Ode an die Frauen

 

Damals war dein rotes Haar

wie ein Feuer, durch das ich auch

gegangen bin.

Damals war dein schwarzes Haar

wie die Nächte, die ich ohne dich

erlebt habe.

Damals war dein blondes Haar

fast engelsgleich, und wenn ich

an euch alle zurückdenke, Ladies,

dann fallen mir zuerst meine

eigenen Fehler auf, und kurz

danach eure, und anschließend

kommt lange Zeit nichts.

Ich weiß nicht, wie es die

anderen Typen machen, mit

denen ihr heute zusammen seid.

Ich weiß nur, dass die Männer,

die mit euch auskommen auch

die sind, die wissen, wie man

ohne euch auskommen kann.

 

 

***

Was übrig bleibt, Social-Beat-Gedichte, von Hartmuth Malorny im Wiesenburg-Verlag, 2001

In diesem Buch finden wir Social-Beat Gedichte, die der Autor und Straßenbahnfahrer Hartmuth Malorny seinem Leben und seinen Jobs abgewonnen hat. Im Grunde sind es Trinkergedichte mit einem Schuss Melancholie, Blues on the rocks, und gleichfalls mit der Hoffnung versehen, die eigene Sterblichkeit zu überstehen. Im dritten Gedichtband des Dortmunder Autors versammeln sich 63 Gedichte; es sind 63 Stationen und 63 Reminiszenzen an das, was übrig geblieben ist.

 

Weiterführend →

Zu den Gründungsmythen der alten BRD gehört die Nonkonformistische Literatur, lesen Sie dazu auch ein Porträt von V.O. Stomps. Kaum jemand hat die Lückenhaftigkeit des Underground so konzequent erzählt wie Ní Gudix und ihre Kritik an der literarischen Alternative ist berechtigt. Ein Porträt von Ní Gudix findet sich hier. Lesen Sie auch die Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker von Werner Streletz und den Nachruf von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine Doppelbesprechung von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman Die schwarze Ledertasche. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte Seine größten Erfolge. Produziert von Helge Schneider und Tom Täger im Tonstudio/Ruhr. Lesen Sie auch das Porträt der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespräch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die Ruhrgebietsromantik. Mit Kersten Flenter und Michael Schönauer gehörte Tom de Toys zum Dreigestirn des deutschen Poetry Slam. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie hier – Sowie selbstverständlich his Masters voice. Und Dr. Stahls kaltgenaue Analyse. – Constanze Schmidt beschreibt den Weg von Proust zu Pulp. Ebenso eindrücklich empfohlen sei Heiner Links Vorwort zum Band Trash-Piloten. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine Realsatire aus dem Jahr 1993 heraus, die er für den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. Ein würdiger Abschluß gelingt Boris Kerenski mit Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund.