Archiv: November 2015

Am Röthaer See

30. November 2015
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    Wo du bist, ist Tagmond – karg flattert und bleich die Maske über die Wellen und teilt unsre Herzen Bis auf den Grund: ein lichterndes Lauschen – die Blicke der Brombeern, sagst du und siehst dich Scheu um, sind nicht zu berechnen … derweil ich Dich küsse im Lichtschein, im Spiegel deiner...

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Versteckenspiel

28. November 2015
Von
Versteckenspiel

Ein Traumfragment das Leben. Der Tod ein Bruchstück Wahrheit   (Aus dem Gedicht ,,Der Befund“)   „Versteckenspiel“ heißt der Titel einer Gedichtsammlung von 57 Gedichten der österreichischen Dichterin Hedwig Katscher, die als Band 23 der Reihe ,,Lyrik aus Österreich“ im Verlag G. Grasl, Baden bei Wien, 1982 von den Exponenten des Literaturkreises Podium, Alois...

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Materialgedicht für ein plebejisches Trauerspiel

27. November 2015
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Materialgedicht für ein plebejisches Trauerspiel

    Bockwurst oder nicht Bockwurst, das ist die Frage: Obs edler im Gemüt, die feinen Schlingen Der zähen Hülle zu erdulden oder sie In stringenten Bissen, sich selber überwindend, Durch Kauen zu zermalmen? Beißen – schmecken –   Nichts weiter! Und zu wissen, daß ein einzger Biss das Herzweh und die tausend Lüste...

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Tuğçe

26. November 2015
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Mädchen aus Fleisch und Blut, mit feurig loderndem Mut. Verloren in großer Tat, wiedergeboren für den endlosen Tag. Tapfere Streiterin mit echtem Mut, wiedergeboren für den endlosen Tag. Gesegnet mit ehrbarem Mut, gehalten im Geiste Aller für den endlosen Tag. Es gibt für dich keinen Tod, gehalten in Wort und Tat. Der Ehre besitzen...

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Zipfelehrlich

25. November 2015
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Zipfelehrlich

  Manchmal lasse ich fiktive Wortlaute über eine Melodielinie promenieren und ein Singsanggespräch zwischen Nichtmir und Ichmir nimmt seinen Lauf. Das ist formidabel und erstaunlich schön. Doch wichtiger als das ich höre aufmerksamst: knötchenwach und zahnradtreu.   Further reading → Lesen Sie auch das Kollgengespräch zwischen Sebastian Schmidt und Joanna Lisiak über ihre Lyrik. Gleichfalls...

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24. November 2015
Von
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  ränderling immer noch unverändert wieder hier   wo du warst das dazwischen:   weißt nicht mehr alter anfang tat sich schwer   wieder hier tut sich mut   bist du alt keine rahmen für das herz   unverändert immer noch: ränderling     ***   Further reading → Ein Porträt von Sophie Reyer...

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Die zehnte Elegie

23. November 2015
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Die zehnte Elegie

  Daß ich dereinst, an dem Ausgang der grimmigen Einsicht, Jubel und Ruhm aufsinge zustimmenden Engeln. Daß von den klar geschlagenen Hämmern des Herzens keiner versage an weichen, zweifelnden oder reißenden Saiten. Daß mich mein strömendes Antlitz glänzender mache; daß das unscheinbare Weinen blühe. O wie werdet ihr dann, Nächte, mir lieb sein, gehärmte....

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Partiale, visuelle Versatzstücke des Unbewussten

22. November 2015
Von
Partiale, visuelle Versatzstücke des Unbewussten

 Er ist schön wie die zufällige Begegnung eines Regenschirmes mit einer Nähmaschine auf dem Seziertisch. Lautréamont. Die Entwicklungsgeschichte des in Siegen ausgebildeten Künstlers Haimo Hieronymus kann als Suchscheinwerfer auf die zerklüftete Landschaft der heutigen Malerei gedeutet werden. Er denkt mit  Pinsel, Spachtel und Ölkreide. Seine zuletzt entstandenen Partiale belegen die komplexen Herausforderungen einer...

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grabwunsch

21. November 2015
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grabwunsch

liegt das brot am abend vor mir wie eine totenspeise spür ich jeden bissen als wunde im fleisch  hör ich als stimme mich um mitternacht zerfällt der apfel in der hand zu asche sitz ich gefangen zwischen den wänden  der zeit komm ich an im grab dem mutterkörper des anderen seins spring ich von...

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Der Welt Lauf

21. November 2015
Von
Der Welt Lauf

Eine Legende nach Hans Sachs. Der Herr und Petrus oft, in ihrer Liebe beide, Begegneten im Streite sich, Wenn von der Menschen Heil die Rede war; Und dieser nannte zwar die Gnade Gottes groß, Doch wär‘ er Herr der Welt, meint er, Würd‘ er sich ihrer mehr erbarmen. Da trat zu einer Zeit, als...

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DÜSSELDORFER ELEGIE

20. November 2015
Von
DÜSSELDORFER ELEGIE

dieses gedicht richtet sich weder an selbstmörder noch sublimationskünstler es dient nicht der verdrängung vertuschung verharmlosung von tatsachen in ihm passiert keine ablenkung vom eigentlichen die literatur hat hier nicht mehr das ziel auf einem poetisierten niveau zu unterhalten die unterhaltung ist hiermit zuende das ende der poesie kennt keine grenzen die realität sieht...

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vogelhaus

19. November 2015
Von

  vorne amsel rein hinten amsel raus   vogelhaus   vorne meise rein hinten meise raus   vogelhaus   vorne sperling rein hinten sperling raus   vogelhaus   vorne futter rein hinten futter raus   vogelhaus       *** Über die Qualität von Andreas Noga als Lyriker und Performer lesen sie hier.

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Vergeblichkeitsgesten

18. November 2015
Von
Vergeblichkeitsgesten

  Kulturinformatiker kommentieren den Fortgang des Erkundens durch genaues Hinsehen exakt im richtigen Moment & entlarven eine kaschierte Unsicherheit in der Formulierungsautoritæt dem Jargon der Eigentlichkeit   Verantwortungspathetiker verbinden history & mystery zu einem Refugium der Utopien: eine neue Ordnung wird mœglich durch die Vermessung & Funktionszuweisung des menschlichen Erkenntnisvermœgens die Mœglichkeit der Einsicht...

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FALLSCHIRMSPRUNG MEINER BEGLEITERIN

17. November 2015
Von
FALLSCHIRMSPRUNG MEINER BEGLEITERIN

  Wie sie den Fallschirm mir zeigt und erklärt, Kann ich nur halb zuhörn und zusehen. Ich muß daran denken, wie ganz verkehrt Oft Frauen mit ihren Schirmen umgehen. Ich bin doch sonst kein solch Angstpeter. Aber nun – – Und nun sind wir so weit, Vielmehr so hoch. Etwa zweitausend Meter! Wir erheben...

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Wo ich herkomme,

16. November 2015
Von
Wo ich herkomme,

neigt man sich vor der stahlgestützten Linde eines Poeten wie vor einer Ikone und winkt der in Bronze erstarrte Ovid den Passanten zu, und wo ich herkomme, nimmt man Platz an Brancusis Schweigetisch, um Steine ins Wasser zu werfen. Wenn Gäste auftauchen, legen sich die Bauern für die Nacht auf den Lehmboden ihrer Veranda....

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Pflanzen 3. (Fagus purpurea)

15. November 2015
Von
Pflanzen 3. (Fagus purpurea)

Rot raschelts im Moerser Park: rot, tiefrot — dies ist die blutige Buche: die BlutundBodenbuche, die Steguweit grüßte bei Brühl: auf fettem Heimatgrund, der ihm gütiger schien als der von Flandern. Im flirren Blattwerk lischelt ein Wind, der auch irgendwie besser ist, nämlich so, als klänge Geheimnis aus ihm, jedenfalls für Manes, also Steguweit...

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Hungertuch 2015 für die Kategorie Literatur: Enno Stahl

14. November 2015
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