ein Meisterwerk

  Gäbe es einen deutschen Konservativismus, der auf sich hält, in diesem Buche müßte er seine magna charta erblicken. Seit achtzig Jahren gibt es keinen mehr. Und so sind wir vermutlich der Wahrheit nicht fern mit der Annahme, daß Kommerell…

Winter

  Wenn sich das Laub auf Ebnen weit verloren, So fällt das Weiß herunter auf die Tale, Doch glänzend ist der Tag vom hohen Sonnenstrahle, Es glänzt das Fest den Städten aus den Toren. Es ist die Ruhe der Natur,…

Der Herbst

Das Glänzen der Natur ist höheres Erscheinen, Wo sich der Tag mit vielen Freuden endet, Es ist das Jahr, das sich mit Pracht vollendet, Wo Früchte sich mit frohem Glanz vereinen. Das Erdenrund ist so geschmückt, und selten lärmet Der…

Der Sommer

Wenn dann vorbei des Frühlings Blüte schwindet, So ist der Sommer da, der um das Jahr sich windet. Und wie der Bach das Tal hinuntergleitet, So ist der Berge Pracht darum verbreitet. Daß sich das Feld mit Pracht am meisten…

Der Frühling

Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde, Die Tage kommen blütenreich und milde, Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen Vom Himmel abwärts, wo die Tag entstehen. Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten Wie eine Pracht, wo Feste sich…

Es kommt..

Es kommt der neue Tag aus fernen Höhn herunter, Der Morgen, der erwacht ist aus den Dämmerungen, Er lacht die Menschheit an, geschmückt und munter, Von Freuden ist die Menschheit sanft durchdrungen. Ein neues Leben will der Zukunft sich enthüllen,…

Nicht alle Tage …

Nicht alle Tage nennet die schönsten der, Der sich zurücksehnt unter die Freuden, wo Ihn Freunde liebten, wo die Menschen Über dem Jüngling mit Gunst verweilten. *** Weiterfühend →  Ulrich Bergmann hat das Stück „Der Tod des Empedokles“ neu gelesen und…

Der Spaziergang

Ihr Wälder schön an der Seite, Am grünen Abhang gemalt, Wo ich umher mich leite, Durch süße Ruhe bezahlt Für jeden Stachel im Herzen, Wenn dunkel mir ist der Sinn, Den Kunst und Sinnen hat Schmerzen Gekostet von Anbeginn. Ihr…

Der Mensch

Wer Gutes ehrt, er macht sich keinen Schaden, Er hält sich hoch, er lebt den Menschen nicht vergebens, Er kennt den Wert, den Nutzen solchen Lebens, Er traut dem Bessern sich, er geht auf Segenspfaden. *** Weiterfühend →  Ulrich Bergmann hat…

Der Frühling

Wenn auf Gefilden neues Entzücken keimt Und sich die Ansicht wieder verschönt und sich An Bergen, wo die Bäume grünen, Hellere Lüfte, Gewölke zeigen, O! welche Freude haben die Menschen! froh Gehn an Gestaden Einsame, Ruh und Lust Und Wonne…

An Zimmern

Die Linien des Lebens sind verschieden, Wie Wege sind, und wie der Berge Grenzen. Was hier wir sind, kann dort ein Gott ergänzen Mit Harmonien und ewigem Lohn und Frieden. *** „Liest man die vier Zeilen des Gedichts „An Zimmern“,…

Das Angenehme dieser Welt …

Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen, Die Jugendstunden sind, wie lang! wie lang! verflossen, April und Mai und Julius sind ferne, Ich bin nichts mehr, ich lebe nicht mehr gerne! *** Weiterfühend →  Ulrich Bergmann hat das Stück „Der Tod…

Auf die Geburt eines Kindes

Wie wird des Himmels Vater schauen Mit Freude das erwachsne Kind, Gehend auf blumenreichen Auen, Mit andern, welche lieb ihm sind. Indessen freue dich des Lebens, Aus einer guten Seele kommt Die Schönheit herrlichen Bestrebens, Göttlicher Grund dir mehr noch…

Der Ruhm

Es knüpft an Gott der Wohllaut, der geleitet, Ein sehr berühmtes Ohr, denn wunderbar Ist ein berühmtes Leben groß und klar, Es geht der Mensch zu Fuße oder reitet. Der Erde Freuden, Freundlichkeit und Güter, Der Garten, Baum, der Weinberg…

Auf den Tod eines Kindes

Die Schönheit ist den Kindern eigen, Ist Gottes Ebenbild vielleicht, – Ihr Eigentum ist Ruh und Schweigen, Das Engeln auch zum Lob gereicht. *** Weiterfühend →  Ulrich Bergmann hat das Stück „Der Tod des Empedokles“ neu gelesen und fand ein Gedicht.…

Wenn aus der Ferne …

Wenn aus der Ferne, da wir geschieden sind, Wenn aus der Ferne, da wir geschieden sind, Ich dir noch kennbar bin, die Vergangenheit, O du Theilhaber meiner Leiden! Einiges Gute bezeichnen dir kann, So sage, wie erwartet die Freundin dich?…

Der Gang aufs Land

An Landauer Komm! ins Offene, Freund! zwar glänzt ein Weniges heuteNur herunter und eng schließet der Himmel uns ein.Weder die Berge sind noch aufgegangen des WaldesGipfel nach Wunsch und leer ruht von Gesange die Luft.Trüb ists heut, es schlummern die…