Die Tage gehn vorbei

Die Tage gehn vorbei mit sanfter Lüfte Rauschen,

Wenn mit der Wolke sie der Felder Pracht vertauschen,

Des Tales Ende trifft der Berge Dämmerungen,

Dort, wo des Stromes Wellen sich hinabgeschlungen.

Der Wälder Schatten sieht umhergebreitet,

Wo auch der Bach entfernt hinuntergleitet,

Und sichtbar ist der Ferne Bild in Stunden,

Wenn sich der Mensch zu diesem Sinn gefunden.

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Friedrich Hölderlin, Pastell von Franz Karl Hiemer, 1792

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Ulrich Bergmann hat das Stück „Der Tod des Empedokles“ neu gelesen und fand ein Gedicht. Lesen Sie auch Friedrich Hölderlins Essay Über die Verfahrungsweise des poetischen Geistes. Poesie ist das identitätsstiftende Element der Kultur, KUNOs poetologische Positionsbestimmung.