europa und die neuen toten

 

Vorbemerkung der Redaktion: Mehr als 3.000 Bootsflüchtlinge starben 2017 im Mittelmeer

 

boote im meer überfüllt mit flüchtlingen dem schicksal ausgelieferten menschenalle haben sie den schleppern viel geld bezahlt für die überfahrt nach europa aneinen rettenden strand tagelang nächtelang nur der himmel und das meer aberder himmel ist nicht gnädig niemand ist da gnädig schon gar nicht diefluchthelfer diese gewissenlosen banditen aber nein bitte nicht mit einem nachbetroffenheit sich bemühenden gesichtsausdruck auf diese banditen-fluchthelferzeigen und sagen die sind schuld an den vielen toten die im meer treiben neinbitte nicht von dringend notwendigen maßnahmen sprechen von einer gesamt-europäischen lösung des flüchtlingsproblems bei gleichzeitiger beteuerung daßes keine sofortlösung gibt für dieses problem daß erst eine rechtsbasis geschaffen werden müßte weil wir in einem rechtsstaatlichen europa leben neindas ist für die menschen auf den schiffen mitten im meer völlig unwichtig hiergeht es nur ums überleben auf dieser überfahrt das ist völlig unwichtig für diefrau die mit ihren drei kleinen töchtern im meer treibt und sich nicht entscheidenkann welches der drei kinder sie zuerst loslassen und dem tod überlassen soll dasie am ende ihrer kraft ist zum schluß hat sie nur noch ein kind bei sich das sichan sie klammert und beide treiben völlig erschöpft und hilflos mitten im meernein nicht diese konferenzen von innen- und außenministern und diebeteuerungen man werde alles tun damit es keine neuen toten mehr gäbederweil die menschen zu hunderten in den völlig überfüllten und desolatenbooten stehen und dann entweder irgendwo im meer treiben und ertrinken oderschließlich doch an einem strand ankommen dann werden diese völligerschöpften menschen irgendwohin gebracht die toten werden in folieneingepackt nebeneinandergelegt und dann entsorgt eine mannschaft in weißenoveralls erledigt das und während die nachricht vom tod hunderter menschen immittelmeer über die medien in alle welt verbreitet wird kentert schon einnächstes schiff und wiederum ertrinken hunderte menschen seit jahresanfangsind es schon nein zählen wir nicht mehr die toten es sind hunderte tausende dieschlepper zählen die banknoten jeder bekommt seinen anteil der kapitän etwasmehr aus ihrer heimat mußten sie fliehen um eine chance zum überleben zuhaben sie alle möchten nur irgendwo in frieden leben was ist da schon einheimatverlust verglichen mit dem drohenden oder wirklichen lebensverlust hiergeht es nur ums überleben und um sonst gar nichts aber viele überleben nichtnein bitte jetzt nicht das wort schicksalhaft verwenden sondern die wörterverantwortungslos gewissenlos die welt schaut zu das ist die schuld europas undder welt börsengeschäfte aktiengewinne und aktienverluste aber lebensverlustdort eine unvergleichbare realität diese menschen verlieren ihr leben weil siedem ungestörtsein-wollen in europa geopfert werden sie sind miteinkalkuliertdafür es sind bloß zahlen das vereinte europa die europäische union schert dasalles in wirklichkeit doch überhaupt nicht und die toten treiben als treibgut immeer rechtsstaatlichkeit und demokratie sagt ein feiner herr in der tv-diskussionaber bei den menschen in den booten geht es nur ums überleben um sonst nichts.

 

 

 

Weiterführend → Über den dezidiert politisch arbeitenden Peter Paul Wiplinger lesen Sie hier eine Würdigung.