Schlagwort: Jan Kuhlbrodt

Zeit Rhythmus Alarm – Zu den Gedichten Julia Dathes

Nach langem Leugnen räume ich mein Gedächtnis wieder ein Ein Ausblick, ach welch Winkschaden, steht ein Reh auf der Wiese. Die Wolken über der Stadt tragen Rot und Gelb statt Wetter, na sowas auch ein sattes Grün ist mit von…

Begegnungen mit Bob Dylan. Ein Roman in 30 Kapiteln (Auszug)

  vorsatz einmal in der dämmerung grüßte ich einen fremden, den ich für bob dylan hielt. 1. kapitel ein andermal, als ich mich in arkansas verlaufen hatte, schenkte mir ein mann fünf haushaltskerzen und ein päckchen zündhölzer. dieser mann war…

Schwarzbuch · Revisited

Unserer Gegenwart ist die Zukunft abhanden gekommen. Die von der Technologie überwachten Menschen sind bis auf wenige Ausnahmen zum bloßen Konsumenten degradiert. Poesie zählt zu den wichtigsten identitäts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugte auch der Versuch einer poetologischen…

Zeit der Kettenhunde

Vorbemerkung der Redaktion: Daß ausgerechnet der unkomplizierteste Zugang zur Viefalt der Lyrik in Verruf geraten ist, ärgert Axel Kutsch, einen der leidenschaftlichsten Herausgeber: Rezensionen von Lyrik-Anthologien findet man eher selten in den Medien – und wenn doch, dann kommt es…

Fünfzigtausend Anschläge

Ein Schwarzbuch ist eine Sammlung von Negativbeispielen aus der Sicht des Autors oder Herausgebers, die in Buchform veröffentlicht wird („Schmutzbuch“). Quelle: Wikipedia Nachdem das Jahrbuch der Lyrik 2015 für Furore gesorgt hatte, vor allem deshalb, weil „sich so gut wie kein politisches, zumindest gesellschaftskritisches Gedicht…

Hölle. Ankunftshalle

Ich habe sehnsuchtsvoll aber auch ein wenig ängstlich auf das Buch gewartet, die Texte kannte ich be­reits aus den Fahnen, aber ich war gespannt auf die Illu­stra­tionen, die noch nicht fertig waren, als der Verlag mir die Fahnen schickte. Heute…

Zur Gattung Essay

Das Essay ist nicht nur eine hybride, sondern auch eine ambivalente Form. Es ist ein Diskurs, aber so, dass bei ihm immer versucht wird, Dialoge zu provozieren. Ein Faden, der in der Einsamkeit gesponnen wird, aber dessen anderes Ende so…

Versuch über Ingold

Vom Abtragen der Monumente oder das Wesen der Chronologie I Felix Philipp Ingold ist ein Autor, dem ich nicht ausweichen kann. Ich habe mich nicht darum bemüht, und es wäre müßig, denn es scheint, als würden er oder seine Texte…

Der schöne 27. November

Der folgende Text wird aus Thesen bestehen, denn abschließend ist zu Brasch nichts zu sagen. Brasch selbst ist nicht abgeschlossen. Ein Gedicht aus dem Nachlass, das eine Replik auf ein anderes seiner bekanntesten Gedichte ist: Der schöne 27. November Heute hat…

poetisiert euch!

Zu einem Wochenende der Lyrik hat das Verlgshaus J. Frank | Berlin 26 Lyrikerinnen und Lyriker in die Brotfabrik eingeladen! Am Samstag, den 16.11.2013 beginnt um 20 Uhr die »Lange Lyriknacht«, die Poesie bis in den Morgengrauen bietet. Am Sonntag,…

Siege und Niederlagen

Das zwanzigste Jahr­hundert stirbt scheibchen­weise. Und mit jedem Stück, das mir schwer schien, bedeut­sam und erhaben, und das die Leichtig­keit der Ver­gängnis angenommen hat, und fortgeweht ist, wird eine weitere Schicht sichtbar. Ein Jahr­hundert aus Blätter­teig, gefüllt zuweilen mit Senf,…

Vergangenheitsformen

In diesem Jahr jährte sich die Macht­ergreifung durch die NSDAP in Deutsch­land zum 80. Mal, Hitlers Ernennung zum Reichs­kanzler durch Hinden­burg und die Ver­abschie­dung des Er­mäch­tigungs­gesetzes durch den Deut­schen Reichs­tag. Ein Pro­zess strebte seiner Vol­len­dung zu, der in der Perver­tierung des…

Die Gewinner des KUNO-Essaypreises 2013

Bei KUNO präsentieren wir Essays über den Zwischenraum von Denken und Dichten, wobei das Denken von der Sprache kaum zu lösen ist zumal, zumal es sich bei den ausgezeichneten Autoren um Lyrikerinnen und Lyriker handelt. Die Jury hat sich nach…

Gegenwart

zu den Gedichten von Peggy Neidel die idyllen schreddern, ja klingt irgendwie passend 1 Lakonische Gebilde. Zuweilen Vierzeiler. Ein langer Text am Anfang. Stets ein hintergründiger Sound, als liefe da etwas mit. Ein kosmisches Rauschen vielleicht oder doch nur der…

Spuren

zu: Thomas Brasch Die nennen das Schrei. Gesammelte Gedichte   Am 20. Mai erscheinen im Suhrkamp Verlag die gesammelten Gedichte von Thomas Brasch. Ein Ereignis. Zumindest für mich. Der folgende Text wird aus Thesen bestehen, denn abschließend ist zu Brasch…

Zum Verständnis von Gedichten

1. Es gibt keine unverständlichen Gedichte (kein einziges). 2. Verstehen findet am und im Rezipienten statt. Das Gedicht liegt vor wie es ist; da ist nichts zu machen. 2.1. Der Leser erschließt sich das Gedicht, und nur so wird er…

Klagruf

  Weh mein schneeweißer Traber Mit den Steinkohlenaugen Der perlendurchflochtenen Mähne Den sehr weichen Nüstern Dem schöngewaltigen Schatten Ging durch! Lief Drei Abende weit war nicht zu bewegen Heimzukehren. Nahm das Heu nicht Wahllos fraß er die Spreu Ich dachte…

Helden? Nur für einen Tag!

Das Ehrliche am Sozialismus 
war der Einsatz schnell verwitternder Baumaterialien. Wie weit die gesungene, strophische Ausformung der Heldendichtung historisch zurückreicht, ist unter Germanisten umstritten. Grundlage einer jeder Heldendichtung ist jedoch eine Heldensage, die geschichtliche Ereignisse überliefert und frei weiterentwickelt. Der…

Stötzer, ein Auszug

Stötzer klagte über schmerzende Füße, ich aber ging beschwingt von dem Gedanken, dass ich es war, der diesen Platz entdeckt hatte, mit federnden Schritten voran. Wir liefen querfeld nach Norden zum Venusberg. Komm schon Stötzer, rief ich, es lohnt sich,…

Buchmanns Babel

Jürgen Buchmann ist ein Phänomen, ich möchte fast sagen, eine Speerspitze der Romanischen Sprachen und vielleicht des Romanischen Sprechens und Denkens im deutschen Gelände, wenn dieser eher bellizistische Ausdruck nicht an der Art vorbei zielte, wie Buchmann Sprache zelebriert und…

Aufmunternde Nachrichten von beschädigten Leben

In dem Satz, dass die Welt aus den Fugen sei, steckt zumindest die Behauptung, dass die Welt einmal gefügt war. Aber das war sie nie, von Anfang an zeigt sie sich als Gegenüber, mit dem man irgendwie verbunden ist. Man…

From outer space

Natürlich spielt der Titel des Gedichtbandes von Markus Hallinger »Das Eigene« da­rauf an, dass das, was jemand sein Eigenes nennt, den anderen das Fremde ist. Und aus dieser Vorstellung speist sich auch mein Inter­esse an diesem Band, denn er führt…

B∙U∙C∙H∙S∙T∙A∙B∙E∙E∙T

Gedichte im deutschen Sprachraum 2012 • Ein listenreicher Glückblick sammamiajetztdaodadeandanschodao (Markus Hallinger) Lesen Sie langsam. Nehmen Sie sich Zeit. (Axel Kutsch) 1 Dom, Blicke der text beginnt, da ist ein Anfang und ich bin zufrieden, les ich eben in Crauss’…

„Ich bin vom grauen Elend zerfressen“

Wäre man böse, könnte man sagen, dass Georg Heym, wäre er nicht 1912 beim Eislaufen eingebrochen und ertrunken, vielleicht ein paar Jahre später vor Verdun gefallen oder am deutschen Kampfgas erstickt wäre, das der Wind vom Westen zurückgetrieben hatte, den…

Ästhetische Prothetik

Annäherung an die Visuellen Arbeiten von Angelika Janz Mit einer behutsamen Bewegung, deren Notwendigkeit kaum wahrzunehmen ist, beginnt alles, was seit wenigstens zwei Jahrtausenden sich unter dem Namen der Sprache zu versammeln trachtete …sich nun in den Namen der Schrift…