Archiv: Dezember 2017

Twitteratur

31. Dezember 2017
Von
Twitteratur

Jeder gegangene Schritt ist ein Teil des Lebens und hat den gleichen Wert wie genossener Wein. Das kann man so lange sagen, wie kein Wein vorhanden ist.       Bestand die Modernität des Aphorismus bisher in der Operativität, so entspricht diese literarische Form im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Denkgenauigkeit der Spätmoderne. Es...

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29. Dezember 2017
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  Verlust   Wann wohl diese spur vernarben wird zwischen Erde und Mensch zwischen ich und du   Und seltsam dass dein Körper schon unter der Erde liegt während in diesen Raum noch dasselbe Licht steigt wie gestern   Ich frage die Zeit aus sie weiß keine Antwort   Schließlich spricht meine Stille ein...

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ofen

28. Dezember 2017
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ofen

  verglüht das feuer im ofen steigt rauch aus gelber asche leuchtet er wie ein faden im dunkeln  entreiß ich meinen schatten dem letzten licht  entzündet sich der geist erst wieder  in der feuerschüssel des gehirns  im mutterkörper der gedanken  wimmeln flammen unter scherben  schreib ich mich ein ins material  meiner haut trag ich...

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Das Original und die Fälschung

27. Dezember 2017
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Das Original und die Fälschung

  Das Original ist eine reine Fiktion, sagt Arthur, im Grunde sind wir alle nur Kopien. Es ist doch kein Mensch wie der andere, sage ich, jeder von uns ist ein Unikat. Das glauben wir, sagt Arthur. Wir sind nur abgemalt. Aber wir sind doch keine Fiktion, sage ich. Weißt du, sagt Arthur, wir...

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Sie vergleichen ihre Texte

26. Dezember 2017
Von
Sie vergleichen ihre Texte

Sie vergleichen ihre Texte, denen ausschließlich voneinander unabhängige Reiseerlebnisse zugrunde liegen, wobei sie auf Überschneidungen achten –  bei Bilddetails und Namen. Sie werfen sich immer begeisterter Stichworte zu, die gemeinsame Vorstellungen zu Folge haben. Sie wagen sich immer mutiger an MitTeilungen, die in Anderen Befremden hervorzurufen geeignet wären – doch unterbrechen sie sich nur...

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Tritteratur – von George Michael

25. Dezember 2017
Von
Tritteratur – von George Michael

Last Christmas I gave you my heart But the very next day you gave it away This year, to save me from tears Heute von einem Jahr starb George Michael. Hat der Tod englischen Humor?     Weiterführend → Bestand die Modernität des Aphorismus bisher in der Operativität, so entspricht diese literarische Form im...

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Weihnachtszonenlied

24. Dezember 2017
Von
Weihnachtszonenlied

  Versucht nicht nachts zu zahlen was ihr am Tag versäumt Nur in den rauhnachttalen ist liebe eingeräumt   Habt ihr denn schon vergessen wofür der weltverhau? Ihr sagtet: Für das fressen Es brennt die Seele blau   So steht zu Euren schatten am tag des nordlichts doch Sonst könntet Ihr begatten des fremden...

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23. Dezember 2017
Von
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  Pippi Langstrumpf die Heldin deiner Kindheit ist in Wahrheit eine traurige Waise die Mutter weiß A /Asche aus Schnee/ in einer Schachtel versteckt bei einer vergessenen Höhle von der längst niemand mehr träumt   ***   Weiterführend → Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. In ihrem preisgekrönten Essay Referenzuniversum geht sie der...

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Spazieren gehen

22. Dezember 2017
Von
Spazieren gehen

Was heißt das schon, mal kurz eine Stunde spazieren gehen? Wer Nichtprovinzler ist, der denkt jetzt wahrscheinlich an diesen Schlenderblödsinn, dieses städtische Scharwenzeln und Flanieren durch die Einkaufspassagen und netten Parke innerhalb der urbanen Banalität. In der Provinz ist das etwas anders. Hier geht es in die Wirklichkeit des Draußenseins.  Wer kurz mal eben...

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Twitteratur – von Heinrich Böll

21. Dezember 2017
Von

Einmischung ist die einzige Möglichkeit, realistisch zu bleiben. „ nicht die dreißigjährigen Frühvollendeten, nicht die Bachmann, nicht Enzensberger und auch nicht Grass sondern der bald fünfzigjährige Böll steht repräsentativ für die deutsche Nachkriegsliteratur. Er ist ihr Klassiker.“ Karl Heinz Bohrer, 1967, nach der Verleihung des Büchner-Preises an Heinrich Böll (FAZ, 23. Oktober 1967). „Es...

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Twitteratur – von Frank Zappa

21. Dezember 2017
Von
Twitteratur – von Frank Zappa

  Ein Land, das nichts dafür tut, seine Kultur zu erhalten, sollte vielleicht gar nicht existieren. Frank Zappa   Weiterführend → Sehenswert das von Thomas Schütte liebevoll zusammengepuzzelte Zappa–Portrait Eat that Question. Bestand die Modernität des Aphorismus bisher in der Operativität, so entspricht diese literarische Form im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Denkgenauigkeit der...

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Heißkalt

20. Dezember 2017
Von
Heißkalt

In seinem Kastell verbarg ein katalanischer Maler seine Heizung hinter einer Art Geheimtür, auf der eben diese Heizung gemalt war – eine schöne Idee, finde ich, die Wirklichkeit zu überhöhen, sagt Arthur. Wieso? Heizt das Bild besser als die Wirklichkeit?, frage ich. Natürlich nicht, sagt Arthur, stell dir ein Winterbild vor, gemalte Kälte, –...

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Eine Untersuchung der Inszenierung und Reflexion von Autorschaft

19. Dezember 2017
Von

Ja, ich fühle mich nur am Leben, wenn ich schreibe. Seit ich 15 bin, explodiert es jeden Tag in mir. Mein Kopf ist so voll, und alles muss raus, ich kann nicht anders. So oder ähnlich hat Friederike Mayröcker sich immer wieder in Unterhaltungen mit Freun- den, Kollegen, Redakteuren und anderen Zeitgenossen ge- äußert....

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Die Möglichkeiten dichterischen Sprechens durchbuchstabieren

18. Dezember 2017
Von
Die Möglichkeiten dichterischen Sprechens durchbuchstabieren

Sprache, die dem modernen Lebensgefühl entspricht, weil sie nicht Bedeutungen postuliert, sondern erschafft, im Nebeneinander unterschiedlicher Sprachebenen die Vielfalt gegen eine vordergründige Ein-deutigkeit aushält. Die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Kräfte, die Sprache werden lassen, gestaltet A. J. Weigoni zum facettenreichen Bild, können so von Rezipienten in ihrem Wirken zusammen wahrgenommen werden. Naturbetrachtungen stossen auf Reflexionen über...

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Weltgeschehensschleuder

17. Dezember 2017
Von
Weltgeschehensschleuder

Unlängst verkündete der Firmenchef Jack Dorsey das sein Unternehmen Twitter dem User künftig 280 Zeichen zur Verfügung stellt. Als Förderer den neuen Literaturrichtung Twitteratur befürchtet KUNO nun, daß sich diese „Weltgeschehensschleuder“ so verquatscht, wie es Denis Ullrich in seinem den Prosaüberflug Lost in Laberland prognostiziert hat. Gerade die Reduktion auf 140 Zeichen hat die User zur...

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O. T.

17. Dezember 2017
Von
O. T.

Freunde es ist ne kunst nach bier in der schlange zu stehn Höher noch ist die kunst die flasche zu öffnen im gehen Aber die höchste kunst ist trinken ohne daß wir brüderchen  schwesterchen ’s uns mopsen  das tier mit dem bier   MITKI und sein trupp Leningrad 80er jahre taz vom 17.12.98  ...

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Kino im Koma

16. Dezember 2017
Von
Kino im Koma

Ein Manko der Kulturnotizen (KUNO) ist es, daß wir keinen festen Filmkritiker haben. Nach dem Lektüre des SZ-Artikel frage ich mich, ob wir noch einen brauchen. David Steinitz analysiert das synthetische Blockbuster-Einerlei dieses Jahres. In Analogie zum Bechdel-Test, fragt er sich, ob in einem Film nicht nur die Frauenrollen nur Beiwerk sind, er fordert...

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Jugend in G.

16. Dezember 2017
Von